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Das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen (22)

  • Autorenbild: gert
    gert
  • 25. Apr. 2020
  • 58 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Nov. 2022



Am zweiten Weihnachtstag 1992 schaffte es Tinus tatsächlich, fast alle unsere Freunde auf Bergstad-Gård zu versammeln. Er hatte sogar für Viktor und Roberto und für Andrea und Enriko Flugtickets spendiert. Henk und Jeroen aus Amsterdam waren bereits einige Tage vorher nach Bergstad gekommen, hatten bei den Vorbereitungen geholfen und den Heiligabend mit Tinus verbracht.

Die Freunde aus Deutschland, Italien und Holland wurden in den vier Gästezimmern des Clubhauses und dem einen des Haupthauses untergebracht. Erik, Karl, Jacob, Joachim, Gus und ich wohnten auf Bjørnstangen.

Bjørn hatte schon vor einiger Zeit mit Tinus vereinbart, dass Andreas bis auf weiteres auf Bergstad einige Aufgaben übernehmen sollte und hatte ihn jetzt zwei Mal zum Flugplatz geschickt, um die Gäste aus Deutschland und Italien abzuholen. Andrea und Enrico waren von ihrem Chauffeur so begeistert, dass sie sich sofort mit ihm verabredeten, um sich an einem der folgenden Tage von ihm „noch ein bisschen die Landschaft zeigen zu lassen“.

Bis zum frühen Nachmittag waren alle Gäste eingetroffen. Der Hof lag tief verschneit, mit einem elektrisch beleuchteten Weihnachtsbaum vor dem Haupteingang und Beleuchtung in allen Fenstern in der wunderschönen südnorwegischen Winterlandschaft. Aus allen Schornsteinen stieg der Rauch der Holzöfen und Kamine auf. Es war ein Bild, wie aus einem norwegischen Bilderbuch.

Das große Wohnzimmer des Haupthauses war mit roten Äpfeln und grünen Mistelzweigen geschmückt, neben dem Bild von König Håkon stand ein klassisch norwegisch geschmückter Weihnachtsbaum, und es war eine lange Tafel für einundzwanzig Gäste gedeckt. Tante Rita hatte den ganzen Vormittag zusammen mit Kjell in der Küche gestanden und ein Festmenü vorbereitet. Es roch nach Braten, frischem Brot und Kuchen.

Auf Bjørnstangen hatten wir vormittags Antonia und Luca verabschiedet. Albert und Pino hatten wider Erwarten großen Spaß daran, sich festlich für den Abend auf Bergstad anzuziehen. Albert wollte Pino seinen Anzug leihen und selbst seine Bunad anziehen. Pino hatte offenbar noch nie in seinem Leben einen Anzug getragen, denn er bewegte sich darin steif und unsicher. Immer wieder drehte er sich vorm Spiegel und betrachtete sich von allen Seiten.

Vorher hatte Bjørn darauf bestanden, dass beide noch in die Badewanne gingen, bevor wir am späten Nachmittag Pekka vor den Schlitten spannten und nach Bergstad aufbrachen.

Gus amüsierte sich über das Bild, das sich ihm im Bad bot. Bjørn und Roberto standen nackt am Waschbecken und rasierten sich, während Pino und Albert nicht genug davon bekommen konnten, sich in der Wanne mit Schaum zu bewerfen. Beide Knaben juchzten und lachten. Als sie schließlich aus der Wanne stiegen und Bjørn sie abtrocknen wollte, stellte er zum ersten Mal fest, dass die beiden kleinen Penisse recht deutlich hart und steif abstanden. Für beide schien das ein völlig normaler Zustand zu sein und beeinflusste ihr Verhalten überhaupt nicht.

Bjørn war unsicher, ob es angemessen sei, die Jungs jetzt zu berühren. Daher warf er ihnen die Handtücher zu und rief: „Ihr könnt Euch selbst abtrocknen“. Beide machten das mit größter Hingabe.

An der Festtafel war für die beiden Jungs einen Ehrenplatz links und rechts von Tinus vorgesehen. Noch bevor wir uns setzten, bestand Albert allerdings darauf die Sitzordnung zu ändern. Er wollte neben seinem Pino sitzen, weil der ja schließlich noch nicht alles verstand und jemanden brauchte, der ihm die Gäste und die Gebräuche erklärte. Dass Albert selbst einige Gäste nicht kannte und mit Tischsitten und norwegisch-niederländischen Weihnachtstraditionen nicht besonders vertraut war, verschwieg er lieber.

Albert hatte sich aber sehr schnell mit Karl und Erik angefreundet und hatte bereits nachmittags besonders Karl mit Fragen nach seinem Körperbau und Kampfsportarten gelöchert. Deshalb gefiel es ihm besonders gut, dass er jetzt zu seiner Rechten Karl als Tischnachbarn hatte.

Ich bemerkte, dass Jacob sich etwas verloren vorkam und immer wieder unsicher nach den Leuten umschaute, die er bereits kannte. Das dauerte glücklicherweise nicht lange, da er – nicht zuletzt durch sein attraktives Aussehen – sowohl die Aufmerksamkeit von Viktor und Ronald als auch von Karl, Erik, Joachim und Henk auf sich zog. Auch Jerry und Morten, die er bereits flüchtig kannte, versuchten ihn immer wieder in ein Gespräch zu verwickeln. Dabei ließ Jerry seinen unwiderstehlichen Charme spielen und meinte ganz frech, dass Jacob ihm schon bei ihrem ersten kurzen Treffen in Oslo sehr sympathisch gewesen sei, und er es schade fände, dass sie sich nicht schon mal öfter gesehen hätten. Jacob wusste zwar von uns schon ein wenig über Jerry, fragte aber trotzdem, wie er denn von Amerika nach Deutschland und von dort nach Norwegen gekommen sei.

Überhaupt waren die Gespräche bei Tisch sehr lebhaft und durch ein ziemliches Sprachengewirr gekennzeichnet. Die beiden Kinder schien das zu faszinieren. Albert hing an den Lippen von Erik und Jerry, die bei ihm eindeutig wegen ihres kräftigen Körperbaus einen Stein im Brett hatte. Pino freundete sich mit Viktor und Morten an, die sich quer über den Tisch über naive Malerei und zeitgenössische skandinavische Kunst austauschten.

Als Jacob begann Magne einen ausführlichen Vortrag über ‚Meristem-Vermehrung‘ (Vermehrung von Pflanzen durch Gewebekulturen) bei Gemüse- und Zimmerpflanzen zu halten, wurde auch Erik hellhörig und mischte sich ein. Er wollte wissen, ob Jacob wisse, wie weit man in Aalsmeer mit der Forschung zur Vermehrung bestimmter Schnittblumensorten war.

Tinus versuchte zwischendurch ein bisschen Ruhe in die Tafelrunde zu bringen, indem er an sein Glas klopfte und einfach nur „Skål auf Euch alle“ rief und zu einer kleinen Rede ansetzte:

„Ihr Lieben! Lasst mich Euch noch einmal ein wunderschönes Weihnachtsfest wünschen. Ich freue mich riesig, dass Ihr alle gekommen seid. Zum Teil kennen wir uns schon sehr gut und zum Teil seid Ihr mir einfach nur lieb und teuer, weil Ihr die Freunde von Walter und Gus seid, die zu den liebsten Menschen gehören, die ich kenne. Hätte ich nicht das Glück gehabt, die beiden vor ein paar Jahren kennengelernt zu haben, säßen wir alle jetzt hier nicht so gemütlich beisammen, Skål auf Euch beide!“. Dabei wendete er sich uns zu und hob sein Glas. Alle Gäste taten es ihm nach und trommelten auf die Tischplatte… so laut, dass Pino sich erschrocken die Ohren zuhielt. Albert machte es ihm spontan nach und beide blickten sich an und lachten. Wer Pinos Vorgeschichte nicht kannte, dachte, die beiden Jungs seien einfach nur albern und machten sich einen Spaß.

„Lasst mich noch etwas sagen… Dass wir alle, die wir hier sitzen, eine Gemeinsamkeit haben, brauche ich wohl nicht zu erwähnen…“. Tinus schmunzelte und fuhr fort: „ Ich möchte Euch aber auch daran erinnern, dass nur ganz wenige Männer, die denken und fühlen wie wir, die Möglichkeit haben, auch so zu leben, wie wir. Selbst wenn sie die Möglichkeit hätten, trauen sie sich oft nicht. Oft fehlt ihnen das Selbstvertrauen, meistens der Mut und manchmal ganz einfach auch die Mittel, so zu leben, wie sie es sich eigentlich wünschen. Im Gegensatz zu uns sind sie oft einsam und wohnen so anonym wie möglich in irgendwelchen Wohnanlagen einer größeren Stadt, nur um nicht aufzufallen und möglichst von Schwulenhassern nicht belästigt zu werden. Sie werden selbst zu Zynikern und Hassern und können schon deshalb kaum echte Freundschaften aufbauen.

Ich habe lange nachgedacht, wie man an der Situation dieser Männer etwas ändern kann“. Er machte eine kurze Pause, senkte seinen Blick, nur um gleich wieder aufzuschauen und seine kleine Rede fortzusetzen:

„Seit über fünf Jahren grassiert in der Welt jetzt schon die AIDS-Epidemie, und das Gerede von der Schwulenpest macht diesen Männern zusätzlich Angst. Auch ich mache mir Gedanken, ob und wie ich mich schützen kann… nicht nur vor der unheimlichen Krankheit… sondern auch vor dieser lähmenden Angst, die mir schlimmstenfalls den Spaß am Leben und letztlich auch meine Freunde nehmen könnte…

Ich will mich dagegen wehren und habe daher beschlossen, einen Teil meines Vermögens in eine Stiftung einzubringen, die sich dem Kampf gegen diese Krankheit, den Rechten schwuler Männer und der Aufklärung über Homosexualität widmen soll. Ich möchte, dass eines Tages kein schwuler Mann mehr Angst haben muss, sich zu seinem Partner und seiner Sexualität öffentlich zu bekennen. Fast noch wichtiger ist mir, dass schwule Männer ein so starkes Selbstbewusstsein bekommen, wie Ihr meine Freunde es schon habt. Bleibt so, wie Ihr seid! Und vielleicht unterstützt ja der eine oder andere von Euch meine Idee… Übrigens, das muss nicht mit Geld sein. Ich würde mich riesig freuen, wenn Ihr einfach im täglichen Leben, im Kreis von Kollegen, Nachbarn und Freunden von meiner Stiftung erzählt…und vielleicht von Euren tollen Freunden, die alle starke und einzigartige Persönlichkeiten sind. Prost! Skål auf Euch!“.

Wir alle am Tisch schwiegen. Es war eine eigenartige Mischung aus Bewunderung, Betroffenheit, Begeisterung und Nachdenklichkeit. Jeder schien nach Worten zu suchen, um Tinus zu bestärken oder zu danken, aber niemand wollte der Erste sein.

Bis plötzlich die Kinderstimme von Albert ganz klar und deutlich sagte: „Ich hab‘ Dich lieb Onkel Tinus!“

In diesem Moment brach ein lautes Getöse los. Befreites Lachen, unterbrochen von Bravo-Rufen und immer wieder „Skål, Tinus!“.

Diesmal war der Lärm so groß, dass Pino sich mit zugehaltenen Ohren und schmerzverzerrtem Gesicht an Albert drückte, der ihn so liebevoll in den Arm nahm, wie ich es bei einem Kind noch nie gesehen hatte.

Alle redeten jetzt durcheinander. Jerry wollte sofort Geld spenden. Viktor überlegte schon, wie er Ähnliches in Deutschland etablieren könnte. Bjørn und Roberto schlugen vor, Veranstaltungen zu organisieren. Henk wollte Plakate in allen Amsterdamer Kneipen aufhängen. Jacob meinte, man müsse die Studenten für das Thema sensibilisieren. Gus wollte die Kollegen in der Firma ansprechen, und Morten hielt die Osloer Künstlerszene für die natürlichen Verbündeten beim Kampf für schwule Gleichberechtigung.

Für den Rest des Abends gab es für uns kein anderes Thema mehr. Wir waren so engagiert, dass wir kaum bemerkten, dass Albert und Pino erst unter den Tisch gekrabbelt waren und sich dann in Alberts altes Kinderzimmer zurückgezogen hatten. Erst viel später hatte Bjørn sich Sorgen gemacht und war die beiden Jungs suchen gegangen. Als er ohne anzuklopfen in Alberts Zimmer trat, stockte ihm für einen Moment der Atem. Die beiden Jungs hatten sich nackt ausgezogen und schliefen eng umschlungen in dem unbezogenen alten Kinderbett.

Bjørn suchte eine Decke, legte sie behutsam über die beiden und zog sich leise zurück.

Als er wieder ins Wohnzimmer kam, gab er mir ein Zeichen, dass er mir ungestört etwas sagen wollte.

Er erzählte mir leise, was er gesehen hatte und fragte: „Was würdest Du jetzt machen?“

„Gar nichts“.

„Aber in ihrem Alter? Sie kommen beide bald in die Pubertät. Spätestens dann gibt es Ärger, wenn Kristin von Barnevernet davon Wind bekommt, oder Albert ihr wohlmöglich in seiner unbekümmerten Art davon erzählt. Noch schlimmer... er erzählt jemandem Fremdes davon. Ganz zu schweigen davon, dass er unbedacht rausposaunt, nackt mit seinen beiden Onkels und seinem Freund im Badezimmer gewesen zu sein“.

„Das hat er bisher nicht gemacht und ist meiner Ansicht nach intelligent genug, es auch in Zukunft nicht zu tun. Ich denke Du solltest ihm die Möglichkeit lassen, seine eigenen Erfahrungen zu machen und vielleicht auch seine Geheimnisse zu haben. Albert und Pino sollen nicht das Gefühl haben, dass ihre Freundschaft etwas Unrechtes ist, oder sie etwas falsch gemacht haben. Albert muss absolutes Vertrauen zu Dir haben“.

„Wahrscheinlich hast Du recht, aber es wäre schön, Du würdest ihm auch noch einmal klar machen, dass unser Privatleben auf Bjørnstangen niemanden etwas angeht“.

„Ja, das mache ich“.

Die anderen hatten sich inzwischen in kleinen Grüppchen zum Kaffeetrinken in der Sofa-Ecke und extra aufgestellten Sesseln am Kamin zusammengesetzt. Karl, Erik, Jacob und Jerry waren zum Clubhaus gegangen, um sich das Zimmer von Morten und Jerry anzusehen.

Draußen war ein starker Wind aufgekommen und wirbelte den trockenen Schnee über den Hofplatz. Roberto hatte Pekka in den Stall gebracht und den Schlitten vorsorglich in die Scheune geschoben. Bald stürmte es so heftig, dass er sich nur noch tief gebeugt und den Schal fest um Nase und Mund gebunden die paar Meter zurück zum Haupthaus durch das Schneegestöber kämpfen konnte.

„Wir bleiben wohl besser erstmal hier“, meinte Bjørn, während er besorgt aus dem Fenster schaute.

Tinus trat neben ihn und warf ebenfalls einen Blick auf die sich gefährlich von der einen auf die andere Seite neigende große Tanne vorm Haus. Die Weihnachtsbeleuchtung sah aus wie Glühwürmchen im Schneesturm. „Mach Dir keine Sorgen. Wir kriegen Euch alle hier bei uns auch noch unter. Wir müssen halt ein bisschen zusammenrücken“, lachte er.

Ruben, Andreas und Magne waren bereits vor dem Sturm aufgebrochen, um die Kühe zu versorgen und auf Bjørnstangen nach dem Rechten zu sehen, und die Kinder schliefen ja bereits tief und fest. Daher konnten Roberto und Bjørn sich gelassen in ihre Sessel fallen lassen und Kaffee mit Baileys genießen. Andrea, Enrico, Viktor und Ronald waren in ein intensives Gespräch über die Sehenswürdigkeiten Roms und italienische Kunst des Mittelalters vertieft. Joachim, Henk und Jeroen stellten tiefsinnige Betrachtungen über den Sinn und Unsinn von Sauna und Fitness-Training an.

Gus, Tinus und ich halfen Kjell beim Abräumen. Auf Bergstad-Gård erledigte das Abwaschen seit Neuestem eine Geschirrspülmaschine, was Kjell zu der Bemerkung veranlasste, dass er sich eine solche technische Errungenschaft auch in seiner Küche auf Bjørnstangen vorstellen könne.

Als wir uns später zu Bjørn und Roberto setzten, erwähnte Tinus ein Problem, dass ihn schon seit einiger Zeit bewegte: „Sag mal Bjørn, wie soll es denn eigentlich aus Deiner Sicht mit Albert und seinem Erbe weitergehen? Bergstad muss endlich wieder einen festen Verwalter haben. Der Golfplatz hat bereits gelitten und die Mitgliedszahlen des Golfclubs stagnieren. Deine Hilfe, die von Onkel Odd und von Magne haben uns über Wasser gehalten. Auch die Sommerhilfen, die ich hatte, haben ganz ordentlich gearbeitet. Aber für die nächste Saison sehe ich schwarz, wenn hier nicht wieder jemand fest wohnt und sich regelmäßig um Hof, Pferde und Platz kümmert“.

„Wir haben auch schon darüber nachgedacht und wollten eigentlich nur abwarten, ob Du einen Nachfolger für Arild findest. Ich hätte eventuell eine Idee, würde aber gern erst Deine Vorstellung hören“.

„Ich mag Deinen kleinen Albert sehr gern und möchte ihm unbedingt diesen Hof erhalten. Dazu gehört aber auch langfristig eine Wirtschaftlichkeit, die aber nur erhalten werden kann, wenn hier Leute arbeiten, die mein volles Vertrauen haben und die sich für diesen Hof engagieren als sei es ihr eigener. Du und Roberto seid die einzigen, denen ich hier alles sofort anvertrauen würde. Ich weiß aber auch, dass Ihr mehr als genug auf Eurem eigenen Hof zu tun habt. Trotzdem würde ich mir wünschen, Ihr beide träfet in Zukunft die personellen und praktischen Entscheidungen für Bergstad-Gård“.

„Du weißt, dass wir für Albert alles tun würden. Er ist mir ans Herz gewachsen, als wäre er mein eigener Sohn. Leider darf ich ihn bisher nicht adoptieren. Ich bemühe mich mit allen Mitteln darum, eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen, aber die Moralisten haben immer noch Bedenken“.

„Ich wünsche Dir und Albert, dass das eines Tages klappt. Bis dahin können wir Verträge machen, die Euch Sicherheit geben. Ich zeige Dir morgen, was ich vorbereitet habe“.

„Ok, so können wir es machen. Jetzt muss ich erstmal nach meinem Sohn und Pino schauen, die schlafen beide ganz fest in Alberts altem Zimmer“.

Tinus schmunzelte und meinte: „Na, da haben sich aber zwei gesucht und gefunden“.

„Ja, ich hoffe nur, dass es da nicht irgendwann Gerede gibt“.

Die beiden Jungs schlummerten noch in fast der gleichen Stellung, in der Bjørn sie vor fast zwei Stunden das letzte Mal gesehen hatte. Es rührte ihn tief, wie liebevoll Albert seinen Arm um Pino gelegt hatte.

Jeroen hatte im leeren Nachbarzimmer zwei Matratzen mit frischem Bettzeug auf den Fußboden gelegt, damit Roberto und Bjørn dort die Nacht verbringen konnten. Daher schrieb Bjørn auf einen kleinen Zettel: „Onkel Roberto und ich sind nebenan. Kuss, Bjørn“.

Als er wieder ins Wohnzimmer kam, waren Andrea und Enrico gerade dabei gute Nacht zu sagen. Dabei umarmten sie Viktor und Ronald so herzlich, dass Gus mir grinsend zuraunte: „Da reicht heute Nacht auch ein Doppelbett für vier“.

Tatsächlich stapften die beiden gleich anschließend auch durch den Schnee zum Clubhaus.

„Na, jetzt sind nur noch meine liebsten Jungs und ich allein zu Haus“ (in Anspielung auf einen amerikanischen Film, der seit zwei Jahren endlos erfolgreich in den Kinos lief), feixte Tinus und goss jedem von uns noch einen Wein ein.

„Ihr wisst, dass ich von Euch nicht genug bekommen kann und Euch alle vier verehre?“.

Wir sahen uns an und lachten. Gus meinte, es sei fast unwirklich, wie sich unser Verhältnis immer weiter gefestigt hätte und wir die Nähe unter einander immer noch so genössen, wie seinerzeit in Bremen. Wenn es aber um Verehrung ginge, stehe Tinus zumindest auf seiner Liste ganz oben. „Hinter Walter natürlich“, schob er schnell nach.

Ich fügte hinzu: „Neben seinen beiden Pflegevätern sollte der kleine Albert sich unbedingt ‚Onkel‘ Tinus als Vorbild nehmen“.

„Ach Jungs, der alte ‚Onkel‘ Tinus wünschte sich, er hätte auch einen so innigen Freund wie der kleine Albert in seinem Pino hat“.

„Dafür hast Du vier“, lachte Roberto.

„Und er geht heute abend doch wieder nur allein ins Bett“, flüsterte Tinus etwas bekümmert.

Wir vier schauten uns wieder an und sagten fast wie aus einem Munde: „Muss ja nicht sein“.

„Waaas? Ihr würdet alle vier mit mir ins Bett gehen?“.

Gus schaute in die Runde: „Ja klar, warum nicht“.

Tinus wurde mit einem Mal hektisch und verlor für einen Augenblick seine sonst fast unerschütterliche Selbstsicherheit. Etwas planlos räumte er die leeren Weingläser und Flaschen weg und sagte dann etwas zusammenhanglos, dass er jetzt Zähne putzen gehen werde, und wir anschließend in seine Wohnung kommen könnten.

Im Haupthaus gab es je ein Bad und Gäste-WC in Tinus‘ und in der Verwalter-Wohnung. So duschten wir schnell und warfen uns die herrlich weichen Bademäntel über, die für die Gäste bereit lagen.

Schon dreißig Minuten später saßen wir alle auf der Bettkante von Tinus riesigem Doppelbett. Er selbst stand in der Tür zu seinem Badezimmer in einem dunkel-blauen Bademantel, der aber nur locker gegürtet war, so dass sich sein gigantisches Prachtexemplar jedem seiner vier Zuschauer einzigartig sexy präsentierte.

Keinen von uns ließ dieser Anblick kalt.

Gerade als wir sozusagen begannen, es uns gemütlich zu machen, klopfte es ganz zaghaft an der Tür.

Noch bevor jemand ‚herein‘ rufen konnte, öffnete sich die alte Holztür einen kleinen Spalt und Alberts kleines Gesicht erschien. „Papa!“

„Ja Schatz, ich komme“.

„Wann fahren wir nach Hause?“

„Wir bleiben lieber hier bei Onkel Tinus. Draußen stürmt es ganz doll, und es ist viel zu gefährlich, jetzt mit Pekka und dem Schlitten zu fahren“.

„Ach so… erzählst Du uns noch eine Geschichte?“.

„Ja, ok, aber dann schlaft Ihr beide wieder?“.

Pino lag im Bett und blinzelte zur Tür als Albert und Bjørn hereinkamen. Bevor er sich an ihr Bett setzte holte Bjørn noch eine große Decke und ein Kissen aus dem leeren Nachbarzimmer. Im Kinderzimmer schaute er im Schrank nach, ob es vielleicht einen Schlafanzug-Ersatz für die beiden gab. Er fand zwei große T-Shirts, die den Jungs fast bis an die Knie reichten.

„Zieht das an, sonst erkältet Ihr Euch noch“.

Sie kuschelte sich sofort in die Decke und sahen Bjørn erwartungsvoll an.

„Es waren einmal zwei kleine Trolle, die im Schneesturm übers Fjell liefen und die Orientierung verloren hatten…“. Bjørn phantasierte seine Geschichte weiter und hoffte die beiden würden gleich wieder einschlafen. Doch die beiden Jungs waren jetzt hell wach und wollten wissen, wie es weitergehe. Plötzlich fragte Albert: „Warum müssen wir zum Schlafen einen Schlafanzug anziehen? Haben Trolle auch Schlafanzüge?“

„Kinder und Trolle müssen das, damit sie sich nicht erkälten“.

„Trolle können sich doch gar nicht erkälten“.

„Woher weißt Du das?“

„Die sind doch immer draußen… und Onkel Gus hat gesagt, wer viel draußen ist, erkältet sich nicht“.

Bjørn lächelte und streichelte beiden über den Kopf.

„Da können wir morgen noch einmal drüber reden. Jetzt schlaft erstmal“.

Pino schaute ihn nachdenklich an und fragte dann etwas schwerfällig aber ganz deutlich: „Wird Dein… Pullermann auch… größer, wenn… wenn Du… ihn anfasst?“

„Manchmal ja… warum?“

„Ich finde das ganz toll… meiner wird ganz groß… größer… als… der… von Albert“.

„Das kann sein, aber Du solltest das für Dich behalten. Das geht andere Leute nichts an“.

„Ja, das weiß ich. Ich wollte… auch…nur wissen, ob das …normal ist“.

Bjørn lachte: „Ja natürlich ist das normal“.

„Aber Deiner ist doch schon so groß… wird… der denn… noch größer?“

„Ja, er wird größer und härter“.

„Warum?“

„Weil ein Mann dann leichter einer Frau Kinder machen kann“.

„Ach so… und Du… kannst dann leichter Onkel Roberto Kinder machen?“.

„Nein, Schatz, das geht nicht“.

„Aber Albert hat gesagt,… ihr macht das wie… Mann und Frau“.

„Da hat Albert recht, aber zum Kindermachen braucht man eine Frau. So jetzt schlaft schön. Morgen reden wir weiter“.

Albert hatte aufmerksam zugehört. „Warum steckst Du Deinen Pimmel bei Roberto rein?“

„Schatz,… weil es uns Spaß macht und wir uns sehr, sehr gern haben. Das ist bei allen Menschen so, egal ob Mann und Frau, Mann und Mann oder Frau und Frau“.

„Frauen haben keinen Pimmel“.

„Stimmt, die nehmen manchmal die Finger stattdessen. So, jetzt ist aber Schluss“. Er gab beiden einen Kuss auf die Stirn, steckte noch einmal die Decke fest und sagte gute Nacht.

Als er rausging, hörte er Pino flüstern: „Dein Papa hat aber einen großen Pullermann“.

„Ja, aber der von Onkel Tinus ist viel, viel, viel größer“.

Bjørn wunderte sich jetzt noch mehr über seinen Pflegesohn. Der bekam offenbar noch viel mehr mit, als er und Roberto ahnten. Wenn Albert eines Tages mit seinen Beobachtungen in der Schule hausieren gehen würde, wäre er geliefert.

Als Bjørn ins Schlafzimmer von Tinus zurückkam, bot sich ihm ein herrliches Bild. Unsere Bademäntel lagen auf einem großen Haufen neben dem Bett. Tinus lag mit ausgebreiteten Armen in der Mitte seines Bettes. Gus leckte genüsslich seine Fußsohlen und Zehen. Roberto kniete am Kopfende und schob seinen harten Schwanz immer wieder in Tinus‘ weit geöffneten Mund. Ich ließ seinen mir schon lieb gewordenen Monsterschwanz immer weiter in meinen Rachen gleiten und versuchte eine Technik zu finden nicht zu würgen. Ich schmeckte seine Lusttropfen und wurde von Minute zu Minute geiler. In Sekundenschnelle hatte Bjørn seinen Bademantel ebenfalls auf den Haufen und sich selbst neben Tinus geworfen. Er kraulte ihm den Nacken und näherte sich dann mit seiner Zunge den harten, dunklen Nippeln.

Tinus Körper zuckte wie nach Elektroschocks. Seine Hüfte hob und senkte sich rhythmisch und er stöhnte und keuchte im Wechsel. Er verdrehte immer wieder seine Augen. Mal war sein Gesicht wie schmerzverzerrt, mal war es entspannt und glücklich.

Ich schaffte nicht viel mehr als seine massive Eichel bis zum Vorhautansatz in meinen Gaumen zu schieben. Noch während seine Hand sich in meinem Oberschenkel kurz festkrallte, entlud sich eine ungeheure Ladung Sperma in meinen Mund. Einen großen Teil davon schluckte ich automatisch, den Rest gab ich ihm quasi mit einem Kuss zurück, nur um mich gleich darauf um Robertos Kolben zu kümmern.

Gus leckte Tinus‘ Schwanz endgültig sauber, legte dann Tinus‘ Beine über seine Schulter, befeuchtete seinen harten Lustkolben und stieß ihn behutsam Zentimeter für Zentimeter in Tinus‘ Darm. Der schien Gus zurückdrängen zu wollen, genoss dann aber jeden Stoß mit einem zufriedenen Grunzen.

Gus zog seinen Schwanz kurz vor der Eruption heraus und spritzte in hohem Bogen auf Tinus Brustkasten und in sein Gesicht.

Jetzt war auch Roberto so weit, seine Ladung herauszuschleudern. Noch einmal landete die weiße Sahne in Tinus Gesicht. Der leckte alles, was seine Zunge erreichen konnte, genüsslich auf.

Bjørn ließ noch einmal seine Zunge über Tinus‘ gesamten Körper gleiten, richtete sich dann auf und spritzte auch seine Ladung auf seinen Gastgeber. Ich küsste Bjørn lange und intensiv, wichste dabei heftig und schoss mein Sperma ebenfalls Tinus ins Gesicht.

Tinus lag nach wie vor auf dem Rücken und hatte sich kaum bewegt. Er lächelte glücklich und ließ seine Finger mit unserem Sperma spielen.

Wir nahmen Tinus in unsere Mitte, legten die Arme um einander und schliefen fast momentan ein.

Am nächsten Morgen hatte sich der Sturm gelegt, und Bjørn war als erster aufgestanden. Er wollte nach den Kindern sehen und sie wecken. Doch als er in Alberts altes Kinderzimmer kam, war das Bett leer. Er ging ins Bad, zog seine Sachen an, die er dort am Abend vorher abgelegt hatte und schaute dann vorsichtig in die einzelnen Zimmer auf der Suche nach den beiden Jungs.

In einem lagen Jeroen und Henk und schliefen noch ganz fest in einem anderen war Kjell gerade dabei sein Bett zu machen. „Hast Du Albert und Pino gesehen?“ – „Ja, sie wollten Schach spielen und sitzen im Arbeitszimmer. Ich habe ihnen einen Kakao gekocht“. – „Ah, gottseidank, ich dachte, sie wären schon rausgegangen“. – „Waren sie auch schon… sie waren schon drüben im Clubhaus“.

Bjørn schüttelte den Kopf und nahm sich vor, nun endlich ein ernstes Wort mit seinem Pflegesohn zu sprechen. Aber er war sich auch im Klaren, dass er ihm eigentlich gar keinen Vorwurf machen konnte, weil er ihm weder verboten hatte rauszugehen noch gesagt hatte, wann sie aufstehen sollten. Solche Vorschriften widerstrebten ihm auch.

Die Schachpartie der beiden Jungs schien schon wieder Remi zu enden. Als Bjørn ins Arbeitszimmer kam, seufzte Albert gerade und hob kapitulierend die Hände.

„Guten Morgen Ihr beiden! Habt Ihr gut geschlafen?“

„Ja, sehr gut. Was machen wir heute?“

„Erstmal wollen wir frühstücken und dann fahren wir nach Bjørnstangen zurück“.

„Kommt Onkel Tinus auch mit?“

„Ich glaube nicht, wieso?“

„Ich dachte… weil Ihr doch alle in einem Bett geschlafen habt“.

„Moment mal… woher weißt Du das schon wieder?“

„Ich wollte vorhin gucken, ob Ihr schon wach seid und habe Euch alle in Onkel Tinus‘ Bett gesehen“.

„Wann, vorhin?“

„Na ja… also… vorhin halt… als ich Pippi gemacht habe“.

Bjørn lief es heiß und kalt den Rücken runter und er traute sich nicht, weiter nachzubohren.

„Was habt Ihr denn draußen gemacht?“

„Wir haben nur mal eben geguckt, ob Eure Freunde schon wach sind“.

„Und? Waren sie?“

„Erik, Karl, Jacob und Jerry haben auch in einem Bett gelegen… so wie Ihr und haben geschlafen“.

„Ach so… sonst war nichts?“, fragte Bjørn misstrauisch vorsichtig.

„Nö… eigentlich nicht“.

„Eigentlich?...“.

„Na ja… also… Pino wollte wissen, ob Onkel Karl krank ist“.

„Krank?“

„Na ja, er sieht da wo der Pimmel ist so komisch aus“.

Bjørn wurde erst ein bisschen blass und dann rot.

„Das ist bei jedem Mann anders… also, Onkel Karl ist bestimmt nicht krank. So, Schatz, jetzt räumt das Schachbrett weg und dann ab in die Küche… und nehmt Eure Tassen mit“.

Aus der Küche war ein lautes Stimmengewirr zu hören. Kjell hatte ein Frühstücksbüffet aufgebaut. Jeder nahm sich, was er mochte und konnte sich dann einen Platz suchen.

Bjørn achtete argwöhnisch auf seinen Pflegesohn, damit er notfalls eingreifen konnte, wenn er verkünden sollte, dass er die schlafenden Gäste genauestens in Augenschein genommen hatte.

Es stellte sich heraus, dass Jerry, Morten, Karl, Eric und Jacob eine ausgesprochen fröhliche und in jeder Hinsicht spritzige Nacht gehabt hatten. Jacob himmelte Jerry an, wollte sich aber nicht auf die harten Küchenstühle setzen. Bjørn ahnte warum. Morten, Eric und Karl steckten die Köpfe zusammen und machten Pläne für den Nachmittag. Magne hatte ihnen empfohlen, erst eine Ski-Tour zu machen und dann sich in der Sauna auf Bjørnstangen wieder aufzuwärmen.

Schließlich kamen auch Tinus, Gus, Roberto und ich nach unten. Bjørn behauptete später, wir hätten alle vier noch sehr verschlafen ausgesehen. Tinus war allerdings in bester Stimmung, lobte Kjell für sein Frühstück, redete über sein Stiftungsprojekt und seine Ideen für Bergstad-Gård.

Während ich meinen Kaffee schlürfte, kamen auch Andrea, Enrico, Ronald, Viktor und Joachim rein. Sie hatten schon einen Spaziergang durch den Schnee gemacht und festgestellt, dass auf der Straße große Schneeverwehungen lagen, die ihrer Meinung nach den Weg nach Bjørnstangen unpassierbar machten. Kjell hatte deswegen allerdings schon Magne angerufen, der bereits mit dem großen Traktor unterwegs war, um die Straße zu räumen. Joachim bot an, ihm von Bergstad aus entgegen zu fahren und vorher noch Zufahrt und Hofplatz frei zu machen.

Schon zehn Minuten später hörten wir das Brummen des Traktors, der im Sommer fast jeden zweiten Tag mit dem Rasenmäher über den Golfplatz tuckerte. Andrea und Enrico waren von den Schneemassen fasziniert, da in Ligurien schon ein paar Millimeter Schnee das öffentliche Leben lahmzulegen pflegten und für die Menschen meistens eine Sensation war.

Pino und Albert hatten ihre knallbunten Skianzüge und Schneestiefel angezogen und tobten über die Schneeberge. Als wir noch im Windfang standen und ihnen zusahen, rief Albert: „Papa, wollen wir einen Schneemann bauen?“. – „Ich muss noch etwas mit Onkel Tinus besprechen, Roberto oder die anderen haben sicher Lust“. Er zwinkerte uns zu und scherzte leise: „Da seht Ihr mal, warum man sich das mit den Kindern immer ganz genau überlegen sollte“.

Jerry zog sich als erster Jacke und Handschuhe an, sprang in den Schnee und alberte mit den beiden Jungs. Die waren begeistert, sprangen ausgelassen immer wieder auf seine Schultern, ließen sich wieder fallen und bewarfen Jerry dann mit Schneebällen. Karl entschloss sich in das Treiben einzumischen und begann eine Schneekugel zu drehen. Als die immer größer und schwerer wurde und er sie mühsam und schwitzend vor sich herschob, kamen Pino, Albert und Jerry ihm zur Hilfe. Jolend und keuchend positionierten sie den Sockel für ihren Schneemann direkt neben dem Vordach zum Haupteingang. Die zweite und dritte Kugel war zwar etwas leichter zu rollen, aber Karl und Jerry mussten sie gemeinsam hochheben und aufsetzen. Pino war restlos begeistert von Jerry und wollte unbedingt huckepack genommen werden. Albert hängte sich an Karl und bettelte ebenfalls auf seinen Schultern sitzen zu dürfen. Von dort oben formte er den Kopf des Schneemanns und setzte ihm schließlich seine eigene Mütze auf.

In der Zwischenzeit hatte Roberto eine Mohrrübe, zwei Äpfel und eine alte Schirmmütze aus der Küche geholt und reichte sie Albert: „Setz Deine Mütze wieder auf. Dein Schneemann kann diese tragen und Augen und Nase hat er jetzt auch“.

„Ihm fehlt nur noch ein Mund und… ein Pimmel“, rief Albert. „Ja, ein Pullermann echote Pino von Jerrys Schulter.

Roberto wollte dieses Vorhaben nicht mit Gemüse aus der Küche unterstützen. Also formte Jerry eine kleine längliche Schneerolle und setzte sie dezent zwischen die erste und zweite Kugel.

Albert schaute sich das Ergebnis von oben an und meinte nachdenklich: „Der ist doch viel zu klein…“.

„Das ist bei jedem Mann anders“, verteidigte sich Jerry. - „Ich finde größer aber besser“.

„Aha… da kennst Du Dich aber schon gut aus“. Jerry grinste und vergrößerte sein Werk noch etwas.

„Zufrieden?“

„Kannst Du noch größer machen… und dann müssen da noch zwei Kugeln dran“.

„Wie Du willst… aber ob Dein Papa das so toll findet, bezweifele ich“, grinste Jerry.

Ich hatte den Dialog verfolgt und dachte an das, was Bjørn mir bereits über Alberts ausgeprägtes Sexualverhalten erzählt hatte. Er schien, wie ich vermutet hatte, allerdings genau zu wissen, wie weit er gehen konnte. Er enthielt sich jeglicher Anspielungen auf das, was er bei unseren Gästen gesehen hatte.

Als Bjørn eine halbe Stunde später das Kunstwerk betrachtete, grinste er und meinte: „Schatz, Du musst Eurem Schneemann noch eine Hose anziehen. Das gehört sich nicht, nackt vor der Tür zu stehen“.

In meinen geforderten Bericht an Barnevernet schrieb ich, dass ich den Eindruck hätte, Albert habe einen beachtlichen Entwicklungssprung gemacht. Er wirke besonders ausgeglichen, habe für sein Alter außergewöhnlich hohe soziale Kompetenz, und sei alles in allem ein äußerst interessiertes Kind.

Der Frühling kam 1993 wieder einmal sehr spät. In nur wenigen Wochen mussten Bjørn und Roberto sowohl die Felder auf Bjørnstangen bestellen, als auch den Golfplatz für die Saison vorbereiten. Der örtliche Golfclub hatte sich beschwert, dass das Grün an einigen Stellen vernachlässigt und versprochene Gelände-Veränderungen an einigen Löchern immer noch nicht vorgenommen seien.

Gus hatte mit Egil gesprochen und erreicht, dass Joachim für einige Wochen nach Bergstad kommen konnte und mit seinem gärtnerischen Rat Andreas unterstützen durfte. Andreas lernte sehr schnell und entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem Fachmann für Golf-Rasen, „Bunker“, „Pitching-Grün“ und „Fairways“. Abends kam er oft sehr spät erst von der Arbeit und ging manchmal ohne etwas zu essen ins Bett, weil er so erschöpft war. Als er dann eines Abends gar nicht nach Hause kam, machte Bjørn sich Sorgen und fuhr nach Bergstad, um nach dem Rechten zu sehen.

Im Haus brannten nur wenige Lichter und das Arbeitsgerät war ordentlich vor der Scheune abgestellt. Bjørn schaute von außen durchs Küchenfenster. Dort saßen Andreas und Joachim offenbar frisch geduscht und lediglich mit völlig zerschlissenen Turnhosen bekleidet am Küchentisch. Sie saßen dicht bei einander und waren über einen Lageplan gebeugt.

Bjørn überlegte kurz, klopfte dann an der Haustür, wartete einen Augenblick und trat ein.

Andreas erschrak regelrecht, rückte sofort von Joachim ab und wollte aufspringen. Joachim begrüßte Bjørn ganz selbstverständlich und sagte: „Gut, dass Du kommst. Es gibt hier einige Forderungen des Clubs, die wir so nicht umsetzen können. Jedenfalls würde es sehr viel Geld kosten. Ich denke wir bräuchten den Rat eines Fachmanns für Golfplatz-Bau“.

Bjørn wendete sich an Andreas und bat ihn, sich wieder zu setzen. Dann setzte er sich dicht neben ihn und ließ sich die Probleme erklären. Dabei entspannte er sichtlich und rückte auch wieder ganz dicht an Joachim ran, der seinerseits ganz selbstverständlich seine Hand auf Andreas nackten Oberschenkel legte.

„Ich werde mit Tinus reden, vielleicht kennt er einen Fachmann, der kurzfristig kommen kann, damit wir dem Club möglichst bald einen perfekten Platz präsentieren können“.

Beim Rausgehen fragte er Andreas: „Hast Du nicht Lust hier auf Bergstad einzuziehen? Ich berechne Dir nur eine geringe Miete und Du könntest Arilds alte Wohnung nutzen. Das Haus stünde nicht mehr leer und Du könntest morgens etwas länger schlafen. Tante Rita würde sich gern um den Haushalt kümmern“.

Andreas schaute merkwürdigerweise erst Joachim an und dann Bjørn. „Ja also… wenn das ginge. Da wäre ich mit einverstanden“.

„Abgemacht! Dann machen wir es so“.

Als er sich noch einmal kurz umdrehte, sah er, dass Joachim Andreas einen flüchtigen Kuss gab. Er schmunzelte, stieg ins Auto und fuhr nach Bjørnstangen zurück.

Tinus war mit Bjørns Entscheidung einverstanden und versprach sofort mit einem Golf-Platz-Spezialisten Kontakt aufzunehmen.

Zwei Tage später kam er.

Andreas und Joachim reparierten gerade hinter der Scheune einen Minibagger, als ein knallroter Austin Mini in die Hofeinfahrt einbog. Der Auftritt des Garten- und Landschaftsarchitekten Sverre Andersson war filmreif.

Dem kleinen Auto entstieg ein etwa 35jähriger Mann, schwarzhaarig, circa 1,80 m groß mit bunt kariertem, kurzärmligen Sommerhemd, dunkler Designer-Sonnenbrille, dreiviertellanger, ebenfalls groß karierter Shorts und schwarzen Lackschuhen. Er streckte sich, nahm kurz die Sonnenbrille ab, schaute sich um, atmete tief durch und ging, so steif als trüge er ein Korsett, aufs Haupthaus zu.

Joachim, der das Auto gesehen und gehört hatte, rief, ohne von seiner Arbeit aufzuschauen: „Hallo! Hier sind wir… hinter der Scheune“. Als Antwort kam ein kurzer, spitzer Schrei, wie der einer Frau.

„Aaach… immer wieder schön, echte Kerle bei der Arbeit zu sehen“, rief Sverre Andersson schon von weitem mit einer hohen Stimme, die gar nicht zu seinem Typ passte. Als er um die Ecke bog und Andreas und Joachim ihn das erste Mal aus der Nähe sahen, fiel Andreas vor Staunen – oder Überraschung – der Schraubenschlüssel aus der Hand. Er grinste, zog die Augenbrauen hoch und zwinkerte Joachim zu. Der bemühte sich um einen neutralen Gesichtsausdruck und blickte den Besucher freundlich an. Sverre Anderssons Sprache entlarvte ihn sofort als Schweden, was auch Joachim inzwischen nach vielen Jahren in seinem neuen Heimatland mühelos erkannte.

Der Garten- und Landschaftsarchitekt nahm wieder die Brille ab und betrachtete die beiden, etwas verdreckten und nur mit zerrissenen Arbeitshosen bekleideten Männer von oben bis unten und seufzte, als ob er sagen wollte, der Unterschied zwischen uns ist schon sehr groß.

Er reichte ihnen seine Karte und stellte sich gleichzeitig vor.

„Herr van den Berg hat mich angerufen…“. Er machte eine ehrfürchtige Pause. „Es scheint bei Ihnen einige geologische und infrastrukturelle Probleme auf dem Platz zu geben, zu denen ich Ihnen vielleicht einen Rat geben kann“.

„Mit anderen Worten, auf dem Weg von Loch acht zu Loch neun sind Felsen im Weg, die wir nicht so gerne wegsprengen möchten, da wir befürchten, die entstehende Senke wird sich mit Wasser füllen und der Umweg, den die Spieler dann gehen müssten entspräche nicht mehr den internationalen Abstandsregeln“.

„Können Sie mir das mal zeigen? Und… eine topgraphische Karte des Geländes wäre auch nicht schlecht“.

„Ja klar… nur Sie sollten andere Schuhe anziehen. Es ist auf dem Platz zum Teil noch sehr matschig“.

„Ohh… das ist ärgerlich… meine Arbeitsschuhe habe ich vergessen“.

„Sie können Gummistiefel von uns leihen“.

Die drei gingen in die Werkstatt und Andreas machte ihrem Besucher ein Zeichen, sich auf eine Kiste zu setzen und seine Schuhe auszuziehen. Sverre Andersson trug keine Socken und seine Füße waren offensichtlich manikürt.

Andreas reichte ihm ein Paar Gummistiefel und ein Paar nicht mehr ganz frische Wollsocken.

Joachim schaute schmunzelnd zu, wie der allzu gepflegte Landschaftsarchitekt mit spitzen Fingern die Socken nahm, jeweils seine Beine so weit wie möglich ausstreckte, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass er diese Art der Fußbekleidung nicht schätzte.

Joachim fiel auf, dass ihr Besucher auch keine Unterwäsche zu tragen schien. Beim Sitzen zeichnete sich ein wohl geformter Penis deutlich unter dem dünnen, karierten Stoff der Shorts ab.

Andreas war zu scheu, um sich diesen Anblick länger zu gönnen. Er tat lieber so, als habe er in der Werkstatt noch etwas zu tun und riskierte nur ab und zu einen Seitenblick auf ihren Gast. Joachim hingegen hatte keine Hemmungen, ungeniert auf die vor ihm sitzende und ständig in ihrer Position verändernden Shorts zu starren.

„Sie müssen entschuldigen, ich mache wenig Außendienst. Aber da Herr van den Berg ein guter Kunde und fast noch besserer Freund ist, und es sehr dringend gemacht hat, habe ich in Uppsala alles stehen und liegen gelassen und bin gleich gekommen“. Dabei traf sich das erste Mal sein Blick direkt mit dem von Andreas.

„Sie sind kein Norweger, nicht wahr? Sie sprechen zwar ausgezeichnet Norwegisch, aber ich höre das“, bemerkte Sverre Andersson während er sich in die Stiefel zwängte.

„Stimmt, ich komme aus Polen“.

„Das habe ich mir beinahe gedacht. Ich liebe Ihr Land… viel Kultur und nette, fleißige Menschen“.

„Na ja, das kommt darauf an… Ich vermisse davon nichts hier in Norwegen“.

„Tja, Norwegen ist eben das Land der Naturliebhaber und der Naturburschen“.

„Ja, und das ist gut so“.

„Na, dann lassen Sie uns mal schauen, wie wir Ihr ‚Natur‘-Problem lösen können“, grinste der Schwede.

Im Gänsemarsch wanderten die drei über die Hügel des Platzes. Joachim ging hinter Sverre und konnte es nicht lassen immer wieder seinen Blick auf die Shorts zu heften. Der knackige Po zeichnete sich ebenso so deutlich ab wie der Schwanz. Die Bewegungen des Landschaftsarchitekten waren eher ungelenk und Joachim malte sich bereits aus, was er tun würde, wenn Ihr Besucher stürzen sollte. Das geschah allerdings nicht.

Als sie bei den erwähnten Felsen angekommen waren, stellte Sverre Andersson sich auf den höchsten Punkt, schob die eine Hand unter sein Hemd und legte die andere über die Augen. „Wie Napoleon…“, dachte Joachim.

„Hier werden wir wohl einen kleinen aber wichtigen Eingriff in die Natur vornehmen müssen. Dort…“, er zeigte dabei auf ein kleines Tal jenseits der Felsen. „… sollten Sie eine möglichst diskrete Mauer errichten, damit das Wasser von dort nicht bis hierher laufen kann. Das widerspricht etwas den Regeln für naturbelassene Golfplätze, aber wie so oft, man muss das scheinbar Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen“.

Er müsse noch ein paar Messungen machen und wolle dann am nächsten Tag alles aufzeichnen und in die Karten eintragen. Er erkundigte sich noch, ob es in der Nähe ein Hotel gäbe und begann bereits schnurstracks zum Hof zurück zu wandern, als Andreas rief: „Sie können doch bei uns im Club-Haus übernachten. Ich sage Herrn Sigurdsen gleich Bescheid, wenn Sie wollen“.

„Ja danke, das wäre natürlich sehr praktisch“.

„Essen können Sie bei uns. Es gibt aber auch eine Küche im Clubhaus, die Sie benutzen können“.

„Das ist sehr nett, danke! Wir könnten jetzt aber auch Du zu einander sagen, finde ich. Das macht Ihr hier in Norwegen doch sowieso. Ich bin also Sverre“, grinste er.

Joachim und Andreas stellten sich auch noch einmal förmlich vor und gaben ihm beide die Hand. Dabei bemerkte Andreas, dass Sverres Händedruck viel fester war, als er vermutet hatte…und, dass ihm der außergewöhnliche Landschaftsarchitekt sympathisch war.

Der Schwede fing jetzt an über die norwegische Landschaft zu schwärmen und berichtete, dass er früher oft mit seiner Frau zum Angeln und Fotografieren über die Grenze gekommen sei. Er liebe die norwegische Bodenständigkeit und die „robusten“ Menschen.

Joachim und Andreas sahen sich verstohlen an und zwinkerten sich grinsend zu.

„Gibt es denn da Unterschiede zwischen Norwegern und Schweden?“, fragte Andreas.

„Ich denke ja. Norweger leben bewusster und gesünder…und sie tun mehr für ihren Körper“.

„Ich glaube, da gibt es auch große Unterschiede zwischen den Leuten aus den Städten und denen vom Lande“. Andreas zog seine Stirn in Falten und schien nachzudenken.

„Mag sein, Ihr beide seht jedenfalls wie typische Norweger aus, kräftig, durchtrainiert und gesund“, lachte Sverre. „Ich bin ein Stadt-Kind“.

„Ja, das haben wir gesehen. Ein Norweger hätte feste Schuhe für eine Tour durchs Gelände mitgebracht“, lachte Joachim.

Sie waren inzwischen beim Clubhaus angekommen. Sverre holte eine Reisetasche und einen Werkzeugkoffer aus dem Auto und folgte dann den beiden, um sich sein Zimmer zeigen zu lassen.

„Oh, das ist ja sehr luxuriös hier… ein wunderschönes Zimmer. Ist eigentlich Herr van den Berg der Eigentümer des Hofes und des Golfplatzes, oder ist er Euch nur freundschaftlich verbunden?“

„Nein, Eigentümer ist der Pflegesohn von Bjørn Sigurdsen. Bjørn verwaltet den Hof für ihn, bis er volljährig ist. Herr van den Berg besitzt lediglich eine Wohnung hier auf dem Hof und einige Anteile am Golf Club, der seinerseits Pächter von Herrn Sigurdsen ist“.

„Ach so, ich verstehe. Und Ihr beide seid Angestellte von Herrn Sigurdsen?“.

„Ja, ich bin vorläufig der Verwalter hier. Joachim ist eigentlich Gärtner bei Grønnt Hus in Oslo und hilft mir ein paar Wochen bis zum Start der Saison“.

„Ah, dann seid Ihr zurzeit alleine hier auf dem Hof?“

„Ja, wir versuchen alles in Ordnung zu halten und so vorzubereiten, dass die Golfspieler nach dem 17. Mai wieder spielen können. Dann wohnt ein Platzwart hier im Clubhaus und kümmert sich bis zum Herbst um die Gäste. Gottseidank brauche ich nicht auch noch den Haushalt zu versorgen. Die Tante von Herrn Sigurdsen kocht für uns, wäscht die Wäsche und macht sauber“.

„Da bleibt für Dich aber trotzdem noch viel zu tun. Viel Zeit für Privatleben gibt’s da wohl nicht, oder?“

„Privatleben habe ich noch nie richtig gehabt. In Polen musste ich auch Tag und Nacht arbeiten, seit ich denken kann. Die Zeit hier in Norwegen ist für mich trotzdem fast wie Ferien. So viele Freiheiten und vor allem Zeit mit netten Menschen, habe ich noch nie gehabt“.

„Das klingt so, wie ich es in Norwegen erwarten würde, menschlich und sozial“.

Sverre hatte im Windfang die Gummistiefel ausgezogen und lief jetzt barfuß durchs Haus.

„Brauchst Du Hausschuhe? Im Saunabereich findest Du Filzpantoffeln und eventuell auch einen Bademantel. Wir essen in etwa einer Stunde drüben im Haupthaus. Bjørn und sein Partner kommen dann wohl auch“.

„Partner? Herr Sigurdsen ist nicht verheiratet?“.

„Nein, er betreibt Bjørnstangen zusammen mit seinem Freund seit vielen Jahren“.

„Ach, das ist interessant“.

„Ich ziehe mich eben um und komme dann rüber“.

Joachim und Andreas standen noch in der Tür, als ihr Gast bereits seine Hose aufknöpfte und sein Hemd auszog. Da er sich offenbar nicht daran störte, dass die beiden ihm zusahen, zog er seine Shorts runter, legte sie fein säuberlich zusammen und legte sie auf einen Stuhl. Eine normale Unterhose hatte er tatsächlich nicht an. Lediglich eine Art hauchdünner, fast durchsichtiger Lendenschurz bedeckte sein total rasiertes Geschlechtsteil mit silbernem Cockring.

„Dann bis gleich, wir duschen auch eben noch. Du kannst drüben einfach in die Küche gehen“.

Andreas rief noch schnell bei Bjørn an und berichtete ihm von Sverre Anderssons Besuch. Bjørn versprach etwas mehr Essen mitzubringen, damit ihr Gast auch satt würde. Topographische Karten würde er auch raussuchen und in etwa einer Stunde auf Bergstad sein.

Joachim und Andreas waren sich im Laufe der gemeinsamen Arbeitstage näher gekommen, und Andreas hatte das erste Mal in seinem Leben einen Mann gefunden, dessen Nähe er genoss und für dessen Berührungen er sich nicht schämte.

Seine Eltern hatten ihn oft geschlagen und der örtliche Gemeindepfarrer hatte ihn mehrfach mit Gewalt missbraucht. Seine Schulkameraden hatten sich oft mit ihm geprügelt, hatten ihm darüber hinaus noch seine Armbanduhr gestohlen und das wenige Geld, das er bei sich trug. Er floh mehr oder weniger bei Nacht und Nebel sowohl vor der Familie als auch den sogenannten Freunden.

Er war eher zufällig in Norwegen gelandet, weil er per Anhalter mit dem erst besten LKW-Fahrer mitgefahren war, und es ihm egal war wohin. Der Fahrer versteckte ihn in der Koje der Fahrerkabine und sorgte auf unerklärliche Weise für ein Fährticket für ihn.

Die norwegische Fremdenpolizei gab ihm erst ein vorläufiges Flüchtlingsvisum und ein Jahr später bereits eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis. Er durfte in Ås studieren und wurde von Jahr zu Jahr etwas entspannter. Frauen waren ihm gleichgültig. Männer jeden Alters hatten zwar eine große Anziehungskraft auf ihn, nur seine schlechten Erfahrungen hinderten ihn intime Kontakte aufzunehmen. Joachims ausgeglichene und ruhige Art hatten ihn das erste Mal in seinem Leben dazu gebracht, einen Mann selbst anzufassen, ihn sogar zu küssen, aber, obwohl er den Eindruck hatte, seine Hormone spielten jedes Mal total verrückt, wenn Joachim ihn anlächelte oder dicht in seiner Nähe war, konnte er sich nicht überwinden, ihn seinen Schwanz anfassen zu lassen.

Joachim hatte Andreas‘ Problem nach und nach erkannt und übte keinerlei Druck auf seinen polnischen Kollegen aus. Sie hatten beide vor ein paar Tagen gemeinsam in der Dusche gewichst, Andreas hatte genussvoll den Intimreinigungs-Duschkopf ausprobiert und konnte gar nicht genug davon bekommen. Anfassen durfte Joachim ihn allerdings nicht.

Er mochte Ruben und Magne sehr und fühlte sich wohl, wenn er bei ihnen zum Essen war oder abends mit ihnen gemeinsam Fernsehen schaute. Er hatte sogar einmal zusammen mit ihnen und Bjørn und Roberto in der Sauna geschwitzt, hatte die ganze Zeit über einen Dauerständer, wollte es nicht zeigen und hatte regelrecht Angst, zum Sex genötigt zu werden.

Der merkwürdige schwedische Landschaftsarchitekt hatte es ihm vom ersten Moment an angetan. Er war fasziniert von der Andersartigkeit und der femininen, weichen Seite dieses außergewöhnlichen Mannes. Als er ihn eben quasi nackt gesehen hatte, war es endgültig um ihn geschehen. Herzrasen wechselte sich mit Nervosität ab. Er machte plötzlich sinnlose Dinge, die er ein paar Minuten vorher noch nicht gemacht hätte. Er schenkte sich ein Glas Wasser ein und kippte es gleich darauf wieder in den Ausguss. Im Bad begann er sich zu rasieren, brach ab, lief nackt zum Fenster am anderen Ende des Flures und schaute, ob er Sverre drüben im Clubhaus sehen konnte. Er sah nichts, ging zurück, seifte sich noch einmal ein, rasierte sich sehr gewissenhaft, kämmte immer wieder seine Haare und schlug mehr Rasierwasser ins Gesicht als notwendig gewesen wäre.

Joachim ahnte, dass die Begegnung mit Sverre für Andreas etwas Besonderes war und sprach ihn darauf an: „ Magst Du den Typen?“

Andreas zögerte. „Ja, ich finde ihn nett… er ist irgendwie… nicht so rau“.

„Wer ist nicht so rau?“. Roberto und Bjørn standen in der Küchentür und hatten einige Töpfe mit Essen mitgebracht.

„Unser schwedischer Landschaftsgärtner…“.

„Sag nicht, der ist auch schwul…“, feixte Bjørn.

„Er behauptet zwar, er habe eine Frau, aber Männer sind ihm nicht gleichgültig… da bin ich sicher“, erwiderte Joachim.

„Na ja, als Freund von Tinus war das ja fast zu erwarten“, lachte Roberto.

Andreas schienen diese Bemerkungen unangenehm zu sein. „Warum lästert Ihr über Sverre? Ihr seid doch selbst schwul. Er ist vielleicht etwas anders aber sehr nett“.

„Wir lästern gar nicht. Wie sollten wir auch; wir kennen ihn ja gar nicht“.

Roberto begann das Essen aufzuwärmen und Bjørn deckte den Tisch. Andreas ging nervös auf und ab und schlug vor: „Ich kann ja mal rübergehen und Bescheid sagen, dass das Essen fertig ist“.

„Ja, mach das. Ich bin soweit“, sagte Roberto.

Andreas lief über den Hofplatz und riss förmlich die Tür vom Clubhaus auf. Dort stand Sverre im Clubraum und schaute sich Pokale und Bilder an den Wänden an.

„Das Essen ist fertig…“, rief Andreas atemlos. Sverre drehte sich um und lächelte ihn an. „Na na, so eilig kann es doch nicht sein… Du riechst gut. Was ist das für ein Rasierwasser?“. Sverre kam direkt auf ihn zu und wollte an Andreas Hals riechen. Der wich erst zurück, blieb dann aber stehen, wurde knallrot und kniff die Augen zu.

Sverre wurde unsicher, ob er etwas Falsches gesagt hatte. Dann wurde ihm klar, dass Andreas emotional aufgewühlt war und nicht wusste, wie er sich verhalten sollte. „Magst Du mich anschauen? Sverre näherte sein Gesicht dem von Andreas und legte ihm eine Hand auf die Schulter.

Andreas öffnete zwar die Augen, aber zitterte wie Espenlaub. Er schlotterte wie im Fieber, wich aber weder vor der Berührung noch vor der Nähe dieses Mannes zurück.

„Gott Junge, was ist mit Dir? Komm, setz Dich mal hin“.

„Ich weiß nicht… Ich glaube mir ist alles ein bisschen zu viel geworden“.

Sverre strich ihm liebevoll über den Kopf und probierte seinen Blick festzuhalten. „ Tut Dir etwas weh?“

„Nicht so richtig… mir geht nur so viel durch den Kopf. Eigentlich bin ich ein Schwächling…“.

„Wieso das denn? Du bist doch bärenstark, das habe ich vorhin gesehen“.

„Mag sein, aber ich kann einfach nicht sagen, was in meinem Kopf vorgeht. Es ist alles so wirr…“.

„So, das Essen kann warten… jetzt beruhige Dich erstmal. Ich habe alle Zeit der Welt, wenn Du mir sagen möchtest, woran Du gerade denkst“.

„Das kann ich nicht. Das konnte ich noch nie… und… wenn ich es mal gemacht habe, hat mein Vater mich geschlagen und mir nicht geglaubt“.

„Ok, ich bin zwar ein paar Jahre älter als Du, aber nicht Dein Vater und geschlagen habe ich noch nie einen Menschen“.

Andreas schaute Sverre erstaunt an: „Wirklich? Noch nie?“ – „Noch nie“. Andreas schwieg und wirkte, als ob sich etwas bestätigte, was er erwartet hatte. Er tastete vorsichtig nach der Hand auf seiner Schulter. Sverre ging darauf ein und begann mit Andreas‘ Fingern zu spielen.

„Magst Du das?“ – „ Ja, sehr…“, flüsterte Andreas.

Sverre streichelte jetzt auch Handrücken und Hals. Dann strich er wieder übers Haar und kniff schließlich übermütig in Andreas Ohrläppchen.

„Komm, wir gehen jetzt etwas essen und nachher setzen wir zwei uns irgendwo ganz allein hin und unterhalten uns… einverstanden?“. – „Oh ja, gern!“

Bjørn und Roberto begrüßten ihren neuen Gast herzlich und fragten sofort nach den Details seines Vorschlages zur Geländegestaltung. Da sie beide nur wenig Zeit hatten, bekräftigten sie beide, dass Andreas für alle weiteren Entscheidungen freie Hand habe. Sie einigten sich mit Sverre auf einen groben Kostenrahmen und vereinbarten, telefonisch in Kontakt zu bleiben.

Kaum eine Stunde später saßen Sverre und Andreas allein auf der Terrasse des Clubhauses, schauten sich immer wieder an, lächelten und schwiegen. Sverre hatte seine Sonnenbrille abgelegt und blinzelte in die Abendsonne, während er sich wohlig streckte und den einen oder anderen Seufzer von sich gab. Andreas war immer noch etwas verkrampft und verfolgte angespannt jede von Sverres Bewegungen.

Sie hatten mehrere Minuten lang so gesessen, als Sverre das Schweigen brach: „Es ist wunderschön hier… Du hast wirklich einen traumhaften Arbeitsplatz“.

„Ich habe als Kind manchmal davon geträumt, dass ich allein auf einer Bank im Wald saß und mit den Tieren über das sprach, worüber ich mit den Erwachsenen nicht sprechen konnte…und immer tauchte in meinen Träumen eine Landschaft wie diese auf… Fast jeder der Träume endete damit, dass es plötzlich dunkel wurde, alle Tiere verschwunden waren und ich vor Schmerzen schrie, weil ich auf der Bank angekettet war und nicht mehr weg kam“.

„Ich habe heute noch Alpträume, in denen ich von hässlichen Frauen durch dunkle Tunnel gehetzt werde, vor mir den Ausgang und die Sonne sehe, aber nie rauskomme“.

„Ich wollte früher meine Träume immer jemandem erzählen. Meine Mutter hat mich ausgelacht und meinte, ich hätte zu viel Phantasie. Mein Vater hat mir eine runtergehauen und gesagt, ich solle nicht so ‚dumme‘ Geschichten erzählen, und unser Priester hat mir einen schrecklichen Tee zu trinken gegeben, mich auf sein Sofa gelegt und an mir rumgefummelt. Dann habe ich wieder furchtbar geträumt, bin nackt aufgewacht, konnte mich an nichts erinnern und fühlte mich immer dreckig und klebrig. Der Pfarrer hat mir eingeredet, ich müsse diese Behandlung nur oft genug wiederholen, dann wäre ich eines Tages die Alpträume los. Erst seit dem ich hier in Norwegen bin, träume ich nicht mehr so schlecht“.

Es wurde allmählich kühl und die Sonne ging ganz sachte hinter den Hügeln des Golfplatzes unter.

Sverre rückte etwas näher an Andreas heran, sodass sich ihre Knie berührten. „Mir wird kalt. Wollen wir uns eine Decke holen?“ – „Ja warte, ich hole uns eine“.

Andreas sprang auf, lief in die erste Etage des Clubhauses und kam zwei Minuten später mit einer großen Wolldecke wieder. Jetzt beugte er sich dicht über Sverre, legte ihm das eine Ende der Decke über und schlüpfte dann elegant unter das andere. Als Dank legte ihm Sverre seine Hand auf den Oberschenkel und ließ sie dort liegen. Andreas zuckte kurz, als ob ihm ein Schmerz durch die Glieder gefahren sei, machte aber keine Anstalten, von Sverre abzurücken.

Als Sverre ihn dann fragte, ob es ihm unangenehm sei, wenn er für einen Augenblick den Kopf an seine Schulter legen würde, schaute ihn Andreas für eine Sekunde erschrocken an, fing sich dann und lächelte: „Gern… es ist so schön, mit Dir hier zu sitzen“.

Andreas entspannte mehr und mehr. Schließlich näherten sich seine Finger der fremden Hand auf seinem Schenkel. Er befühlte gleichsam jede einzelne Fingerkuppe. Hin und wieder warf er einen scheuen Seitenblick auf seinen schwedischen Gast, so als erwarte er eine heftige Reaktion. Doch es geschah nichts. Sverres Kopf drückte lediglich noch etwas fester gegen seine Schulter.

So saßen die beiden fast eine halbe Stunde, ohne ein Wort mit einander zu wechseln und zogen nur hin und wieder die Decke etwas fester um sich.

Plötzlich fragte Andreas: „Bist Du verheiratet?“ – „Nicht mehr, meine Frau hat mich vor einem Jahr verlassen. Wir hatten geheiratet, weil es beruflich für uns nützlich war und wir uns bereits seit Kindertagen kannten. Sie war und ist ein guter Freund, aber eben nicht mehr“.

„Ach so…“.

„Wieso ‚ach so‘?“

„Na ja, irgendwie bist Du nicht der typische Ehemann…“.

Sverre lachte laut und erwiderte: „ Findest Du mich zu individualistisch? Ok, ich liebe es bunt und vielfältig… aber ich halte, was ich verspreche. Ich hatte meiner Frau versprochen treu zu sein und das war ich…“.

„Habt Ihr… ich meine…also… wart Ihr zusammen im Bett?“

„Wir haben ein einziges Mal versucht, Sex mit einander zu haben… das funktionierte nicht… daraufhin haben wir es nie wieder versucht“.

„Ich hab’s noch nie versucht…“.

„Wie? Noch nie? Weder mit einem Mann noch mit einer Frau?“

„Nicht richtig… Männer haben Sex mit mir gehabt… aber ich nicht mit ihnen… wenn Du verstehst, was ich meine“.

„Ich glaube schon... Möchtest Du denn gerne?“

„Ich weiß nicht. Ich glaube, ich wüsste gar nicht, wie das geht und würde wahrscheinlich alles falsch machen… Es gibt auch niemanden, dem ich vertrauen würde. Frauen mag ich einfach nicht und Männern traue ich nicht. Sie versprechen viel und halten wenig“.

„Falsch machen kann man doch beim Sex gar nichts… Ich finde, man sollte immer seinem Gefühl folgen. Hat Dir schon mal jemand gesagt, dass er Dich mag?“.

„Ja, schon öfter… Wenn ich dann nicht gleich gesagt habe, dass ich die Betreffenden auch mag, sind sie entweder wütend geworden oder einfach abgehauen“.

„Ich haue nicht ab und wütend werde ich schon gar nicht“. Sverre drückte jetzt Andreas Hand ganz fest und flüsterte, während er weiter in den Sonnenuntergang blinzelte: „Ich mag Dich wirklich… aber keine Angst… ich erwarte nichts“.

Andreas drehte sich ruckartig zu ihm um und suchte Blickkontakt. „Hast Du das eben ernst gemeint?“

„Ja klar! Ich sage nichts, was ich nicht meine. Ich finde Dich sehr lieb… und würde gern noch viel mehr von Dir wissen. Leider bin ich spätestens übermorgen wieder in Uppsala und Du bleibst hier… und dann glaubst Du wahrscheinlich, ich sei abgehauen… Das macht mich richtig traurig“.

Plötzlich sah Andreas aus, als breche eine Welt für ihn zusammen. Ihm schossen die Tränen in die Augen und er schien wirklich verzweifelt. Immer wieder schüttelte er mit dem Kopf, schwieg und klammerte sich förmlich an Sverres Hand fest.

Sverre folgte einem Impuls, schlug die Decke beiseite und setzte sich spontan auf Andreas Schoß. Der wurde bleich und schien sich instinktiv wehren zu wollen. Sverre ließ das nicht zu, sondern drückte ihn mit seinem ganzen Körper kräftig gegen die Bank, strich ihm mit der freien Hand liebevoll über den Kopf, wischte die Tränen weg und streichelte ihm immer wieder die Schläfen.

Die Tränen flossen jetzt ungehemmt und Andreas schluchzte: „Du lässt mich doch auch wieder allein… so ist es immer…“.

„Nein, nein und nochmal nein… wenn Du es nicht willst, lasse ich Dich nicht allein. Ich kann immer ganz schnell wiederkommen“.

„Das sagst Du jetzt… und kaum bist Du wieder in Schweden, gibt es ganz viele Gründe, warum Du gerade keine Zeit hast… und dann vergessen wir uns wieder“.

Sverre lächelte, kniff die Augen zusammen und dachte einen Augenblick nach. „Gut, ich bleibe solange, bis Du mir glaubst, dass ich Dich sehr, sehr mag und Du mir vertraust. Einverstanden?“

„Das würdest Du tun?“. Andreas beruhigte sich etwas und näherte sein verheultes Gesicht dem seines neuen schwedischen Freundes und öffnete seine Lippen, so als ob er noch etwas hinzufügen wollte.

„Ja, das werde ich tun. Jetzt weine bitte nicht mehr. Ich ertrage nicht, wenn Du traurig bist. Ich fühle mich so hilflos… und… ich eigne mich nicht, einen weinenden Mann zu trösten. Ich möchte Dich glücklich machen… ich möchte, dass Du lachst… ich möchte Dich küssen“.

Scheu, fast ängstlich näherten sich Andreas Lippen denen von Sverre. Als sie sich berührten, schloss Andreas ganz fest seine Augen und ließ seine Zunge ganz langsam in Sverres Mund gleiten.

Andreas ließ Sverres Hand nicht los, sondern krallte sich so fest, dass Sverre am liebsten geschrien hätte. Erst als seine Zunge zärtlich immer wieder Andreas Gaumen ausforschte und er mit seiner freien Hand ganz zart Hals und Brust streichelte, ließ der Druck und die Anspannung langsam nach.

Später stellte er fest, dass Andreas Fingernägel tiefe, blutige Kratzer hinterlassen hatten.

Sverre spürte Andreas harten Schwanz gegen seinen Po drücken. Andreas konnte diese Erregung nicht einordnen und wusste überhaupt nicht, wie er damit umgehen sollte. Er empfand die zärtlichen Berührungen und das ungewohnte Gefühl einer fremden Zunge in seinem Mund als etwas völlig Neues und war wie betäubt. Er merkte, dass er kaum ein Wort herausbringen konnte und wollte sich auch nicht mehr wehren. Selbst als Sverre seine Hand wie beiläufig über die beachtliche Beule in der dünnen Arbeitshose gleiten ließ, war er zu keinerlei Reaktion fähig. Viele Wochen später erzählte Andreas, dass er noch nie in seinem Leben so verwirrt im Kopf gewesen sei und behauptete, er habe sich innerhalb dieser wenigen Stunden auf der Bank hinterm Clubhaus mehr und schneller verändert als in seinem gesamten bisherigen Leben.

„Geht es Dir gut?“. Sverre sah Andreas fest in die Augen.

„Oh ja, sehr!“

„Lass uns reingehen. Mir wird’s zu kalt“. – „Ja, mir auch… aber Du machst doch noch ein bisschen weiter, oder?“ – „WIR machen noch ein bisschen weiter… aber nur so lange, bis Du Stopp sagst, ok?“.

„Ich will nicht Stopp sagen… es ist so schön mit Dir“.

Sverre legte die Decke um Andreas Schulter und folgte ihm ins Haus. Sie standen etwas unschlüssig im Clubraum. „Wollen wir Fernsehgucken?“. Andreas war schon dabei nach einem Sender zu suchen.

„Ich habe eigentlich keine Lust auf Fernsehen. Ich würde mich gern ein bisschen hinlegen. Dabei können wir uns doch auch unterhalten. Aber natürlich können wir auch Fernsehgucken…“.

Andreas überlegte: „Du hast recht… oben ist es viel gemütlicher als hier unten zwischen den ganzen Pokalen“. Dabei lächelte er entspannt.

Sverre öffnete die Tür zu seinem Zimmer und ließ Andreas vorgehen. „Ich möchte eben eine heiße Dusche nehmen und einen warmen Bademantel anziehen. Mir ist richtig kalt. Mach’s Dir schon mal gemütlich. Getränke stehen ja auf dem Tisch“.

Andreas verfolgte jede von Sverres Bewegungen und saß auf der Bettkante, als ob er sofort wieder gehen wollte. „Wenn Dir auch kalt ist, nimm doch den zweiten Bademantel und mach die Heizung an. Ich bin gleich wieder da“.

Sverre legte seine Sachen ordentlich auf einen Stuhl und ging nur mit seinem merkwürdigen Lendenschurz bekleidet ins Bad. Andreas knöpfte ganz langsam sein Hemd auf, zog seine Arbeitshose aus, betrachtete nachdenklich seine nicht mehr ganz saubere Unterhose, zog auch die aus und den auf dem Bett liegenden Bademantel an. Sein langer schöner Schwanz war schlapp und feucht. Er legte sich aufs Bett, verschränkte die Arme hinterm Kopf, ließ den Bademantel offen und starrte zur Decke. In seinem Kopf war immer noch große Unordnung. Mal gingen seine Gedanken zurück zu seinem Vater und seinem Pfarrer, dann dachte er an Magne, Ruben, Roberto und Bjørn, wie freundlich und liebevoll sie mit ihm und mit einander umgingen. Er dachte an Joachim, der so ruhig und abgeklärt war und von dem nie ein böses Wort kam, und dann sah er wieder das unendlich liebe Gesicht von Sverre vor sich, spürte seine Finger auf seinem Körper und seine Zunge in seinem Mund. Er merkte, wie sein Schwanz sich mit Blut füllte. Manchmal wenn er abends allein im Bett lag, nahm er in einem solchen Moment seinen harten Kolben in die Hand und wichste so lange, bis die weiße Sahne rausschoss. Dann konnte er gut schlafen und war irgendwie ganz zufrieden. Jetzt wollte er einfach nur so liegen und davon träumen, nur ein ganz klein bisschen so sein zu können, wie die Menschen, die er das Glück hatte, in so kurzer Zeit hier in Norwegen kennengelernt haben zu dürfen.

Er war für ein paar Sekunden eingenickt und hatte nicht gemerkt, dass Sverre aus dem Bad gekommen war. Der roch nach Shampoo und gutem Rasierwasser. Seine Finger streichelten ganz zart über Andreas Halbglatze und wanderten an seinem Hals entlang auf seine Brust. Er öffnete seine Augen und sah genau in das lächelnde Gesicht, an das er ein paar Minuten vorher gedacht hatte.

„Du riechst gut“.

„Möchtest Du mein Rasierwasser ausprobieren? Ich habe auch noch Eau de Toilette, wenn Du möchtest“.

„Oh ja, wenn ich darf… Dann gehe ich auch schnell unter die Dusche und komme gleich wieder. Aber bleib bitte hier!“.

„Na klar, wo soll ich denn hin?“. Sverre grinste, löste den Gürtel seines Bademantels und schmiss sich aufs Bett. Sein Schwanz stand gerade und senkrecht und leuchtete wie ein Leuchtturm im weißen Meer. Andreas sah das zwar, reagierte aber nicht darauf, sondern schloss die Badezimmertür hinter sich und drehte sofort die Dusche an.

Als er kurz darauf wieder vorm Bett stand, bemerkte Sverre das erste Mal den makellosen, durchtrainierten Körperbau und die – für einen Architekten so bedeutungsvollen – Proportionen des goldenen Schnitts. Er war sich klar darüber, dass ihn auch Andreas‘ Jugendlichkeit in Verbindung mit seiner Scheu und seiner Unerfahrenheit faszinierte. Andererseits war Andreas ein Arbeiter, der wesentlich stärker war als er und auch an praktischer Begabung vermutlich haushoch überlegen war.

Sverre genoss das Vertrauen, das ihm dieser Mann entgegenbrachte. Gleichzeitig erregte ihn der Gedanke, dass Andreas mit seinen nun schon 23 Jahren offenbar noch nie mit einem Mann geschlafen hatte. Er mochte die Ausstrahlung dieses Mannes, seine Stärke genauso wie seine fast kindliche Weichheit. Die Begegnung mit Andreas war dabei, sein bisheriges Leben total auf den Kopf zu stellen. Kurz schoss im die Frage durch den Kopf, ob er das wollte. Ja, er wollte.

Andreas Gedanken waren viel mehr von für ihn unerklärlichen Gefühlen geprägt. Einerseits gab ihm Sverres Alter eine ungeheure Sicherheit, andererseits machte ihm Angst, Sverre könnte ihn mit seiner größeren Erfahrung überfahren und ihm keine Luft zum Atmen lassen. Die Art der Zärtlichkeit und liebevolle Berührung hatte er noch nie erlebt. Daher war Sverre für ihn eine Art Heiliger. Er gestand sich ein, dass er ihn verehrte. Vor allem aber, wollte er diesen Körper spüren, weil er sich vorstellte, dass er ihm dann ganz allein gehörte. Das erste Mal in seinem Leben könnte er etwas Wertvolles besitzen, das kein anderer besaß. Angst machte ihm, was er über Sex unter Männern gehört hatte. Was sollte er machen, wenn Sverre seinen Schwanz in seinen Po stecken wollte. Er hatte mal versucht, sich Finger in den Arsch zu stecken. Das tat so weh, dass er es nie wieder versucht hatte. Nein, er wollte keine Angst haben. Er wollte sich endlich mal völlig fallen lassen und einfach nur einem Mann vertrauen. Er wollte… Ach, was wollte er eigentlich?

„Was soll ich jetzt machen?“. Andreas stellte diese Frage laut, aber eigentlich mehr sich selbst als dem neben ihm liegenden neuen Freund.

„Nichts“. Sverre lächelte und legte seine Hand auf Andreas Kopf, kraulte ihm den verbliebenen Haarkranz und ließ die Fingerkuppe seines Zeigefingers durch seine Ohrmuschel gleiten.

„Du hast noch Seife im Ohr“, flüsterte er und drehte sich zur Seite, um Andreas direkt ins Gesicht sehen zu können. „Schau doch mal, ob ich vielleicht auch vergessen habe, meine Ohren abzutrocknen“.

Jetzt schmunzelte Andreas und erwiderte: „Das hätte ich sofort gesehen, aber wenn Du willst, schaue ich noch einmal ganz genau nach“. Er näherte sich ganz dicht Sverres Ohren, kniff ein Auge zu und schaute erst in das eine und dann in das andere. Dann zog er mit Daumen und Zeigefinger jeweils leicht am Ohrläppchen und sah noch einmal genauer hin.

„Deine Ohren sind so schön glatt. Da sind überhaupt keine Haare. Darf ich Dir einen Kuss geben?“

„Aber ja, frag nicht, mach einfach, was Dir Spaß macht…“.

Andreas spitzte seine Lippen und drückte sie ganz vorsichtig auf Sverres Ohrläppchen. Sverre grunzte zufrieden. „Mehr! Mein Schatz, sei nicht so vorsichtig mit mir. Ich kann einiges vertragen… darf ich Dir zeigen, wie ich es gern habe?“.

„Ja bitte!“ Andreas hielt Sverre sein linkes Ohr hin. Der knabberte erst ein wenig am Ohrläppchen und nahm dann das ganze Ohr in den Mund. Seine Zunge erforschte behutsam jede Windung in der Ohrmuschel. „Ooohhh, ist das schön“. Andreas schloss genießerisch die Augen.

„Wenn ich darf, zeige ich Dir noch was Schönes“. Die Antwort wartete er allerdings nicht ab, sondern ließ seine Zunge am Hals abwärts gleiten. Dabei fielen ihm die gut durchbluteten, kräftigen, dunkelroten bis lilafarbenen Adern auf, die sich deutlich bis zur Schulter hinab zogen. Dann umkreiste seine Zungenspitze die mindestens ebenso markanten und kräftigen Nippel. Mal saugte er sich an ihnen fest und mal stimulierte seine Zungenspitze lediglich die Brustwarze so, dass sie hart wurde.

Andreas atmete tief ein und seufzte beim Ausatmen. Sein Körper verkrampfte wieder leicht, aber sein Gesichtsausdruck war glücklich.

Als Sverres Zunge allerdings über die Bauchdecke bis zum Schamhaaransatz wanderte, erstarrte er und alle seine Muskeln wurden bretthart. „Oh Gott, bitte nicht! Das kann ich nicht“.

„Was kannst Du nicht?“

„Wenn ich das bei Dir auch machen soll… das schaffe ich nicht“.

„Wer sagt denn, dass Du das auch machen sollst? Entspann Dich einfach und denke über gar nichts nach“.

Tatsächlich wich die Spannung aus Andreas Körper wieder etwas, er stöhnte leise und schloss erneut die Augen.

Sverres Zunge glitt hinauf zum Bauchnabel, um gleich darauf den Penis am Schaft zu umkreisen. Andreas Glied war steif kaum länger als im schlappen Zustand. Es war aber fast ebenso markant strukturiert wie sein ganzer Körper. Die glatte glänzende Eichel war mindestens so ebenmäßig geformt wie die Muskeln seines Brustkastens, auch hier der ‚goldene Schnitt‘. Die Adern traten so deutlich hervor, als ob sie die edle Schönheit des Schwanzes noch unterstreichen wollten.

Als Sverres Zunge die inzwischen schon feuchte Eichel umschloss, gab Andreas eine Art Piepser von sich und verkrampfte erneut. Er wollte offenbar Sverre wegstoßen, überlegte es sich dann aber und ließ alles mit scheinbar schmerzverzerrtem Gesicht über sich ergehen. Bis Sverre sich Andreas Beine auf die Schulter legte und seine Zunge weiter durch die behaarte Poritze zur Rosette gleiten ließ.

Mit einem kräftigen Stoß stieß Andreas Sverre von sich und schien fast wieder so verzweifelt wie draußen auf der Bank. „Es geht nicht… es geht einfach nicht…“. Gleich darauf streckte er seine Arme nach Sverre aus und drückte ihn wieder fest an sich. Die beiden nackten Körper lagen auf einander und die beiden prallen und eisenharten Schwänze rieben sich an einander.

Trotzdem war Andreas nicht glücklich. „Ich weiß, dass ich gestört bin… ich brauche viel Zeit… vielleicht wird das mit uns beiden doch nicht klappen. Du bist selbstbewusst und stark; ich bin ein Schlappschwanz“.

„Bist Du nicht! Du bist stark und Du bist lieb. Du kannst mir nur noch nicht vertrauen. Das verstehe ich. Aber warum vertraust Du nicht Deinen Gefühlen. Es passiert doch nichts. Ich werde Dir niemals wehtun. Du fühlst Dich wohl in meiner Gegenwart. Du magst meinen Körper. Warum magst Du Dich selbst so wenig? Denk nicht mehr an Deinen Vater. Du bist ein fantastischer Kerl, hübsch und klug. Du kannst so viel. Jetzt musst Du nur Dir selbst vertrauen und nur das machen, was Du willst. Ich bin vielleicht zu weit gegangen. Dafür kannst Du jetzt mit mir machen, was Du möchtest. Ich werde alles ertragen, weil Ich Dich sehr mag und möchte, dass Du weder Angst vor mir noch vor Deinen Gefühlen hast. Oder wir schlafen jetzt und reden morgen weiter“.

„Du bist gar nicht böse?“ – „Warum sollte ich?“

Ganz leise, fast unhörbar, flüsterte Andreas: „Weil ich nicht brav war“.

Sverre wurde allmählich klar, dass Andreas‘ psychischen Probleme sehr tief lagen und nicht einfach mit ein bisschen Reden zu beheben waren. Er wollte an diesem Abend einen letzten Versuch starten.

„Wenn ich etwas falsch gemacht habe, hau mir eine runter oder brüll mich an. Tu das, was Dir jetzt gerade in den Kopf kommt. Ich verspreche Dir, ich werde Dir nichts übel nehmen und Dich hinterher noch genau so lieb haben wie vorher“.

Andreas schwieg. Sie lagen immer noch auf einander und beide Schwänze waren etwas feucht aber schlapp.

Auf einmal nahm Andreas seine beiden Hände, legte sie auf Sverres Schulter und schüttelte ihn heftig und schrie fast dabei: „ Du bist ein Arschloch… warum hast Du so viel Verständnis für mich? Was willst Du von mir? Piss mich an, spritz Deine Sahne auf mich, schlag mich…und dann verschwinde. Ich ertrage das alles nicht mehr. An mich und das, was ich will hat doch noch nie jemand gedacht… jeder will was von mir… alles andere ist nicht ehrlich“. Er begann hemmungslos zu weinen, total verzweifelt und jetzt wieder apathisch, fast wie gelähmt. Er sackte quasi in sich zusammen und legte seinen Kopf auf Sverres Brust. Die Tränen tropften in Sverres Brusthaare und rannen über die Nippel ins Bett.

Sverre streichelte versonnen die vor ihm liegende Halbglatze und den trotz allem jugendlichen Haaransatz. Dann leckte er vorsichtig die Tränen ab und bemerkte, dass der Schwanz seines verzweifelten Freundes sich schon wieder mit Blut füllte.

„Bist Du immer noch nicht böse auf mich?“, schluchzte Andreas. „Ich glaube, ich habe Dich doch ganz doll lieb… Versprichst Du mir, mich nicht auszulachen?“.

„Versprochen! Mein süßer Schatz“.

„Das hat noch nie jemand zu mir gesagt“.

„Dann wurde es höchste Zeit“.

Andreas rieb seinen Kopf an Sverres wenigen Brusthaaren und saugte sich dann wie ein Baby an einem seiner Nippel fest.

Sverre genoss den leichten Schmerz durch Andreas‘ heftiges Saugen. Er stöhnte und flüsterte Andreas ins Ohr: „Mehr mein Schatz! Saug nur solange Du möchtest“. Als seine Brustwarze bereits dick, rot und leicht entzündet war, gleitete Andreas Zunge etwas ungelenk zum Bauchnabel hinab. Dabei grunzte er zufrieden und schien sich langsam in eine Art Extase zu lecken. Er umging allerdings sorgsam den nun wieder harten und durch den Cockring ganz besonders strammen Schwanz. Seine Zunge wanderte über den Oberschenkel zur Wade und zurück. Hin und wieder blickte er auf oder bewunderte den silbernen Ring um den Schaft des glatten und unbeschnittenen Schwanzes. Schließlich berührte er ihn ganz vorsichtig mit seinen Fingerspitzen, so als ob er ihn abtasten wollte. Dann spürte Sverre die Finger in seiner Poritze. Auch hier eher ein Abtasten als ein Streicheln. Der trockene Zeigefinger bohrte sich sogar etwas in sein Loch. Dabei verzog Sverre etwas das Gesicht.

„Tut das weh?“, fragte Andreas flüsternd. „Ja, ein bisschen…“.

Sverre verrieb etwas Spucke in seinem Po. „So geht es besser“, lächelte er.

„Oh, Entschuldigung…“, Andreas zog sofort seinen Finger zurück.

„Nein, mach weiter! Erst den einen Finger, dann zwei und dann Deinen Schwanz… Ich möchte ihn spüren… ganz lange… nimm nicht so viel Rücksicht“.

Andreas tränenverschmiertes Gesicht sah ihn zweifelnd an: „Soll ich wirklich?“

„Schatz, frag nicht so viel… mach einfach, was Dir Spaß macht. Ich halte das schon aus“.

Sverre zweifelte selbst etwas an dem, was er sagte, weil er wusste, dass ihm jeder Schwanz in seinem Loch höllisch weh tat und er es eigentlich nur mit viel Gleitcreme ertragen konnte. Aber er wollte, jetzt, dass dieser scheue und unerfahrene Mann endlich seine Ängste überwand und genießen konnte. Dazu legte er seine Beine auf Andreas Schulter, zog ihn etwas zu sich ran, nahm seinen harten, stark geäderten Kolben, führte in selbst zu seinem Loch und drückte ihn hinein. Die Schmerzen waren zwar fast unerträglich, aber er ließ sich nichts anmerken, sondern keuchte nur: „Los! Stoß zu! So kräftig, wie Du kannst“.

Andreas schaute gebannt auf den steifen, hellen und glatten Schwanz mit dem silbernen Ring. Er wirkte wie aus Marzipan auf der penibel glatt rasierten Haut. Dann plötzlich war das Eis endgültig gebrochen. Er strahlte, stieß immer wieder mit seiner ganzen Kraft zu und bedeckte gleichzeitig Sverres Gesicht mit wilden Küssen, biss sich schließlich an seinem Hals fest und fand immer mehr zu einem Rhythmus, mit dem er im Sekundentakt Sverres Prostata stimulierte.

„Jetzt, jetzt… ich spritze…“.

Der Schmerz hatte nachgelassen und Sverre begann gerade die neue Wildheit seines Freundes zu genießen, als er merkte, dass sich sein Darm mit warmem Sperma füllte. Immer wieder pulsierte der harte Kolben in ihm, aber Andreas hörte nicht auf zu stoßen. Sverre hörte bei jeder Bewegung des Schwanzes das schmatzende Geräusch, das durch das zurückfließende Sperma und die Auf-und-Abbewegungen entstand. Das glückliche und befreit wirkende Gesicht, das ihn ansah, entschädigte für alles. Er nahm Andreas Kopf in beide Hände und küsste ihn mit einer Hingabe, wie er nie zuvor einen Menschen geküsst hatte. Dann nahm er seinen eigenen Schwanz in die Hand, wichste ihn nur wenige Sekunden und schoss seine Ladung auf Andreas Brust.

Immer noch selig lächelnd tauchte Andreas seine Fingerspitzen in die weiße, etwas klebrige Flüssigkeit, schien erst daran zu riechen und schmeckte sie dann mit seiner Zungenspitze. „Oh, schmeckt das gut…“.

Sein Schwanz war immer noch steif und er schob ihn wieder tief in Sverre hinein. Der umfasste Andreas mit beiden Armen, drückte ihn ganz fest an sich und meinte: „Siehst Du, das Leben ist einfach nur schön. Bleibst Du bei mir?“

Sverre fand das Lächeln von Andreas in diesem Moment magisch. Seine großen, dunklen Augen blitzten kristallklar und jegliche Melancholie und Traurigkeit waren verschwunden.

„Ich lasse Dich nie wieder los. Am liebsten würde ich Dich nur noch küssen und meinen Schwanz nie mehr aus Dir herausnehmen. Ich hoffe nur, es ist kein Traum, aus dem ich gleich erwache“.

„Ach Schatz, Du darfst alles. Küss mich, bis ich ersticke. Fick mich, bis ich in Ohnmacht falle. Hauptsache Du magst mich und bist glücklich.

„Wie konnte ich nur so dumm sein? Ich dachte, Du wolltest mich nur benutzen… Ich war so blöd“.

„Quatsch, denk nicht darüber nach was war. Denk an das, was wir beide noch zusammen erleben können“.

Kaum war Andreas Schwanz etwas rausgerutscht, schob er ihn wieder rein. Sverre fühlte, dass er immer noch eisenhart war. Die Spermaspuren waren jetzt allerdings auf dem Laken nicht mehr zu übersehen. Wieder drückten beide sich ganz fest, rieben mal ihre Nasen an einander und mal küssten sie sich gegenseitig den Adamsapfel, die Backen oder die Stirn. Wobei Sverre sich mit besonderer Hingabe die Halbglatze vornahm. Damit provozierte er Andreas, noch einmal rhythmisch den Kolben rauf und runter zu stoßen. Beide stöhnten und keuchten zwischendurch nur um anschließend wieder in Schweigen zu verfallen und sich tief in die Augen zu schauen.

Schließlich schliefen sie ein, verschwitzt, von Sperma verklebt mit halb steifen, feuchten Schwänzen und eng umschlungen.

Joachim hatte sich so seine Gedanken gemacht, als Andreas mit Sverre am Abend vorher hinterm Clubhaus verschwunden war. Als Andreas dann die ganze Nacht nicht zurückkam, war ihm klar, dass aus den zaghaften Annäherungsversuchen des Vortages mehr geworden war. Gut, er hatte sich kaum Hoffnungen gemacht, mit Andreas eine intime Freundschaft beginnen zu können, auch und gerade, weil Andreas komplizierte Persönlichkeit wahrscheinlich dagegen gestanden hätte. Aber, dass er sich gerade für diesen bunten schwedischen Paradiesvogel entschieden hatte, war Joachim unverständlich.

Bjørn kam bereits um halb neun nach Bergstad und wunderte sich, Joachim allein in der Küche vorzufinden. „Wo ist denn unser Verwalter?“, fragte er lächelnd. „Drüben bei seinem schwedischen Architekten“.

„Ach so… was machen die beiden denn da?“

„Ich vermute, sie schlafen noch“.

„Ach… hat da was gefunkt?“

„Ich denke schon. Das bahnte sich gestern nachmittag bereits an“.

„Ich dachte, Ihr beide mochtet Euch. Bist Du jetzt sauer?“

„Ja, gegen ein kleines Abenteuer mit Andreas hätte ich nichts gehabt. Er ist ein feiner Kerl, aber eben auch schwierig. Mein Asbjørn zuhause ist das zwar auf seine Weise auch, aber damit kann ich umgehen. Andreas verstehe ich manchmal nicht“.

„Na ja, vielleicht ist das unserem schwedischen Landschaftsarchitekten besser gelungen“.

In diesem Moment hörten sie draußen Stimmen. Als sie aus dem Fenster schauten, sahen sie Sverre und Andreas Arm in Arm lachend über den Hof schlendern. Andreas trug seine alte Arbeitshose, allerdings ohne Unterhose, denn beim Laufen konnte man durch den Hosenstall deutlich Haut schimmern sehen. Sverre hatte seine bunten Shorts an und trug dazu ein nur mit zwei Knöpfen zugeknöpftes kurzärmeliges Oberhemd. Auch er schien keine Unterwäsche zu tragen.

„Da kommen jetzt zwei unzweifelhaft Verliebte“, feixte Bjørn.

Andreas ging sofort erst einmal in sein Schlafzimmer. Sverre kam gleich munter pfeifend in die Küche.

„Einen herrlichen guten Morgen meine Herren! Ich hoffe, Ihr habt so gut geschlafen wie ich“. Sverre strahlte über das ganze Gesicht.

Joachim konnte die fröhliche Stimmung nicht ganz teilen, wünschte Sverre aber auch einen Guten Morgen. Bjørn war jedoch guter Dinge und erwiderte munter: „Nichts ist besser als eine einträchtige Zweisamkeit an einem sonnigen Frühlingsmorgen“.

„Stimmt, das sind die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Tag und gute gemeinsame Arbeit. Wenn es nach mir ginge, könnte ich heute noch viel mehr sprengen als ein paar Felsen. Aber erstmal werden wir wohl die Mauer planen und zeichnen müssen. Ich gehe gleich mit Andreas raus, damit wir alles vermessen“.

„Prima, dann kommen wir einen Schritt weiter. Ich habe wenig Zeit, aber Ihr drei werdet das schon machen“.

„Darf ich Dich noch etwas fragen?“.

„Nur zu!“

„Ich würde gern noch ein paar Tage bleiben. Kann ich das Zimmer im Clubhaus auch privat mieten?“

„Kein Problem, der Golfclub braucht die Zimmer erst ab dem 17. Mai“.

„Danke! Ich bezahle selbstverständlich dafür“.

„Ich dachte, Du bist Gast von Andreas. Dann könntest Du doch auch hier im Haupthaus wohnen. Die Verwalterwohnung hat genügend Zimmer. Uns kann ja eigentlich nichts Besseres passieren, als einen Golf-Platz-Spezialisten hier zu haben“.

„Oh… war das schon so deutlich zu sehen? Ja, wir verstehen uns recht gut“.

„Ich freue mich für Andreas. Er ist wirklich ein guter Mitarbeiter und sehr sympathischer Kerl. Entführ ihn mir bloß nicht nach Schweden. Ich möchte ihn unbedingt hier behalten“.

„Keine Angst, im Augenblick besteht eher die Gefahr, dass er mich nach Norwegen entführt“, lachte Sverre.

„Auch keine schlechte Idee…“, feixte Bjørn.

Auf dem Flur hörten sie Andreas kommen. Er summte ein polnisches Lied vor sich hin und grinste alle freundlich an, als er die Küche betrat. Er hatte ein frisches T-Shirt und eine hautenge Arbeitshose angezogen. In der Hand hielt er einen grünen Overall, den er Sverre reichte: „Zieh das an! Bei uns auf dem Hof braucht man ordentliches Arbeitszeug“.

Bjørn schmunzelte: „Ich sehe schon, mein Verwalter hat alles im Griff. Dann kann ich ja gehen“.

Andreas stockte etwas, fragte dann aber: „Hättest Du etwas dagegen, wenn Sverre noch ein paar Tage hier bei mir wohnt? Ich könnte seine Unterstützung gut gebrauchen…“.

„Das ist bereits geklärt… Du bestimmst, wer bei Dir wohnt. Ich muss jetzt los. Wenn Ihr sonst Hilfe braucht, müsst Ihr auf Bjørnstangen vorbeikommen. Die Handwerker sind für morgen bestellt. Also seht zu, dass Ihr die Felsen wegbekommt“.

Andreas sah Bjørn und Sverre überrascht an.

Sverre zwinkerte und lachte: „Ich war halt schneller…“.

Bjørn tat Joachim etwas leid. Offenbar war die Entwicklung an ihm vorbeigegangen. Dass er sich für Andreas freute, war keine Floskel. Er hatte schon mit Roberto darüber gesprochen, dass Andreas ihm Sorgen gemacht hatte. Ihm waren die melancholische Stimmung und die zum Teil verbissene Traurigkeit aufgefallen. Andreas hatte tagelang kaum gelächelt und wirkte bedrückt. An diesem Morgen war er ein ganz anderer. Sein Lachen war ansteckend, seine Augen glänzten und er schien voller Energie zu stecken. Wenn der merkwürdige Schwede einen so günstigen Einfluss auf seinen Verwalter hatte, konnte er so lange bleiben, wie er wollte. Bjørn würde nichts dagegen haben.

Joachim würde den ganzen Tag benötigen, um das Grün zu pflegen. Daher verabredeten sie sich erst zum Abendbrot wieder in der Küche.

Als Bjørn in seinen Pickup sprang, sah er gerade noch, als Sverre im Windfang seine bunten Klamotten auszog und in den Overall stieg. Selbst trotz des langen Abstandes konnte Bjørn deutlich den rasierten, fleischigen Schwanz mit dem silbernen Cockring in einem sehr knappen, hauchdünnen Slip erkennen. Ihm schoss durch den Kopf: „Der dürfte bei mir auch wohnen…“.

Sverre holte seinen Werkzeugkoffer und sie fuhren mit dem Traktor auf den Golfplatz.

Ende April war es für norwegische Verhältnisse recht warm. Die Sonne brannte schon seit mehreren Tagen von einem wolkenlosen Himmel. Das Birkengrün, die gelben Blüten des fetten Löwenzahns, die großen Flächen der blauen und weißen Buschwindröschen leuchteten im Wechsel mit den in der Ferne liegenden roten und weißen Gebäuden der verschiedenen, weit voneinander entfernt liegenden Bauernhöfen.

Sverre und Andreas standen auf den Felsen, denen sie zu Leibe rücken wollten und schauten über diese wunderschöne Frühlingslandschaft. Sverre kraulte Andreas Rücken, schob die Hand in seine Hose und tastete sich durch die Poritze bis zum Loch seines Freundes. Weniger als 24 Stunden vorher hätte Andreas sich spätestens jetzt erschrocken zurückgezogen. Nun genoss er die Berührung, griff nach Sverres Handgelenk und presste die Hand noch fester an seinen Po.

„Mach weiter! Das ist sehr schön“.

„Liebling, wir müssen arbeiten, aber der Tag ist ja noch lang und je eher wir hier fertig sind, umso mehr Zeit haben wir für uns“.

Andreas grinste, gab Sverre einen Kuss, kniete sich hin und begann den Felsen zu vermessen und einige Zeichen anzubringen. Gleichzeitig baute Sverre ein kleines Gerät zur Landvermessung auf, trug einige Daten in eine Landkarte ein und kletterte dann in Richtung der Senke, in der eine Schutzmauer gebaut werden sollte. Auch dort maß und zeichnete er. Andreas verfolgte alle Bewegungen von Sverre ganz genau und folgte seinen Anweisungen. Sie markierten den Bereich der Felsen und der geplanten Mauer mit Absperrband und setzten sich dann auf einen Baumstamm und schenkten sich einen Kaffee aus der mitgenommenen Thermoskanne ein.

„Wir haben es sehr, sehr gut in diesem Teil der Welt. Der Unterschied zu meinem Heimatland Polen ist so groß, und es ist doch gar nicht so weit weg…“. Andreas schaute nachdenklich dem plätschernden, glasklaren Wasser nach, das durch ein kleines Bächlein vor ihnen dahin floss.

„Tja, die Landschaft hier ist auch ein Symbol für unsere Freiheit. Viel Raum für Individualität, kaum Grenzen und wenig menschliche Eingriffe in die Natur“.

„Ich hätte es in Polen nicht einen Tag länger ausgehalten. Kannst Du Dir vorstellen, wie Menschen sich das Leben gegenseitig schwer machen können, nur weil sie glauben, Moral sei wichtiger als Freiheit?“

„Für einen Skandinavier ist das fast unvorstellbar, obwohl es auch hier radikale Sekten gibt, die sehr unfrei und autoritär sind… aber sie haben keinen Einfluss auf den Staat. Man kann sie ohne Folgen ignorieren“.

„Wenn in Polen ein Mann einen Mann liebt, wird er beschimpft, bespuckt und von vielen gehasst. Allein darüber zu reden ist gefährlich. Hier ist es den meisten Menschen egal, wer wen liebt. Man wird nach seiner Persönlichkeit oder seinen Fähigkeiten beurteilt und darf sich befreunden mit wem man will. Hier darf man sagen, was man denkt und gehen wohin man will. Das ist für mich Freiheit“.

„Ja, Du hast recht. Das sind Dinge, die für uns so selbstverständlich sind, dass wir nicht mehr darüber nachdenken“.

„Ich habe noch immer ganz viel Angst vor Menschen, die mir sagen, was ich tun soll oder mir drohen. Und es fällt mir immer noch schwer zu sagen, was ich möchte. Ich bin so froh, dass ich Dich getroffen habe… Du bist so anders … so wahnsinnig lieb“.

„ICH muss froh sein, Dich kennengelernt zu haben. Endlich brauche ich der Welt nichts mehr vorspielen, um Anerkennung zu bekommen. Du nimmst mich, wie ich bin… das tut unglaublich gut. Es gab in meinem Leben bisher nur ganz wenige Männer, die mehr von mir wollten als meinen Schwanz oder meinen Arsch. Wenn es welche gab, dann wollten sie, dass ich mich ändere… das wollte ich nicht…also…“.

„Weißt Du, dass ich noch nie so gut geschlafen habe wie heute nacht? Als ich heute morgen aufwachte, war ich so stark wie noch nie. Ich hatte das Gefühl, wir waren eins und gehörten schon ewig zusammen. Du glaubst gar nicht wie schön dieses Gefühl ist, jemanden gefunden zu haben, dem ich hundertprozentig vertrauen kann… Dabei kennen wir uns gerade mal einen Tag. Unser Pfarrer hat dauernd von diesem Blödsinn mit den Wundern erzählt. Das zwischen uns beiden ist ein wirkliches Wunder“.

Sverre legte seinen Arm um Andreas und drehte ihn zu sich. Dabei schaute er ihm tief in die Augen und lächelte.

„Schatz, glaubst Du mir, wenn ich Dir sage, dass ich noch nie zu einem Menschen gesagt habe, ‚ich liebe Dich‘? Ich sage das jetzt hier zu Dir. Nein, ich schreie es heraus, so dass es alle Welt hören kann. Ja, ich liieeeeebe Dich! Hört alle her, ich liebe diesen Mann!“ Sverre schrie es so laut, dass man es auf Bjørnstangen hätte hören müssen. Ob Joachim, der weit in der Ferne mit dem Rasenmäher seine Runden zog, diese Worte gehört hatte, weiß man bis heute nicht. Er bog allerdings ab und verschwand hinter den Hügeln.

Andreas sprang auf, drückte Sverre ganz fest an sich, küsste ihn wild und riss an seinem Overall.

„Nimm mich! Ich will endlich Deinen Schwanz in mir spüren... egal ob es weh tut… und wenn es mich zerreißt. Ich weiß, Du hast gestern abend für mich gelitten… jetzt bin ich dran. Bitte, bitte mach es jetzt!“

Sverre schaute sich kurz um und riss sich den Overall herunter. Andreas zog schnell seine Hose und sein T-Shirt aus und stellte sich nackt und mit geschlossenen Augen vor Sverre auf.

Der silberne Cockring blitzte in der Sonne. Der pralle Schwanz leuchtete hell und stand waagerecht von seinem wenig behaarten Körper ab.

„Mein Schatz, ich werde Dir nicht weh tun. Ich möchte, dass mein Schwanz in Dir das Schönste ist, was Du Dir wünschst“. Sverre kniete sich hin und drehte Andreas Po zu sich. Dann näherte er sich mit seiner Zunge der recht großen dunklen Rosette, die in der Sonne ganz besonders verlockend aussah.

Diesmal ließ Andreas sich alles gefallen. Er stöhnte, keuchte ein bisschen und grunzte dann ganz entspannt. „Ohhhh jaaa… das ist der Himmel…“.

Sverre mochte den leichten Schweißgeruch und herben Geschmack, den seine Zunge schmeckte, als sie langsam immer weiter in das Loch seines Geliebten eindrang. Immer wieder spuckte er in die behaarte Poritze.

Andreas stützte sich an einem Baum ab und atmete tief und gleichmäßig durch. Ab und zu öffnete er die Augen und schaute in den Himmel, dann legte er seinen Kopf wieder gegen seinen Arm und seufzte leise: „Ohhh ist das herrlich…“.

Als Sverre das erste Mal seinen Zeigefinger ins Loch drückte, zuckte Andreas kurz zusammen und ihm entfuhr ein leises „Au“. Aber schon als der Ringfinger dazukam, machte es ihm nichts mehr aus und er forderte leise: „Mehr… tiefer… bitte noch tiefer!“

Sverre achtete sehr aufmerksam auf die Reaktionen seines Liebsten. Hin und wieder ließ er seine Zunge auch das Rückgrat rauf wandern, oder er streichelte mit seiner anderen Hand den zum Platzen gespannten Kolben, der sich gegen die Baumrinde presste.

Auch das Eindringen von drei Fingern in seinen Darm quittierte Andreas mit wohligem Stöhnen. Manchmal griff er nach Sverres Arm und zog ihn dichter an sich ran. Als Sverre sich erhob, packte Andreas sofort seinen Po und drückte die gerade Stange mit dem silbernen Ring gegen sein feuchtes, vor Spucke tropfendes Loch. Er wollte diesen harten Kolben spüren, jetzt…

Für einen kurzen Moment durchzog Andreas ein stechender Schmerz, dann empfand er das schönste Gefühl seines bisherigen Lebens – wie er selbst später mal formulierte -. Er hätte in diesem Augenblick nicht beschreiben können, was da in seinem Enddarm vorging. Jeder Druck gegen seine Prostata macht ihn fast verrückt. Jedes Mal spürte er einen Impuls bis in die Spitze seiner Eichel. Als sich dann sein Darm in mehreren Schüben mit warmem Sperma füllte, durchzuckten ihn einzelne kleine Schockwellen, die dazu führten, dass sich sein Schwanz fast gleichzeitig in einer kräftigen Fontaine ebenfalls entleerte, ohne dass er ihn auch nur berührt hatte.

Sverre sackte förmlich über seinem nackten Schatz zusammen. Beide ließen sich ins Gras fallen, küssten sich stürmisch und lachten zwischendurch ungehemmt und fröhlich. Außenstehende hätten glauben können, die zwei balgten nackt im Gras wie zwei große Jungs. Lediglich die tropfenden, immer noch steifen Schwänze deuteten darauf hin, dass mehr stattgefunden hatte.

„Oh, mein Liebling, das möchte ich jetzt jeden Tag von Dir…Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ich ohne Dich all die Jahre leben konnte. Dein Schwanz in mir ist so göttlich, dass ich jetzt schon süchtig danach bin… Ich war ein solcher Idiot, dass ich vor diesem Moment eine so riesen Angst hatte“.

Andreas lag auf dem Rücken und strahlte seinen Helden an. Der drückte seinen immer noch harten Schwanz noch einmal in das spermaverschmierte Loch, stieß drei, vier Mal zu und freute sich über das selige Gesicht seines noch vor ein paar Stunden scheuen, skeptischen und traurigen Schatzes.

Als sie mit ihrem Traktor auf den Hof fuhren, sahen sie Joachim, der vor der Scheune die Messer des Rasenmähers reinigte.

„Ah, die beiden Landvermesser… alles fertig für die große Sprengung? Eine kleine Explosion gab’s ja wohl schon“. Er schaute Sverre und Andreas von oben bis unten mit einem für ihn untypischen zynischen Lächeln an. Beide konnten sich den unterschwelligen Sarkasmus nicht erklären und zogen es vor, nicht zu antworten. Erst als sie im Bad ihre Arbeitsklamotten auszogen, wurde ihnen klar, worauf Joachim angespielt hatte. Sowohl auf Sverres Overall als auch auf Andreas T-Shirt waren deutliche Spermaspuren zu sehen, die sie nicht bemerkt hatten. Andreas Arbeitshose hatte sogar am Po einen großen klebrigen Fleck. „In Zukunft müssen wir halt besser aufpassen“, lachte Sverre und drehte die Dusche auf. „Stimmt“, nickte Andreas und begann sofort mit dem Spezialduschkopf seinen Anus zu reinigen. Dabei richtete sich sein Kolben sofort auf und ähnelte irgendwie dem metallenen Gegenstand, den er gerade in der Hand hielt.

„Ich könnte schon wieder“, grinste er.

„Ich auch“.

Sverre riss Andreas so abrupt und fest an sich, dass dem der Duschkopf aus der Hand fiel und das Wasser ihnen beiden ins Gesicht spritzte. Sverre kümmerte sich darum überhaupt nicht, sondern stellte sich direkt in den harten Wasserstrahl und presste, ohne jede Vorwarnung und auch nicht besonders vorsichtig, seinen steinharten Kolben in Andreas weit geöffnetes Loch bis sogar der Cockring hinterm Schließmuskel verschwand. Andreas brüllte daraufhin laut: „Nein, nein… doch, doch… ach, Sch… ist das herrlich!“

Noch bevor Sverre nach mehreren heftigen Stößen seinen Schwanz selbst rausziehen konnte, hatte Andreas ihn rausgedrückt, seinen Liebling mit all seiner, unzweifelhaft großen Kraft, gepackt, umgedreht und mit ebensolcher Unnachsichtigkeit seinen Kolben in Sverres runden, strammen, völlig glatt rasierten Baby-Po gerammt. Er ließ ihm kaum Luft zum Atmen, da er seinen Arm um seinen Hals gelegt hatte und recht kräftig zudrückte. Dennoch stöhnte Sverre mit jedem Stoß, den er in seinem Darm spürte, lauter, wohliger und genussvoller.

Andreas Sahne lief aus Sverres Loch und mischte sich mit dem warmen Wasser des scharfen Duschstrahls. Er gab sich allerdings immer noch nicht zufrieden, sondern wichste den Schwanz mit dem Silberring wie in Extase. Als die Explosion kam, fing Andreas etwas von der Sahne mit seiner Hand auf, leckte es ab und steckte seine Finger Sverre in den Mund. Der hatte noch nie vorher sein eigenes Sperma geschmeckt und grunzte zufrieden.

Langsam beruhigten sich die beiden wieder, seiften sich noch einmal gegenseitig ein, duschten gründlich fertig und trockneten sich ab, während sie sich immer wieder küssten. Bevor sie nackt über den Flur in Andreas Schlafzimmer huschten, schlugen sich beide noch eine ordentliche Portion Eau de Toilette ins Gesicht und auf den Rest des Körpers.

Sie schmissen sich lachend auf Andreas Bett und konnten sich gar nicht mehr einkriegen.

„Wer hätte das gestern um diese Zeit gedacht? Du und ich so verrückt wie zwei durchgeknallte Teenager…“, gluckste Andreas. „ Ja,… füllen uns drei Mal innerhalb von 24 Stunden bis oben hin mit Sperma ab… und fallen wie die Wilden über einander her“. – „…und alles ohne Drogen“.

Sie fasten sich beide an den Händen, schlossen die Augen und nickten für ein paar Minuten ein.

Sverre erwachte als Erster wieder. Er hielt immer noch die Hand seines Liebsten. „Komm! Wir ziehen uns was an und gehen zum Essen“.

Tante Rita hatte gekocht, saß mit Joachim am Küchentisch und unterhielt sich. Als Sverre und Andreas reinkamen, übernahm es Joachim, Sverre und Tante Rita einander vorzustellen.

„Na, sie scheinen ja ein richtig Fröhlicher zu sein… das tut Andreas gut“.

„Ja, meistens bin ich ganz munter…“, lachte Sverre.

„Hat man gehört“, bemerkte Joachim trocken.

Andreas wurde rot. Er hatte nicht damit gerechnet, dass man sie in der Küche hören konnte. Daher sagte er lieber nichts dazu.

Nach dem Essen sagte Joachim: „Übrigens, ich muss in zwei Tagen zurück nach Oslo, man braucht mich bei Grønnt Hus. Bjørn weiß schon Bescheid. Ich hoffe, Ihr schafft das hier alleine“.

Andreas war überrascht, da er mit Hilfe bis zum 17. Mai gerechnet hatte, wollte aber auch nicht den Eindruck machen, dass er mit der Arbeit überfordert wäre.

„Schade, Du warst eine große Hilfe. Ich hätte Dich gern noch ein wenig hier behalten. Der Platz ist in einem prima Zustand, seit Du Dich darum gekümmert hast. Vielleicht kannst Du mir ja noch ein paar Tipps geben, bevor Du uns verlässt“.

„Na ja, Du hast doch jetzt noch einen Fachmann an Deiner Seite. Da dürfte doch eigentlich nichts schief gehen“.

Sverre mischte sich ein: „Der Spezialist für die Pflege der Natur bist Du. Ich gestalte nur“.

„Mag sein, aber ich war ja eigentlich schon viel länger hier als vereinbart. Jetzt muss ich mich mal wieder um meine Rosen kümmern. Ihr schafft das schon“.

Sverre blieb fast zehn Jahre auf Bergstad-Gård. Er eröffnete dort ein kleines Architekturbüro, bediente von Norwegen aus seine bisherigen Stammkunden und bekam über einzelne Mitglieder des Golfclubs einige attraktive Aufträge in Verbindung mit dem Bau neuer Golfplätze in Schweden, Dänemark und Norwegen. Seit einigen Jahren wohnen er und Andreas in Uppsala und sind noch genauso verliebt, wie am ersten Tag. Sverre ist inzwischen Geschäftsführer von Tinus weltweit tätigen Stiftung. Andreas hat seine eigene Firma für Garten- und Landschaftsbau, in der er origineller Weise nur homosexuelle polnische Frauen und Männer beschäftigt.


(Dran bleiben! Es geht im Kapitel 23 weiter.)

 
 
 

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