30 Jahre normal anders (4) Ernst des Lebens
- gert

- 27. Nov. 2019
- 47 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Nov. 2022
Ernst des Lebens – Ein Geben und Nehmen
Die folgenden Tage waren voll von Abschied, Anfang, Bürokratie und jeder Menge Zukunftsplanung.
Gus und Bjørn verließen mich am selben Tag. Der eine, um mit der Bahn nach Genua zu fahren, der andere um nach Osnabrück zu kommen. Gus versprach in spätesten zehn Tagen wieder zuhause zu sein. Mit Bjørn verabredete ich, dass wir uns zwei Tage später in Bremen am Hauptbahnhof treffen sollten. Ich rechnete damit, bis dahin die wichtigsten Formalitäten fürs Studium erledigt zu haben und wollte mit ihm dann ein bisschen die Stadt erkunden. Vielleicht konnten wir dabei sogar schon mal nach einer Wohnung für Gus und mich Ausschau halten. Sollte es mit einem Studienplatz dort nichts werden, würden wir beide eine Tour nach Hamburg machen.
Nach so langer Zeit täglichen Zusammenseins mit Freunden und meinem Liebsten, fühlte ich mich plötzlich sehr allein. Als ich abends kurz bei Karl vorbei schaute, ging es ihm genauso. Er hatte schon ein halbes Vermögen für Ferngespräche nach Norwegen ausgegeben, sehnte sich aber trotzdem schrecklich nach seinem Erik. Karl hatte bereits begonnen, nach einem Mieter für seine Wohnung zu suchen und internationale Umzugsunternehmen waren auch schon angeschrieben.
Als ich einen Tag später im Zug nach Bremen saß, wurde ich mir plötzlich bewusst, dass ich jetzt auf eigenen Beinen stand und mir erstmal niemand mehr bei meinen Entscheidungen helfen konnte. Für einen kurzen Moment war ich verunsichert und dachte, dass ich ohne Gus nichts entscheiden könnte. Mir fehlten seine Sicherheit und seine pragmatischen Ratschläge. Vatern hatte beim Abschied gesagt, jetzt beginne der Ernst des Lebens für mich, aber ich solle immer daran denken, im Notfall sei er auch noch da. Im Inneren wollte ich das mit dem „Ernst“ nicht akzeptieren, lieber die Dinge auf mich zukommen lassen und abwarten, ob es wirklich so „ernst“ werden würde. Es hatte ja mal jemand gesagt, ich sei als „Glückskind“ geboren, also gab es eine Chance, dass ich nicht allzu große Fehler machte.
In Bremen angekommen, suchte ich erstmal eine Telefonzelle, um mich wie versprochen bei Roberto zu melden. Es meldete sich eine freundliche Frauenstimme, die mir mitteilte, der „junge Mann“ sei gleich nachdem er nach Hause gekommen sei, wieder zur Uni gefahren und, ob sie etwas ausrichten könne. „Sie können ihm sagen, dass Walter angerufen hat, und ich es später noch einmal versuchen werde“. „Gern, dann bis später“.
Mit einer nagelneuen Straßenbahn fuhr ich zum Universitätsgelände. Gleich an der ersten Haltestelle hinter dem Hauptbahnhof stutze ich. „Hermann-Böse-Straße“ war die Adresse, die Roberto mir aufgeschrieben hatte. Die vornehmen Stadthäuser aus der Jahrhundertwende, an denen wir vorbeifuhren, sahen aus, als ob in dieser Gegend wohlhabende Leute wohnen würden. Roberto schien es gut getroffen zu haben. Nur wenige Minuten später hatten wir unser Ziel auch schon erreicht. Am Ende des ausgedehnten Bremer Stadtparks öffnete sich das weite und völlig neu und modern bebaute Gelände der Bremer Universität. Ich schulterte meinen Rucksack und folgte der Beschilderung zum Hauptgebäude mit Verwaltung, Mensa und verschiedenen Fakultäten. An den Nebengebäuden und entlang der Straße sah ich immer wieder Plakate und Banner mit Losungen gegen den Vietnam-Krieg oder Aufforderungen zur sofortigen Revolution. Mir begegneten Studenten aller Hautfarben, teilweise sehr bunt aber durchaus auch konventionell gekleidet. Vor dem Haupteingang saß man auf den Stufen, las oder diskutierte. Alles in allem eine sehr entspannte Stimmung.
Eine mürrisch wirkende junge Dame im Sekretariat der Verwaltung blickte mich über den Rand ihrer etwas zu großen Brille an und zog fragend die Augenbrauen hoch. Ich setzte meinen Rucksack ab und fragte: „Ich würde mich gerne für ein Studium einschreiben, wo muss ich da hin?“ „Dafür bin ich hier, haben Sie denn eine Studienplatz-Zusage?“ Dass das notwendig war, wusste ich nicht, ließ mir aber nichts anmerken. „Nein, ich habe mich kurzfristig entschlossen, einfach mal direkt anzufragen, da ich einige Zeit in Norwegen war und jetzt keine Zeit mehr verlieren möchte, mit dem Studium anzufangen“. „Mmmm… Norwegen also… ein schönes Land… ich war mal in Stockholm…“. „Ok, aber Stockholm ist die Hauptstadt Schwedens…“. „ Ach so ja, naja…trotzdem ein schönes Land…“. Das Brillen-Fräulein schien gute Erinnerungen an „unser“ Nachbarland zu haben, denn sie lächelte mich plötzlich an und meinte:“ Könnte sein, dass mein Kollege dort drüben – sie zeigte auf die andere Seite des Ganges – etwas für Sie tun kann. Ich spreche mal mit ihm. Um welchen Studiengang geht es denn? Haben Sie alle Ihre Papiere dabei?“ „Sozialpädagogik“. Ich reichte ihr meine Mappe mit meinem mäßigen Abiturzeugnis, Lebenslauf etc. und sie forderte mich auf, draußen auf dem Flur zu warten. Der Kollege würde mich dann aufrufen.
Hier in der Verwaltung der Bremer Uni herrschte reges Treiben. Papiere wurden von Zimmer zu Zimmer getragen und Menschen hinter Bücherstapeln versteckt, gingen an mir vorbei, beachtet wurde ich allerdings nicht. Als ich nach fast einer Stunde befürchtete, am Ende des Tages auf den nächsten vertröstet zu werden, öffnete sich die Tür neben mir: „Herr Ek…, bitte“. Ein bildhübscher Kerl, gut rasiert aber mit schulterlangem Haar, in einer engen abgewetzten, schwarzen Cordhose und einem roten T-Shirt mit gelbem Stern auf der Brust schaute den Gang rauf und runter. „Ja, das bin ich“. „Ah, sehr gut, komm rein!“ Das „Du“ schien für ihn selbstverständlich. Er zeigte auf einen Stuhl und nahm selbst hinter seinem Schreibtisch Platz. Er grinste mich an und meinte: „So, Du dachtest also, Kurzentschlossene könnten hier so ohne weiteres reinspazieren und sich mal eben auf ein Sozialpädagogik-Studium einschreiben? … Na ja, da hast Du aber Glück, dass Du einen so netten Menschen wie mich gefunden hast. Einige meiner Kollegen hätten Dich wohl erstmal wieder nach Hause geschickt“. Er schaute mir amüsiert und etwas forschend direkt in die Augen. „Wann wolltest Du denn anfangen? Ich sehe Du brauchst nicht zur Bundeswehr und Ersatzdienst steht auch nicht an, stimmt das? - Glückspilz!“ „Ja, die wollten mich nicht haben und ich bin nicht traurig drüber“. „Verstehe…“. Wieder schaute er mich freundlich lächelnd und sehr aufmerksam an. „Pass auf, wir machen das so, Du lässt Deine Unterlagen hier und kommst in drei Tagen wieder. Dann sehen wir weiter. Jetzt brauche ich von Dir noch ein paar persönliche Daten und zwei Unterschriften. Wohnst Du in Bremen oder fährst Du wieder nach C…?“ „Ich wohne vielleicht bei einem Freund. Zurück nach C… lohnt sich nicht“. „Ok, melde Dich also Donnerstag gegen 10 Uhr wieder bei mir. Versprechen kann ich nichts, aber für nette Jungs tun wir alles…“, er zwinkerte mir zu und verabschiedete mich mit Handschlag.
Beim Hinausgehen kam ich an der Mensa vorbei. Es roch gut nach Mittagessen und ein Schild „Essenmarken-Verkauf, Hier“ ließ mich hoffen, dass ich auch ohne schon Student zu sein hier etwas essen konnte. Für 2,50 DM gab es Labskaus mit Nachtisch und einem Getränk. Ich schnappte mir ein Tablett und stellte mich am Tresen an.
Die schwarze Lederjacke, den knackigen Po und die gut geschnittenen, weichen Haare kannte ich. Fünf Leute vor mir stand unser Einweiser in der Schlange und wartete auch auf sein Labskaus. Ich wollte keine Unruhe in die Warteschlange bringen, wartete darum geduldig, bis ich an der Reihe war und beobachtete Roberto, wie er sich unschlüssig nach einem freien Platz umsah. Ganz am Ende des Raumes fand er einen kleinen Tisch direkt an der großen Fensterfront zur Straße. Ein paar Minuten später steuerte ich diesen Tisch auch an und fragte: „Ist hier noch frei?“ Er sah aus dem Fenster und antwortete ohne mich anzuschauen: „Klar, bloß nicht so förmlich…“. Aber dann schien ihm meine Stimme doch bekannt vorzukommen und er drehte sich um. „Eyh… wo kommst Du denn her? Mensch, das ist ja toll… ich fasse es nicht. Ich habe gerade an Euch gedacht und überlegt, wie Ihr wohl nach Hause gekommen seid. Ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, von Euch nochmal was zu hören. Ehy… ich freu mich, lass Dich drücken!“ Er sprang so heftig auf, dass sein Labskaus-Teller bedenklich nah an die Tischkante rutschte, ganz abgesehen davon, dass mein Mittagessen direkt auf dem Fußboden gelandet wäre, wenn ich nicht im letzten Moment das Tablett hätte abstellen können.
Roberto nahm mich herzlich in den Arm, drückte mich ganz fest an sich und gab mir einen Kuss auf die Schläfe. „Kommt noch jemand?“ „Nein, ich sagte doch, ich will versuchen, mich in Bremen zu immatrikulieren. Gus ist in Genua, Bjørn in Osnabrück und Karl muss arbeiten“. „Ich dachte, das seien alles nur Luftblasen und hätte nie geglaubt, dass wir uns hier noch einmal treffen würden. Ich kenne es eigentlich nur, versetzt und beschwindelt zu werden. Oh Mann, … ich freu mich so…, setz Dich, unser Essen wird ja kalt“. Er schaute mich mit seinem hinreißenden Lächeln an und verfolgte jeden Bissen, den ich nahm, legte unterm Tisch seine Hand auf meinen Oberschenkel und drückte immer wieder so fest zu, dass ich fürchtete mit blauen Flecken nach Hause zu kommen.
„Warst Du denn schon in der Verwaltung?“ „Ja, ich komme gerade von dort. Es sieht gar nicht so schlecht aus. In drei Tagen weiß ich mehr.“ „Warst Du bei Viktor?“ „Ich habe vergessen den Typen nach seinem Namen zu fragen. Halblange Haare, abgewetzte Cordhose, China-T-Shirt, etwa 30 Jahre alt und nettes Lächeln“. „Das ist Viktor… den kennt jeder hier in der Uni aber vor allem jeder schwule Mann in Bremen und ‚umzu‘“. Roberto lachte sein fröhlich freches Lachen. „Ich hatte schon so einen Verdacht, aber irgendwie wirkte er auch sehr hetero“. „Viktor ist ein ganz netter Kerl. Du musst Dich ein bisschen vorsehen. Du bist genau sein Typ, und ich vermute, er überlegt schon, wie er Dich in sein angewärmtes, nagelneues Wasserbett bekommen kann“, schmunzelte Roberto. „Och, da hätte ich nichts gegen. Er ist nicht uninteressant“. „Na, na, lass das nicht Deinen Gus hören, das hätte der wohl nicht so gern… Er allein in Genua und Du wälzt Dich in einem Bremer Wasserbett“. „Das Thema ist zwischen uns geklärt. Fremde Schwänze bringen uns nicht auseinander. Erst wenn wir es uns nicht mehr erzählen, wird es kritisch“. „Ihr seid schon was ganz Besonderes. Ich fasse es immer noch nicht richtig, dass ich das Glück haben durfte, Euch zu treffen“. Seine braunen Augen blickten mir gerade ins Gesicht, als ob er herausfinden wollte, ob ich die Wahrheit sagte. Die ganze Zeit ließ seine Hand meinen Oberschenkel nicht los.
„Willst Du heute noch nach C… zurück, oder bleibst Du in Bremen?“ „Hängt davon ab, ob ich ein preiswertes Hotel finde“. „Spinner, ich habe doch gesagt, Ihr könnt jederzeit zu mir kommen. Ich bin zwar nicht auf Besuch vorbereitet, aber das kriegen wir schon hin. Ich habe nur ein Zimmer im Souterrain, ein winziges Bad, eine Kochnische, ein Schlafsofa, einen Kleiderschrank, ein Doppelbett und einen eigenen Eingang, aber das ist hundert Mal mehr als meine Kabine auf der Prinsesse Ragnhild“, grinste er. „Was sagt denn Deine Vermieterin dazu? Ich habe vorhin schon mit ihr telefoniert, weil ich mich bei Dir melden wollte“. „Tante Rosa ist klasse. Sie verbietet zwar strikt Damenbesuch, aber gegen Herrenbesuch hat sie nichts einzuwenden. Sie hört nichts und sie sieht nichts. Jedenfalls redet sie nicht drüber… eine ganz tolle Frau“. „Na, wenn es Dir recht ist, nehme ich Dein Angebot gerne an“. „Ob es mir recht ist? Ich bestehe darauf, dass Du zu mir kommst. Ich bin so begeistert, dass Du an mich gedacht hast und, dass wir uns hier getroffen haben. Also, abgemacht. Wir können auch gleich los. Ich lasse meine letzte Vorlesung zur Feier des Tages sausen“. „Was studierst Du eigentlich?“ „Germanistik und Philosophie auf Lehramt“.
„Wollen wir mit der Tram fahren oder zu Fuß laufen?“ „Ich würde gern laufen“, rief ich während wir die Treppe vom Hauptgebäude hinab sprangen. „Wir können auch vorher noch eine Runde schwimmen gehen, wenn Du magst“. „Ich habe leider kein Badezeug mit und auch nur ein Handtuch“. „Macht nichts, hier gleich um die Ecke ist der FKK-Strand des Uni-Sees. Ich habe auch nur ein kleines Handtuch dabei, aber wir können später bei mir alles trocknen. Notfalls habe ich auch jede Menge frische Badetücher“, lachte Roberto. „Also gut, dann los!“
Schon wenige Minuten später standen wir auf einer Sanddüne und blickten über den See, der durch den Sandabbau für Autobahn- und Universitätsneubau entstanden war. Nur wenige Menschen lagen am Strand und zwischen einigen Büschen rechts und links von uns. Mir fiel auf, dass fast ausschließlich Männer zu sehen waren, lediglich in der Ferne sah man einige Frauen und Kinder.
„An diesem Abschnitt trifft sich die Bremer schwule Prominenz“, erläuterte Roberto. „Wir sind hier so gut wie unter uns“. Er stand in einer kleinen grasbewachsenen Kuhle, die von niedrigen Büschen umstellt war und hatte seinen Rucksack bereits auf den Boden geworfen. „Wer zuerst im Wasser ist, darf bestimmen, was es heute zum Abendbrot geben soll“, rief er und hatte bereits Schuhe und Strümpfe abgestreift. Er kannte mich nicht. Ich brauchte nur zwei Handgriffe, um mich von Jacke, Hemd und Hose einschließlich der Schuhe zu trennen. Als er noch seine Lederjacke ordentlich zusammenlegte und wie nebenbei seinen schönen Schwanz etwas zurecht zupfte, war ich schon auf dem Weg zum Wasser.
Ich wartete allerdings bewusst einen Augenblick, um Chancengleichheit herzustellen. Er sprang auf mich zu und legte mir seinen Arm auf die Schulter. So rannten wir im Gleichschritt aufs Wasser zu und ließen uns laut johlend hineinfallen. Wir tauchten ein paar Meter und kamen fast gleichzeitig wieder an die Oberfläche. „Ich glaube, heute Abend gibt es Aal“, lachte ich. „Ich habe da eben ein prachtvolles Exemplar zwischen Deinen Beinen gesehen“. „Pass bloß auf, Du mit Deiner Bockwurst aus dem Sonderangebot“, rief er und stürzte sich auf mich, um mich unterzutauchen.
Wieder hatte er mich unterschätzt. Ich umklammerte ich an den Schultern, riss ihn mit unter Wasser und benutze die Gelegenheit, um seine Lippen auf meine zu pressen und meine Zunge ganz weit in seinen Gaumen zu schieben. Prustend und lachend tauchten wir auf, kraulten ein paar Meter jeder in eine andere Richtung, nur um uns gleich wieder zu treffen und Arm in Arm aus dem Wasser zu steigen.
Wir trockneten uns ab und legten uns auf den Bauch in die Sonne. „Eine Uni mit Badesee gleich hinterm Haus, das ist einmalig. Hier kann ich es aushalten“, sagte ich. Roberto legte seinen Arm auf meinen Rücken und machte leichte Massagebewegungen zwischen meinen Schulterblättern. „Weißt Du, dass ich Dich sehr mag? Ich weiß, dass Du Deinen Gus über alles liebst und würde es nie wagen, mich zwischen Euch zu drängen. Aber mich würde schon sehr interessieren, wie Ihr beide das macht. Denn zumindest Bjørn ist hingerissen von Euch beiden und liebt Euch glaube ich viel mehr als nur mit seinem göttlichen Schwanz. Wie schafft Ihr das, ohne ihn zu verletzen?“
„Gus und ich kennen Bjørn als einen sehr sensiblen und verletzbaren Mann, der früh gelernt hat, auf eigenen Beinen zu stehen und versucht hat, sich eine raue Schale anzueignen. Er sucht nach einem Menschen, der ihm zuhört und hinter dem er sich vielleicht auch mal verstecken kann. Seine Gefühle lernt er gerade erst kennen und probiert alles aus, was ihm Spaß macht. Bis er uns kennengelernt hat, wusste er lediglich, dass er um nichts in der Welt eine Freundin haben wollte und, dass Männer-Schwänze ihn faszinierten. Als er das erste Mal mit uns abgespritzt hat, war bei ihm eine Blockade gebrochen. Er war plötzlich fröhlich, witzig und ausgeglichen. Diese positive sexuelle Erfahrung möchte er jetzt einfach immer wieder machen. Ich glaube die Erfahrung, richtig intensiv zu lieben, fehlt ihm noch. Da ist einfach der Richtige noch nicht gekommen. Wir haben ihm versprochen, dass wir immer für ihn da sind und er mit allem zu uns kommen kann, was ihn bedrückt. Ich hoffe wirklich, dass wir ihn niemals verletzen werden.
„Das ist gut. Als ich Bjørn auf dem Autodeck sah, hat er mich so lieb angelächelt, dass ich für einen Moment im siebten Himmel geschwebt habe. Dann dachte ich, dass er Dein Freund ist und wollte unbedingt Euch beide kennenlernen. Als dann auch noch Karl und Gus ins Spiel kamen, war ich ziemlich verwirrt. Unsere Nachspiel-Party war der absolute Hammer. Ich denke fast jeden Abend daran, bevor ich mich in den Schlaf wichse. Aber das Lächeln von Bjørn verfolgt mich den ganzen Tag und ich würde ihn so gern wiedersehen. „Ich glaube, Bjørn findet Dich ganz toll, kann es aber nicht ausdrücken, und er hat wohl auch nicht mitbekommen, dass Du mehr als seinen Schwanz gern magst. Du solltest es ihm vielleicht einfach sagen“. „Dazu habe ich ja keine Gelegenheit mehr. Er wird schon bald wieder in Norwegen sein und einen Bauern-Jüngling finden. Aber so geht mir das immer. Wenn ich ganz selten mal jemanden treffe, der mir wirklich gut gefällt, hat er entweder einen Freund, ist nur an meinem Arsch für eine Nacht interessiert oder im schlimmsten Fall ein Hetero, der nur mal etwas ausprobieren möchte. Ich fühle mich hier manchmal ganz schön allein“.
„Na ja, das eine Problem könnte sich schon bald lösen. Bjørn kommt morgen direkt von Osnabrück nach Bremen. Ich habe mit ihm verabredet, ihn morgen vom Bahnhof abzuholen und dann wollten wir uns eigentlich ein bisschen die Stadt anschauen. Alles andere hängt davon ab, ob ich einen Studienplatz hier bekomme oder nicht“. „Oh, ehrlich? Mann, das wäre ja ein Traum. Euch beide bei mir… und wenn es nur ein paar Tage sind. Das wäre doch endlich mal ein Lichtblick in meinem tristen deutschen Alltag…“. Roberto strahlte, kuschelte sich spontan bei mir ein und küsste meinen Nacken und meinen Hals. Das war zu viel für meinen sensiblen Schwanz. Er wurde in Sekundenschnelle eisenhart und bohrte sich ins Gras. Auch Robertos schönes Geschlechtsteil nahm sichtlich an Volumen und Länge zu. Die Eichel schob sich rot-lila glänzend aus der Vorhaut. Ich drehte mich um und nötigte Roberto, sich auf mich zu legen. Er sah mich glücklich an, nahm meinen Kopf in seine Hände und küsste mich so wild, dass ich nach Luft ringen musste. Seine Zunge wanderte von meinem Hals über Brust und Bauch zum Schwanz, dann an den Oberschenkeln und Waden bis zur Fußsohle und zurück. Ich genoss diese Wildheit, wollte aber hier am Strand nicht viel weitergehen. Ich fühlte mich irgendwie beobachtet und flüsterte: „Wollen wir nicht lieber langsam aufbrechen?“ „Och schade, Du fühlst Dich so gut an…und…ach, ich freu mich einfach so, dass Du da bist“. „Und ich erst…Du bist ein so lieber Kerl… aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben“.
Nur widerwillig gab Roberto mich frei, nicht ohne mich wieder und wieder mit Küssen zu bedecken. Schließlich zogen wir die Reißverschlüsse über unseren harten Schwänzen zu, zogen unsere Hemden, Jacken, Socken und Schuhe an und begaben uns auf den Weg zu Robertos Wohnung.
Es war ein Fußweg von etwa 40 Minuten. Wir wanderten durch den schönen Stadtpark Bremens, vorbei an dem historischen Restaurant „Meierei“, kleinen und größeren Teichen, uralten Bäumen und wunderschönen Rhododendron-Anpflanzungen. Bis wir schließlich am „Stern“, einem großen Kreisverkehr, wieder die Hauptstraße erreichten. Am Ausgang des Parks passierten wir ein graues Pissoir. „Und hier trifft man sich dann abends, wenn man allein und ‚lustorientiert‘ ist“, grinste Roberto und wies auf das Häuschen. „ Eigentlich ganz praktisch, ich hab’s ja nicht weit. Gleich da drüben wohne ich“, jetzt zeigte er auf ein weißes Jugendstilpalais auf der anderen Straßenseite der Hermann-Böse-Straße.
Wir stiegen ein paar Stufen hinab und er öffnete eine alte schön geschnitzte Holztür. Dann standen wir in einem nüchternen, schmucklosen Gang, von dem vier Türen abgingen. „Hier rechts ist meine kleine Küche, die nächste Tür führt in mein Zimmer, dann kommt das kleine Bad und ganz hinten kannst Du durch die Waschküche in den Garten gehen. Übrigens, Tante Rosas ganzer Stolz“.
Robertos Zimmer war ein recht geräumiges Arbeits- und Schlafzimmer. Eine Nische war fast vollkommen ausgefüllt mit einem mindestens zwei Meter breiten Doppelbett, daneben stand auf der einen Seite ein moderner Stahlrohrschreibtisch mit Bücherregal darum herum und auf der anderen ein schlichter Kleiderschrank. An der gegenüberliegenden Wand stand ein großes, blaues Schlafsofa, davor ein Esstisch mit vier Stühlen. Das einzige Tageslicht im Raum kam von einem großen Durchbruch zur Küche, die ein Fenster zur Straße hatte, allerdings fast einen Meter unter Straßenniveau. An den Wänden hingen alte, historische Werbeposter italienischer und deutscher Firmen aus den zwanziger Jahren und Fotos von Straßenszenen aus italienischen Dörfern. Alle zeigten ausschließlich Männer bei der Arbeit. Auf einem schmalen Regalbrett über dem Bett waren ein paar Bilderrahmen mit Familien-Portraits aufgestellt und auf dem Fußboden lag ein dicker, beiger Schafwoll-Teppich.
Ich stellte meinen Rucksack ab und schaute mich um. „Na, wie gefällt Dir mein Reich?“, fragte Roberto erwartungsvoll. „Richtig gemütlich ist es hier und sehr komfortabel für eine Studentenbude, finde ich“. „Ja, das Gute ist, dass ich hier unten völlig ungestört bin. Abgesehen von den paar Malen an denen Tante Rosa in den Garten geht oder Wäsche waschen will. Sie guckt dann schon mal gerne rein, respektiert aber, wenn ich meine Tür abgeschlossen habe und ist auch sonst sehr diskret“.
Roberto hatte seine Jacke und seinen Rucksack an einen kleinen Haken im Flur gehängt und war im Badezimmer verschwunden. Ich setzte mich an den Esstisch und schaute mich weiter um. Die Wohnung eines Menschen verrät viel über seinen Charakter. Roberto schien ausgeglichen und harmonisch zu sein, dazu ein ordnungsliebender Mensch. Alles hatte in dieser kleinen Wohnung seinen Platz. In der Küche standen zwar einige unabgewaschene Teller und Tassen herum, aber Studium ging halt vor. Auf dem Tisch entdeckte ich einen kleinen weißen Zettel, auf dem in altmodischer, schöner Handschrift geschrieben stand: ‚Herr Walter hat angerufen. Er will sich wieder melden‘. Tante Rosa schien zuverlässig zu sein.
Robert kam zurück und setzte sich zu mir. Auch er las den Zettel und grinste. „Hat er ja jetzt gemacht…“. Dann nahm er meine Hände in seine und schaute mich lange an: „Ich bewundere Dich sehr. Du bist der erste schwule Mann, dem ich vom ersten Moment an vertraut habe. Ich fühle mich in Deiner Nähe wahnsinnig wohl. Alle Männer, die ich bisher kennengelernt habe, wollten Sex mit mir, haben abgespritzt, eventuell noch eine Zigarette geraucht und sind gegangen. Nur wenige habe ich noch ein zweites Mal getroffen… rauchst Du?“ Er schmunzelte: „Nein, natürlich nicht… hätte ich ja inzwischen gemerkt. Wir kennen uns ja jetzt schon eine gefühlte Ewigkeit“. „Ja stimmt, das kommt mir auch so vor“, pflichtete ich ihm bei. „Als wir beide vorhin am Uni-See im Gras lagen, hast Du da an Deinen Gus gedacht?“ „Ja, ich denke immer an ihn“. „Ich hatte den Eindruck, Du hattest ein schlechtes Gewissen… Habe ich Dich überrumpelt?“ Jetzt musste ich laut lachen und gab ihm spontan einen Kuss auf die Stirn: „ Du mich überrumpelt? Ich lasse mich nicht mehr überrumpeln und ein schlechtes Gewissen habe ich schon gar nicht. Gus weiß, dass ich Dich sehr mag, und er ist sich im Klaren, dass wir uns beide hier in Bremen treffen könnten. Es wäre nichts anders, wenn er jetzt auch hier wäre“.
„Und wie ist das mit Deinen anderen Freunden? Werden die denn auch nie eifersüchtig? Ich glaube, wenn ich Erik wäre, würde ich mir schon Gedanken machen, ob Karl sich auch noch in vier Wochen an mich erinnert. Schließlich ist der Abstand zwischen Norwegen und Deutschland doch sehr groß“. „Bei Karl und Erik ist das so ähnlich wie bei uns. Na ja, im Übrigen trifft Karl ja schon alle Vorbereitungen, um so schnell wie möglich nach Norwegen zu ziehen“. „Ach, der Glückspilz… das würde ich auch gern. Das Land ist einfach in jeder Hinsicht traumhaft. Ich mag die ehrliche und gerade Art der Menschen, die grandiose Landschaft und die große Freiheit.“ „ Und ich hatte gedacht, Du wärst lieber wieder in Italien“, sagte ich ehrlich erstaunt.
„Italien? Nein, ich habe dort eigentlich niemanden mehr. Das Leben ist mir viel zu chaotisch und die katholische Moral macht einem selbst in Mailand das Leben schwer“.
„Davon habe ich in unserem Dorf in Ligurien nicht viel gemerkt. Dort hat sich niemand in unser Leben eingemischt. Alle wussten, dass wir und unser Freund Andrea schwul sind. Keiner hat etwas gesagt“. „Ich glaube, das hat etwas damit zu tun, wo man sich in der Hierarchie des Ortes befindet. Wenn die Leute glauben, man habe Einfluss und Geld, lassen sie einen in Ruhe. Es könnte ja sein, dass sie mal etwas von Dir brauchen. Wenn Du aber ganz unten bist, kein Geld hast und lediglich einer von tausenden anderen, dann erfinden die Leute gemeine Geschichten über dich, laden dich nicht ein und helfen auch nicht, wenn du sie mal brauchst.“
„Hast Du schlechte Erfahrungen gemacht?“ „Ich weniger, aber meine Mutter und mein Vater haben sehr darunter gelitten, dass sie nur sehr wenige Freunde hatten. Sie waren beide in der kommunistischen Partei, aber auch dort ging es nur darum, ob sie etwas geben konnten. Na ja, und eines Tages hat mein Vater sich mit der Mafia angelegt. Einige Wochen später kamen beide bei einem Autounfall ums Leben. Ich war gerade 12 und mein großer Bruder hat mir geraten nach Deutschland auszuwandern. Ein Onkel in Köln hat mich aufgenommen, und ich durfte dort aufs Gymnasium gehen. Im letzten Jahr starb dann auch mein Onkel. Ich habe also eigentlich niemanden mehr“.
„Das tut mir echt leid. Da bist Du in einer ganzähnlichen Situation wie Bjørn“. Ich erzählte Roberto in groben Zügen von Bjørns Problemen mit der Familie. „ Ich habe gleich vermutet, dass er ganz im Innern sehr traurig ist und wollte ihn vielleicht schon deshalb gleich beim ersten Blick unwillkürlich in den Arm nehmen. Er wirkte so rührend hilflos zwischen den Autos, als ich Euch beide das erste Mal sah. Beim Sex war er viel selbstbewusster“. Roberto wurde mir immer sympathischer. Er hatte eine sehr einfühlsame Beobachtungsgabe und schien sehr sensibel zu sein“.
„Sag mal, ich wollte fragen, ist es sehr unhöflich, wenn ich mich jetzt mal ein paar Minuten aufs Ohr haue? Ich bin ziemlich kaputt“, sagte ich. Roberto lachte: „Das ist doch nicht unhöflich. Ich wollte gerade dasselbe vorschlagen. Du schläfst natürlich in meinem Bett und ich auf dem Sofa… keinen Widerspruch bitte!“ „Wieso, ist in dem riesigen Bett nicht genug Platz für uns zwei?“ „Ich dachte, Du wolltest nicht mit mir… also … nur, dass nicht nochmal so etwas wie vorhin passiert“, druckste er.
„Nun mach mal halblang. Ich wollte bloß keine Zuschauer haben. Jeder Mann, der nicht mit Dir im gleichen Bett schlafen will, kann nicht schwul sein“. „Ach, wenn es doch nur so wäre. Die schwulen Männer hier in Bremen scheinen sich alle zu kennen. Schlimmer noch, sie sind wahnsinnig zurückhaltend und haben meistens Angst quasi entlarvt zu werden. Könnte ja sein, dass man gesehen wird, während man einen stadtbekannten Schwulen besucht… Auweia, das wäre ein Skandal. Da sind die Bremer fast schlimmer als meine italienischen Landsleute. Die erfinden zwar alle möglichen Geschichten über Leute, die sie nicht kennen, aber in der Regel interessiert sie nicht, was hinter den verschlossenen Türen ihrer Nachbarn passiert und die Tatsache schwul zu sein, spielt nur dann eine Rolle, wenn man sich durch einen Schwulen in seiner gesellschaftlichen Stellung benachteiligt fühlt“.
Roberto erhob sich und nahm eine fertig bezogene Bettdecke und ein Kopfkissen aus dem Bettkasten raus. Dann zog er Hemd, Hose und Strümpfe aus und lies sich aufs Bett fallen. Ich packte noch ein paar Sachen aus meinem Rucksack aus und legte das feuchte Handtuch daneben. „Frische Handtücher liegen im Bad“, rief Roberto mir zu. „Wenn’s Dir nichts ausmacht, springe ich eben unter die Dusche“. „Natürlich, mach das…“.
Als ich zurückkam, lag Roberto nackt auf der Seite und las in einem Buch. Ich zog meinen Slipp aus und legte mich neben ihn. Er löschte das Licht, legte das Buch beiseite und schlug einladend meine Bettdecke auf. „Ich hab’s ja schon mal gesagt, ich freu mich so, dass Du hier neben mir liegst, allein dass ich Dich anfassen darf macht mich glücklich“. Er legte seinen Arm um meine Schulter und gab mir einen scheuen Kuss auf die Schulter. Sein rechtes Bein legte er über mein linkes und machte die Augen zu. Wir lagen auf dem Bauch und rückten ganz nah an einander.
Seine Fingerspitzen glitten von meinen Halswirbeln den Rücken hinab bis zum Steißbein und zurück. Behutsam tastete sein Zeigefinger sich zwischen meinen Pobacken bis zur Rosette vor. Ich genoss es passiv zu sein. Es war ein Gefühl wie bei einer Massage, nur dass nicht die Muskeln stimuliert wurden sondern lediglich Nervenenden. „Magst Du das?“, fragte Roberto ins Kissen sprechend. „Ja, wunderschön… mach bitte weiter!“ „Darf ich ein bisschen Massageöl nehmen?“ „Ja, gerne“.
Neben dem etwas verblichenen Schwarz-Weiß-Bild einer sympathisch lächelnden Dame stand ein kleines Fläschchen, dass Roberto mit seiner Hand, ohne sich aufzurichten, erreichte und öffnen konnte. Er verteilte ein paar Tropfen auf seinen Fingerspitzen und setzte seine zarte Massage fort.
In regelmäßigen Abständen erreichte sein jetzt leicht fettiger Zeigefinger mein recht enges Loch. Sein vorsichtiges Eindringen merkte ich überhaupt nicht. Erst als sein Mittelfinger folgte und beide meine Prostata erreichten, spürte ich diesen unvergleichlichen Druck auf meinen Penis, der sich schon seit einigen Minuten hart gegen meine Bauchdecke drückte und jetzt schon feucht war.
Roberto schwitzte leicht, roch aber wunderbar erregend. Ich wollte mehr von seinen öligen Fingern spüren und bewegte meinen Po langsam auf und ab. Jetzt erhöhte er den Druck, indem er seinen Ringfinger mit einführte. Gleichzeitig spürte ich seinen steifen Schwanz an meinem Oberschenkel. Auch sein Peniskopf war nass und bewegte sich unregelmäßig über meine angespannten Beinmuskeln. Roberto drehte mich jetzt ganz sanft auf die Seite und setzte seine Zunge an meinem ersten Halswirbel an. Ich entspannte total und überließ mich ganz und gar meinem Gastgeber. Der dirigierte seinen herrlichen Stab jetzt dorthin wo eben noch seine Finger waren. Zärtlich und sehr behutsam bahnte er sich seinen Weg in meinen weit geöffneten Enddarm. Mit jedem Zentimeter, den er weiter vordrang erhöhte er die Intensität seiner Zungenbewegungen in meinem Nacken.
Meine linke Hand krallte sich in seinen schwarzen Haaren fest. Kleine Elektroschocks durchzogen meinen Körper und machten mich noch passiver als ohnehin schon. „Mach bitte weiter… jetzt nicht aufhören, bitte!“ Ich war wie im Rausch, unfähig auch nur etwas von dieser ungeheuren Zärtlichkeit zurückzugeben. Ich dachte an meinen Schatz und wünschte, er läge an meiner anderen Seite. Nur er war bisher in der Lage so viel echte Zärtlichkeit zu geben. Eine Zärtlichkeit, die nicht zum Ziel hatte, einen möglichst intensiven eigenen Orgasmus zu erzeugen sondern sich voll und ganz darauf konzentrierte, versteckte sensible Punkte an meinem Körper aufzuspüren, zu stimulieren und dadurch eine Zuneigung zu vermitteln, die ich bisher nur von Gus kannte. Aus diesem Traum wollte ich nicht erwachen.
Immer wieder zog sich dieser angenehme und klassisch schöne Schwanz für einige Augenblicke zurück, um die Zunge aktiver werden zu lassen. Sie wanderte in kreisenden Bewegungen den Rücken hinab. Kurz änderte sich Robertos Körperhaltung, damit er besser mit seiner Zunge zwischen die Pobacken und in meinen Anus gleiten konnte. Er führte sie so tief wie es ging ein, beließ sie dort einen Augenblick, um sich dann wieder zu strecken und seinen Schwanz die alte Position einnehmen zu lassen.
Plötzlich merkte ich, dass ich meine Eruption nicht mehr zurückhalten konnte. Ich versuchte es zu unterdrücken, es gelang mir aber nicht. Für einen Moment krallte ich mich noch stärker in den weichen, schwarzen Haaren fest, um dann meinem Sperma freien Lauf zu lassen. Mit ungeheurer Kraft schoss es aus mir heraus, so dass die Spritzer weit außerhalb des Bettes auf dem Fußboden landeten. Trotz dieser Heftigkeit des Orgasmus hatte ich das Gefühl, noch nicht am Ende zu sein. Mein Schwanz war noch ebenso hart wie vorher und machte keine Anstallten schlapp werden zu wollen.
Roberto schien zu ignorieren was gerade passiert war. Sein Schwanz übte weiterhin ganz sachten Druck auf meine Prostata aus. Lediglich seine Hände hatten jetzt ihren Weg zu meinem verklebten Schwanz gefunden. Mit leichten Auf- und Ab-Bewegungen verstärkte er dieses unbeschreibliche Nach-Orgasmus-Gefühl. Ich krümmte mich und wollte stöhnen, unterdrückte es aber. Stattdessen bewegte ich in immer schneller werdendem Rhythmus meinen Po. Ich spürte, dass sich bei mir ein zweiter Orgasmus aufbaute und bedeutete Roberto, die Frequenz seiner Handbewegung zu steigern und half selbst etwas mit. Auch in meinem Darm nahmen jetzt die Stöße gegen meine Prostata zu. Genau in dem Moment als bei mir ein zweiter Orgasmus noch einmal meine Sahne raus katapultierte, füllte sich mein Darm mit Robertos pulsierendem, warmem, köstlichem Sperma. Auch er schien nicht aufhören zu wollen und biss sich lieber in meinem Nacken fest und schob seinen Schwanz nur noch tiefer in mich hinein. Wir waren gleichsam eins. Für einen Moment wollte ich, dass dieses herrliche Gefühl für immer so bliebe.
[Später schrieb ich in mein Tagebuch, dass ich nie vorher und wohl auch niemals später wieder einen solchen Orgasmus erlebt hatte. Übrigens, der einzige, von dem ich Gus nie ausführlich berichtet habe, sondern ihm lediglich erzählte, dass ich ein schöne Nacht mit Roberto gehabt hätte.]
Wir schliefen fast neun Stunden durch bis zum nächsten Morgen.
Von Ferne weckten mich der Straßenlärm des beginnenden Berufsverkehrs und das Klingeln der vorbeifahrenden Straßenbahn. Ein Lichtschein drang vom Küchenfenster bis hin zu unserem Bett. Robertos wunderschönes Gesicht und sein braun gebrannter, nackter Körper lagen dicht neben mir wie ein perfekt ausgeleuchtetes Kunstwerk. Auf dem Laken war ein großer beige-brauner Fleck genau zwischen uns - die Spur einer gefühlvollen, unvergesslichen Nacht.
Ich schaute auf die Uhr. In drei Stunden sollte Bjørn am Hauptbahnhof ankommen. Da wir gestern nichts mehr zum Abendbrot gegessen hatten, meldete sich jetzt der Frühstückshunger heftiger als sonst. Gleichzeitig hatte ich das dringende Bedürfnis unter die Dusche zu springen. Mein Gastgeber schlief noch tief und fest.
Leise fand ich meinen Slipp und taumelte noch etwas schlaftrunken ins Badezimmer. Das warme Wasser spülte die letzten Erinnerungen an die vergangene Nacht davon, und ich begann darüber nachzudenken, wie ich in Zukunft das Verhältnis zu meinen Männern handhaben wollte. Es erschreckte mich, dass ich, während ich den Schwanz eines anderen Mannes in mir gespürt und den bisher intensivsten Höhepunkt meines Lebens hatte, meine Gedanken bei meinem Gus gewesen waren. Würde ich ihn jetzt in Zukunft ständig mit Roberto vergleichen? Wäre die letzte Nacht in Zukunft das Maß aller Dinge? Das durfte und konnte nicht sein. Andererseits lag da nebenan auf dem Bett ein Mann, der wirklich beim Sex geliebt hatte, so wie ich es eben bisher nur von Gus kannte. Ich redete mir zwar ein, dass ich fast nur empfangen aber kaum gegeben hatte. Aber ich konnte nicht leugnen, dass ich die Sensibilität dieses Mannes unendlich genossen hatte, und die letzte Nacht nicht einfach als Episode von vielen abtun konnte. Kaum berührte ich mit den seifigen Fingern meine Pobacken, schoss das Blut in meinen Schwanz und in Sekunden stand er steil aufrecht und, … ich bildete mir ein, praller und härter denn je. Er war so hart, dass es schmerzte. Ich wollte die in meinen Anus vordringende Zunge vergessen, die Erinnerung an diese unsagbar zarten Berührungen in meinem Nacken verdrängen. Es ging nicht.
Beinahe wütend und mit fast aggressivem Druck bearbeitete ich mein glühendes Rohr. Ich dachte an das unendlich liebe Gesicht und den einmalig schönen Schwanz meines Geliebten. Ich schmeckte sogar sein Sperma und doch tauchten immer wieder Robertos unvergleichliches Lächeln, seine weichen Haare und seine elektrisierenden Berührungen in meinem Kopf auf. Ich wollte mich dafür regelrecht bestrafen und schlug meinen Schwanz mit der Handbrause. Als das wenige Sperma, das nach der letzten Nacht noch da war, aus mir rausschoss, bildete ich mir ein, Roberto und Bjørn sähen mir eng umschlungen zu und Gus überdeckte mich mit wilden Küssen.
Die Situation war völlig surreal, aber trotzdem sah ich jetzt irgendwie klarer, als ich in das lächelnde Gesicht von Roberto blickte, der sich streckte und räkelte und mir seine Arme entgegen streckte.
„Guten Morgen, mein Süßer! Du riechst ja schon so gut. Komm zu mir und gib mir einen Kuss!“ Ich konnte und wollte nicht widerstehen und doch ging mir das Bild von eben nicht aus dem Kopf.
Ich sah immer noch Bjørn und Roberto ganz eng bei einander. Ihre beiden Schwänze reckten sich mir entgegen und wollten geküsst werden, während Gus mich von hinten umklammerte und sich fest gegen mich drückte. Ich musste diese Illusion, dieses Traumbild loswerden.
Ich küsste Roberto und sagte: „Oh Mann, Du hast mich ganz schön durcheinander gebracht… Ich hoffe, Du bist Dir im Klaren, dass das so nicht weitergehen kann? Du bist dabei, meine Philosophie über die Unterschiedlichkeit von Liebe und Sex ins Wanken zu bringen.“ „Ich weiß… Ich wollte das so.“ Er lächelte, sah aber gleichzeitig ernst aus. „Ich könnte Dich verschlingen und Dich bis in alle Unendlichkeit lieben, aber ich möchte, dass Du Dir bewusst bist, wie einmalig Deine Liebe zu Deinem Gus ist. Lass Dich davon niemals durch Sex mit anderen Männern ablenken. Deine Theorie ist richtig. Es gibt keinen Grund daran zu zweifeln. Ich habe meinen Traummann im Kopf und befürchte, dass er mich niemals lieben wird. Du hast Deinen Traummann bereits gefunden und er liebt Dich und Du liebst ihn. Also, belassen wir beide es dabei und genießen uns, ohne uns zu lieben“.
„Du bist prachtvoll…und…ich dachte…“. Mir fehlten die Worte. „Denk nicht zu viel nach. Bleib Dir einfach selber treu. Du bist das Liebste, was jemals hier im Bett neben mir gelegen hat, aber das bedeutet nicht, dass ich die Hoffnung aufgegeben habe, eines Tages einen Mann hier in den Armen zu halten, mit dem Liebe und Sex sich verbinden“. Roberto war halt Philosophie-Student.
Bevor er ins Bad ging, beschrieb er mir den Weg zum Bäcker, damit ich schon mal Brötchen holen konnte. Ich zog mir ein frisches T-Shirt über, schlüpfte in Hose und Schuhe und machte mich auf den Weg.
Mir gefiel die Wohngegend sehr, und ich beschloss Roberto zu fragen, wie man am besten an Informationen über Mietwohnungen in diesem Viertel kommen konnte. Beim Bäcker kam mir dann der Zufall zur Hilfe. Auf dem Tresen lag eine Stadtteilzeitung, die wie sich herausstellte einen umfangreichen Anzeigenteil hatte. Ich bezahlte meine Brötchen und steckte eine Zeitung ein.
Als ich nach Hause kam, war Roberto noch im Bad. Ich versuchte mich in der Küche zu orientieren, fand einen Kaffeeautomaten und den dazugehörigen Kaffee. Im Kühlschrank stand Aufschnitt, Marmelade und Milch, auch Eier waren da. Bananen und Äpfel lagen auf der Fensterbank. Als der Kaffee kochte, hatte ich bereits alles andere auf den Esstisch gestellt. Roberto war immer noch mit Körperpflege beschäftigt.
Ich hatte mich gerade hingesetzt, um die Stadtteilzeitung zu studieren, als es an der Tür klopfte. Eine Frauenstimme rief: „Roberto sind Sie da?“ Ich ging und öffnete. Vor mir stand eine ältere, untersetzte Dame mit Dauerwelle und lustigen, lebhaften, kleinen, grauen Augen.
„Oh, Entschuldigung, ich wollte nicht stören. Ich wusste nicht, dass Herr Roberto Besuch hat“. „Macht doch nichts. Kommen Sie doch rein. Roberto ist im Bad“. „Maschwitz, ich bin die Vermieterin… Sie wollten gerade frühstücken? Ich will wirklich nicht stören“. „Sie stören nicht. Mein Name ist Walter Ek… Ich bin ein Freund von Roberto. Nennen Sie mich gerne Walter“, lächelte ich sie an.
„Mich nennen alle nur Rosa. Herr Roberto sagt sogar Tante zu mir“, zwinkerte sie mir zu. „Der Kaffee ist gerade fertig. Möchten Sie eine Tasse?“ „Och, das ist aber nett. Ja danke“. Sie setzte sich auf die Kante eines Stuhls, so als ob sie jeden Moment wieder aufspringen wollte. „Ich wollte eigentlich nur wissen, ob Roberto die Nachricht gefunden hat, die ich ihm gestern hier auf den Tisch gelegt hatte. Aber das scheint sich ja nun erledigt zu haben, wenn Sie der Anrufer von gestern sind“.
Tante Rosas Blick fiel auf den aufgeschlagenen Mietwohnungsteil der Stadtteilzeitung: „ Herr Roberto will mich doch hoffentlich nicht verlassen?“ „Nein, nein, ich bin auf der Suche nach einer Wohnung, weil ich zusammen mit einem Freund zum Wintersemester ein Studium in Bremen beginnen möchte“. „Na, da haben Sie sich ja den schönsten aber auch teuersten Stadtteil Bremens ausgesucht“, lachte sie. „Dachte ich mir, das ist typisch für mich. Ich bin immer ganz schnell begeistert von den Dingen, die mir auf den ersten Blick gefallen, koste es, was es wolle“, antwortete ich fröhlich. „Nein, aber im Ernst, man muss ja irgendwo anfangen und da dachte ich, ich nehme einfach mal diese Stadtteilzeitung mit“.
In diesem Moment ging die Tür auf und Roberto kam rein, lediglich mit dem knappsten Slipp bekleidet, den er hatte finden können. Im Grunde war er ganz herrlich nackt. „Oh, Guten Morgen Tante Rosa! Entschuldigen Sie bitte, Ich bin nicht ganz passend gekleidet, um Damen-Besuch zu empfangen, aber das kennen Sie ja inzwischen…“. „Ja, nehmen Sie bloß keine Rücksicht auf mich. Ich schau nicht hin“, schmunzelte sie. „Herr Walter war so nett, mir eine Tasse Kaffee anzubieten, daher bleibe ich jetzt einfach sitzen“, grinste Tante Rosa. „Den hätten Sie von mir auch bekommen, aber Walter kann ihn bestimmt besser kochen als ich“, feixte er.
Nachdem Roberto sich eine sehr modische, enge Jeans und ein weißes Hemd übergezogen hatte, kam er zu uns an den Tisch. Wir frühstückten zusammen und unterhielten uns über unsere Pläne, die Uni und den Bremer Wohnungsmarkt. Tante Rosa war erstaunlich gut informiert über Mietpreise und die Qualität der angebotenen Wohnungen. Sie wusste aber auch eine Menge über die Uni und kannte einige Leute dort offenbar recht gut.
„Wenn Viktor es nicht schafft, Ihnen einen Studienplatz zu verschaffen, dann kann es keiner. Wenn auch alles dort nach festen Regeln abläuft, entscheidet er doch zum Schluss, wer eine Zusage bekommt und wer nicht… Ich würde mich gut mit ihm stellen“. „Ich hatte ja kaum eine Möglichkeit, mit ihm mehr als das Notwendigste zu besprechen. Morgen soll ich ja schon Bescheid bekommen.“ „Na, da müssen Sie halt heute Abend mal zum „Oscars‘“ gehen. Das ist gleich hier um die Ecke. Da sitzt er fast jeden Abend. Vielleicht habe Sie Glück und treffen ihn. Dann kann er Ihnen wenigstens sagen, welche Chancen Sie haben.“
Sie sah mich wieder lächelnd an. „Na ja, und wenn es tatsächlich klappen sollte, kommen Sie und Ihr Freund wegen der Wohnung erstmal zu mir. Ich kenne ein paar Leute, die nur auf Empfehlung oder an Bekannte vermieten. Vielleicht lässt sich da was machen… aber alles der Reihe nach“. „Oh, das wäre ja riesig nett. Mein Freund kommt in einer Woche aus Genua zurück und will sich dann hier in Bremen für sein Betriebswirtschafts-Studium einschreiben. Also, wenn wir dann nochmal vorbeikommen dürften, das wäre klasse“. „Ja gern, jederzeit. Ich helfe jungen Leuten immer gern".
Tante Rosa erhob sich und verabschiedete sich, nicht ohne sich für den Kaffee zu bedanken.
„Deine Vermieterin ist ja eine interessante Frau und kennt ja wohl Hinz und Kunz“. „Das kannst Du laut sagen. Sie ist in der SPD und hat jahrelang für den Senat gearbeitet und Sie ist mit dem Bildungssenator befreundet“.
Roberto deckte den Tisch ab und stellte das Geschirr auf den Abwaschtisch. Er wusch ab und ich trocknete ab. „Sag mal, was ist das für eine Kneipe, die Tante Rosa erwähnte?“ „Oscars‘, meinst Du? Das ist eine kleine Schwulen-Bar keine 500 Meter von hier. Gleich um die Ecke und dann die zweite rechts. Da sind auch manchmal Jazz-Sessions und es gibt gratis Erdnüsse. Je mehr Leute da sind, desto mehr watet man spät am Abend in Erdnussschalen. Ganz netter Laden. Übrigens, die einzige Schwulen-Kneipe in Bremen ohne Türsteher und Gesichtskontrolle“, grinste Roberto. „Hast Du Lust, dort heute Abend mal hin zu gehen? Selbst wenn dieser Viktor nicht dort ist, könnte das doch ganz nett sein“. „Ja, warum nicht? Vielleicht gibt’s ja heute Abend auch Musik dort. Aber wir sollten Bjørn fragen, ob er das mag.“ „Klar, sowieso…“.
Der D-Zug aus Osnabrück lief pünktlich in Bremen ein. Um Bjørn nicht zu verfehlen hatten Roberto und ich uns in der Nähe zur Treppe hingestellt. Dort würde er auf jeden Fall vorbeikommen. Roberto hatte ihn aber schon beim Einlaufen des Zuges an einem der Fenster entdeckt und lief dem Wagen hinterher. Ich schmunzelte in mich hinein, sagte aber nichts. Als sie dann beide auf mich zukamen, strahlten sie um die Wette und sahen sich ständig von der Seite an.
„Hei, Walter! Das hat ja toll geklappt. Hatte schon überlegt, was ich wohl machen sollte, wenn Du unsere Verabredung vergessen hättest“. „Oh Mann, eine Verabredung mit Dir würde ich nie vergessen und Roberto erst recht nicht, stimmt‘s?“, ich blickte Roberto an. Der wurde das erste Mal seit ich ihn kannte richtig rot, jedenfalls so, dass man es unter seiner schönen, braunen Haut sehen konnte, sagte aber nichts.
Als wir auf den Bahnhofsvorplatz hinaustraten, fing es an zu regnen. Wir entschlossen uns, im Fußgängertunnel, der zur Hermann-Böse-Straße führt abzuwarten, bis der Regen nachließ. Mir fiel ein, dass ich ja noch Vatern anrufen wollte, um zu hören, ob Gus sich gemeldet hatte. Daher sagte ich: „Ich laufe eben zur Post rüber und rufe Vatern an, dann komme ich gleich nach“. „OK, wir gehen dann schon mal vor“. Ich meinte gesehen zu haben, dass Roberto kurz nach der Hand von Bjørn gegriffen hatte. Na ja, war aber wohl nur Einbildung.
Als ich endlich ein freies Telefon gefunden hatte, dauerte es lange, bis ich Vatern an die Strippe kriegte. Erst sprach ich mit einer Dame aus dem Schreibzimmer, dann kam Karl, der mir im Flüsterton erzählen musste, wie weit er mit seinen Auswanderungsplänen war und, was Erik alles für ihn vorbereitet hatte. Dann stellte er – ganz geschäftsmäßig – zu Vatern rüber. Gus hatte in Genua alles erledigt und war auf dem Weg zu Andrea. Er ließ mir ganz liebe Grüße ausrichten und, dass ich brav bleiben solle. „Was das auch immer bedeuten mag…“, lachte Vatern. „ Wenn nichts dazwischen kommt, ist Gus schon Sonntagabend wieder hier“. „Morgen erfahre ich, ob ich einen Studienplatz in Bremen bekomme. Wenn das klappt, bin ich spätestens auch Sonntag wieder zuhause. – Tschüss Vatern! Ach, übrigens, solltest Du mit Gus nochmal sprechen: Auch von mir ganz liebe Grüße und auch er soll brav bleiben“, ich lachte und legte auf.
Draußen schüttete es jetzt wie aus Kübeln. Von der Post bis zu Robertos Wohnung waren es nur fünf Minuten zu Fuß. Ich entschloss mich durch den Regen zu laufen. Schon nach etwa der Hälfte des Weges war ich völlig durchnässt, selbst mein Slipp war klitsch nass. Jetzt umrundete ich die riesigen Pfützen auf dem Bürgersteig nicht mehr sondern lief direkt durch.
Glücklicherweise war die Tür zur Souterrain-Wohnung nicht verschlossen. So stand ich im Flur und streifte das Wasser ab als Bjørn aus dem Bad kam. Er hatte sich offenbar eine neue sexy Turnhose gekauft – schwarz, eng und sehr kurz geschnitten. Das T-Shirt kannte ich.
„Wir sind auch nass geworden, aber Dich scheint es ja richtig erwischt zu haben“, grinste er. „Macht nichts… gibt ja Handtücher“. Ich ging gleich direkt ins Bad. Als ich die Tür öffnete, stand Roberto vor mir und trocknete sich ab. „Ach…siehe da…“, dachte ich. „ Sollten die beiden schon gemeinsam geduscht haben? Na, da wäre ja ein Herzenswunsch von Roberto schneller in Erfüllung gegangen als er und ich gedacht hatten“. Mir kam wieder das Bild in den Kopf, dass ich erst heute Morgen genau an dieser Stelle im Kopf hatte.
„Komm rein! Dich hat’s ja noch schlimmer erwischt als uns. Schmeiß Deine Klamotten in die Waschküche, ich hänge sie gleich zum Trocknen auf“. Roberto griff nach einem großen Badehandtuch und reichte es mir. „Danke, ich will eben mal heiß duschen, bin doch ziemlich kalt geworden“. „Mach das…“, er nahm mich kurz in den Arm und rubbelte mich mit seinem Handtuch warm.
„Du, der Bjørn ist ein richtig Lieber. Ich mag diese naive und ehrliche Art. Aber irgendwie wirkt er mir gegenüber distanziert, obwohl er mich dauernd anschaut und sofort zusammen mit mir ins Bad gegangen ist, um sich abzutrocknen, aber bei einem Kuss auf die Backe hat er so zusammengezuckt, dass ich dachte, er hat Angst vor mir“. „Er hat nicht Angst vor Dir. Er hat Angst, seine Gefühle zu verschenken, ohne Liebe dafür zu bekommen. Er weiß zwar jetzt, wie er ganz leicht seine enorme sexuelle Energie abbauen kann, aber mit seinen Gefühlen kommt er nicht klar. Er fürchtet einfach enttäuscht zu werden. Er braucht jemanden, der ganz fest zu ihm steht, sich für seine Alltagsprobleme interessiert und vor allem eben auch nach dem Abspritzen ihm noch zuhört.“
„Aber das will ich doch… Verstehst Du das denn nicht? Er ist mein Traummann. Ich würde alles für ihn tun. Bloß kann ich es nicht richtig ausdrücken…“. „Mir ist das schon lange klar, und wenn Du ihm die Zärtlichkeit schenkst, die Du mir gestern Nacht geschenkt hast, bekommst Du ihn für immer“.
„Wie soll das gehen? Ich glaube, er denkt, dass er nur von Euch wirkliche Zärtlichkeit bekommt. Er redet nur von Gus und Dir und wie toll das ist, Euch als Freunde zu haben. Nichts anderes… auf dem Weg vom Bahnhof hierher und selbst als wir uns hier im Bad nackt gegenüber standen, erzählt er mir, dass es nichts Schöneres gäbe als von Euch beiden abgeduscht und abgetrocknet zu werden. Sag mir, was ich dem entgegen setzen soll.“
„Frag ihn nach seinem Leben in Norwegen. Frag ihn, wie er sich seine Zukunft vorstellt. Sag ihm, was Du in seiner Situation tun würdest. Sag ihm, dass Du ihn verstehst.“ „Ok, dazu brauche ich Zeit und Ruhe, aber Ihr wollt ja schon bald wieder zurück nach C… und Bjørn wird dann irgendwann für mich in Norwegen unerreichbar sein… Es ist wirklich alles sch… Endlich habe ich mal jemanden getroffen, der weit mehr als ein schöner Körper mit einem geilen Schwanz für mich sein könnte…- also, mit Ausnahme von Dir – und der nicht vergeben ist. Jemand, den ich auf Händen tragen würde… - wieder mit Ausnahme von Dir -, den ich aber doch nicht haben kann, weil er eigentlich eine Fata Morgana ist, die für einen Moment wunderschön erscheint und dann wieder im Dunst verschwindet“.
„Das liegt an Dir. Halt ihn fest. Vielleicht schaffst Du es, dass er ein paar Tage länger hier bei Dir bleibt und Ihr mehr Zeit für Euch habt. Ich weiß, im Augenblick störe ich, daher versuche doch, ihn zu überreden länger zu bleiben“.
„Er sehnt sich aber nach Dir und Gus und hat mir vorgeschwärmt, wie schön es ist, einfach nur zwischen Euch im Bett zu liegen. Welche Chance habe ich da?“ „Rede einfach mit ihm. Ich lasse Euch nachher ein paar Stunden allein und werde mal ins Oscars‘ gehen. Vielleicht klärt sich dann ja was“, ich gab ihm einen Kuss und trocknete mich weiter ab.
Als wir in Robertos Zimmer kamen, saß Bjørn im Schneidersitz auf dem Schafwoll-Teppich und war vertieft in ein Buch. Er las in unserem Geburtstagsgeschenk.
„Hast Du Hunger?“, fragte ich ihn. „Ja, ein bisschen“. „Ok, dann zieh Dir was an. Wir können in der Uni-Mensa was essen. Dort ist es preiswert und gut“. „Aber dann nehmen wir die Straßenbahn, damit wir nicht wieder nass werden“, warf Roberto ein. Dabei legte er seinen Arm um Bjørn und fragte: „Was liest Du denn da“?“ „Das Buch habe ich von Walter und Gus bekommen. Es geht um Frauen, die sich lieben und auch ein paar Männer, aber so weit bin ich noch nicht“. „Aha,… gibt’s einen Unterschied zwischen Männern und Frauen?“ „Ich glaube ja, Männer wollen erst Sex und dann vielleicht Liebe und Frauen wollen erst Liebe und dann Sex…“. „ Steht das da so?“ „Na ja, nicht genau so, aber Frauen reden wohl mehr drüber und sind offener“. „Tja, kann sein“.
„Also los Jungs! Ich habe Hunger. Lasst uns fahren“, mischte ich mich ein.
Während des Mittagessens erzählte Bjørn von der Landwirtschaftsausstellung in Osnabrück. Er war begeistert von den technischen Neuerungen und vor allem davon, wie gut die Messe organisiert war. Begeistert berichtete er davon, wie einfach es war, das Ausstellungsgelände zu finden. Ihm gefiel, dass es bereits am Bahnhof einen Informationsstand gab, an dem man kurzfristig eine Unterkunft mieten konnte. Für einen Norweger völlig ungewöhnlich war, dass auf dem Ausstellungsgelände an mehreren Ständen Bier und Wein ausgeschenkt wurde.
„Wie gefällt Dir denn Deutschland überhaupt?“, fragte Roberto. „Ganz toll. Es ist alles so ordentlich und in den Geschäften gibt es viel mehr zu kaufen als bei uns. Na ja, und die Bauernhöfe sind viel größer als bei uns“, bemerkte er mit einem fröhlichen Lächeln. „Ich würde zu gern mal auf einem solchen Hof arbeiten. Ich glaube, man könnte da viel lernen.
Onkel Odd hat zwanzig Kühe, zwei Traktoren und einen Mähdrescher. Wir melken morgens und abends eine Stunde mit einer uralten Melkmaschine und brauchen dann noch über eine Stunde um den Stall sauber zu machen und zu füttern. Hier hat man 60 Kühe, braucht auch eine Stunde zum Melken, kann aber nebenbei füttern und das Saubermachen ist auch viel leichter. Fast jeder Hof hat alle wichtigen Großgeräte und gutes Geld scheinen sie auch zu verdienen“.
„Soll ich mich mal erkundigen, ob es im Bremer Umland einen Hof gibt, den wir mal besichtigen können?“, fragte Roberto. Bjørn strahlte und blickte ihn an: „ Würdest Du das machen? Aber Du willst doch Lehrer werden, da kennt man doch keine Bauern“. „Ich kenne auch keine, aber Tante Rosa kennt bestimmt welche“. „Tante Rosa?“ „Meine Vermieterin.“ „Übrigens eine klasse Frau“, fügte ich hinzu. „Ich frage sie gleich nachher“. Ich sah Roberto an, dass er glücklich war, endlich etwas für Bjørn tun zu können.
Auf dem Rückweg war die Straßenbahn voll. Zum einen wegen des schlechten Wetters zum anderen, weil Vorlesungsschluss und Feierabend in den umliegenden Büros und Betrieben zusammenfiel. Wir mussten die paar Stationen bis nach Hause eng zusammengepfercht stehen. Bjørn drückte sich ganz dich an Roberto, und mir schien als suche er seine Hand. Roberto drehte sich zu ihm um und sie lächelten sich hinreißend an.
Zuhause angekommen ließ uns Roberto in seine Wohnung und ging dann gleich rauf zu Tante Rosa. Bjørn warf sich aufs Bett und lachte. „Habt Ihr Euch schon überlegt, wo ich heute Nacht schlafen soll?“ „Das darfst Du Dir aussuchen. Entweder mit Roberto im Bett oder allein auf dem Schlafsofa“. „Und Du?“ „Ich habe in der letzten Nacht dort geschlafen, wo Du jetzt liegst“. Aber ich kann genauso gut aufs Sofa umziehen“. „Warum? Hier ist doch mehr als genug Platz für drei.“ „Na, hören wir mal, was Roberto sagt. Rück mal ein Stück, dann kann ich auch mal einen Augenblick die Beine hochlegen.“
Ich war müde und mir fielen schon nach wenigen Sekunden die Augen zu. Bjørn suchte meine Hand und kuschelte sich eng an. So schliefen wir beide fest, als Roberto zurückkam.
Als ich fast eine Stunde später aufwachte, lag er auf der anderen Seite von Bjørn, hatte seinen Arm über ihn gelegt und seine Körperhaltung ganz der seines Bettnachbarn angepasst.
Ich ging in die Küche, kochte einen Kaffee und breitete die Infos von der Uni vor mir aus. Ich fand heraus, dass die Sozialpädagogen ein eigenes Gebäude hatten, gar nicht weit von den Betriebswissenschaftlern. Auf den Plänen war schon eingezeichnet, wo und welche Erweiterungen der Bremer Uni geplant waren. Die Naturwissenschaftler würden das größte Areal belegen.
Ich schenkte mir gerade den Kaffee ein, als Bjørn und Roberto gleichzeitig erwachten und sich synchron den Schlaf aus den Augen wischten. Ich musste schmunzeln. „Wovon seid Ihr denn so kaputt?“ „Och, man schläft und träumt einfach besser in netter Gesellschaft“, sagte Roberto mit einem Augenzwinkern. Bjørn sah ihn von der Seite an und lächelte.
Übrigens, Tante Rosa hat einen Bauern in Lilienthal angerufen, der würde Dir gerne seinen Hof zeigen. Er hat ca. 90 Milchkühe und eine der größten Grünlandflächen Bremens. Also, wenn Du Lust hast, können wir dort Sonntag hinfahren. Wenn Du keine anderen Pläne hast“. „Oh, Danke! Das wäre ja super toll. Dürfte ich denn bis dahin hier bleiben?“ „ Süßer, Du darfst so lange bleiben wie Du möchtest… nein, entschuldigt bitte, natürlich dürft Ihr beide so lange bleiben, wie Ihr wollt“.
„Also, das ist ganz lieb, aber ich möchte Sonntag wieder in C…. sein. Gus kommt schon Sonntagabend aus Genua zurück. Aber Bjørn, Du hast ja noch fast eine ganze Woche Urlaub. Da passt das doch sehr gut“, antwortete ich.
Roberto schaute Bjørn an, als ob er sagen wollte: Nun sag schon endlich ja. Der aber schien noch mit sich zu ringen. Später bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Bjørn einfach überwältigt war über die Aufmerksamkeit, die ihm geschenkt wurde. Er war es einfach nicht gewohnt, dass man sich nach seinen Wünschen richtete oder fragte, was er wolle.
Dann schaute er mich an und fragte: „ Meinst Du, das ginge?“ „Na klar geht das. Denk daran, was Karl Dir an Deinem Geburtstag gesagt hat. Von jetzt ab machst Du das, was Du willst“. Ich wollte ihm einen flüchtigen Kuss auf die Backe geben, erwischte aber nur noch die Haare, weil er sich spontan zu Roberto umdrehte und lachend sagte: „ Ja, dann will ich…“ „ Wunderbar, ich freu mich, dass Du bleibst und auf unseren Ausflug am Sonntag“.
Nach dem Abendbrot verabschiedete ich mich von den beiden mit dem vagen Hinweis, ich wolle mir noch ein bisschen die Stadt anschauen. Roberto verstand den Wink und meinte, er habe keine Lust mehr vor die Tür zu gehen. Ich könne aber den Haustürschlüssel mitnehmen. Bjørn hatte angeblich auch keine Lust mitzukommen und wollte lesen.
Erst Jahre später hat mir Bjørn die Geschichte dieses Abends erzählt. Es war der Anfang einer der innigsten Freundschaften und später festen Partnerschaften in unserem Freundeskreis. Sie wurde wohl nur noch von der von Karl und Erik übertroffen, die bis zum Tod von Karl kaum noch einen Tag getrennt waren.
Ich machte mich also auf den Weg durch den vornehmen Stadtteil Schwachhausen zum Oscars‘. An einer Straßenecke mitten im bürgerlichen Wohnviertel sah ich die Leuchtreklame auf einer dunklen Fassade. Die schwarze Eingangstür war halb geöffnet und es schallte ‚You're So Vain‘ von Carly Simon auf die Straße. Ich hatte zwar Tante Rosa so verstanden, als sei das Oscars‘ eine Jazzkneipe, aber das konnte ich nun selbst rausfinden.
Drinnen war auch alles in Schwarz gehalten. Auf dem Tresen standen Tropfkerzen, große Schalen mit ganzen Erdnüssen und an den Wänden hingen historische Filmplakate im Wechsel mit Schwarz-Weiß-Portraits von Jazz-Musikern, Schauspielern und älteren Männern, die ich nicht einordnen konnte. An der Wand gegenüber vom Tresen gab es einzelne Stehtische und eine lange mit schwarzem Leder bezogene Sitzbank. Am Ende des Raumes war eine kleine Bühne und daneben führte eine Wendeltreppe nach oben. Ganz links und etwas versteckt davon sah man eine kleine schmale Tür mit dem Hinweis ‚zum Klo‘.
Das Lokal war noch ziemlich schwach besucht. Wie Tante Rosa und Roberto darauf kamen, dass es sich beim Oscars’ um eine Schwulenbar handeln könne, erschloss sich mir auf den ersten Blick nicht. Am Tresen saßen ein Mann und drei Frauen und knabberten ihre Erdnüsse. Ein Mann ganz in eine Motorrad-Leder-Montur gekleidet stand an der Treppe und nippte an seinem Bierglas. Mehr Leute konnte ich vorerst nicht ausmachen. Vermutlich war ich aber auch noch etwas zu früh gekommen.
Ich bestellte mir ein Bier bei einem älteren Barkeeper, der ebenfalls mit einer schwarzen Lederhose bekleidet war und dessen rot-schwarz kariertes Holzfällerhemd nur notdürftig eine enorm behaarte Brust bedeckte. Er reichte mir das Bier mit einem sympathischen Lächeln, das mir das Gefühl gab, als sei ich seit Jahren Stammgast.
Mit dem Bierglas in der Hand balancierte ich die gewundene Metall-Treppe nach oben. Hier war es ebenfalls nur schwach beleuchtet. Es gab Sitzecken aus schwarzen Ledersesseln, von denen jeweils drei um eine hölzerne Kabeltrommel platziert waren. Auf jeder standen eine Tropfkerze und eine Schale mit Erdnüssen. Auch hier oben setzte sich die Galerie der vermeintlichen Berühmtheiten fort. Ganz am Ende des Raumes sah man erst nach genauerem Hinsehen zwei Nischen, die mit großen ledernen Sitzkissen ausgestattet waren.
Nachdem meine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah ich, dass die eine Nische bereits belegt war. Dort saß ein Mann mit angezogenen Knien und diskutierte mit einem anderen, der vor ihm auf dem Fußboden saß und mir den Rücken zuwandte. Gleich neben mir an der Treppe standen zwei jüngere Männer, die sofort ihre Unterhaltung unterbrachen, als sie mich sahen. Ich merkte, dass ihre Blicke mir folgten. Ich wählte einen Ledersessel, stellte mein Glas ab und drehte mich so, dass ich alles im Blick hatte. Das Repertoire der gespielten Musik war aktueller Pop, hatte aber bisher nichts mit Jazz zu tun.
Gerade als ich überlegte, wie lange ich es hier wohl aushalten würde, erhob sich der Mann vom Fußboden in der Nische und ging zur Treppe. Er schaute sich kurz um und blickte für einen Augenblick in meine Richtung. Es war Viktor. Trotz des Dämmerlichtes erkannte er mich sofort und kam auf mich zu. „Ehy hallo, das ist ja ein Zufall. Willst Du nachher auch die ‚Saratoga Seven‘ hören?“ „Ehh…ja klar…und Sie, ich meine Du?“ „Ich bin fast jeden Abend hier. Zuhause fällt mir meistens die Decke auf den Kopf. Hier ist es gemütlich und man trifft immer nette Leute“. Mir fiel auf, dass auch er eine knall enge schwarze Lederhose trug, die mit einer silbernen Knopfreihe den Hosenstall besonders betonte. Auch er hatte ein nur mit zwei Knöpfen gehaltenes, rot kariertes Baumwollhemd an. Allerdings waren kaum Brusthaare zu sehen. Seine Haut schimmerte braun gebrannt im Kerzenlicht. „Ich bin gleich wieder da, muss nur mal eben Wasser lassen“. An der Treppe wechselte er ein paar Worte mit den zwei Typen und alle drei schauten ganz kurz zu mir rüber, dann verschwand Viktor.
Es dauerte über zehn Minuten bis Viktor wieder vor mir stand. Ich erklärte mir das so, dass es wohl recht mühsam gewesen war, all die silbernen Knöpfe wieder ordentlich zuzuknöpfen.
Er lächelte und fragte: „Kommt noch jemand? Oder darf ich mich einen Augenblick zu Dir setzen?“ „Kein Problem, ich bin heute mal allein unterwegs. Jazz ist ja nicht jedermanns Sache“. „Ja, stimmt“. Er setzte sich auch bei mir wieder auf den Fußboden. „Und Deine Freundin konntest Du wohl dafür nicht begeistern?“ „Das war nicht notwendig… Ich habe keine Freundin“. „Na ja, ist ja auch besser, Frauen sind am Studienbeginn oft lästig. Man braucht ja ein bisschen Freiheit und Zeit, den neuen Studienort kennenzulernen. Vor allem, wenn Du gerade aus Norwegen kommst, musst Du Dich vielleicht auch in Deinem Heimatland erstmal wieder zurecht finden“. „Nö, damit habe ich kein Problem. Ich bin in C… aufgewachsen und zur Schule gegangen, aber mein Vater ist halber Norweger und Norwegen ist auch meine zweite Heimat“. „Und wie bist Du dann gerade auf Bremen als Studienort gekommen?“ „Erstens wegen der neuen Universität, zweitens weil mein bester Freund hier Betriebswissenschaften studieren will und drittens, weil schon ein sehr guter Freund von uns hier studiert“. „Na, das nenne ich gute Gründe…“, lachte Viktor. „ Übrigens, das sieht gar nicht so schlecht aus für Eure Pläne… jedenfalls, was Deinen Studienplatz angeht. Ich bekomme zwar erst morgen früh, Deine Unterlagen zurück, aber vor ein paar Tagen hatte jemand seinen zugesagten Studienplatz zurückgegeben, und wenn es keine formalen Gründe gibt, kannst Du diesen Platz haben“. „Oh, das wäre ja toll“. „Lass uns morgen bei mir im Büro darüber sprechen, hier darf ich das eigentlich gar nicht“. „Ja klar, ich bin morgen um 10:00 Uhr da“, freute ich mich.
„Aber Du weißt schon, dass Du in zwei Monaten das Herbstsemester anfangen musst, sonst ist der Platz wieder weg?“ „ Ja, das weiß ich“. „Habt Ihr denn schon eine Unterkunft? Sonst wird’s eng. Das Studentenwerk hat schon jetzt keine Zimmer mehr“. „Ich bin schon auf der Suche, und wenn mein Freund nächste Woche aus Genua zurück ist, werden wir uns als erstes um eine Wohnung kümmern.“
„ Was darf die Wohnung denn kosten?“ Das war eine heikle Frage, da ich zwar von Vatern die Zusage hatte, dass er im ersten halben Jahr die Kosten übernehmen würde und auch Gus einen Teil seines Stipendiums beitragen konnte, aber über eine konkrete Summe hatte ich mir bisher keine Gedanken gemacht. Um das nicht zugeben zu müssen, erinnerte ich mich an die Such-Anzeigen aus der Stadtteilzeitung und sagte: „Bis 500,- DM warm“. „Ok, das hört sich gut an… Euer Vorteil, dass Ihr zu zweit seid. Das mögen die Vermieter ganz gern. Da ist die Miete etwas sicherer“.
Er sah mich an und schien meine Gedanken lesen zu wollen. „Habt Ihr beide denn die Finanzierung Eures Studiums geklärt?“ „ Ich denke schon“, log ich. „Dann meldet Euch mal bei mir, wenn Dein Freund auch hier ist. Vielleicht habe ich etwas für Euch. Ganz hier in der Nähe. Zwar nur zwei Zimmer, Küche und Bad in einem Altbau mit Ofenheizung, aber ein sehr netter Vermieter. Die Miete wäre Verhandlungssache, aber auf jeden Fall weit unter 500,- DM. „Und wo ist der Haken?“, fragte ich ironisch. „Es gibt keinen. Hauptsache der Vermieter mag Euch und Ihr werdet Euch einig. Ihr solltet aber nicht zu lange warten, mit ihm Kontakt aufzunehmen“. „Kann ich morgen schon machen. Mein Freund verlässt sich ganz auf mich. Wir sind uns fast immer einig“. „Na, das klingt ja wie eine perfekte Partnerschaft. Also gut, dann komm morgen Nachmittag gegen 17 Uhr zu dieser Adresse. Er kritzelte etwas mit einem Bleistiftstummel auf einen Bierdeckel. Dann stelle ich Dich dem Vermieter vor“.
Ich bedankte mich und steckte den Deckel ein. „Ich muss jetzt mal das Bier loswerden. Bleibst Du noch?“ „Ja, ich muss auch noch mal eben, bevor die Jungs mit ihrer Session anfangen“. Gemeinsam stiegen wir die Treppe hinab und zwängten uns in die kleine Herren-Toilette mit gerade mal zwei Pinkelbecken. Viktor hatte seine Silberknöpfe schneller aufgeknöpft, als ich meinen Schwanz aus meiner super engen Jeans gepult hatte. Er schaute mir von der Seite erst ins Gesicht und dann auf meinen Schwanz. „Das ist der einzige Nachteil mit diesen modernen Hosen… man kommt nicht so gut ran“, lachte er. Er warf dabei seine Haare etwas zurück und öffnete auch noch den obersten Knopf seiner Lederhose, die daraufhin den Blick auf einen schwarzen Lederslipp freigab, der eine recht ansehnliche Beule bedeckte, die in Sekundenschnelle an Volumen zunahm. Ich konzentrierte mich gerade darauf, die letzten Tropfen abzuschütteln, als auch schon über dem Bund des Lederslipps neben mir eine gut durchblutete Eichel auftauchte.
Viktor tat so, als bemerke er nicht, dass ich bereits meinen gewohnt eisenharten Schwengel in der Hand hielt und immer noch so tat, als schüttelte ich Urin-Tropfen ab. „Geht gerade nicht… muss ich wohl nachher nochmal versuchen“, sprach er mehr zu sich selbst. Ich lächelte etwas verlegen und wollte meinen Kolben wieder hinterm Reißverschluss verstecken. „Wird das nicht zu eng?“ „Mir scheint, da braucht einer etwas Entlastung, bevor er wieder in der Hose verschwinden kann.“ Er lachte etwas zu laut aber durchaus sympathisch. „Darf ich mal…?“ Schon hatte er seine Hand um meinen Schaft gelegt und machte ein paar Auf- und Ab-Bewegungen. Er machte das gut. Ich schloss für einen Augenblick die Augen. „Du bist ein Genießer, scheint mir“. „Ja, das stimmt… bloß nicht hier“, lachte ich.
Viktor hatte inzwischen seinen Slipp runtergezogen und sich mir zugewandt. Sein Schwanz war etwas krumm, hatte aber eine ungewöhnlich glatte, weiche Haut. „Ja, kein besonders gemütlicher Ort hier, aber fühl doch wenigstens mal.“ Er streckte mir sein Teil entgegen und ich faste zu. Wieder warf er seine Haare zurück und schloss die Augen:“ Jaaa… mehr bitte!“ Er stöhnte kurz und schon schoss seine Sahne mir entgegen und landete genau auf meinen Eiern. Noch einmal griff er nach meinem Schwanz und rubbelte so heftig, dass es wehtat. Aber weder Lusttropfen noch Sperma ließen sich sehen. „Nee, lass mal… er war in den letzten Tagen etwas überstrapaziert. Vielleicht ein anderes Mal.“ „Oh, das hört sich gut an, würde gerne mal etwas mehr Zeit für Dich haben“. Ich lachte und klopfte ihm auf die Schulter. „Da wirst Du erstmal meinen Freund fragen müssen“, zwinkerte ich ihm zu und verpackte meinen Schwanz wieder einigermaßen ordentlich hinterm Hosenstall“. „Wenn er mich nicht totschlägt, werde ich das machen“, feixte er.
Inzwischen war das Lokal wesentlich voller geworden. Ein bunt gemischtes Publikum drängte sich vor der Bühne. Viktor und ich gingen wieder nach oben. Auch hier saßen und standen jetzt mehr Männer. Wir fanden zwei freie Sessel und angelten uns eine große Schüssel mit Erdnüssen. Viktor beugte sich zu mir rüber und fragte flüsternd: „ Machst Du das öfter mal mit anderen oder nur mit Deinem Freund?“ „Kommt drauf an, was Du mit ‚anderen‘ meinst. Wir haben einen kleinen Freundeskreis, der sich unter einander sehr gut kennt. Das sind alles Paare, die Spaß und Liebe von einander trennen können.“ „Mann, das ist in Deinem Alter aber ganz schön ungewöhnlich. Da habt Ihr aber Glück, dass keiner Theater macht“. „Wenn das passieren würde, wären wir keine Freunde mehr, aber bisher verstehen wir uns bestens“. „Toll, das bewundere ich. Na, vielleicht lerne ich Deinen Freund ja mal kennen“. „Wenn alles klappt, sind wir wahrscheinlich schon Ende nächster Woche wieder hier. Mein Freund muss sich auch noch immatrikulieren. Er holt ja gerade seine Unterlagen von der Universität Genua ab“. „Wenn er dabei Hilfe braucht, soll er sich bei mir melden“.
Von unten schallten jetzt die ersten Oldtime-Jazz-Klänge nach oben. „Die Jungs kommen aus Braunschweig und sind ganz neu“, erläuterte Viktor. „Ehy, klingt echt gut…“.
Kurz vor Mitternacht verabschiedete ich mich von Viktor und versprach pünktlich um zehn bei ihm im Büro zu sein. Er kam mit mir vor die Tür und fragte: „ war ich vorhin zu aufdringlich?“ „Ach was, mach Dir keine Gedanken. Wer mir blöd kommt, der bekommt was auf die Finger“, lachte ich.
Bei Roberto war kein Licht mehr am Küchenfenster zu sehen, als ich nach Hause kam. Ich zog meine Schuhe aus und schlich ins Bad.
In seinem Zimmer brannte eine kleine Lampe neben seinem Bett. Dort lagen die beiden nackt und eng umschlungen. Sie hatten meine Decke und mein Kopfkissen extra neben sich ordentlich aufgeschlagen. Das bedeutete wohl, dass ich neben ihnen schlafen sollte. Als ich mich ausgezogen hatte und unter die Decke gekrochen war, grunzte Roberto etwas, Bjørn schien gar nichts zu bemerken. Ich schlief mit dem vertrauten Geruch der Beiden in der Nase sofort ein.
Ich erwachte und sah in das unglaublich glückliche Gesicht von Bjørn. „Na, war wohl ein langes Jazz-Konzert?“ „Nö, wieso? Ich war doch schon kurz nach Mitternacht zuhause“, grinste ich. „Wo ist denn Roberto?“ „Der holt Brötchen. Er hat es eilig, weil er um zehn seine erste Vorlesung hat“. „Oh ja, ich muss auch um zehn in der Uni sein… Wie spät ist es denn?“ „Viertel nach acht“.
Ich sprang aus dem Bett, ignorierte meine Morgenlatte und holte mir einen Kaffee, der gerade durchgelaufen war. Bjørn folgte mir mit seinem Blick und fragte: „ Sag mal, kann man eigentlich in Deutschland auch Landwirtschaft studieren?“ „Keine Ahnung, ich denke die meisten Bauern lernen ihren Beruf direkt auf einem Hof und gehen auf die Berufsschule. Warum? Willst Du hier studieren?“ „Ja, ich würde gern. Roberto meint, ich könnte hier viel lernen, was ich eventuell später auf meinem Hof gebrauchen könnte.“ „Ich glaube, da hat er Recht. Lass Dich doch einfach mal beraten.“ „Das hat Roberto auch vorgeschlagen.“ „Ihr versteht Euch gut, nicht wahr?“ „Ja sehr… Er ist außer Euch beiden der liebste Mann, den ich bisher kennengelernt habe. Er ist wahnsinnig zärtlich und kann gut zuhören. Ich glaube er versteht mich mindestens so gut wie Ihr beide. Ich habe Angst, dass ich ihn verliere, wenn ich erstmal wieder in Norwegen bin. Wenn ich daran denke, werde ich jetzt schon ganz irre“. „Das glaube ich nicht. Ich weiß, dass Roberto Dich sehr, sehr lieb hat und alles für Dich tun würde, damit Du bei ihm bleibst“. „Hat er das gesagt?“ „Ja!“ Bjørn strahlte und sprang nackt wie er war auf den Flur und ins Bad.
Ich saß noch nackt über meine Kaffeetasse gebeugt, als Roberto mit der Brötchentüte in der Hand zurückkam. „Na, hast Du das Wasserbett getestet?“, fragte er augenzwinkernd. „Nein, ich habe Oldtime-Jazz gehört und dafür gesorgt, dass wir vielleicht eine Wohnung hier in der Nähe bekommen, und wenn ich um zehn in der Uni bin, bekomme ich hoffentlich meinen Studienplatz.“
„Ich hab’s ja gesagt, Du bist ein Glückskind. Wie hast Du das denn in den paar Stunden hingekriegt?“ „Ich habe mit Viktor Erdnüsse gepuhlt und neben ihm gepinkelt… das war ganz einfach“, lachte ich.
„Ach so, dachte ich’s mir doch“. „Da hast Du falsch gedacht. Meine Harnblase war leer, meine Samenblase nicht. Kannst Du gerne testen, wenn Du möchtest“, forderte ich ihn albernd auf. „Würde ich liebend gerne, aber erstens muss ich gleich zur Uni und zweitens hat meine Samenblase nicht den kleinsten Tropfen mehr. Zwei heftige Nächte hinter einander sind selbst für einen potenten Italiener zu viel. Ich bin im Zweifel, ob ich überhaupt noch eine Samenblase habe. Mein süßer Landwirt hat mir eindeutig meine Grenzen aufgezeigt. Trotzdem… wenn ich Dich schon nicht bekommen kann, will ich ihn und sonst niemals wieder einen anderen“.
„OK, dann haben wir ja das schon mal geklärt… Ich freue mich für Dich, aber vor allem für Bjørn. Er braucht Dich, mehr als Du glaubst. Solltest Du ihm allerdings jemals wehtun, bekommst Du es mit mir, Gus und Karls Catcher-Freunden zu tun und dann sehe ich äußerst schwarz für Deine Samenblase“, feixte ich und gab Roberto einen Kuss auf die Stirn. „Keine Angst, mein Süßer, ihm passiert nichts. Du vergisst ich habe ja noch meine Mafia-Freunde…“. Roberto bekam einen regelrechten Lachanfall und konnte sich gar nicht wieder einkriegen.
Als ich um zehn in der Universitätsverwaltung an Viktors Tür klopfte, waren fast alle Stühle davor besetzt. Fast jeder der Wartenden hatte eine Mappe in der Hand. Ich wollte mich schon dazu setzen, als eine Stimme „Herein!“ rief. Einige der wartenden Studenten sahen mich etwas missbilligend an, aber da Viktor mich für zehn Uhr bestellt hatte, wollte ich wenigstens zeigen, dass ich pünktlich war.
„Ah, der angehende Sozialpädagoge… Ich wünsche Dir einen wunderschönen guten Morgen!“ Er zwinkerte mir zu und machte eine fast unmerkliche Kopfbewegung in Richtung einer Tür zum Nachbarzimmer, die halb offen stand. Dort schien ein anderer Mitarbeiter sich ebenfalls mit einem Studenten zu unterhalten. Viktor reichte mir die Hand und bat mich Platz zu nehmen.
„So, Du hast Glück. Deinem Studienbeginn zum Herbstsemester steht eigentlich nichts mehr im Weg. Ich brauche nur noch ein paar Unterschriften von Dir und dann meldest Du Dich mit diesem Zettel möglichst bald im Fachbereich Sozialpädagogik“.
„Super, danke…“. Viktor legte ganz kurz seinen Zeigefinger auf seine Lippen und sagte laut: „Hat ja dann doch noch alles gut geklappt. Solltest Du noch Fragen haben, kannst Du Dich jederzeit an uns hier oben wenden“. Ich kapierte, er wollte jedes private Wort vermeiden, um nicht in den Verdacht zu kommen, jemanden zu bevorzugen. „Dann viel Erfolg und hoffentlich lebst Du Dich gut ein in Bremen“. Er streckte mir wieder die Hand entgegen, drückte etwas fester als notwendig und zwinkerte mir noch einmal zu.
Ich hätte gern noch gesagt, „bis heute Nachmittag“ oder Ähnliches, verkniff es mir aber mit Blick auf die Mithörer im Nachbarzimmer.
Als erstes wollte ich jetzt eine Telefonzelle suchen, um Vatern und Karl die gute Nachricht zu berichten, dann sollten Roberto und Bjørn drankommen.
Karl war wieder mal gerade nicht da und mit der Dame vom Schreibzimmer wollte ich meine Freude nicht teilen. Bis ich dann Vatern in der Leitung hatte, waren schon jede Menge Groschen durch den Telefonautomaten gerasselt und ich konnte gerade noch das Wichtigste durchgeben, bevor mir das Kleingeld ausging. „Wir reden Sonn…“, damit war das Gespräch beendet.
Da ich nicht wusste, wo Roberto sich gerade befand, machte ich mich wieder auf den Heimweg. Zu Fuß, weil ich ein bisschen Zeit zum Nachdenken haben wollte. Ich sehnte mich nach meinem Schatz, dem ich jetzt so gerne alles erzählt hätte. Mir fehlte sein Arm um meinen Schultern und seine pragmatischen Kommentare. Bjørn und Roberto waren da kein Ersatz. Ich wollte die beiden ohnehin im Augenblick etwas in Ruhe lassen, damit sie Zeit für sich hatten. Allerdings konnte ich nicht verhindern, dass jedes Mal wenn ich an die beiden dachte, der Druck in meinem Schritt unheimlich zunahm und ich mir wünschte, immer mal den Schwanz des einen und des anderen im Anus oder im Mund zu haben. Der Sex mit beiden war so einzigartig, dass ich plötzlich das Gefühl hatte eifersüchtig auf den jeweils anderen zu werden. Gleichzeitig machte ich mir Gedanken, was mein Liebster in Italien wohl alles so trieb, um seine überschüssige sexuelle Energie abzubauen. Ob er wohl Enrico, Mario oder Andrea getroffen hatte. Sollte ich ihm erzählen, dass ich Viktor eigentlich ganz nett fand, bereits seinen Schwanz in der Hand hatte und seine Sahne auf meinem Sack? Ja klar, ich würde es ihm erzählen. Wir hatten uns schließlich versprochen, keine Heimlichkeiten zu haben.
Würde ich es jemals schaffen, einem geilen Männerschwanz zu widerstehen? Was sollte ich machen, wenn eines Tages ein Mann Sex und Liebe nicht trennen konnte oder wollte? War ich mir eigentlich wirklich klar darüber, wie außergewöhnlich meine Männer-Freundschaften waren? War ich vielleicht ein verdammter Egoist, der bloß nach Befriedigung seines fast krankhaften Triebes suchte?
Ich musste einfach ruhiger werden. Sonst sah ich schwarz für mein Studium und auch meine berufliche Zukunft. Mein Abitur hätte ich beinahe vergeigt, hätte nicht Andrea dafür gesorgt, dass ich mich zusammenriss. Meine berufliche Zukunft hätte ich ohne die besonnene Art von Gus und Vatern niemals so planen können. Letztlich war es ihnen zu verdanken, dass ich nach langem Hin und Her endlich entschied, was ich wollte und schließlich – wenn auch mit etwas Glück – jetzt einen Studienplatz hatte. Die Frage blieb aber, ob und wie ich dieses Studium durchhalten würde und ob ich zu Gunsten von Erfolg und Leistung auch mal auf die überall lauernden Versuchungen durch schöne Männer verzichten konnte.
(Dran bleiben, die Geschichte geht bald im Kapitel "30 Jahre normal anders (5) weiter.)



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