30 Jahre normal anders (3) Schritt für Schritt zur Reife
- gert

- 20. Nov. 2019
- 41 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Nov. 2022
[Immer wieder haben Menschen, die es gut mit mir meinten, geglaubt, mich daran erinnern zu müssen, dass der Ernst des Lebens auf kurz oder lang auch mich erfassen würde. Man gab mir den Rat, mich darauf vorzubereiten. Ich müsse als vermeintliches ‚Glückskind‘ auch lernen, mit den Schattenseiten des Lebens umzugehen. Nun, ich habe natürlich – wie wohl jeder Mensch – immer wieder auch schreckliche und belastende Situationen erlebt und mir sind Menschen begegnet, die abgrundtief böse waren oder kaum etwas anderes als Hass kannten, aber gereift bin ich durch Liebe und Zuneigung und die Fähigkeit, jede Schrecklichkeit mit einer positiven Erfahrung aufzuwiegen.]
Schritt für Schritt zur Reife
Als wir am späten Nachmittag wieder nach Hause kamen, lag die Mittagshitze noch schwer über dem Hof. Es war kein Mensch zu sehen. Tores Auto stand nicht auf seinem Platz, die Werkstatt war abgeschlossen und in der Küche war alles aufgeräumt und keinerlei Anzeichen für Abendbrots- Vorbereitungen zu sehen. Gus und ich verabschiedeten uns von Erik und Karl und gingen die Treppe zu unserem Zimmer hinauf. Das Bett war frisch bezogen. Die Tür zu Bjørns Zimmer stand halb offen. Unser junger Freund lag nackt auf seinem Bett und schlief.
Ich brauchte dringend eine Dusche, um Sperma- und Schweißspuren zu beseitigen. Gus ging es genauso. Da wir das gemeinsame Duschen nicht nur als angenehm sondern auch als praktisch empfanden, seiften wir uns gegenseitig ein, brausten uns gegenseitig ab und schmissen uns dann aufs Bett. Sekunden später waren wir auch schon eingeschlafen.
Als ich die Augen aufschlug, sah ich meinen Liebsten, der vor dem Spiegel stand und sein Gesicht abtastete. „Ich glaube, ich habe einen Sonnenbrand bekommen…“, sagte er wie zu sich selbst. „Ich auch..., es brennt ein bisschen am Schwanz und rot ist er auch“, gab ich grinsend zurück. „Das sind die Leiden von sonnenhungrigen Touristen, die nicht genug bekommen können“, setzte ich hinzu.
„Ihr habt’s hoffentlich nicht übertrieben“, kam jetzt eine Stimme von nebenan. „Ah, unser Landwirtschaftsexperte ist auch wach“, feixte Gus. „Schon lange… wollte Euch bloß nicht stören“. „Pass bloß auf, sonst störe ich Dich gleich mal…“. Gus nahm ein Kopfkissen und schleuderte es auf den reglos daliegenden nackten Bjørn, der reagierte blitzschnell und warf sich mit einem eher fröhlichen Schrei auf Gus. Die beiden schmissen sich auf unser Bett, ohne auch nur einen Moment auf mich Rücksicht zu nehmen. Bjørn nahm Gus in den Schwitzkasten, prustete und fragte: „Ergibst Du Dich?“ – „Ja, ja ich unterwerfe mich der brutalen Übermacht…Gnade!“ – „Wenn Ihr beide Euch nicht gleich vertragt, nehmen wir Dich nicht mit nach Deutschland…“, sagte ich gespielt ärgerlich. „Dann bekommt das Fährticket jemand anderes“. Bjørn ließ Gus sofort los und gab erst ihm und dann mir einen Kuss. „Ihr seid wirklich toll… Oh Mann, ich freu mich so!“ – „Freust Du Dich auch noch, wenn wir Dir sagen, dass Du die Nacht mit Karl in einer Kabine verbringen musst?“ – „Nichts lieber als das… Na ja, und Ihr werdet ja auf mich aufpassen…“. Er zwinkerte uns zu und sprang in sein Zimmer. „Ach, übrigens, ich habe am Sonnabend Geburtstag. Dann können wir auf der Fähre feiern… ich werde 18“. – „Eyh, das ist ja eine Überraschung. Und Du willst nicht mit Deiner Familie und Freunden feiern?“, fragte ich. Plötzlich wurde Bjørn sehr ernst und alle Fröhlichkeit war verflogen. „Meine Mutter ist schwer krank und ist schon seit zwei Jahren im Pflegeheim in Tønsberg, mein Vater ist vermutlich irgendwo in Amerika, niemand weiß wo. Dann habe ich noch einen Onkel, der hat einen Hof hier in der Nachbarschaft. Er mag mich allerdings nicht, weil er sehr christlich ist und ich keine Freundin habe. Denn ich werde wohl eines Tages seinen Hof übernehmen, weil ich das ‚Odelsrett‘ habe [ein sehr altes Erbhofrecht regelt in Norwegen die Erbfolge von Bauernhöfen und lässt den Eigentümern kaum eine Möglichkeit, ihren Hof nach ihrem Willen zu vererben.], das passt ihm nicht und er sucht nach Wegen das zu verhindern … ansonsten habe ich keine Familie. Tore, Deine Tante und Dein Onkel sind meine Familie und dann habe ich noch ein paar Kameraden vom Handballverein. Und jetzt seid Erik, Karl und Ihr beide meine besten Freunde.
Gus und ich schauten uns an und waren etwas ratlos, wie wir auf dieses rührende Geständnis reagieren sollten. „Komm mal her…“, sagte ich und nahm ihn einfach in den Arm. Gus breitete auch seine Arme aus und umfasste uns beide. Bjørn schmiegte sich fest an uns und drückte seinen Kopf auf meine Brust. „Ich hoffe jedenfalls, dass Ihr meine Freunde sein wollt…ich…ich… also wenn Euch das lästig ist… vielleicht habe ich was Falsches gesagt… entschuldigt bitte“. „Wenn Du Dich noch einmal für irgendetwas bei uns entschuldigst, sind wir die längste Zeit Freunde gewesen, ist das klar“, sagte Gus bewusst ärgerlich und ganz dicht an seinem Ohr, gleichzeitig gab er ihm einen Kuss auf den Hals. Ich tat es ihm nach allerdings auf die Nase. Bjørn schien zu weinen. Jedenfalls wischte er sich mit dem Handrücken über die Augen.
„Tante Rita hat gesagt, ich soll Euch nicht stören und mich nicht aufdrängen. Sie meint, ich soll lieber öfter mal in den Jugendclub in Tønsberg fahren und mir dort einen Freund suchen“. – „Ach, wie kommt denn Tante Rita darauf, dass Du uns stören könntest?“ – „Na ja, ich habe Ihr schon vor einiger Zeit erzählt, dass ich keine Freundin haben will und lieber mal mit einem Freund losziehen würde, … und als Ihr dann kamt, hat sie gesagt, Ihr wäret zwei SEHR gute Freunde – so wie Tore und Carmen – und solche Freunde wollten gern viel Zeit für sich haben und in Ruhe gelassen werden. Na ja, … also … da dachte ich halt, dass ich störe… aber…“, und jetzt lächelte er, „scheint Ihr ja ganz anders zu sein… und Erik und Karl ja wohl auch“.
Langsam wurde mir Tante Rita unheimlich, sie ähnelte Vatern immer mehr. Sie durchschaute schon früher immer alle Heimlichkeiten ihrer Kinder und manchmal auch von mir. Ihre Ratschläge waren immer nützlich und richtig. Nur in diesem Fall lag sie falsch. Bjørn war Gus und mir – nicht nur wegen seiner erotischen Ausstrahlung – in nur wenigen Tagen richtig ans Herz gewachsen. Wir mochten seine ehrliche, offene und manchmal kindlich naive Art.
„Also, Tante Rita weiß wirklich viel und hat fast immer recht, bloß diesmal hat sie Unrecht. Wer in unserem Bett zwischen uns schlafen darf stört nicht, wird uns nicht lästig und unsere Ruhe wollen wir vor ihm auch nicht haben…ganz einfach“, sagte ich und strich ihm übers Haar.
Ja, da flossen wirklich Tränen. Immer wieder wischte Bjørn sie weg und lächelte dabei; bis er sich dann doch nicht mehr unter Kontrolle hatte. Schluchzend flüsterte er: „Scheiße, ich halte das nicht mehr aus… außer Euch will doch gar keiner hören, wie es mir geht. Ich soll regelmäßig meine Mutter besuchen, die mich kaum erkennt. Ich soll ein Mädchen heiraten, damit ich einen Hof übernehmen kann… . Ich brauche und will kein Mädchen. Ich kann das auch alleine und vielleicht eines Tages zusammen mit einem Freund. Ich soll in die Kirche gehen, damit ich auf ‚den richtigen Weg‘ komme…; aber ich bin doch auf dem richtigen Weg. Alle diese frommen Leute, die am Bett meiner Mutter fast jeden Tag beten, helfen ihr kein bisschen. Und… warum mein Vater abgehauen ist, sagt mir keiner und wenn ich frage, wo er ist, sagen sie nur, er sei eben ein Schurke, nichts wert und ich solle nicht weiter über ihn nachdenken. Ich will aber wissen, wer er ist, wie er lebt und wie er aussieht. Tore hat versprochen, sich mal umzuhören, ob jemand etwas weiß. Aber richtig gemacht hat er auch noch nichts. Carmen sagt, sie habe Verwandte in Amerika und könne die ja mal fragen… auch bisher nichts. Ich bin ein blöder, dummer Junge, der anders ist als die meisten und nicht auf den Rat der Älteren hören will…also… lästig eben“.
Inzwischen hatte Gus ein Taschentuch geholt und es Bjørn in die Hand gedrückt. Ich hatte noch immer meinen Arm um seine Schulter gelegt und kraulte ihm den Nacken. Wir saßen nackt auf der Bettkante und Gus setzte sich im Schneidersitz auf den Fußboden uns gegenüber. „So, jetzt hör mal zu. Walter, Erik, Karl und ich mögen Dich so wie Du bist. Wir erwarten nichts von Dir, wollen einfach nur, dass Du uns vertraust. Ja, Du bist ein verdammt hübscher Junge und jeder schwule Mann, der es wagen sollte, Dir, nur Deines wunderschönen Schwanzes wegen, vorzugaukeln, Dich zu lieben, bekommt es mit mir zu tun. Und… sollte das nicht reichen, hole ich Karl und seine Catcher-Freunde. Das verspreche ich Dir“. Bjørn sah auf und heulte und lachte zugleich.
„Wir haben viele Freunde in Deutschland und auch in Italien. Jeder von ihnen hat auch wieder viele Freunde und so weiter und so weiter. Jeder von ihnen hat besondere Fähigkeiten und Stärken, genau wie Du. Wenn es darauf ankommt, helfen wir uns gegenseitig, jeder so, wie er kann. Also, Du bist nicht allein, Lösungen gibt es für alles“. – „Ja, aber… ich bin hier und Ihr seid in Deutschland oder Italien oder sonst wo…“. – „ Erstens hast Du Erik, der bestimmt immer ein offenes Ohr für Dich hat. Zweitens werden wir in spätestens drei Jahren vielleicht ganz in Deiner Nähe wohnen und in Oslo arbeiten und drittens, gibt es die segensreiche Erfindung des Telefons“. – „Ja vielleicht, aber was kann alles in drei Jahren passieren…? Vielleicht ist doch alles leichter, wenn ich mir eine Freundin suche…“. Wieder schluchzte Bjørn hemmungslos. „Ich kann das aber nicht…also…mir wird schlecht, wenn ich nur daran denke… dann bringe ich mich lieber um“. – „Ehy… Schluss damit! Über so etwas denkt man nicht einmal nach. Du kannst jederzeit, Tag und Nacht bei uns anrufen oder einfach kommen. Wir haben immer einen Platz für Dich zwischen uns…glaubst Du mir das… hast Du das verstanden? Egal was passiert“. Bjørn nahm wieder seinen Handrücken und wischte sich die Tränen ab, stand auf und sagte: „Ich bin so blöd… aber… also… ich hätte das alles nicht sagen sollen. Ihr seid so toll… und jetzt habt Ihr mich am Hals… und ich kann Euch nichts dafür zurückgeben… . Meine Mutter hat mal gesagt, alles im Leben hat seinen Preis und man muss immer ordentlich bezahlen. Ich habe aber nichts…“. – „Deine Mutter ist eine kluge Frau… und sie hat vollkommen recht. Unser Preis ist Deine Freundschaft… nichts mehr und nichts weniger. So wie Du heute unsere Freundschaft brauchst, brauchen wir vielleicht eines Tages Deine, aber wir werden Dir das niemals in Rechnung stellen. Wie gesagt, wer zwischen uns beiden liegen darf, bekommt alles von uns auch ohne Gegenleistung“.
Ich hatte meinem Liebsten fasziniert zugehört und liebte ihn in diesem Moment noch mehr als ohnehin schon. Diesen Mann würde ich niemals wieder freiwillig loslassen.
„So, mein Süßer, jetzt wird nicht mehr geweint. Zieh Dir was an und dann essen wir erstmal was. Tante Rita muss ja glauben, wir wollten nichts mehr mit ihr zu tun haben“. Gus grinste und angelte sich seinen Slipp, seine Hose und ein Hemd. Bjørn stützte seinen Kopf auf seine Hände und verfolgte jede unserer Bewegung, so als ob er überlege, was als nächstes zu tun sei. Als ich dann auch Hose und Hemd anzog, folgte er meinem Beispiel. Dann nahm er das Taschentuch wischte sich noch einmal über das ganze Gesicht, steckte es ein und, so als ob ein Schalter umgelegt worden war, strahlte er uns fast fröhlich an. Die Augen waren noch etwas rot, aber er hatte offenbar für sich eine Entscheidung getroffen, die ihn glücklich machte.
Tante Rita konnte er natürlich nichts vormachen. Sie merkte sofort, dass etwas vorgefallen sein musste, zögerte aber ihn zu fragen. Immer wieder schaute sie Bjørn von der Seite an. Der redete inzwischen – ganz gegen seine Gewohnheit – wie ein Wasserfall über alles, was er sich für seine spezielle ‚sviptur‘ nach Deutschland vorgenommen hatte, was er noch alles mit Tore zusammen erledigen müsse, bevor er in Urlaub ginge und, dass er sich wahnsinnig auf seinen Geburtstag freue, den er ja nun auf der ‚Prinsesse Ragnhild‘ feiern würde. Onkel Odd war schon drauf und dran ihn zu bremsen, als Tante Rita sagte: „Schön, dass das alles geklappt hat und Du noch einen Platz auf der Fähre bekommen hast, aber schade, dass wir nicht alle gemeinsam Deinen 18. Geburtstag hier feiern können. Na ja, Dein Geburtstagsgeschenk bekommst Du dann eben erst, wenn Du wieder zuhause bist.“ Mir flüsterte sie ins Ohr: „Von uns bekommt er dieses neue Interrail-Ticket, das es seit letztem Jahr gibt. Mit dem kann er dann durch ganz Europa reisen und die Welt kennenlernen. Der Junge muss mal raus. Wir machen uns schon ganz viel Sorgen, weil sein Leben hier viel zu einförmig ist und ihm die Kontakte zu Gleichaltrigen fehlen. Es ist ein Segen, dass Ihr Euch so gut mit ihm versteht. Er ist ein ganz anderer Junge, seitdem Ihr hier seid. Passt ein bisschen auf ihn auf. Es ist seine erste Auslandsreise“. „Klar, machen wir, versprochen“.
Die Tage bis zu unserem Abschied von Tante Rita und Onkel Odd verbrachten wir mit einigen Spaziergängen in die Umgebung und vielen Gesprächen in der gemütlichen Küche. Erik und Karl wollten die letzten Tage allein verbringen und machten eine „Foto-Safari“ nach Telemarken. Das Wetter hatte gedreht und es regnete schon fast 24 Stunden am Stück. An den Berghängen krochen die grauen Wolken immer weiter ins Tal und es war kalt geworden.
Bjørn hatte seinen Rucksack bereits einen Tag vorher fertig gepackt. Er war so ausgelassen und fröhlich, dass Tante Rita mich immer wieder leise fragte: „Was habt Ihr bloß mit dem Jungen gemacht? Ich kenne ihn überhaupt nicht wieder“. „Ich glaube, er freut sich einfach nur auf die Reise…“, antwortete ich vage.
Am Abend vor unserer Abreise gingen wir früh ins Bett. Wir hatten uns bereits von Tore und Onkel Odd verabschiedet, da beide am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe zu einer Landwirtschaftsmesse in Sandefjord fahren wollten. Bjørn versprach keine Dummheiten zu machen und in zwei Wochen wieder zurück zu sein, woran besonders Tore am meisten lag.
Auch wir hatten unsere Sachen bereits gepackt und mit Erik vereinbart, dass er und Karl uns mit der ‚Knutschkugel‘ nach dem Frühstück abholen sollten. Nach dem Zähneputzen gaben Gus, Bjørn und ich uns einen Gute-Nacht-Kuss und krochen in unsere Betten. Da es auch in unseren Schlafzimmern kalt geworden war, nahmen wir uns noch eine zweite Decke und kuschelten uns fest ein. Gerade als wir schon fast ins Reich der Träume wechselten, hörten wir nebenan Bjørn seufzen: „Mann, ist das kalt, ich friere wie ein Schneider, habt Ihr noch eine Decke für mich?“ „Leider nicht. Frag doch Tante Rita, ob sie noch eine hat“. „Ich mag mich jetzt nicht noch einmal anziehen, um rüber zu laufen. Ach, es geht wohl auch so“. Gus flüsterte mir zu:“ Wir können ihn doch da nicht frieren lassen. Bei uns ist doch noch Platz und warm ist es auch“. „Hast recht… das geht schon irgendwie“. „Bjørn! Komm doch rüber zu uns, hier ist es schön warm“. Kaum hatte ich es gesagt, sprang Bjørn auch schon bei uns ins Bett, legte sich wie selbstverständlich zwischen uns beide und mimte den Erfrierenden.
„So, Süßer, jetzt wird aber geschlafen, sonst fallen wir morgen wegen Übermüdung von Bord“, schmunzelte Gus und legte seinen Arm um Bjørn. „Schlaf gut und denk dran, morgen wirst Du 18 und bist nach dem Gesetz für alles, was Du tust, allein verantwortlich“, scherzte ich und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Er kicherte leise, sagte aber nichts. Ich suchte die Hand meines Liebsten und fand sie auf dem Bauch unseres Freundes, der so tat, als merke er das gar nicht. Er atmete etwas schwerer als normal und kniff für einen Moment die Augen etwas fester zusammen, so als ob er einen kurzen Schmerz spürte. Dann legte er seinen Arm um mich und zog mich noch näher an sich heran. Ich spürte deutlich seinen enorm langen, steifen Kolben gegen meine Pobacken drücken. Als er bei mir eindringen wollte, machte ich eine kurze abwehrende Handbewegung, da ich eigentlich gar nicht darauf vorbereitet war. Aber ich spürte gleichzeitig einen festen Druck der Hand meines Liebsten, der mir wohl bedeuten wollte „lass es einfach geschehen“. Ganz langsam und sehr vorsichtig schoben sich die zwanzig Zentimeter in meinen Anus. Gus und Bjørn begannen sich jetzt sachte und völlig im Gleichklang rhythmisch zu bewegen. Mein Schatz drückte mit aller Kraft seinen harten Schwanz in Bjørn hinein und bestimmte damit quasi auch den Druck des anderen harten Teils auf meine Prostata. Bjørn grunzte zufrieden, biss sich beinahe in meinem Nacken fest, bevor er laut rief, „ich komme!“ Gus presste ihn weiterhin mit all seiner Kraft rhythmisch gegen meinen Rücken. Ich merkte das heftige Pulsieren in meinem Darm, der offenbar so gefüllt wurde, dass die Sahne sofort wieder an den Oberschenkeln entlang hinauslief. Gus stöhnte nach einem erneuten starken Stoß hörbar auf und verharrte dann regungslos. Auch Bjørn bewegte sich kaum noch. Sein Kolben hatte sich auch noch keinen Zentimeter zurück bewegt und seine Hand suchte jetzt meinen zum Zerplatzen prallen Schwanz. Ein paar zarte Auf- und Ab-Bewegungen und es schoss aus mir heraus, als ob ich wochenlang nicht gespritzt hätte. Ich nahm ein paar Tropfen meines Spermas auf den Zeigefinger und steckte ihn Bjørn in den Mund. Der leckte ihn fast gierig ab, blieb aber in seiner Position. Gus flüsterte:“ Ich will auch was“. So wiederholte ich die Prozedur und ließ auch ihn meinen Finger ablecken. Ohne eine weitere Bewegung oder ein Wort schliefen wir in dieser herrlichen Stellung ein.
Als wir morgens erwachten, hatte sich an der Lage unserer drei Körper kaum etwas geändert. Lediglich die Schwänze von Gus und Bjørn hatten über Nacht wieder den Weg nach draußen gefunden und lagen jetzt etwas verklebt auf dem auch nicht mehr ganz sauberen Laken.
Wir mussten uns beeilen, also duschten wir, wie es jetzt schon fast Gewohnheit war, gemeinsam. Wir gaben uns den auch schon gewohnten Guten-Morgen-Kuss und warfen uns in unsere Klamotten. Bjørn war so aufgeregt, dass er immer wieder in sein Zimmer lief, um noch etwas zu suchen, noch einmal seinen Rucksack durchzuwühlen oder noch einmal seine Hose zu wechseln.
Als wir unsere Betten abgezogen hatten, nahm ich die Bettwäsche und Gus unsere beiden Taschen. Die Wäsche roch noch herrlich nach unserer letzten Nacht, wies aber auch deutliche Spuren auf.
„Jungs, habt Ihr eigentlich gut geschlafen?“, fragte ich als wir die Treppe runter stiegen. Bjørn grinste: „Hätte nicht besser schlafen können und toll geträumt habe ich auch“. „Ich habe von frierenden Männern geträumt“, lachte Gus. „Wovon hast Du geträumt?“, am Fuß der Treppe stand Tante Rita und sah Gus fragend an. Der lachte bloß und antwortete: „ Ich träume manchmal wirres Zeug… Ich habe einfach zu viel Phantasie“. „Na ja, so lange Du schöne Dinge träumst, macht das ja nichts. Ich habe heute Nacht auch jemanden rufen hören und meinte, es sei Bjørn gewesen. Aber dann warst Du das wohl“. Wir schauten uns alle drei etwas verlegen an, wissend, dass dem nicht so war. „Na, nun kommt mal erstmal frühstücken“, forderte uns Tante Rita auf. Ich stutzte einen Augenblick, weil die Tür zur Küche geschlossen war. Ich hatte immer gedacht diese Tür ließe sich gar nicht schließen.
Tante Rita schob Bjørn gleichsam vor sich her und nötigte ihn die Tür zur Küche selbst zu öffnen. In diesem Moment schallte uns von dort ein vielstimmiger Gesang entgegen:
„ Gratulerer med da'n
Gratulerer med da'n
Gratulerer, kjære Bjørn
Gratulerer med da'n…»
Da saßen sie alle, Onkel Odd, Tore, Carmen, Erik und Karl und sie sangen aus vollem Halse das klassische norwegische Geburtstagslied. Auf dem Tisch stand eine Geburtstagstorte mit 18 Kerzen und ein Platz war besonders mit Birkenzweigen und Margeriten aus dem Garten geschmückt. Bjørn war völlig überwältigt, stellte seinen Rucksack ab und sah die Runde erst ungläubig und dann strahlend an. „Oh, tausend Dank… das ist aber lieb von Euch!“ Onkel Odd erhob sich als erster, ging auf Bjørn zu und nahm ihn in den Arm: „Gratuliere Dir mein Junge, bleib so wie Du bist. Rita, Tore und ich haben ein kleines Geschenk für Dich. Es liegt dort neben Deinem Teller. Lerne die Welt kennen, bleibe ehrlich und bewahre Dir Deine Freunde“. Tore kam als nächster. Auch er nahm Bjørn in den Arm. Dann kam Karl, der seinen Arm um Bjørns Schulter legte und sagte: „Ich hätte nie gedacht, in einem Urlaub gleich zwei so liebe Freunde fürs Leben zu finden“. Er schaute zu Erik und dann zu Bjørn: „Alles Gute für Deine Zukunft“. Erik machte es kurz. Er nahm Bjørn ganz fest in den Arm, viel fester als die anderen bisher und sagte nur: „ Ich wünsch Dir nur das aller Beste auf dieser Welt“. Carmen lachte Bjørn an, gab ihm einen Kuss auf die Stirn und sagte etwas auf Spanisch, dass wir nicht verstanden. Da Tante Rita mir die Wäsche abgenommen hatte, hatte ich die Arme frei unseren Freund ebenfalls in die Arme zu schließen und ihm direkt ins Gesicht zu sehen. Seine Augen waren rot und feucht, aber im Gegensatz zu gestern sah er unbeschreiblich glücklich aus. Er war es, der mir jetzt einen Kuss gab, sich dann gleich umdrehte, um auch Gus auf den Hals zu küssen: „Damit Ihr es alle wisst, so einen tollen Geburtstag wie heute habe ich noch nie gehabt, aber so tolle Freunde wie Euch auch noch nicht. Tausend Dank, danke, danke, danke! Er blies alle Kerzen aus als wäre es nur eine.
Es stellte sich heraus, dass Onkel Odd und Tore ihre Abfahrt zur Landwirtschaftsausstellung Bjørn zu Liebe zwei Stunden verschoben hatten. Die Überraschung war ihnen gelungen. Allerdings mussten wir anderen uns nun auch beeilen, denn wir mussten 12:30 in Oslo rechtzeitig an der Fähre sein, sie würde auch auf das liebste Geburtstagskind der Welt nicht warten. Also aßen wir noch schnell ein Stück Geburtstagstorte und verstauten dann unser Gepäck auf dem Dachgepäckträger von Eriks Käfer. Winkend und mit lautem Hupen fuhren wir dann, zu fünft eingezwängt in die Knutschkugel, den langen Zufahrtsweg zur Hauptstraße hinunter.
Wir erreichten pünktlich den Fähranleger, hatten aber kaum noch Zeit, uns ordentlich von Erik zu verabschieden. „Danke für alles!“, riefen wir ihm von der Gangway aus zu. Nur Karl wollte oder konnte sich von seinem Liebsten noch nicht so schnell trennen. Die ersten Passagiere drehten sich schon neugierig um und überlegten, in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis dieses ungleiche Paar wohl stehen möge, oder ob da ein Lebewohl für sehr lange Zeit stattfand. Auch für norwegische Verhältnisse war in der damaligen Zeit ein so inniger Abschied zwischen Männern noch eher ungewöhnlich.
Endlich kam auch Karl angehastet. Diesmal lagen unsere Kabinen nicht neben einander. Dafür hatten wir zwei geräumige Doppelkabinen mit Doppelbett und Schlafsofa. „Diesmal fällt die Wahl schwer, bei wem wir ‚Vorspiel‘ und ‚Nachspiel‘ machen“, lachte ich. Bjørn staunte, wie komfortabel Karl und er untergebracht waren. Gus schmiss sich aufs Bett, um die Matratze zu testen, wie er sagte. Karl wollte unbedingt an Deck, um zu sehen, ob Erik noch am Anleger stünde. Bjørn und ich nahmen uns vor, das Schiff zu erkunden.
Erik stand tatsächlich noch am Kai, winkte wild als er Karl erblickte und rief etwas, was Karl aber nicht verstand. In etwa einer halben Stunde würden wir ablegen und wieder einem neuen Lebensabschnitt entgegen fahren. Gus würde in der nächsten Woche nach Genua fahren, um seine Papier an der Uni abzuholen, noch einmal mit seinem Tutor über unsere etwas geänderten Pläne zu sprechen und noch einige Formalitäten zu erledigen. Bjørn wollte eine kleine Rundreise durch Deutschland machen und sich unter anderem auch die Zonengrenze anschauen. Ich würde nach Hamburg fahren, um mich in der Uni für Sozialpädagogik einzuschreiben und nach einer Wohnung für uns umzusehen. Heute würden wir erstmal Geburtstag feiern und das gute Essen genießen.
Bjørn meinte, dass es interessant sein müsste, sich das Beladen des Autodecks anzuschauen. Also stiegen wir die engen Treppen über mehrere Decks hinunter, bis wir endlich eine schwere Schiebetür mit der Aufschrift ‚bildekk‘ fanden. Uns schlug ein Gemisch aus Benzin-, Dieselöl- und Abgas-Geruch entgegen. Dazu kam ein ohrenbetäubender Lärm durch die noch laufenden Motoren, dem Klappern der Festmach-Ketten und den Rufen der Stauer und Lademeister.
Genau vor uns stand ein junger Mann mit sehr knapp geschnittener, schwarzer Arbeitshose, einem an mehreren Stellen zerrissenen, ehemals weißen T-Shirt und schweren Arbeitsschuhen. Er musste etwa in meinem Alter sein. Er dirigierte die einfahrenden Autos an ihren Platz. Als er uns bemerkte, machte er uns ein Zeichen, dass wir auf die Autos achten sollten und lächelte dabei so freundlich, dass Bjørn automatisch stehenblieb und zurücklächelte. Wer Bjørns Lächeln einmal gesehen hat, wird mir Recht geben, dass man ihm kaum widerstehen kann. So kam es, dass der Einweiser nach ein paar Minuten zu uns herüber kam und fragte: „Wollt Ihr zu Eurem Auto?“. „Nein, nein wir wollen nur mal schauen. Für meinen Freund hier ist es die erste Überfahrt nach Kiel und außerdem hat er heute Geburtstag“. „Oh, da gratuliere ich auch schön. Kommt in einer halben Stunde wieder, dann sind wir hier fertig und ich kann Euch den Maschinenraum zeigen“. Er lächelte noch einmal und zeigte dabei schlohweiße Zähne, gestikulierte schon wieder wild und rief einem LKW-Fahrer etwas zu, lief dann zwischen den Autos hindurch und war verschwunden.
Karl stand immer noch an der Reling, winkte und versuchte Erik etwas zuzurufen. Gus schlief fest und schnarchte sogar ein bisschen.
Als die Maschinen anliefen und das Signal zur Abfahrt ertönte, begaben Bjørn und ich wieder aufs Autodeck und hielten Ausschau nach unserem Einweiser, der allerdings nirgends zu sehen war. Es war still geworden hier unten im Rumpf des Schiffes. Hin und wieder hörte man das Klappen einer Autotür, mal ein paar Stimme und natürlich das Brummen der Schiffsmotoren. „Lass uns mal ganz nach vorne gehen, dort scheint noch jemand zu arbeiten“, schlug ich vor. Tatsächlich stand dort ein Mann gebückt vor einem größeren LKW und schien eine Kette zu befestigen. Es war tatsächlich der lächelnde Einweiser. Sein T-Shirt schien noch etwas zerrissener und dreckiger geworden zu sein und seine Hose hatte inzwischen einen langen Riss von der Hüfte bis zum Knie. „Ah hallo, ich bin hier gleich fertig, dann könnt Ihr mitkommen und ich zeige Euch die Unterwelt der ‚Prinsesse Ragnhild‘“. Sein Lächeln war wirklich warm und herzlich und irgendwie hatte ich plötzlich den Eindruck, dass er hier eigentlich gar nicht her gehörte.
„Das ist ein sch… Ferienjob, aber ich muss mir irgendwie mein Studium verdienen, versteht Ihr“, erklärte er uns, während wir ihm zwischen den Autos hindurch folgten. „Hier sind die Mannschaftsräume“. Er zeigte auf eine schwere Schiebetür mit der Aufschrift „Crew“. „Hier dürfen Passagiere eigentlich nicht durch, aber wenn jemand fragt, Ihr seid meine Freunde. Ich heiße übrigens Roberto, komme eigentlich aus Mailand und studiere in Bremen. „Ich bin Walter und komme aus C…, werde in ein paar Monaten mein Studium in Hamburg oder Bremen aufnehmen und das ist mein Freund Bjørn aus Holmestrand, der im nächsten Jahr Landwirtschaft in Ås studieren will“, stellte ich uns vor. „Ehy supper, dann haben wir ja was gemeinsam“. „Tja, die Welt ist klein. Wir – also mein anderer Freund und ich… alles ein bisschen kompliziert… - haben gute Freunde in Ligurien und sind häufig dort.“ „Na, bei sooo vielen Freunden bist Du ja schon fast wie ein Italiener…“, lachte Roberto. „ Kommt eben mit rein. Es macht Euch hoffentlich nichts aus, wenn ich mich schnell umziehe, oder wartet jemand auf Euch?“ – „Noch nicht, denke ich. Wir sind zu viert, aber die beiden anderen sind oben beschäftigt“. – „‘Beschäftigt‘ klingt gut, sind die beiden geschäftlich unterwegs?“ „Nein, nein… der eine ist müde und der andere will das Ablegemanöver von Deck aus mitbekommen“. „Na toll, eine reine Männergruppe also. Da könnt Ihr ja heute Abend in der Lounge die Frauen aufreißen“. Roberto zwinkerte uns vertraulich zu, lächelte aber nicht mehr“. „ Ich bin sicher, dass wir das nicht tun werden. Wir sind uns selbst genug und wollen heute Abend einfach nur Bjørns Geburtstag feiern“. „Wie alt wirst Du denn?“ „18“, antwortete Bjørn. „Na klasse, dann darfst Du ja jetzt alles…“, lachte Roberto und schien mit der Antwort sehr zufrieden.
In den Kabinen der Mannschaft war es stickig, die Luft schlecht und es roch nach Männerschweiß. „Besonders komfortabel haben wir es hier unten nicht, aber man kann es aushalten“. Roberto war in eine Kabine gegangen und unterhielt sich mit uns durch die offene Tür. „Ihr dürft auch gerne reinkommen, allerdings habe ich nicht aufgeräumt. Bei dieser Fahrt wohne ich alleine, sonst teile ich mir die Kabine mit einem Kollegen“. Es gab eine Doppelstock-Koje, die war so schmal, dass man sie kaum Bett nennen konnte, einen kleinen Tisch und zwei winzige Kunststoffsessel. Das war’s. Verschiedene Arbeitsjacken, Arbeitshandschuhe, Hemden, Hosen, verschiedene Slips, einige Zeitschriften und mehrere Bücher lagen auf Bett, Tisch und Fußboden verstreut.
Bjørn schaute sich interessiert und neugierig um. Ich setzte mich auf die Kante des unteren Betts. „Stört Euch hoffentlich nicht, wenn ich mich umziehe. Die Klamotten ruinieren bei diesem Job“. Roberto schnappte sich einen Slipp, ein T-Shirt und eine Arbeitsjacke und zwängte sich in seine winzige Nasszelle, die allerdings so eng war, dass die Tür offen bleiben musste. Ich sah, dass er das zerrissene T-Shirt auf den Boden warf und die kaputte Hose einfach auf die Knie rutschen ließ. Er reckte seinen Kopf in Richtung Spiegel und schien zu checken, ob er sich rasieren müsse und schließlich kämmte er langsam und gleichmäßig seine schwarzen, glänzenden Haare. Sein Körper wirkte muskulös aber irgendwie nicht besonders trainiert. Eine weiche, kurze Behaarung breitete sich auf Brust und Bauch aus. Unterhalb des Bauchnabels war glatte, braune Haut und ein ganz schmaler schwarzer Haarstreifen bis zum Ansatz der offenbar recht dichten und ausgedehnten Schamhaare zu sehen. In einem glatten weißen, fast durchsichtigen Slipp deutete sich eine markante, dunkle Beule ab. Der Kontrast zwischen Weiß, Schwarz und Braun war sehr sexy. Unser Einweiser ließ sich viel Zeit. Ich hatte den Eindruck, er wollte beobachtet werden und war, entgegen unserem ersten Eindruck, ausgesprochen eitel. Er klatschte sich ein intensiv riechendes Rasierwasser ins Gesicht und unter die Achseln. Den Rest verrieb er auf Schwanz und Po, indem er mit einer kurzen Bewegung seine Hand vorne und hinten unter den Bund seines Slips schob. Noch einmal drehte sich Roberto vorm Spiegel und schien mit dem, was er sah zufrieden zu sein. Er zog erst das saubere weiße T-Shirt und dann ganz gemächlich seine Arbeitshose an.
„So Jungs, wir können gehen“. Er schlüpfte in seine schweren Schuhe und hielt uns dann die Kabinentür auf: „Gleich nach rechts und am Ende des Ganges müsst Ihr einen Augenblick warten. Ich muss erst dem Chief bescheid sagen.
Unser Einweiser verschwand hinter einer schmalen Eisentür und wir warteten. Er tauchte aber schon nach ein paar Sekunden wieder auf, lächelte wieder dieses richtig nette Lächeln und öffnete eine Schiebetür hinter der eine schmale Eisentreppe weiter in den Bauch des Schiffes führte. Er ging vor und machte uns ein Zeichen, dass es jetzt sehr laut werden würde. Bjørn ging direkt hinter unserem Einweiser und starrte ihm unverblümt auf seinen gut geformten Hintern, der sich eher weiblich beim Hinabsteigen bewegte. Ich sah Bjørn an, dass er von diesem Anblick fasziniert war. Gleichzeitig war er aber auch neugierig auf die mächtigen Maschinen, die stampften und brummten in einem ausgeglichenen Rhythmus.
Am Ende der Treppe griff sich Roberto einen Gehörschutz und reichte jedem von uns auch einen. Er schien es zu genießen, dass er jedes Mal, wenn er etwas erklären wollte, die Schutzkapsel von unseren Ohren etwas anheben musste, um dann ganz nah am Ohr sprechen zu können. Ich roch dabei sein Rasierwasser und spürte seine weiche Gesichtshaut. Bjørn zuckte jedes Mal etwas zusammen, aber rückte dann gleich mit seinem ganzen Körper ganz nah an Roberto heran. Der legte schließlich vertraulich seinen Arm um Bjørn und bedeutete ihm, in eine bestimmte Richtung zu schauen. Ich bildete mir ein, dass er sogar ganz leicht Bjørns Schultergelenk gestreichelt hatte.
Als wir die steile Treppe Richtung Ausgang wieder erklommen, gingen wir vor. Roberto folgte Bjørn so dicht, dass es aussah als schöbe er Bjørn nach oben. Wieder auf dem Autodeck angelangt, sagte Bjørn: „Vielen Dank, das war sehr interessant. Die Luft und den Lärm da unten würde ich nicht lange aushalten. Haben Sie nicht Lust, mit uns heute Abend ein Glas Bier an der Bar zu trinken?“ „Oh, danke, das würde ich sehr gern, aber Mannschaftsmitglieder dürfen dort nicht hin. Wir von hier unten sind da oben überhaupt nicht gern gesehen.“ „Aber zu dem, was die Norweger ‚Nachspiel‘ nennen, dürfen Sie vielleicht zu uns in die Kabine kommen, oder?“, fragte ich.
Roberto schien zu überlegen:“ Ja, das ginge vielleicht, aber da dürfte mich möglichst keiner von der Decks-Crew sehen. Das könnte Ärger geben. Aber, wer nicht wagt der nicht gewinnt. Sagt man nicht so?“, grinste er. „Übrigens, vergesst mal das ‚Sie‘. Ich komme nur, wenn Ihr ‚Du‘ sagt“. „Abgemacht… dann bist Du gegen 22:00 Uhr herzlich in 503 willkommen. Sollten wir dort nicht sein, sind wir auf 511“.
Bjørn und ich stiegen die Treppen zum Kabinen-Deck weiter hinauf. In 503 schlief mein Liebster immer noch tief und fest, so wie wir ich verlassen hatten. In 511 saß Erik am Tisch und schrieb etwas. Als er uns sah, faltete er das Papier und steckte es in einen kleinen Briefumschlag, den er an einem Paket befestigte, das auf dem Bett lag.
„Hei, wo wart Ihr denn? Wollte schon den Kapitän bitten, ‚Mann-über-Bord-Alarm‘ auszulösen“, scherzte er. „Wir haben einen Matrosen aufgerissen, vergewaltigt und dann im Bauch des Schiffes zurückgelassen“, alberte ich zurück. „Das habe ich mir doch gedacht… hatten wir nicht versprochen, auf diesen Knaben hier aufzupassen?“ – „Hab ich doch… bloß Bjørn war so fasziniert von einem knackigen Einweiser-Arsch mit italienischen Wurzeln, davon wollte ich ihn an seinem Geburtstag doch nicht fernhalten“. Ich zwinkerte Bjørn zu, der so tat, als sei er tief zerknirscht. „Nein, Du kannst ganz beruhigt sein. Wir haben uns bloß von einem ausgesprochen netten ‚Matrosen‘ den Maschinenraum zeigen lassen. Bjørn hat ihn für heute Abend auf einen Drink zu uns eingeladen. „So, so… also doch…“, murmelte Karl. „Was sagt denn Dein Mann dazu?“ – „Der schläft ganz fest, aber ich werde ihn jetzt mal wecken. Dann können wir was essen gehen.
Die Prinsesse Ragnhild hatte bereits Færder Fyr passiert, als wir in unsere Kabinen zurückgingen. Vorher hatte ich im Duty-Free-Shop noch fünf Flaschen Rotwein, Cola, Bier und Knabberzeug gekauft. Gus war nicht besonders begeistert von unserem Geburtstagsgast, aber wollte Bjørn nicht enttäuschen und sagte nichts.
Inzwischen war es bereits viertel nach zehn und wir richteten uns in Karls und Bjørns Kabine gemütlich ein. Wir hatten alle verfügbaren Zahnputzbecher und die Flaschen auf den Tisch gestellt und davor zwei Geburtstagsgeschenke platziert.
Gus öffnete eine Flasche Rotwein und schenkte uns ein. Gerade als wir auf Bjørn anstoßen wollten, klopfte es an der Tür. Vor der Tür stand unser „Matrose“ ganz in Weiß mit schwarzer Lederjacke und dunkler Sonnenbrille. An seinem strahlenden Lächeln und den schlohweißen Zähnen hätte ich ihn auch noch später am Abend erkannt, auch sein Rasierwasser erkannte ich sofort wieder.
„Komm rein!“ Roberto stellte sich bei Gus und Karl selbst vor. Gus zog unmerklich die Augenbrauen hoch und fragte sofort: „ Darf ich Dir auch einen Rotwein einschenken? Wir wollten gerade auf unser Geburtstagskind anstoßen“. „Danke, ja! Und nochmal Danke für die Einladung“. Gus stimmte „Happy birthday“ an und wir prosteten Bjørn zu. „Hoch soll er leben, dreimal hoch!“, rief Karl, fasste Bjørn um die Hüfte und hob ihn dreimal hoch über seinen Kopf. Das Geburtstagskind zappelte in Karls starken Armen aber lachte so glücklich, dass Karl ihn fest hielt und so umdrehte, dass er ihm ins Gesicht sehen konnte:
„So, mein Lieber, heute bist Du also offiziell erwachsen; dass Du ein toller Mann bist, haben wir ja schon vorher erfahren. Wir wünschen Dir, dass alle Deine Wünsche in Erfüllung gehen und Du immer stark und gesund bleibst und… Dich niemals unterkriegen lässt. Wehr Dich, wenn Dir Unrecht geschieht, bleib so ehrlich, wie Du bist und sag vor allem immer, was Du willst“. Bjørn schlang seine Arme um Karl: „Ich will, dass Du mich loslässt, damit ich mich ordentlich bedanken kann“, lachte er. „Dann musst Du aber vorher Deine Geschenke auspacken“. Bjørn war deutlich gerührt. Er riss das Geschenkpapier von Karls und Eriks Geschenk. Es war ein Buch, das gerade erst erschienen war: ‚Opp alle jordens homofile‘ von Gerd Brantenberg. „Super, danke!“, ohne auf unseren Gast zu achten, fiel er Karl um den Hals und gab ihm einen Kuss auf den Mund. Roberto lächelte und sagte: „Ich hoffe, ich bekomme auch ein so liebes Dankeschön, wenn Du mein kleines Geschenk ausgepackt hast“, und überreichte ein kleines Paket eingepackt in gelbes Papier von Jahre-Line. Bjørn war etwas unsicher, fingerte an dem Geschenk, als ob er durch Ertasten herausfinden wollte, was es war. Zu Tage kam ein kleines Schiffsmodell der ‚Prinsesse Ragnhild‘. Er schaute es von allen Seiten an und strahlte: „Das ist eine super tolle Erinnerung, vielen, vielen Dank!“
Er überlegte einen Augenblick und ging dann auf Roberto zu, nahm ihn in den Arm und gab ihm einen Kuss auf die Backe. „Das ist mir bei meiner Arbeit auf diesem Schiff auch noch nie passiert. Ihr seid aber ein feiner Haufen, einer netter als der andere…“. „Darauf legen wir großen Wert… alle nett oder keiner“, sagte Gus lachend. „So, so… darauf trink ich jetzt erstmal einen“. Roberto hob sein Glas und leerte es in einem Zug – völlig untypisch für einen Italiener, fand ich. Bjørn behielt er dabei ganz fest im Blick.
„Darf ich meine Jacke ablegen? Es wird recht warm hier“. „Das ist eine gute Idee, ich habe mich auch zu warm angezogen“, stimmte ich zu und zog meinen Pullover über den Kopf. Dabei rutschte allerdings mein T-Shirt mit hoch und ich stand plötzlich mit bloßem Oberkörper in der Runde. „Ehy, Walter, wir haben Gäste…“, rief mir Gus gespielt empört zu. „ Du weißt doch wohl, was sich gehört?“ – „Wieso?“, fragte Bjørn. „Bei uns in Norwegen gibt es keine Bekleidungsregeln für solche privaten Feiern. An meinem Geburtstag darf jeder rumlaufen, wie er möchte“. „Also, dann bleibe ich so“, grinste ich.
Roberto sah in seinem hautengen T-Shirt, das gut seine Körperbehaarung ahnen ließ und seiner dünnen, weißen Hose, die im Hüftbereich alle seine männlichen Reize stark betonte, verdammt sexy aus. „Bei uns in Italien gibt’s auch keine besonderen Regeln, der Gastgeber bestimmt, wie er es haben möchte“. „Viva Italia! Cin Cin!“, rief Gus. „Viva la libertà!“, rief Roberto.
Bjørn nickte zustimmend und hielt seine Augen ebenfalls auf Roberto gerichtet, “Ich möchte, dass Ihr es Euch gemütlich macht. Setzt Euch endlich! Ich muss ja noch ein Geschenk auspacken. „Das ist etwas, das Dich sowohl auf Deinen Reisen wie auch bei Deiner Arbeit immer an uns erinnern soll“, erklärte ich. „Oh, wie schön… ein echtes Schweizer Taschenmesser habe ich mir immer gewünscht…danke, danke, danke“. Bjørn nahm erst mich und dann Gus liebevoll in den Arm, schaute uns beide lange an und gab jedem von uns einen sehr langen Kuss. – Roberto sah amüsiert zu und bemerkte: „Ihr mögt Euch alle wohl sehr und habt schon viel mit einander erlebt, oder?“ „Ja, das kann man so sagen“, schmunzelte Gus und nahm einen Schluck Rotwein. „Prost Roberto, Du hast uns sehr schnell gut durchschaut. Übrigens, wenn’s Euch nicht stört ziehe ich mein T-Shirt auch aus“. – „Ich habe zwar nicht so einen Astralkörper wie Ihr, aber mein Hemd ist mir auch zu warm. Ich lege auch ab. Prost Jungs!“ Karl zog sein Hemd mit einem Schwung über den Kopf und warf es auf den Fußboden.
Roberto fingerte etwas an seinem Hosenbund, der ihm offenbar zu eng war. Als Karl noch einmal aufstand, um sein Glas nachzufüllen, starrte Roberto plötzlich wie gebannt auf Karls anatomisch außergewöhnliche Körpermitte, die sich gut sichtbar abhob und eigentlich jeden Mann hätte stutzen lassen.
„Oh ha… Karl, Du hast aber eine schicke Hose… ehmm…ist das alles echt?“, fragte Roberto vollkommen entrückt. Früher wäre Karl bei einer solchen Frage knall rot geworden. Die paar Tage in Norwegen hatten ihn total verändert: „Na klar, die Hose ist aus bester Baumwolle mit einer elastischen Faser, die ganz neu aus Amerika kommt. So etwas bekommt man in Oslo“. Er lachte laut und sah Roberto fast triumphierend an.
„Also… ehh… ich meinte eigentlich was anderes… aber…ach…vergiss meine Frage“. Roberto sah irgendwie enttäuscht aus und lenkte seinen Blick auf sein Weinglas, das fast leer war. „Na, komm Roberto… ich wollte Dich nicht ärgern. Du bist nicht der Erste, der mich fragt und wirst auch nicht der Letzte sein...“. Karl baute sich direkt vor Roberto auf, so dass dieser ihn mit seinem Kopf im Schritt hätte berühren können. „Die Natur hat es mit meinen Fortpflanzungsorganen recht gut gemeint. Es funktioniert alles bestens, bloß bei den Dimensionen hat der Herrgott vermutlich gerade an etwas anderes gedacht und mehrmals drauf gepackt. So habe ich etwas Einzigartiges, um Frauen fern zu halten und Männer neugierig zu machen. Ich bin dafür sehr dankbar.“
Roberto war sichtlich verlegen, schluckte ein paar Mal und schwieg. „Jetzt habe ich Dich schon wieder erschreckt, was? Komm, lass uns anstoßen. Ich schenk Dir noch was nach…“. Roberto stotterte: „Nein, nein, gggganz und gar nicht… Ich mmmmeine bloß…Ich habe so etwas noch nie in Wwwwwirklichkeit gesehen… also sooo richtig, meine ich“. „Hast Du es denn schon mal auf Bildern gesehen?“ „Ja klar…“, kam es spontan und völlig unbefangen. „ Na, gottseidank, dann sind nackte Männer Dir wenigstens nicht unangenehm.“ „ Im Gegenteil, für mich sind nackte Männer tausendmal hübscher als nackte Frauen, aber das darf ich natürlich hier nicht laut sagen, da wir ja unten nur Männer sind und uns fast jeden Tag irgendwann nackt sehen“. - „Na, dann hätten wir das ja geklärt“, mischte sich Gus jetzt ein. „Ich dachte schon, ich dürfte meine Hose heute überhaupt nicht mehr ablegen. Du musst wissen Roberto, hier unter uns fühlen wir uns nackt am wohlsten“. Sprach‘s und knöpfte schon seinen Hosenbund auf. „Stimmt, wir mögen uns halt alle sehr“, fügte Bjørn hinzu.
„Leider fehlt heute mein bester Freund Erik in der Runde…tja, leider… mit ihm haben wir immer unglaublich viel Spaß“, warf Karl fast träumend ein. „Waaas, da ist noch einer? Das ist ja nun wirklich unglaublich, “ rief Roberto ungläubig. „ Ich laufe seit Jahren in Mailand und Bremen rum und suche einen Mann, der ein bisschen so denkt wie ich und dann treffe ich hier an einem Abend gleich vier davon, für die es offenbar kein Problem wäre noch mehr aus dem Hut zu zaubern. Sagt mir bitte, wie Ihr das macht… wie habt Ihr Euch kennengelernt? Habt Ihr einen Rat, wie ich mal wieder ein bisschen Spaß haben kann“. „Was meinst Du mit Spaß?“ „Na ja,… also… ich würde schon gerne mal einen Mann anfassen… Bei Euch in Deutschland macht man das ja am liebsten im Dunklen, im Park oder auf der öffentlichen Toilette. Als Italiener bin ich lieber draußen in der Sonne am Strand oder wenigstens im Licht.
„Das kenne ich von meinem Freund Andrea. Er ist aus Ligurien und gehört eigentlich auch zu unserer Runde“, gab ich zum Besten. „Das kann doch alles nicht wahr sein…ich fasse das nicht…“, murmelte Roberto ungläubig vor sich hin. Mit einem Ruck zog er sein T-Shirt über den Kopf, wischte sich damit die Stirn und die Achseln ab und warf es neben sich.
Gus hatte inzwischen seine Hose runtergerollt und saß in seinem hinreißenden roten Slipp breitbeinig auf dem Bett. Auch Bjørn versuchte jetzt, etwas ungeschickt zwar, aber doch noch recht schnell sich seiner Hose zu entledigen. Wieder schaute er fast gebannt zu Roberto rüber.
Auch Karl hatte die Rotweinflasche vorsichtig abgestellt, zog sehr sorgfältig seine Hose runter und legte sie ordentlich zusammen. Ich zog Jeans und Slipp gleichzeitig runter und rief: „Jetzt wird’s gemütlich. So lässt sich doch viel besser feiern. Komm Bjørn, setz Dich hier zwischen unseren Gast und mich. Das ist bequemer als der blöde Plastikstuhl“.
Besagter Gast war hingerissen und huschte mit seinem Blick fast schon nervös von einem zum anderen. Endlich hatte auch er es geschafft, den obersten Knopf seiner Leinenhose zu öffnen, die war aber so eng, dass er sie nur mit großer Mühe auf die Knie schieben konnte. „Soll ich Dir helfen“, fragte ich und hatte schon die Hosenbeine in der Hand. Ohne eine Antwort abzuwarten, lag die Hose Sekunden später bereits ausgeschüttelt und zusammengelegt neben uns. Roberto lächelte mich mit seinem bezaubernden Lächeln an und ließ sich mit hinter dem Kopf verschränkten Händen auf den Rücken fallen. Die dunkle Wölbung in seinem Slipp schimmerte jetzt noch deutlicher als vorhin und schien vor allem deutlich an Volumen zuzunehmen. Mein Schwanz reagierte darauf sofort und war in Sekundenschnelle bestens durchblutet und eisenhart. Gus sah das natürlich sofort und meinte nur lakonisch: „Jetzt steigt die Stimmung… möchte noch jemand was trinken?“ Er griff nach einer Flasche auf dem Tisch und entkorkte sie, dabei hob sich sein wunderschöner Schwanz auch langsam, stand aber noch nicht waagerecht.
„Woran denkst Du gerade?“, fragte Karl und schnippte Gus mit Daumen und Zeigefinger auf den Po. „Och, nichts Besonderes, dachte nur gerade, wie schön leicht sich der Korkenzieher in den Korken drehen lässt…“. „ Unser Gast muss ja glauben, wir seien total verdorben“, gab Karl zu bedenken.
„Sag, was Du denkst Roberto. Wir sind unter uns immer ehrlich und offen“. „Ich… also, ich bin völlig platt. So eine verrückte Geburtstagsparty habe ich noch nie erlebt… und wenn sie mich morgen bei Jahre-Line rausschmeißen, war es das hundert Mal wert“, er lachte ein fröhliches, unbekümmertes Lachen und schob mit einer kurzen Handbewegung seinen Slipp nach unten: „Das ist es, was ich denke… kann leider nicht anders“. Steil stand dort jetzt ein klassisch schön geformter Schwanz von etwa 15 Zentimetern, dunkel braun, mit einer glänzenden lila Eichel, umgeben von einer Art dichtem Flaum aus weichen schwarzen Schamhaaren. Bjørn sah zur Seite und schaute hingerissen auf diese italienische Schönheit. Seine zwanzig Zentimeter hatten sich längst ihren Weg nach draußen gebahnt und glänzten jetzt um die Wette mit unseren Penisköpfen.
Nur Karl zögerte noch seine faltigen Boxer-Shorts abzulegen. „Darf ich mal?“, kam es zögernd und fast scheu von Roberto, der sich wieder auf Karl fixiert hatte. „Ja klar, unsere Gäste dürfen alles“, zwinkerte er Roberto zu. Der war jetzt nicht mehr zu halten, riss an den Boxer-Shorts und hielt dann plötzlich inne. Mit großen Augen und wirklich erschrocken schaute er auf den Fleischberg zwischen Karls Oberschenkeln. Die braun-lila Zitrone hatte sich bereits gestreckt und etwa das Doppelte ihres normalen Volumens. Karl zog mit einer kurzen Handbewegung die Vorhaut noch etwas zurück und rückte die beiden gigantischen Hoden zurecht.
Roberto schien unfähig sich zu bewegen und starrte wie gebannt auf Karl. Ich legte meine Hand auf Robertos Oberschenkel und raunte ihm zu: „ Keine Angst, er tut Dir nichts“. „Na warte, Du Schlingel, Ich tue Dir gleich was“, lachte Karl und schob sich noch näher an uns ran. „Oh ja, bitte!“, feixte ich und ließ aber meine Hand bei Roberto, dem das sichtlich gefiel. Ohne seinen Blick von Karl zu wenden, nahm er meine Hand und führte sie zu seinem warmen Kolben. Gleichzeitig griff er nach Bjørns Hand und legte sie neben meine. Bjørn hatte inzwischen einen knallroten Kopf und begann zu schwitzen.
Unsere beiden Hände fingen abwechseln und ganz langsam an zu arbeiten. Der Schwanz unseres „Einweisers“ fühlte sich unsagbar gut an, nicht weich aber zart, fast wie Marzipan, das sich nicht formen ließ. Gus lag jetzt auf dem Bauch und war an uns heran gerobbt. Er nahm abwechselnd Bjørns und meine Zehen in den Mund und wanderte mit seiner Zunge jeweils die Fußsohlen und den Fußrücken rauf und runter. Immer wenn ich dran war, erhöhte ich die Frequenz meiner Auf- und Ab-Bewegungen bei meinem Nachbarn, der seinerseits seinen Kopf inzwischen zwischen Karls Oberschenkeln versenkt hatte und immer wieder zufrieden grunzte. Karl warf seinen Kopf in den Nacken und nahm Robertos Kopf in seine mächtigen Hände, um ihn rhythmisch auf sein ungewöhnliches Fortpflanzungsorgan zu drücken. Roberto rang nach Luft, ließ aber alles ohne jede Gegenwehr mit sich geschehen. Ich bedeutete Bjørn, sich allein um den Schwanz seines Gastes zu kümmern und beugte mich zu seinem edlen und langen Teil hinunter.
Langsam ließ ich es in meinen Mund gleiten und versuchte ihn möglichst in ganzer Länge aufzunehmen, ohne einen Würgereiz zu bekommen. Einmal war mir das schon gelungen. Es war eine Frage der Entspannung. Die Zunge von Gus wanderte inzwischen an meinem Oberschenkel aufwärts hin zur Körpermitte. Bjørn hatte schon viel von uns gelernt und schien unseren Gast inzwischen in einen Rausch zu versetzen. Der schnappte hin und wieder nach Luft, rollte mit den Augen und versuchte dann weiter die riesige Frucht in seinem Mund zu entsaften. Gus schien jetzt andere Pläne zu haben. Er begab sich auf die andere Seite von Karl und hockte sich so hin, dass er entweder meinen oder Robertos Schwanz jederzeit problemlos in seinem Anus versenken konnte.
Gus hat ein recht großes Loch und kann fast alle Schwanzgrößen schmerzlos aufnehmen. Ich flüsterte Roberto zu: „Steh mal etwas auf!“ Ohne seinen Kopf aus Karls Schoß zu nehmen, machte er das sofort. Gus führte jetzt mit seiner Hand den von meiner Spucke tropfenden Schwanz unseres Gastes an seine Rosette. Roberto schaute kurz auf und schien Gus abweisen zu wollen. Dann entschied er sich doch anders und stieß hart und unerbittlich zu. Gus stöhnte und griff nach meinem Kopf, um mich etwas hoch zu ziehen. Ich sah Karl heftig zittern und einen Schwall seiner Sahne über Robertos schönes Gesicht laufen. Der wischte sich mit der Hand durchs Gesicht und verteilte die cremige Flüssigkeit auf meinem Schwanz, der auch auf Einlass in Gus‘ Anus drängte. Der nahm seinerseits unsere beiden Schwänze, drückte sie zusammen und dirigierte sie in Richtung seiner Rosette.
Ich wusste, was er wollte. Dazu musste ich mich allerdings drehen und quasi unter meinem Geliebten liegen und Roberto konnte seine Stellung beibehalten. Mein Liebster genoss es und strahlte mich an. Er beugte sich vornüber zu mir hinab und saugte sich an meinen Lippen fest. Mit seiner Hand steuerte jetzt meinen steinharten Kolben neben den von Roberto, der sich gleichmäßig rein und raus bewegte. Ich passte mich seinen Bewegungen an und unser Gast begriff sofort, worum es ging. Wir stießen jetzt gemeinsam in die warmen, wohligen Tiefen des Darmes meines Schatzes vor. Er rollte mit den Augen, seufzte, stöhnte und gab kurze, leise Schreie von sich.
Bjørn war aufgestanden und schaute sich das Schauspiel von der Seite an. Karl kraulte uns allen abwechselnd den Nacken oder den Kopf. Ich war drauf und dran meine Sahne in die Tiefen meines Geliebten zu versenken. Der schien das zu merken und flüsterte: „Noch nicht mein Schatz, bitte noch nicht…“.
Es gab nur einen Weg das zu verhindern. Ich zog mich zurück. Gleichzeitig bedeutete ich Bjørn, sich an meine Stelle zu begeben. Geschickt schaffte er das, wozu ich Hilfe gebraucht hatte. Fast elegant versenkte er seine zwanzig Zentimeter rhythmisch zusammen mit dem unablässig zustoßenden Prachtexemplar unseres Gastes in meinem Liebsten.
Robertos dunkle von Haaren umkränzte Rosette grinste mich quasi an. Ich befeuchtete sie mit meiner Zunge und wartete auf eine Reaktion: „Oh ja, bitte… ich möchte Dich spüren“. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und schob mich vorsichtig und ganz langsam vor. Gus biss sich jetzt in Bjørns Lippen fest. Gerade hatte ich die mir bisher unbekannte Prostata erreicht, als sich der Körper, den ich hielt, plötzlich verkrampfte und ein lautes Stöhnen verkündete: „Ich kann nicht mehr, ich komme…“. Im selben Moment sackte er rückwärts in meine Arme, gab aber meinen Schwanz nicht frei. Ich hielt ihn fest und stieß nur noch ganz behutsam zu, während ich seinen Nacken und die Schultern küsste.
Er drehte sich zu mir um, rollte wieder mit jetzt glasigen Augen. „Bitte! Ja, ja, ja… ich werde irre“. Bei mir löste sich eine enorme Explosion. In mehreren Schüben pulsierte meine Sahne in seinen Darm. Immer wieder zog sich mein Unterleib zusammen und ich merkte, dass sich ein Schub nach dem anderen heraus katapultierte. Und doch wollte ich einfach noch nicht aufhören.
Ich legte mich neben Bjørn, der immer noch seinen herrlichen Schwanz gleichmäßig in meinen Schatz drückte. Der genoss mit geschlossenen Augen und schien kaum zu registrieren, dass ich seinen mir so gut bekannten, geliebten und feuchten Schwanz in den Mund genommen hatte.
Bjørn atmete schwer neben mir und war von Schweiß richtig nass. Immer wieder stieß er kräftig zu, hob und senkte seinen schönen Körper dabei und schaute mich dann plötzlich glücklich lächelnd an: „Oh Gott, ich komme…“. Ich versenkte noch einmal den schönsten aller Schwänze bis tief in meinen Gaumen und schmeckte dann das Sperma, das ich aus allen anderen immer rausschmecken würde. Auch bei meinem Liebsten wollte das Pulsieren gar nicht aufhören. Ich schluckte und schluckte und leckte alles sauber. Dann drückte ich meine Lippen noch einmal auf seine und gab ihm etwas von seiner Sahne zurück.
Unser Geburtstagskind hatte sich schwitzend auf das Bett neben Karl gelegt und rieb sich mit seinem T-Shirt seinen Schwanz ab. Karl spielte gedankenverloren mit seinem klebrigen und immer noch aufregend glänzenden Gigant-Teil. Unser Gast saß im Schneidersitz mit seinem Rotwein-Zahnputzbecher in der Hand und blickte fröhlich in die Runde.
Gus und ich lagen dicht neben einander, hielten unsere Hände und schauten gegen die Kabinen-Decke.
„Kommt doch ins Bett, hier ist Platz für uns alle“, rief Karl. „ Oder wenn’s Dir zu eng wird, kannst Du Dich gerne auf das Schlafsofa dort drüben legen“, sagte er in Richtung Roberto. Der überlegte nicht lange, schnappte sich eine Decke und kuschelte sich dort, nackt wie er war, ein. „Danke, Jungs! Dieses ‚Nachspiel‘ werde ich wohl nie vergessen. Ich hoffe bloß, wir verlieren uns nach dieser Überfahrt nicht für immer aus den Augen“. „An uns soll’s nicht liegen. Du bekommst alle unsere Adressen und Telefonnummern“, sagte ich etwas voreilig auch im Namen der anderen. Da alle heftig zustimmend nickten, hatte ich nichts Falsches gesagt.
„Und im Übrigen bin ich schon nächste Woche wegen meines Studienplatzes in Bremen. Also solltest Du nicht gerade arbeiten müssen, können wir uns gerne treffen“. „Oh ja, gerne. Aber was sagst Du, Gus, dazu? Wirst Du nie eifersüchtig?“ „Nein, ich weiß, was ich an meinem Mann habe. Nichts und Niemand kann uns auseinander bringen. Ich mag alle unsere gemeinsamen Freunde und möchte keinen von ihnen missen. Jeder von ihnen ist auf seine Art so lieb, aber mein Schatz ist eben einzigartig und noch einen ganz kleinen Tick lieber“.
Er nahm mich in den Arm und gab mir einen Kuss. „Wenn Du in Bremen heimlich mit Roberto durchbrennst, ziehe ich in eine Wohngemeinschaft mit Erik, Bjørn und Karl und wir lassen Euch niemals mehr rein. Wenn Ihr aber offen und ehrlich sagt, was Ihr vorhabt und Du Deine Meinung über mich nicht änderst, bleiben wir ewig zusammen“. „So einen Mann würde ich auch gern finden“, seufzte Roberto. „…Aber ich bin ja schon zufrieden, wenn Ihr mit mir in Kontakt bleibt. Ich habe zwar nur eine kleine Studentenbude in Bremen, aber Ihr seid jederzeit herzlich willkommen“.
Draußen wurde es schon wieder hell und an Backbord glitt die Küste Dänemarks an uns vorbei. Gus, Bjørn und Karl schliefen fest. Ich erwachte, weil Roberto aufgestanden war und sich anzog. Hastig schob er seine Morgenlatte in seine Arbeitshose, sein Slipp war zu verklebt, um noch einmal getragen zu werden.
Als er bemerkte, dass ich wach war, lächelte er mich an und flüsterte: „ Ich muss arbeiten, sonst schmeißen die mich wirklich raus. Ich habe Dir hier meine Adresse und Telefonnummer aufgeschrieben. Bitte melde Dich, wenn Du nächste Woche in Bremen bist“. Er reichte mir einen kleinen Zettel und gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Warte, ich schreibe Dir schnell noch unsere Adresse auf…“. Ich schrieb alles auf einen Jahre-Line-Prospekt und drückte es ihm in die Hand. „Ihr seid wirklich außergewöhnlich…Du glaubst gar nicht, wie froh ich bin Euch getroffen zu haben. Wir sehen uns hoffentlich schon bald wieder“. Leise öffnete er die Kabinentür, schaute kurz nach links und rechts, zog die Tür wieder ganz leise zu und verschwand.
Als die Fähre Laboe passiert hatte, drängten viele Passagiere schon zur Lobby und zum Autodeck. Wir wollten möglichst lange auf dem Oberdeck das Anlegemanöver beobachten. Vatern hatte versprochen, uns abzuholen.
Die schwere Laderampe für das Autodeck war gerade mit einem lauten Knall auf die Kaimauer hinunter gefahren worden, als wir auch schon die Gangway hinabstiegen. Ich entdeckte Vatern zuerst. Er stand an seinen Wagen gelehnt direkt an der Hauptstraße, die am Oslo-Kai entlang führte. In diesem Moment tippte mir Bjørn auf die Schulter und zeigte zu den Autos, die jetzt die Fähre verließen. Dort stand Roberto und dirigierte die LKWs auf die Fahrspur zum Zoll. Wir winkten, doch er schien uns nicht zu bemerken. „Schade“, sagte Karl. „Ich hätte mich so gern noch ordentlich verabschiedet“. „Mach doch, wir warten auf Dich mit Vatern da drüben beim Auto“. „Ja ok, ich komme gleich nach“.
Vatern schien froh zu sein, uns zu sehen. Jedenfalls überschüttete er uns sofort mit Fragen, was sonst eigentlich nicht seine Art ist. Natürlich wollte er wissen, wie es der Familie ging, wie das Gespräch mit Egil Sivertsen verlaufen war und so weiter. Bei all dem wäre die Vorstellung von Bjørn beinahe untergegangen. Vatern behauptete steif und fest, er habe Bjørn mal vor Jahren als kleinen Jungen getroffen und kenne auch seine Mutter und seinen Onkel. „Was möchtest Du denn hier bei uns unternehmen? Brauchst Du noch Tipps? Ich hoffe, Du bleibst ein paar Tage unser Gast, bevor Du Deine Deutschland-Tour anfängst?“ Bjørn bedankte sich artig und meinte, er wolle in ein paar Tagen erstmal nach Osnabrück zu einer Landwirtschaftsausstellung, dann nach Köln und München. Auf dem Rückweg wollte er sich noch irgendwo die Zonengrenze anschauen, wüsste aber noch nicht genau wo.
„Wo habt Ihr denn Karl gelassen? Ist er gleich in Norwegen geblieben?“, fragte Vatern augenzwinkernd. „Er will sich noch von jemandem verabschieden, den wir auf dem Schiff kennengelernt haben“. „Ihr mit Euren Bekanntschaften… Wer ist es denn diesmal?“ „Ein Student aus Bremen, der auf der Fähre arbeitet, um sich sein Studium zu verdienen.“ „Ah, das ist vernünftig“.
Ich staunte immer wieder, wie elegant und sportlich Karl sich trotz seines gedrungenen Körperbaus mit Bäuchlein bewegen konnte. Winkend und mit großen Schritten kam er auf uns zu gelaufen. „Entschuldigt, aber ich konnte doch nicht einfach so ohne Abschied abhauen, nach der schönen Feier gestern Abend…“. Er begrüßte Vatern herzlich und verstaute seine Tasche im Auto. „Was gab’s denn zu feiern?“, fragte Vatern neugierig. „Ich hatte gestern Geburtstag… bin 18 geworden.“ „Herzlichen Glückwunsch, mein Junge!“ „Da haben wir halt ein bisschen Party gemacht…“. „ Und gleich die halbe Mannschaft eingeladen? Das nenne ich großzügig…“, lachte Vatern. „Nein, nein… als Dank dafür, dass er Walter und mir das Schiff gezeigt hat.“ „Na ja, Ihr trefft eben immer die richtigen Leute. Ich bin schon so oft mit der Fähre gefahren. Mir hat noch nie jemand das Schiff gezeigt“.
Auf der Heimfahrt berichteten wir Vatern ausführlich über unser Gespräch mit Egil und unseren Plänen für die Zukunft. „Ok, das hört sich alles vernünftig an. Ich hätte es zwar lieber gesehen, Du hättest Dich für ein Studium in Oslo entschieden, aber vielleicht hat Egil Recht. Ein Bein in Deutschland und eins in Norwegen kann ein großer Vorteil sein. Du musst Dich jetzt aber ranhalten, wenn Du Dich noch zum Herbst-Semester in Bremen oder Hamburg einschreiben möchtest, Walter. Gus, weißt Du schon, wie und wo Du Dein Studium weitermachen willst?“ „Ich richte mich nach Walter. Dort, wo er einen Platz findet, werde ich mich auch einschreiben. Mein Tutor in Genua hat ja eigentlich schon alles vorbereitet. Da spielt es keine Rolle, ob es Oslo, Hamburg oder Bremen wird“, antwortete Gus und Vatern nickte zustimmend. „Und, was ist mit Dir Karl? Wie gefiel Dir mein zweites Heimatland?" Karl wurde seit langem mal wieder rot. Mit glänzenden Augen und eigentlich viel zu glücklich strahlend berichtete er von unseren Ausflügen und was für ein toller Mensch Erik sei, dass er bei ihm wohnen durfte und was er alles für ihn getan habe. „Na, das hört sich ja beinahe an, als seist Du verliebt…in Norwegen…natürlich“. Karls Gesichtsfarbe wechselte jetzt von hellrot zu dunkelrot. Er schaute erst mich an dann Gus und sagte schließlich: „Ja, das kann man so sagen…also…irgendwie… sowohl als auch… . Ich kann’s ja ebenso gut schon jetzt und hier sagen; Ich werde mit Erik zusammenziehen. Sobald er eine Arbeit für mich gefunden hat, ziehe ich nach Norwegen“.
„Mann, das ist jetzt aber ein ziemlicher Schlag für mich. Dann willst Du tatsächlich unsere Kanzlei verlassen? Geht das nicht alles ein bisschen schnell?“ „Ich habe mir das auch überlegt, aber es gibt nicht viele Gelegenheiten im Leben, wo alles so gut passt, wie gerade jetzt bei mir“. „Auf der einen Seite freue ich mich riesig, dass Dir das Land, an dem mir so viel liegt, so gut gefällt und Erik ist ja auch ein funz Kerl. Auf der anderen Seite möchte ich Dich eigentlich als Bürovorsteher nicht gerne verlieren. Es gibt nur wenige Leute, denen ich so vertraue wie Dir“. „Danke, mir geht’s ja ähnlich. So einen Chef wie Dich werde ich wohl nicht so schnell wieder finden. Aber ich habe mich entschieden“.
Ich bewunderte Karl, dass er so konsequent zu seinen Plänen stand.
Als wir zuhause in die Garageneinfahrt einbogen grinste Vatern plötzlich und sagte: „ Übrigens, Frau Schulze von Gegenüber macht jetzt bei uns sauber…“. „ Eh, was? Wie bitte? Die Klatschtante…?“ „Ja eben, gerade deshalb… Ich hatte von Nachbarn gehört, dass sie überall rumläuft und erzählt, dass Du schwul bist, Dein Vater wohl auch, denn er ließe es zu, dass Du mit einem Mann zusammen bei uns wohnen könntest. Und das alles, wo doch die arme Mutter so krank sei und davon gar nichts wüsste. Da habe ich mir gedacht, Angriff ist die beste Verteidigung und habe sie gefragt, ob sie nicht Lust habe, uns ein bisschen zur Hand zu gehen, weil Du ja bald aus dem Haus wärst und mir allein alles zu viel würde. Sie hat sich so gebauchpinselt gefühlt, dass sie jetzt alle Leute versucht, davon zu überzeugen, dass schwule Männer generell doch sehr nett seien und man doch froh sein sollte, wenn sie nette Partner fänden“. Ich schluckte und staunte. Auch Gus schaute Vatern bewundernd von der Seite an. „Na toll, dann wird uns ja Frau Schulze in Zukunft jeden Morgen das Frühstück ans Bett bringen und meine Unterhosen waschen… Sag ihr aber bitte, Sie soll nicht so laut sein“, sagte ich sarkastisch. "Walterchen und Gus brauchen ihren Schönheitsschlaf und nach den anstrengenden Nächten auch viel Ruhe“, fügte ich grinsend hinzu. „Macht Euch keine Sorgen, das klappt schon“.
Vatern setzte uns vor unserem Haus ab, wollte Karl nach Hause bringen und dann in die Kanzlei fahren. Da wir drei auf der Fähre kaum geschlafen hatten, wollten wir auf jeden Fall erstmal unsere „fünf Minuten nehmen“. Vorher zeigten wir Bjørn das Gästezimmer und Bad und Küche, damit er sich zuhause fühlen konnte. „Grundsätzlich gilt bei uns, unsere Gäste brauchen nicht fragen, ob sie etwas zu trinken oder zu essen haben dürfen. Der Kühlschrank ist für alle da. Vaterns Arbeitszimmer ist tabu, ansonsten kannst Du machen, was Du möchtest.
Das Telefon klingelte. Erik wollte unbedingt wissen, ob wir gut angekommen waren. Er machte sich Sorgen, weil er Karl noch nicht erreicht hatte. „Er ist mit Vatern auf dem Weg nach Hause“. Da Ferngespräche teuer waren, fassten wir uns kurz.
Bjørn und Gus nutzen die Gelegenheit, eben gemeinsam unter die Dusche zu springen. Ich checkte Küche und Kühlschrank, ob für vier Leute genug zum Abendbrot da war und packte dann unsere Sachen aus. Unser Bett war frisch bezogen. Frau Schulze hatte sogar an zwei Decken und zwei Kopfkissen gedacht. Sie hatte einen frischen Salat gemacht. Es waren Buletten für fast zehn Personen da, auch Brot, Eier, Aufschnitt, Milch und Getränke waren mehr als ausreichend vorhanden. So gesehen war unsere neugierige Nachbarin doch recht nützlich.
Mein Liebster und unser „Quasi-Adoptivsohn“ trockneten sich gerade ab und alberten nackt auf dem Flur herum, als ich den Schlüssel in der Haustür hörte. „Huh, Walterchen! Seid Ihr gut angekommen?“ Die Stimme kannte ich nur zu gut. „Ach, Himmel, ich störe…Du hast Besuch“, Frau Schulze tat zerknirscht und wanderte gekünstelt auf Zehenspitzen in die Küche. „Hallo, Frau Schulze! Ja, bei uns ist alles in Ordnung und vielen Dank, dass Sie so gut für uns vorgesorgt haben“.
Gus und Bjørn hatten sich jeder ein Badetuch umgelegt und kamen gerade die Treppe runter, als ich dabei war unsere Nachbarin behutsam aus der Haustür zu drängen. Zu spät. „Oh, das ist aber nett, da lernen wir uns ja auch gleich kennen…nehmen Sie auf mich keine Rücksicht, nackte Männer machen mir nichts aus“, sie zwinkerte uns Vertrauen erhaschend zu. Also, stellte ich Gus als meinen besten Freund und Bjørn als Mitglied meiner norwegischen Familie vor und hoffte, damit meiner Höflichkeitspflicht Genüge getan zu haben. „Ach, Sie sind ein Verwandter von Herrn Dr. Ek…. Verstehen Sie denn Deutsch?“. „ Och, ich denke schon. Unsere Schulbildung in Norwegen ist nicht schlecht und bei so vielen Deutschen in der Familie, macht mir Ihre Sprache wenig Probleme“. Frau Schulze schien enttäuscht, hätte sie doch sonst einen Vorteil gehabt. Zu Gus gewandt sagte sie: „ Wir haben uns ja leider auch noch nie richtig begrüßt. Sie sind das also der, der unser Walterchen auf den richtigen Weg bringen will…“. „Ich glaube, da irren Sie sich. Er bringt mich auf den richtigen Weg“. Gus grinste. „So, so… na ja, wenn Sie das so sehen. Ja, ja… unser Walterchen wird eben erwachsen und auch reifer… aber er war ein soooo süßes Kind“. Wo sie hier den Gegensatz sah, erschloss sich keinem von uns. Gus schmunzelte, Bjørn lachte laut und ich gab lächelnd zu bedenken: „ Wäre ja schrecklich, wenn ich so klein, schmächtig und kränklich geblieben wäre, wie ich noch vor zehn Jahren war“. Bjørn verlor vor Lachen beinahe sein Handtuch: „ Klein und schmächtig wäre wirklich tragisch…“. Frau Schulze argwöhnte offenbar, dass sie von uns nicht ernst genommen wurde und zog sich geschickt rückwärts laufend zurück. Allerdings nicht ohne noch einmal vertraulich zu zwinkern und kurz über die Schulter zu winken. „Ich komme dann morgen zum Saubermachen“.
Alter Gewohnheit folgend lag Bjørn wieder zwischen uns in meinem Bett, das übrigens mit dem Einzug von Gus in unser Haus ein komfortabel breites Doppelbett geworden war. Allerdings waren wir alle drei so müde, dass wir es bei einem zärtlichen Kuss auf unsere Schwänze beließen und noch fest und tief schliefen als Vatern nach Hause kam. Er war sehr leise und zog sich in sein Arbeitszimmer zurück, ob er einen Blick in mein Zimmer geworfen hatte, kann ich nicht sagen.
Als wir noch immer etwas schlaftrunken zwei Stunden später in die Küche kamen, stand er am Herd und wärmte Buletten auf. „Na Ihr drei? Fehlenden Schlaf nachgeholt?... Freut mich, dass Ihr Euch so gut versteht. Ehrliche Freundschaft ist Gold wert in diesen Zeiten…und…unter Männern viel zu selten“. Er sprach mehr zu sich selbst als zu uns. „Wir können wirklich nur froh sein, dass wir endlich eine liberale Regierung haben, die uns alle etwas freier hat werden lassen. Noch vor einem Jahr, hätten wir uns strafbar gemacht. Gus und Du Walter wegen ‚Unzucht mit Minderjährigen‘ und ich, weil ich das unterstützt habe. Frau Schulze hätte uns mit einer kleinen Bemerkung alle in den Knast bringen können. Heute kann sie behaupten, was sie will. Kein Gericht kann mehr darüber bestimmen, wen wir lieben dürfen. Das ist bei unserer Geschichte ein riesen Fortschritt für unser Land“.
Da sprach der Rechtsanwalt. Erst viele Jahre später als Gus und ich auch offiziell in Amsterdam geheiratet haben und Bjørn, Roberto und Andrea Trauzeugen waren, wurde mir bewusst, welches Glück wir hatten, genau in dieser Zeit gelebt haben zu dürfen.
(Meine Geschichte geht schon bald im Kapitel "30 Jahre normal anders (4)" weiter.)



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