30 Jahre normal anders (6) Lernen, lieben, leben
- gert

- 13. Dez. 2019
- 63 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Nov. 2022
Lernen, lieben, leben
Etwas hatten wir nicht bedacht. Unser Transporter mit der Erstausstattung für den Anfang unseres gemeinsamen Lebens musste auch wieder entladen werden. Uns fehlten Karls kräftige Oberarme.
Viktor hatte zwar zugesagt, uns zu helfen, aber von ihm war auch eine Stunde nach dem vereinbarten Termin nichts zu sehen. Sein Vater begrüßte uns herzlich, fiel aber als Hilfskraft weitgehend aus. So begannen wir Stück für Stück und Karton für Karton erst einmal alleine in die Wohnung zu schleppen. Die geliehenen Matratzen mussten wieder in den ersten Stock und unser zerlegtes Doppelbett wieder aufgebaut werden.
Es war wieder ein heißer Tag und die Sonne brannte auch in den sonst eher schattigen Nebenstraßen Schwachhausens erbarmungslos. Gus und ich hatten unsere alten knall engen Shorts aus Italien angezogen und benutzen unsere T-Shirts quasi nur noch als Schweißtücher. Auf der Straße waren weder Nachbarn noch Passanten zu sehen. Man hielt sich offenbar in den kühlen Häusern auf und genoss, vielleicht verstohlen hinter der Küchengardine, den Anblick von zwei verrückten Männern, die in der Mittagshitze Möbel schleppten.
Als wir gerade mal wieder zur Wasserflasche gegriffen hatten und uns auf den Treppen vorm Haus ausruhten, hörten wir ein Motorrad die Straße heraufkommen.
Ein junger Mann in dunkler Lederkleidung, mit leichtem Bauchansatz und längeren mittelblonden Haaren fuhr langsam an uns vorbei, schaute interessiert, gab Gas und verschwand. Einige Minuten später hörten wir das Motorengeräusch zurückkommen. Er bremste, lächelte zu uns herüber, bog dann zwei Häuser weiter in eine Einfahrt ein und stellte den Motor ab. Er legte seine Lederjacke auf die Maschine und wandte sich zum Haus. Dann schien er einen Augenblick zu stutzen, drehte sich um und kam auf uns zu.
„Ihr seid also Bergmanns neue Mieter?“ Er war ungefähr 25 Jahre alt, hatte grau-grüne Augen, ein äußerst sympathisches Lächeln, eine starke Akne, leicht unregelmäßige Zähne und eine etwas zu große Nase. „Ich bin Ronald und einer Eurer vielen neuen Nachbarn. Dort drüben wo meine Maschine steht wohne ich“. „Hei! Ich bin Gus und das ist Walter“. „Da habt Ihr Euch ja den heißesten Tag zum Umziehen ausgesucht, den Ihr finden konntet“, lachte Ronald und musterte uns dabei mit einem recht frechen Blick. „Na, aber so wie Ihr gebaut seid, macht Ihr das mit Links“. „Unser Mithelfer hat uns leider versetzt. Aber wir hoffen, dass er noch irgendwann auftaucht“, meinte Gus und erwiderte den frechen Blick mit einem kleinen Augenzwinkern. „Also, wenn Ihr wollt, helfe ich Euch ein paar Stunden. Ich habe gerade ein bisschen Zeit und kenne den Sohn des Hauses hier seit wir zusammen in der Sandkiste gespielt haben. Das verpflichtet ja irgendwie…“. Er lachte.
„Oh, danke, das Angebot nehmen wir gerne an. Gerade auf den Viktor warten wir ja“, sagte ich. „Ach, Ihr kennt den Viktor, na dann…“. Ronalds Gesicht bekam etwas Verschwörerisches und gleichzeitig schaute er uns wieder beide von oben bis unten an und grinste.
Ronald zog sein T-Shirt mit der Aufschrift ‚No bombs, no war!‘ aus und zum Vorschein kam ein kräftiger völlig unbehaarter Oberkörper, dessen Haut, total im Gegensatz zu seinem Gesicht, ganz glatt und pickelfrei war. Mein Blick richtete sich auf seinen Schritt, wo aber nichts Spektakuläres zu bemerken war. Auf seinen Hüften hatte sich etwas Fett abgelagert, das jetzt durch den engen Bund der Lederhose etwas nach Außen gedrückt wurde, aber eigentlich ganz gut zu ihm passte.
„Habt Ihr schon mal bei ihm zuhause vorbei geschaut? Vielleicht sitzt er in seinem Atelier und malt. Dann vergisst er manchmal Zeit und Stunde“.
In diesem Moment sahen wir Viktor um die Ecke biegen. Er winkte wild und lachte fröhlich. Er hatte eine hauchdünne, grüne Pluderhose an und dazu ein in Regenbogenfarben gebatiktes T-Shirt.
„Entschuldigt Jungs, wir hatten eine Konferenz, die viel länger gedauert hat als geplant und dann war ich eben noch zuhause und habe mich umgezogen… Ah, hallo Ronald, hast Du Deine neuen Nachbarn in Augenschein genommen? Und,… ganz nett, nicht?“. Viktor haute seinem Jugendfreund auf die nackte Schulter und ließ seine Hand dort einen Augenblick liegen. „Wir gehen immer so mit einander um. Zwischen uns gibt’s keine Geheimnisse und trotzdem halten wir es kaum länger als einen halben Tag mit einander aus. Dann gehen wir uns gegenseitig tierisch auf den Sack… Ist doch so, oder?“
Viktor sah Ronald grinsend aber durchaus liebevoll an. „Ja, stimmt. Das wird sich wohl leider auch nicht mehr ändern“, seufzte Ronald. „Tja, rauer Handwerker trifft feinsinnigen Künstler, Schwarz trifft Bunt, das kann nicht lange gutgehen“, lachte Viktor.
„Handwerker können wir gerade ganz gut gebrauchen. Das Bett und der Kleiderschrank müssen noch aufgebaut werden“, warf ich ein. „Da habt Ihr Euch doch mit genau dem Richtigen angefreundet. Ronald ist Tischler“, grinste Viktor.
„Na, dann schaue ich mir das mal an. Gibt’s auch Werkzeug, oder soll ich was holen?“, fragte Ronald. „Dein Werkzeug kenne ich… diese schwarzen langen Gummidinger, Lederriemen, Ketten und so weiter…“, feixte Viktor und wollte sich ausschütten vor Lachen. „ Also, Schraubenzieher, Hammer, Zange und Schraubenschlüssel sind in dem roten Kasten in der Küche“, erläuterte ich. „Das dürfte kein großes Problem sein“. Ronald ging ins Haus.
„Er ist ein ganz lieber und zuverlässiger Typ. Ich kann bloß mit seinem Leder-Fetisch, seiner Dildo-Sammlung und seiner Kifferei nichts anfangen“, sagte Viktor leicht resigniert. „Ich mag auch einige seiner Kumpel nicht besonders. Aber wäre ja auch furchtbar, wenn wir alle gleich wären“.
„Kann man wohl sagen“, kam es lakonisch von Gus.
Als wir ins Schlafzimmer kamen war Roland schon eifrig dabei, den Rahmen unseres Bettes wieder zusammenzubauen. Seine Motorradhose formte seinen Po sehr vorteilhaft, vor allem wenn er sich vorn über beugte. Viktor schlich sich von hinten an ihn ran und gab ihm lachend einen Klapps auf die schwarz glänzende Rundung. „Au,… so kann ich nicht arbeiten…jetzt ist die Schraube weg“, klagte Ronald betont wehleidig. „Stell Dich nicht so an, magst Du doch sonst auch ganz gern“, grinste Viktor. „Kommt drauf an…“. „ Auf was? “ „Wer wann, wie und wo schlägt…“. „ Ich sag doch, wir passen nicht zusammen“. Viktor zwinkerte uns zu und ging, um den nächsten Karton zu holen.
Nach etwa einer Stunde war der Transporter leer und in unseren beiden Zimmern einschließlich der Küche herrschte Chaos. Lediglich unser Bett und Karls Kleiderschrank standen fertig montiert an ihrem Platz. Ronald saß auf der Schreibtischkante und drehte sich eine Zigarette.
„Eurer erste gemeinsame Wohnung?“, fragte er lächelnd. „Eigentlich nicht, wir hatten schon in Italien ein paar Wochen lang eine gemeinsame Wohnung und dann haben wir auch in Walters Elternhaus zusammen gewohnt“. „Ihr beide gemeinsam bei Walters Eltern?. Das hört sich nach Stress an.“ „Nee, überhaupt nicht. Sein Vater ist ein toller Typ und seine Mutter war nicht da“. „So hätte ich das auch gern. Italien wäre toll. Kann mir vorstellen, die Leute dort sind immer entspannt und gut drauf. Na ja, ich war noch nie richtig weg von Bremen. Meine Eltern sind geschieden und ich lebe mit meiner Mutter eben gleich hier nebenan… Viel mehr habe ich nicht zu bieten. Außer, dass meine Mutter schwerhörig ist und ich zuhause machen kann, was ich will. Sie mag es zwar nicht besonders, wenn meine Kumpels und ich bei uns im Keller Feten feiern, aber mischt sich auch nicht ein“.
Gus lächelte Ronald an und meinte: „Hauptsache man hat seine Ruhe nach einem langen Arbeitstag. Übrigens, in der Kiste da drüben stehen ein paar Flaschen Bier. Nimm Dir eine, wenn Du möchtest.“ Ronald öffnete die Flasche mit einem gekonnten Schlag auf die Fensterbankkante und prostete uns zu.
Viktor kam mit dem letzten Umzugskarton in die Küche und durfte sich auch ein Bier nehmen. Gus und ich nahmen die letzten beiden Flaschen.
Wir erzählten noch ein bisschen von unserer Zeit in Italien und unseren beruflichen Plänen in Norwegen. „Das hört sich ja alles richtig spannend an“, meinte Ronald. „Ich wünschte, ich wüsste auch schon, was ich in drei Jahren machen werde. Als Tischlergeselle möchte ich jedenfalls hier nicht alt werden und reisen möchte ich auch mal. Bloß solange meine Mutter mich braucht, kann ich nur schlecht Pläne machen. Lässt sich halt nicht ändern“.
„Na ja, Bremen hat aber ja auch eine ganze Menge zu bieten… Wenn ich das mit C… vergleiche, dann tanzt hier jeden Tag der Bär“, lachte ich.
„Tja, im Vergleich zur niedersächsischen Provinz vielleicht, aber irgendwann kennt man die Leute hier auch alle, und Bars, Discos und Kneipen hat man auch ganz schnell durch. Da freut man sich dann auf jeden ‚Neubürger‘, der mal ein bisschen frischen Wind mitbringt… so wie Ihr beide zum Beispiel“.
„Es kommen doch jedes Jahr neue Studenten“, gab Gus zu bedenken. „Die meisten von denen – also Euch ausgenommen – sind mir viel zu abgehoben. Die reden dauernd vom Proletariat und den Rechten der Arbeiterklasse. Aber erstens verstehe ich sie meistens nicht, und zweitens wollen die in Wirklichkeit mit Arbeitern gar nichts zu tun haben“. Ronald klang verbittert und so, als ob er schon mehrmals schlechte Erfahrungen mit den „Intellektuellen“ gemacht hätte.
„Wir werden uns bemühen nicht abzuheben“, antwortete Gus und schaute Ronald dabei ganz ernst an. „Würde mich jedenfalls freuen, wenn wir gute Nachbarn würden. Ich muss jetzt los, meine Mutter wartet schon“. „Danke Dir für Deine Hilfe! Kannst jederzeit vorbeikommen. Bei uns ist immer offenes Haus… und sollte es wider Erwarten mal nicht passen, sagen wir das ehrlich…und…schmeißen Dich raus“, grinste Gus augenzwinkernd. „Gut zu wissen, Danke! Ihr könnt auch jederzeit rüberkommen. Egal ob Ihr Hilfe braucht oder einfach so. Abends bin ich meistens zuhause…und…wenn nicht, bin ich höchstens mal eine kurze Runde mit meiner Maschine unterwegs oder auf einen Spaziergang im Bürgerpark“.
Als Ronald gegangen war, schmunzelte Viktor und meinte: „ Ja, ja, die Spaziergänge im Bürgerpark… fast jeden Abend zwischen 10 und Mitternacht gleich zwischen Klappe am Stern und Park-Hotel... Ich wollte ihn unter seiner Eiche schon mal malen. Aber das fand er nicht so toll. Und dann vergaß er zu erwähnen, dass er sich einmal im Monat sonnabends mit seinen Leder-Freunden in der Sauna trifft. Also, Ihr beide seid ja schon ziemlich aktiv und potent obendrein, aber der Ronald übertrifft Euch noch um ein Vielfaches. In der Szene heißt er nur der „Schweiger“, weil er sich stundenlang ficken lässt, ohne einen Ton von sich zu geben. Er wird scheinbar nie müde und schafft es, nach seinen berüchtigten Keller-Feten, bei denen er sich am liebsten von allen Gästen rannehmen lässt, noch anschließend jemanden im Park abzuschleppen, der dann überall rumerzählt wie toll die Nacht mit Ronald war. Also Jungs, seht Euch vor“.
„Keine Angst, das ist nichts für uns“, sagte ich und blickte zu Gus, um seine Bestätigung zu bekommen. Der nickte und fügte hinzu: „ Also, ich rede schon ganz gern ein bisschen mit dem, der seinen Schwanz bei mir reinstecken möchte … und … nur weil der Betreffende eine Lederjacke oder geilen Leder-Slip trägt, lass ich ihn noch lange nicht ran“.
Am folgenden Tag brachten wir den Transporter wieder nach C… und berichteten Karl und Vatern kurz, wie alles gelaufen war. Sie versprachen beide, uns vielleicht schon in den nächsten Tagen besuchen zu wollen. Vier Tage später als Roberto aus Norwegen zurückkommen sollte, waren wir mit dem Einrichten unserer kleinen Wohnung fast fertig.
Wir saßen zusammen mit Viktors Vater in unserer Küche, tranken Kaffee und unterhielten uns über meine Familie in Norwegen, als es an der Haustür zwei Mal klingelte. Ein Zeichen dafür, dass wir gemeint waren. Vor der Tür stand Roberto, strahlte mich an und nahm mich spontan in den Arm. Ein Kollege hatte ihn im Auto von Kiel nach Bremen mitgenommen.
Roberto sprudelte fast über vor Erlebnissen, die er unbedingt erzählen wollte und registrierte dabei kaum, dass Viktors Vater mit am Tisch saß. Von Tante Ritas und Onkel Odds Gastfreundschaft war er schlichtweg überwältigt. „Nicht mal in Calabrien hätte man mich so herzlich aufgenommen“, berichtete er begeistert. Allerdings hatten Onkel Odd und Tore große Bedenken Bjørn Hals über Kopf nach Deutschland gehen zu lassen. Schließlich hatte Tante Rita aber das entscheidende Argument. Sie meinte, Odd und Tore sollten Bjørn nicht seine Zukunft verbauen und ihn um die einmalige Chance bringen, eine ausgezeichnete deutsche Ausbildung zu bekommen, und die besten Voraussetzung für die Führung seines späteren Hofes zu haben. Odd meinte zwar, dass die norwegische Ausbildung für ihn genauso gut sei, setzte sich aber nicht durch, weil Tante Rita wichtiger war, dass Bjørn seinen Horizont erweitern konnte und nicht zuletzt glücklich zusammen mit seinem Roberto sein sollte.
„Deine Tante Rita ist wie eine italienische Mamma. Zuhause hat sie das Sagen und ‚regiert‘ mit viel Gefühl“, lachte Roberto und war vollkommen aus dem Häuschen, dass sein Bjørn bereits in drei Wochen bei ihm einziehen würde. Tante Rosa hatte zugestimmt.
„Habt Ihr Euch denn auch überlegt, was werden soll, wenn Bjørn eines Tages tatsächlich den Hof seines Onkels übernimmt?“, fragte Gus pragmatisch wie er war.
„Ich werde Deutschlehrer in Norwegen!“, kam es prompt von Roberto. „Das Land ist schön, die Leute nett und an die Kälte werde ich mich schon gewöhnen“.
„Na dann ist ja alles klar“, lachte Gus. „Mit anderen Worten, wir werden Dich so schnell nicht wieder los“. „Kann sein“, grinste Roberto. „Vielleicht schaffen wir es ja, gemeinsam umzuziehen“. „Wie wäre es mit einer schwulen Wohngemeinschaft mit Karl, Erik und uns? Da gäbe es dann mal richtig was zu reden für die Norweger“, feixte Gus. [Dreißig Jahre später wäre es beinahe dazu gekommen. Leider machte uns Karls Krankheit und sein viel zu früher Tod einen Strich durch die Rechnung.]
Aus den geplanten drei Wochen wurden für Bjørn und Roberto fast sieben. Die bürokratischen Mühlen mahlten sowohl in Deutschland als auch in Norwegen langsamer als gedacht. Es fehlten die notwendigen Arbeits- und Aufenthalts-Genehmigungen, weil das zentrale norwegische Bevölkerungs-Register die Geburtsurkunde für Bjørn nicht so ausstellen konnte, wie die deutschen Behörden es gerne gehabt hätten. Man wollte wissen, wer sein Vater war. Seine Mutter weigerte sich jedoch das mitzuteilen. Schließlich gab sich das deutsche Konsulat mit einem „Vater unbekannt“ zufrieden und stellte die Papiere aus, während Bjørn im Büro des Konsuls darauf wartete. Noch am selben Tag nahm er den Zug von Oslo nach Hamburg und weiter nach Bremen.
Nach 25 Stunden Zugfahrt stand er dann, an einem regnerischen und kalten Oktobertag, mit einem riesigen Rucksack und zwei Sporttaschen, bei Roberto vor der Tür. Der war inzwischen von Tag zu Tag nervöser geworden und schon fast bereit, sein Studium abzubrechen und nach Norwegen zu ziehen, als endlich bei Tante Rosa der erlösende Anruf ankam, dass Bjørn eine Fahrkarte gekauft hatte und im Ost-Bahnhof von Oslo auf den Zug nach Deutschland wartete.
Das Wintersemester hatte längst begonnen und Gus und ich verbrachten einen Großteil unserer Zeit an der Uni. Es galt sich zurecht zu finden, Bücher zu beschaffen und Kontakte mit Kommilitonen zu knüpfen. Nach Bjørns Ankunft war Roberto drei Tage lang nicht in der Uni zu sehen gewesen. Dann fanden wir eines Nachmittags einen Zettel hinter dem Scheibenwischer unserer Ente mit der Nachricht: „Kommt doch, wenn Ihr Zeit habt, heute Abend bei uns vorbei. Wir sind sooo glücklich. R & B“
Die beiden empfingen uns in einer Art Partnerlook. Sie hatten sich jeder eine neue schwarze Trainingshose von Adidas und dazu ein dickes Flanellhemd in burgunderrot gekauft. Roberto hatte Bjørn unbedingt eine Freude machen wollen und ihm die Sachen zusammen mit drei verschiedenfarbigen Slips geschenkt. Bjørn strahlte als er uns sah und fiel uns sofort um den Hals.
Roberto hatte italienisch gekocht und war gerade dabei die letzten Antipasti aus dem Backofen zu holen. Auf dem Tisch brannte bereits eine Kerze und zwei Rotweinflaschen standen geöffnet daneben.
„Setzt Euch! Jetzt essen wir erstmal was“. Wir aßen, redeten und tranken…ganz wie in Italien. Immer wieder hatte Roberto noch eine „Kleinigkeit“, die wir unbedingt probieren mussten und Bjørn hatte so viel zu erzählen von seinem Kampf mit den Behörden, seinem offenbar wirklich tränenreichen Abschied vom Hof, all den guten Wünschen von Tante Rita und dem sehnsüchtig auf seinen Karl wartenden Erik. Bjørn gab freimütig zu, dass sich Erik und er zwei Mal über ihr gemeinsames Warten eine ganze Nacht lang gegenseitig hinweggetröstet hatten. Roberto kommentierte diesen Teil des Berichtes mit den Worten: „Gottseidank hat mein Schatz sich dann doch für ein Leben mit mir mittellosem Studenten entschieden“, lachte dabei laut und küsste Bjørn auf die Stirn. „Aber Erik ist ein so lieber Freund. Ich möchte ihn niemals verlieren“, sagte Bjørn fast entschuldigend. „Das ist er für uns alle“, warf Gus ein. „Prost auf Euch beide und auf Erik und Karl!“
Als wir kurz nach Mitternacht nach Hause gingen, kam uns aus Richtung Stern Ronald entgegen. Er hatte eine Schirmmütze aus schwarzem Leder auf, dazu eine enge Lederjacke, die nur bis knapp zum sehr kurzen Hosenbund seiner ebenfalls schwarzen und noch engeren Lederhose reichte. Im Dunklen leuchtete die helle Haut seiner Hüfte wie eine Art Gürtel über seinem Hosenbund.
„Na, Ihr beide? Auch noch auf’m Zwutsch? Habe Euch gar nicht gesehen“. „Konntest Du auch nicht. Wir haben Freunde besucht“, antwortete Gus. „Geht Ihr denn überhaupt mal abends in den Park?“. „Bisher nicht. Aber wir sind ja auch erst seit ein paar Wochen in Bremen“. „Na ja, Ihr seid ja auch gut dran, dass Ihr Euch habt. Da braucht man ja nicht noch nach anderen gucken“. Er zwinkerte uns zu.
„Ach, weißt Du, wir gucken eigentlich gar nicht so sehr nach anderen. Wir haben einen Kreis von Freunden, die wir sehr gerne haben. Mit denen unternehmen wir viel gemeinsam und freuen uns immer, wenn wir uns sehen. Da bleibt gar nicht so viel Zeit für andere Abenteuer…“, erwiderte Gus.
„Ziemlich ungewöhnlich für unsere Szene. Aber toll, wenn Euch das ohne Streit und Eifersucht gelingt. Die Freundespaare, die ich hier in Bremen kenne, klucken immer zusammen und passen höllisch auf, dass niemand dem jeweiligen Freund zu nahe kommt. Richtige Freunde habe ich eigentlich – bis auf Viktor – keine. Die Leute, die ich kenne, wollen fast immer nur das Eine und bloß keine Verpflichtungen eingehen. Na ja, und natürlich darf keiner wissen, was sie nebenbei so treiben. Sozusagen tagsüber die seriösen Geschäftsleute, Lehrer und so weiter und abends dann die wilden Männer-Liebhaber. Manchmal leben sie zur Tarnung mit einer Frau zusammen und machen die auch noch unglücklich. Mit anderen Worten, alles scheinheiliger Sch…“.
Ronald blieb stehen und schaute uns an. „Ihr lebt irgendwie in einer anderen Welt. Vielleicht habt Ihr ja mal irgendwann Lust, mir zu erzählen, wie Ihr das alles hinbekommt. Ich würde so gerne auch etwas Ordnung in mein Leben bringen, und vor allem wünsche ich mir einen Freund, der mich so nimmt, wie ich bin.“
Ich sah ihn nachdenklich an und überlegte, was ihn wohl gerade jetzt zu dieser Äußerung bewegt hatte. „Du weißt doch, Du kannst jederzeit vorbeikommen und dann können wir klönen. Wenn Du willst, schau morgen Abend rein“. „Wirklich? Ich dachte, Ihr habt das gestern nur so aus Höflichkeit gesagt. Ich komme gern“. Ronald drückte uns beiden die Hand und wir verabschiedeten uns vor seinem Haus.
Wieder klingelte es zwei Mal, so wie es unter unserem inzwischen angebrachten Namensschild von unseren Besuchern verlangt wurde.
Vor der Tür stand unser Nachbar Ronald mit einer Flasche Wein und zwei Flaschen Bier in der Hand.
„ Ich dachte mir, bring mal beides mit. Für Euch den Wein für mich das Bier“, er lachte und war kaum wiederzuerkennen. Dicker brauner Wollpullover, vertikal braun-weiß gestreifte, hautenge Textil-Hose und weiße Turnschuhe, keine Spur von schwarzem Leder… sofern sich nicht etwas in der Hose oder unter der Schafwolle verbarg.
„Komm rein! Du brauchst übrigens gar nicht klingeln. Die Tür ist meistens offen (Bergmann senior schloss in der Regel erst gegen 22:00 ab) und da kannst Du dann einfach bei uns klopfen.
Gus schaute unseren Gast sichtlich erstaunt von oben bis unten an. „Ehy, schick siehst Du aus!“ – „Na ja, ich dachte mir, Leder scheint nicht so Euer Ding zu sein, versuchst Du es halt mal so“. Roland lachte laut und zwinkerte uns zu. „Nee, aber im Ernst, Ihr müsst nicht glauben, dass ich den ganzen Tag in Lederklamotten rumlaufe. Ich liebe es Leder anzufassen und auf der Haut zu spüren… und riechen tut es auch gut, aber es gibt auch andere schöne Dinge im Leben“. Wieder grinste er und erwiderte den bewundernden Blick von Gus, indem er ihn förmlich fixierte. Ich ahnte warum. Gus hatte vor dem Abendbrot geduscht und sich dann eine seiner ältesten, zerschlissenen Jeans ohne Unterhose angezogen und dazu ein ebenso abgewetztes Sweatshirt übergestreift. An die Einladung für Ronald hatte er gar nicht mehr gedacht.
Der mir so vertraute Anblick einer ansehnlichen Beule bei meinem Schatz, fiel mir schon gar nicht mehr auf, unserem Gast hingegen sehr.
„Setz Dich! Wenn Du etwas essen möchtest, greif zu!“ Unser Nachbar sah mich etwas unschlüssig an: „Ich habe tatsächlich noch nichts gegessen. Gleich von der Arbeit nach Hause, geduscht, umgezogen, die Flaschen geschnappt und direkt zu Euch… Also, wenn ich darf…“.
Roland hatte einen gesegneten Appetit und redete zum Teil mit vollem Mund. Wir sprachen über seine Arbeit und unser Studium, über Handwerker in Italien und Norwegen und welche Bedeutung Holz in Norwegen hat. Wir erzähltem ihm von den stabilen Holzhäusern in Norwegen, die für das raue Klima viel besser geeignet waren als Stein- und Beton-Bauten. „Ich würde wahnsinnig gerne mal nach Skandinavien mit dem Motorrad fahren“. „Mach doch! Ist doch gar nicht so weit weg. Gerade mal 1100 Kilometer über Schweden nach Oslo, und über Skagen mit der Fähre nach Larvik geht’s noch schneller“, schlug ich vor. „Tja, wenn meine Mutter nicht wäre…und… alleine macht’s ja auch nicht so viel Spaß.“ Ronald schaute uns etwas betrübt an. Wobei er seinen Blick von Gus offenbar einfach nicht losreißen konnte.
„Man muss nur wollen, dann findet sich ein Weg. Für Deine Mutter wird ja wohl mal jemand anders ein paar Tage sorgen können, und wenn Du keine Reisebegleitung findest, gibt’s genug Möglichkeiten unterwegs nette Leute kennenzulernen“, gab Gus zu bedenken und hielt dem intensiven Blick unseres Gastes stand.
„Mit Euch beiden würde ich sofort losfahren. Ihr seid so ganz anders als die Typen, die ich sonst kenne. Und dann habt Ihr ja auch schon so viel gesehen und erlebt. Macht irgendwie Spaß mit Euch…“.
Er räkelte sich auf seinem Stuhl: „Ganz schön warm hier bei Euch…“. „ Zieh doch Deinen Pullover aus“, forderte Gus ihn auf. „Ich habe aber drunter nichts an. Ich mag die harte Wolle auf der Haut“. „Ok, dann bleibt die Wahl zwischen tot schwitzen und tot kitzeln“, lachte Gus und zwinkerte ihm zu. „Du kannst bei uns rumlaufen, wie Du möchtest… nackt, halb nackt oder eingepackt wie am Polarkreis… ganz wie es Dir gefällt“.
„ Ihr seid mir zwei, “ schmunzelte Ronald. „ Ihr passt gut zu Viktor, der ist auch so ungezwungen. Ich habe eigentlich immer Hemmungen und glaube, ich sei den Leuten lästig. Viktor redet dauernd über Gefühle und Atmosphäre und gibt sich immer so, wie er ist. Ich bin auf der Arbeit ein anderer als in Gesellschaft meiner Kumpel, im Park bin ich wieder ganz anders als hier mit Euch oder bei meiner Mutter. Ich beneide Viktor dafür, dass er so konstant ist. Aber das ist auch ein Grund, warum das mit uns irgendwie nie so richtig klappt. Er stöhnt, schreit, lacht und weint, während ich nichts sage, und lediglich in meinem Kopf eine Art Film abläuft. Er glaubt dann ich sei gefühllos…vielleicht bin ich das ja sogar… oder besser, ich bin so geworden“.
Ronald sah jetzt richtig traurig aus, hatte den Blick gesenkt und schaute auf seine Fußspitzen. „Na ja, und so hübsch bin ich ja auch nicht. Da ist es halt besser, man bleibt bei Zufallsbekanntschaften im Dunkeln“. – „Quatsch, Du siehst gut aus“, rief Gus ehrlich entrüstet.
„Du bist lieb, aber die meisten Leute, die das sagen, sehen mich fast immer nur als Objekt. Ich habe den Ruf, dass man mit mir leicht in die Kiste springen kann. Dann geht’s für die meisten darum schnell und heftig zum Höhepunkt zu kommen und weg sind sie. Da ich das nicht mehr anders kenne, habe ich mich daran gewöhnt, und will es vermutlich auch gar nicht mehr anders“.
„Ein Mann sollte niemals das ‚Objekt‘ eines anderen Mannes sein“, sagte Gus leise und nachdenklich.
„Ich fühle mich gut dabei, genommen beziehungsweise benutzt zu werden. Nur wirklich genießen tue ich es nur, wenn ich mich selbst befriedige. Aber die aller meisten Männer wollen gar nicht, dass ich etwas genieße. Sie denken nur an sich und die fünf Sekunden ihrer eigenen Lust. So ist das halt…. Ich hoffe Viktor hat mich Euch gegenüber nicht auch als Hure bezeichnet. Er ist mit der Bezeichnung immer schnell bei der Hand, obwohl er das bestimmt nicht böse meint. Aber verletzen tut’s mich doch, denn Huren machen Geld mit ihrem Körper und das mache ich ganz bestimmt nicht“. Ronald flüsterte nur noch und vergrub seinen Kopf in seinen Händen.
Gus legte seine Hand auf Ronalds Schulter und sprach jetzt ganz leise zu ihm: „Rede Dir nicht ein, Du hättest kein Gefühl oder Du genössest es Objekt zu sein. Sag Dir einfach, dass Du Deine Gefühlsseite noch nicht richtig kennst. Beschäftige Dich mal mit Deinen unterschiedlichen Rollen, die Du spielst und frage Dich mal, was passieren würde, wenn Du quasi nur noch die Rolle darstellen würdest, die Dir am meisten liegt. Zum Beispiel der praktische, geschickte, starke und freundliche Handwerker, der fürsorglich liebende, treue und vertrauenswürdige Kümmerer oder der harte, sich unterwerfende, ewig potente und von jedermann ‚benutzbare‘ Ledertyp. Übrigens, Viktor hat so lieb von Dir gesprochen, dass ich überhaupt nicht kapiere, dass es zwischen Euch nicht klappt“.
Ronald sah auf: „ Was hat er? Lieb von mir gesprochen? Er hat doch dauernd was an mir auszusetzen. Das kann ich gar nicht glauben…“. Jetzt gab er wieder den harten Mann, obwohl deutlich zu sehen war, dass er feuchte Augen hatte. Er suchte nach seinem Tabak und Zigarettenpapier, um sich eine Zigarette zu drehen. Gedankenverloren machte er einige geschickte Bewegungen, leckte das Papier kurz an und legte die kleine weiße Rolle dann erstmal auf den Küchentisch, seufzte und riss mit einem kräftigen Ruck seinen Pullover über den Kopf.
„So, Du meinst, ich soll mich entscheiden… kurzfristiger, unverbindlicher Spaß gegen verbindliche Freundschaft und langfristige Bindung? Kann sein, dass Du Recht hast, aber wie in aller Welt komme ich aus diesem sch… Hamsterrad raus? Glaubst Du, man kann Lieben lernen und dafür auch mal auf Triebe und Lust verzichten?“
„Warum verzichten? Du musst nur versuchen, Liebe und Lust voneinander zu trennen. Sag Dir, dass Sex erstmal nur Lustbefriedigung ist und nichts mit Liebe zu tun hat, und dann mach Dir klar, was die Menschen, die Du besonders magst, am meisten auszeichnet und sie von anderen unterscheidet… und vor allem, … welche Gemeinsamkeiten Du mit dem hast, den Du glaubst zu lieben. Ob und wie diese Gemeinsamkeiten belastbar sind, wenn dann eben die Lust gerade mal überhandnimmt oder mal andere auftauchen, die Du auch magst, aber die nicht so viel gemeinsam mit Dir haben“, antwortete Gus in einem vertraulichen, sehr ernsten und eindringlichen Ton. „Weißt Du, das Hamsterrad hat keine Schuld, dass es sich dreht. Du musst einfach aufhören zu laufen“.
Wenn Ronald vorher schon fasziniert von Gus war, war er es jetzt erstrecht. Mit großen Augen und sprachlos schaute er ihn an. „Aber Liebe bedeutet doch auch immer, dass man jemanden für sich ganz allein haben möchte… also auch mit Sex meine ich“. „Ja und? Das eine schließt doch das andere nicht aus. Sex ist zum einen ein großer Liebesbeweis, aber zum anderen auch ein körperliches Bedürfnis, das mindestens so viel Spaß macht wie gutes Essen oder guter Wein… Prost auf alles, was Spaß macht!“ Gus hob sein Glas und prostete uns zu.
Jetzt lächelte unser Nachbar, nahm seine selbst gedrehte Zigarette und zündete sie an. Langsam nippte er an seinem Bierglas und fixierte jetzt mich. „Siehst Du das auch so?“ – „ Ja klar, sonst säßen wir nicht so freundschaftlich hier. Eifersucht und Besitzansprüche eines Menschen auf einen anderen sind doch die häufigste Ursache, dass Beziehungen in die Brüche gehen… und vielleicht, dass manche Menschen nicht in der Lage sind, dem Partner zu sagen, was sie wirklich wollen. Ich finde, in Partnerschaften wird viel zu viel Theater gespielt. Die, die sich eigentlich wirklich lieben, gehen oft davon aus, der andere wüsste es und verzichten darauf, ihre Zuneigung ehrlich zu zeigen. Und die, die einfach nur mal Sex haben wollen, spielen Liebe vor, die sie gar nicht empfinden“.
„So habe ich das noch nie gesehen. Aber darf ich Euch mal was fragen? Seid Ihr Euch eigentlich immer einig?“ „Nee, bestimmt nicht, aber wir wissen in der Regel, warum wir uneinig sind“, lachte ich. „Und wie ist das mit dem Sex? Hat einer von Euch schon mal mit einer Frau geschlafen?“. „ Gott bewahre, nein!“, riefen wir wie aus einem Munde. „Und mit anderen Männern auch nicht?“, jetzt mussten wir beide laut lachen und klopften uns gegenseitig auf die Schulter. „Sex mit unseren Freunden ist das Aufregendste, was es gibt. Jeder hat seine Eigenheiten und Fähigkeiten, die wir nicht haben. Das ist immer wieder eine Bereicherung. Ich möchte das auf keinen Fall missen“, sagte ich, und Gus nickte zustimmend.
„Bedeutet das, Ihr würdet mich auch ficken, wenn wir eines Tages richtige Freunde wären? Und das gäbe dann keine Probleme zwischen Euch?“ Gus und ich schauten uns an und grinsten: „Klar, Du bist ein netter Kerl, eine interessante Persönlichkeit und siehst gut aus. Wenn es sich dann also mal ergeben sollte, warum nicht?“, antwortete Gus für uns beide. „Meinst Du, mal der eine und mal der andere oder beide gleichzeitig?“ „Egal, kommt doch immer auf die Situation an. Hauptsache wir verstehen uns und haben Spaß mit einander“.
„Ihr beide seid echt merkwürdig. Meine anderen Kumpel, die einen festen Freund haben, würden sich auf so etwas nie einlassen. Höchstens mal heimlich, ohne dass der Freund es mitbekommt“.
„Tja, und solche Heimlichkeiten wollen wir gar nicht erst anfangen. Das führt bloß zu schlechtem Gewissen und schon macht der Sex keinen Spaß mehr“, stellte Gus fest.
Ronald zog tief an seiner Zigarette und drückte sie dann im Aschenbecher aus. „Danke fürs Abendbrot und vor allem dafür, dass Ihr mir zugehört habt. Ich werde jetzt mal wieder rüber gehen, mir noch einen Porno-Film reinziehen und dann zu Bett. Morgen ist ja wieder ein langer Tag“, er lächelte wieder warm und herzlich und griff nach seinem Pullover.
„Ist doch noch gar nicht spät. Dein Bier kannst Du doch austrinken, oder ist Dir der Porno wichtiger?“, fragte Gus augenzwinkernd. „Also, ich wollte bloß nicht länger stören…“, erwiderte Ronald. „ Mensch, Du störst doch nicht. Mach’s Dir drüben im Sessel gemütlich. Soll ich eine Platte auflegen? Beatles, Rolling Stones, Beach Boys, Frank Zappa, Pink Floyd? Such Dir was aus! “.
Gus legte Zappas neuestes Album ‚Apostrophe‘ auf, setzte sich auf den Fußboden und stellte sein Glas vor sich hin. Ich räumte noch die Küche auf und stellte das Geschirr in die Spüle.
Das fantastische Bass-Solo von Frank Zappa erfüllte den Raum und schien Ronald und Gus gleichermaßen in eine Art Trance zu versetzen. Beide wiegten ihre Oberkörper rhythmisch zu den Gitarrenklängen. Ich schlich mich von hinten an meinen Schatz ran und küsste ihn in den Nacken. Er ergriff meinen Kopf, gab mir einen Kuss auf den Mund ohne mit seinen wippenden Bewegungen nachzulassen. Ronald begann beide Hände gleichzeitig über seinen nackten Oberkörper gleiten zu lassen, stoppte immer wieder bei seinen recht großen dunkelbraunen Nippeln und schob die Finger dann ab und zu unter den Hosenbund. Er hatte die Augen geschlossen und wippte sich immer weiter in eine Art Rauschzustand.
Gus schien das zu gefallen. Jedenfalls schaute er Ronald interessiert zu und griff mir dabei immer wieder in den Schritt. In seiner abgegriffenen Jeans zeichnete sich jetzt deutlich seine herrliche Beule ab. In der gestreiften Hose unseres Nachbarn tat sich hingegen gar nichts, obwohl er uns inzwischen aus halb geschlossenen Augen in den Blick genommen hatte.
„Ich würde Euch beiden gern mal zugucken…“, flüsterte er unvermittelt. „ Bei uns kann jeder machen, was er will“, gab Gus zurück. „Das würde Euch nicht stören, wenn ich einfach hier sitze und gucke?“ „Mach einfach das, was Dir Spaß macht!“
Gus öffnete den Reißverschluss meiner Hose und zog meinen immer steifer werdenden Kolben und die dazu gehörigen Eier ans Licht. Eingeengt durch die Hosenstallöffnung wirkte mein Teil etwas größer und noch besser durchblutet als sonst. Mein Liebster machte sich sofort daran, alles in seinem Mund verschwinden zu lassen.
Während er fast im Rhythmus der Musik seinen Kopf auf und ab bewegte, öffneten seine Finger den Knopf seines Hosenbundes und er strampelte sich gleichsam von seiner Hose frei. Sein wohl geformter Hintern streckte sich unserem Nachbarn fast direkt ins Gesicht. Der rührte sich allerdings keinen Zentimeter vom Fleck, sondern starrte uns wie paralysiert an. Seine Hände waren jetzt beide unterm Hosenbund, bewegten sich dort aber nicht weiter.
Ich genoss die heißen Lippen meines Mannes an meinem Schwanz und massierte ihm gleichzeitig den Nacken.
Ronald erhob sich etwas, um besser sehen zu können und öffnete dabei jetzt auch seine Hose. Zum Vorschein kam eine gewöhnliche Feinripp-Unterhose, die er aber auch sofort nach unten zog. Ein dünner, recht langer, blasser Schwanz hing völlig schlapp und leicht gebogen über zwei kleinen ungewöhnlich roten Eiern.
Gus ließ sich nicht ablenken und bearbeitete meinen zum Bersten prallen Schwanz, in dem sich das Blut durch die Einengung immer mehr staute. Er fasste mich an den Hüften und drehte mich etwas in Richtung unseres Nachbarn. Er selbst drehte sich um 180 Grad und drückte seinen Po gegen meinen Kolben. Mein Schwanz war so gut befeuchtet, dass er ohne Probleme in Gus‘ großes offenes Loch glitt.
Ronald beugte sich etwas nach vorne über und legte sich über den Sessel, auf dem er eben noch gesessen hatte. Seinen sehr ansehnlichen Po hob er einladend hoch und tastete sich mit zwei Fingern in Richtung seines Anus. Ohne auch nur zu zögern schob er erst zwei Finger und dann seine ganze Hand bis zum Knöchel in seinen Darm. In diesem Moment wurde sichtbar, dass sein schlapper Schwanz in Sekundenschnelle von fast zehn auf fast dreißig Zentimeter gewachsen war, sehr dünn und augenscheinlich nicht sehr hart.
Ich bewegte meinen Kolben nur langsam. Ich befürchtete jeden Moment abspritzen zu müssen, da der Druck durch die quasi Abschnürung kaum noch zu kontrollieren war.
Da sowohl Ronald wie auch ich uns in etwas unsauberen Bereichen tummelten, hielt ich es für sinnvoll, für einen Augenblick zu unterbrechen und eine Rolle Haushaltspapier aus der Küche zu holen.
Gus nutzte die Unterbrechung, um sich mehr unserem Nachbarn zu nähern. Er ließ kurz seine Zunge über die gepflegten Füße unseres Gastes gleiten. Von dem kam allerdings keine Regung. Er steigerte lediglich die Bewegungen seiner Hand in seinem Anus, um sie dann ganz herauszuziehen.
Ich warf ihm die Papierrolle zu, nachdem ich mir ein paar Blatt abgerissen hatte. Er wischte seine erstaunlich saubere Hand gründlich ab. So schnell wie sein Schwanz steif geworden war, wurde er auch wieder schlapp. Meiner stand hingegen nach wie vor eisenhart und kerzengerade aufrecht, eingeschlossen von meiner Hosenstallöffnung.
Gus intensivierte seine Fußpflege, die weiterhin ohne jede Regung angenommen wurde. Seine Finger näherten sich dem bereits etwas geröteten Anus-Ausgang, der weithin sichtbar glänzte und weit geöffnet war. Er streichelte die Rosette, um dann sofort seinen heißen, harten Schwengel einzuführen. Wieder kam überhaupt keine Regung oder Laut von Ronald. Lediglich sein Schwanz wuchs wieder auf das Dreifache seiner ursprünglichen Länge, ohne allerdings wesentlich an Umfang zuzunehmen.
Kräftig, hart und sehr schnell stieß Gus immer wieder zu. Er begann zu schwitzen und wischte sich mehrfach über die Stirn. Dann packte er mich am Po und zog mich zu sich beziehungsweise zu unserem Gast heran und führte meinen Schwanz an sein jetzt gut geschmiertes Loch. Auch diesen Wechsel quittierte Ronald lediglich mit einem ganz leisen Grunzen.
Meine Ladung war jetzt nicht mehr aufzuhalten. Ich entlud mich, während mein Liebster unserem Besucher seinen Schwanz ins Gesicht drückte. Der nahm ihn wie selbstverständlich auf, tat aber auch nicht viel mehr. Keinen Ton des Wohlbehagens oder der Lust. Selbst als Gus kurz anspannte und dann mit einem lauten, tiefen Seufzer seine Sahne in den Rachen unseres Gastes abschoss, kam von dem nichts als leise Schluckgeräusche. Gleichzeitig packte mich seine Hand am Oberschenkel und presste mich gegen seinen Hintern, den er jetzt leicht auf und ab bewegte. Ich überließ mich diesem Spiel und genoss, dass mein Kolben sich noch nicht zurückziehen wollte. Auch Gus ließ seinen Lustkolben dort, wo er sich befand. Dabei lächelte er, stöhnte immer wieder und schloss die Augen.
Ronald nahm jetzt sein dünnes, langes und fast schon wieder schlappes Rohr selbst in die Hand und wichste wie irre. Mit dem Erfolg, dass schon Sekunden später sich eine ungeheure Menge Sperma über unseren Ledersessel und auf den Fußboden ergoss. Es pulsierte aus dem nun fast völlig schlappen aber noch langen Schwanz immer wieder weiße, leicht durchsichtige Flüssigkeit. Der Orgasmus wollte und wollte nicht enden. Ich habe eine solche Menge Sperma weder vorher noch später je wieder gesehen. Ich nahm an, sein Arsch würde meinen Schwanz jetzt freigeben, aber weit gefehlt. Er schien seinen Schließmuskel so trainiert zu haben, dass er damit den Druck auf meinen Schwanz erhöhen konnte. Gus entließ er allerdings aus seiner saugenden Umklammerung.
„Los Du geile Sau, fick mich! Jetzt aber richtig und nicht so rücksichtsvoll wie eben“. Gus wirkte für einen Augenblick überfordert und ich fürchtete, er könne nein sagen. Aber dann hob er unseren Gast hoch und bedeutete mir, meinen Schwanz nicht zurückzuziehen, sondern Ronald zu ficken, bis er sich in den Sessel gelegt hatte. Dann zog er uns beide zu sich, so dass wir beide auf seinem Bauch lagen. Dann führte er seinen jetzt wieder ganz harten Kolben von unten gegen Ronalds Loch und schob ihn zusammen mit meinem hinein. Wir stießen synchron zu, so wie wir es ja vorher schon bei anderer Gelegenheit mal gemacht hatten. Unsere Stöße waren hart und heftig und vermutlich nicht ganz schmerzfrei. Dennoch verzog unser Gast keine Miene, geschweige denn, dass er stöhnte oder gar schrie. Vielleicht hatte sich seine Atemfrequenz ein wenig erhöht, aber das war auch wirklich alles. Sein Schwanz wurde wieder etwas länger.
Ich schaffte diesmal keinen zweiten Orgasmus, stieß aber weiter und immer kräftiger zu. Gus hatte einen hoch roten Kopf, schwitzte stark und wollte unbedingt noch einmal abspritzen.
Ich spürte sein Pulsieren an meinem Schwanz und hörte sein kurzes Stöhnen. Wir zogen uns beide gleichzeitig zurück und ließen uns auf den Rücken fallen.
Ronald drehte sich um, sah uns an und lachte. Er stellte sich jetzt breitbeinig über uns und nahm wieder sein langes, dünnes, etwas bleiches Rohr in die Hand, schob sich eine Hand in den Arsch, wichste noch einmal wie wild und wirkte dabei trotzdem völlig entspannt. Tatsächlich kamen noch einmal ein paar Tropfen, die fast alle auf Gus‘ Brust landeten.
„Jungs, Ihr seid eine Wucht! Endlich habe ich mal Männer getroffen, die mich verstehen. Das nächste Mal dürft Ihr gerne auch noch härter zupacken. Deine Zunge an meinen Füßen und Eure beiden Schwänze gleichzeitig in meinem Arsch das war schon der Himmel“.
„Sag mal, tut das gar nicht weh, wenn da zwei Schwänze oder eine ganze Hand in Deinem Arsch stecken? Also ich muss dann immer ordentlich die Zähne zusammenbeißen“, wollte Gus wissen. „Und ich schaffe das nur ganz selten – und wenn, dann schreie ich wie am Spieß“, fügte ich grinsend hinzu.
„Nein, ich merke überhaupt nichts. Es ist einfach nur ein wahnsinnig geiles Gefühl. Leider wird ja mein Schwanz auch nur richtig hart, wenn ich einen Druck auf die Prostata spüre. Meinen Schließmuskel habe ich regelrecht trainiert. Immer mal einen größeren Dildo und irgendwann spürt man das Eindringen nicht mehr. Wenn ich Euch beim Ficken zusehe, habe ich das Gefühl, ich hätte eine steinharte Latte und müsste jeden Moment spritzen, aber in Wirklichkeit tut sich nichts. Stimuliere ich dann meine Prostata selbst, geht es verdammt schnell, und ich spritze dabei viel mehr als andere. Ich brauche anschließend auch kaum eine Ruhezeit so wie andere. Ich habe schon fünf Höhepunkte nach einander gehabt und es kamen auch beim letzten immer noch ein paar Tropfen. Wenn ich aber nicht richtig geil bin, hilft auch die Hand im Arsch nichts. Dann passiert einfach nichts. Im Park und auf meinen Feten schaue ich den Männern gern einfach nur beim Ficken zu. Andere Männer nehmen dann ihren Schwanz in die Hand und wichsen. Bei mir tut sich nichts ohne etwas Hartes im Anus. Mein Kopf spielt mir zwar dauernd einen herrlichen Orgasmus vor, aber ohne Druck auf die Prostata passiert mit meinem Schwanz nichts. Meine Kumpel und die Männer im Park und in der Sauna sind oft enttäuscht und viele wollen dann mit mir auch nichts mehr zu tun haben. ‚Der kann ja gar nicht…‘, sagen die Männer, die mich nicht besser kennen“.
„Ok, das ist sehr speziell, aber wenn man es weiß auch ganz spannend. Hauptsache ist ja, dass Du Spaß am Sex hast“, meinte Gus.
Wir gingen alle drei nach einander ins Bad und setzten uns dann wieder neben unsere Gläser. Vorher hatte ich das gebrauchte Haushaltspapier und die wirklich großen Pfützen Sperma auf dem Fußboden und dem Sessel beseitigt. „Tut mir leid. Ich hätte aufpassen müssen. Das gibt Flecke auf dem Leder. In der Firma haben wir einen tollen Lederreiniger, damit kann ich Euch das in den nächsten Tagen wieder in Ordnung bringen“, bot Ronald ehrlich betroffen an. „Mach Dir keine Gedanken, auf dem Sessel sind schon so viele Flecken, da sind Deine nur eine schöne zusätzliche Erinnerung“, lachte Gus.
„Nein, nein, ich mache das so schnell es geht. Dann ist der Sessel wieder wie neu, wartet mal ab“.
Wir saßen noch eine gute Stunde zusammen, bevor Ronald sich erhob und meinte, er müsse jetzt wirklich ins Bett, sonst wäre er in ein paar Stunden bei der Arbeit nicht zu gebrauchen.
Auch wir hatten am nächsten Tag jeder eine frühe Vorlesung und wollten einigermaßen fit sein. So verabschiedeten wir uns mit einem warmen Gute-Nacht-Kuss und dem erneuten Hinweis, dass Ronald jederzeit willkommen sei.
Die Wochen bis Weihnachten vergingen schnell. Ronald hatte zwischendurch sein Versprechen eingelöst und den Sessel wieder auf Vordermann gebracht, danach sahen wir ihn allerdings erst wieder kurz vor den Festtagen, als wir zusammen mit Viktor, Bjørn und Roberto über den Weihnachtsmarkt bummelten.
Viktor erkannte Ronald zuerst. Mit dickem roten Mantel, roter Zipfelmütze und weißem Bart hatte er sich geschickt getarnt. Er stand an einer Glühwein-Bude zusammen mit einer Gruppe Männer in unserem Alter, die durch ihre schwarze Lederkleidung wie Motorradfahrer aussahen. Der Kontrast zwischen ihnen und dem Weihnachtsmann war so groß, dass nicht nur wir automatisch stutzten und stehen blieben.
„Na, lieber, lieber Weihnachtsmann schau mich doch nicht so böse an. Ich war auch immer ganz brav und würde für ein Geschenk von Dir sogar ein Gedicht aufsagen…“, rief Viktor fröhlich zur Gruppe hinüber. Die Jungs drehten sich um und lachten ebenfalls. Ronald rief zurück: „ Komm her mein Sohn und bring die anderen braven Kinder gleich mit!“
So schwenkten wir also zur Glühwein-Bude um und stellten uns kurz gegenseitig vor. Der einzige aus der Gruppe, der keinen Oberlippenbart trug, wirkte sehr jung, war äußerst schlank und erinnerte mich sofort an meinen Freund Dieter. Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass er bereits 24 und damit älter war als ich. Er sah im wahrsten Sinne des Wortes bildhübsch aus. Im Gegensatz zu den anderen hatte er kurze, ganz dünne, weiche, schwarze Haare, die nicht ganz zu seinen stahlblauen, glasklaren Augen passen wollten. Auch seine Ledermontur war eher eine hoch modische, sehr feine Jacke-Hose-Kombination als ein robuster Motorrad-Anzug. Sein Name war Heiko. Er war von Beruf Einzelhandelskaufmann und hatte ein kleines Schuhgeschäft in Bremerhaven, das er vor einem Jahr von seinem Großvater übernommen hatte. Mit Motorrädern hatte er nichts „am Hut“, wie er freimütig zugab.
„Na, da haben wir ja was gemeinsam“, lachte Viktor und schaute ihm so intensiv in die Augen, dass Heiko leicht rot wurde und fast schon hilfesuchend mich ansah.
„Ich bewege mich meistens sicher auf zwei Beinen, mal mit dem Fahrrad und selten mit dem Auto. Ich weiß eigentlich gar nicht, warum ich einen Führerschein gemacht habe“, scherzte Viktor. Heiko lachte wieder und meinte: „ Tja, und weder Weihnachtsmänner noch Polizisten können einen hindern, noch einen Glühwein zu trinken…trinkst Du einen mit?“ Ob nun bewusst oder unbewusst, bei seiner freundlichen Einladung hatte Heiko uns andere übersehen. Er schien jetzt den Blick von Viktor zu genießen und ließ ihn, selbst als er den Glühweinbecher von der Theke nahm, nicht aus den Augen.
„Na, meine lieben braven Kinder, dann muss wohl der Weihnachtsmann mal dafür sorgen, dass Ihr alle etwas zum Aufwärmen bekommt“, schmunzelte Ronald hinter seinem inzwischen etwas schief sitzenden weißen Kunststoffbart. „Glühwein auch für den Rest?“ – Alle nickten.
Viktor und Heiko standen jetzt ganz dicht neben einander, steckten ihre Köpfe zusammen und unterhielten sich angeregt über die, nach Viktors Ansicht, in Bremerhaven nicht vorhandene Kunstszene und eine Bremer Fotoausstellung mit Pressefotografien, von der ich bisher noch nichts gehört hatte.
Roberto und Bjørn sprachen mit einem der Jungs, der sich als Joachim vorgestellt hatte. Ein großer, kräftiger Typ, dessen Oberarme durchaus mit meinen Oberschenkeln vergleichbar waren und zu dem die meisten von uns wegen seiner mindestens zwei Meter-und-zehn-Körpergröße aufblicken mussten. Unser kleiner Roberto reichte Joachim gerade bis zu dessen Brust und hätte sich vermutlich schon strecken müssen, um stehend seine Nippel zu lecken.
Es stellte sich heraus, dass Joachim Gärtner war und ganz in der Nähe des Hofes arbeitete, auf dem Bjørn vor zwei Monaten sein Praktikum begonnen hatte.
Roberto winkte uns zu sich: „Der Joachim hier hat Ahnung von Hydrokulturen. Das müsste Euch doch interessieren“. Roberto sah uns fragend an.
„Seid Ihr auch aus der grünen Branche?“, fragte Joachim mit einem tiefen, sympathischen Bass. Er hatte lustige, lebhafte Augen, die versuchten alles um sich herum gleichzeitig im Auge zu behalten, mittelblonde kurze Haare, einen ebensolchen weichen Vollbart, und in seine großen Hände hätten die von Roberto zweimal reingepasst.
„Noch nicht… vielleicht in drei Jahren“, antwortete Gus interessiert und fasziniert auf die riesigen Pranken starrend. „Wie geht das denn?“, fragte Joachim. „Tja, lange Geschichte… Die Kurzfassung ist: Walter ist halber Norweger, hat Beziehungen zu einem Schnittblumen- und Zimmerpflanzen-Importeur in Oslo, der wiederum Geschäftsbeziehungen zu italienischen Freunden von uns hat, deren Gärtnerei gerne auf den norwegischen Markt kommen möchte. Darüber hinaus möchten die Norweger in zwei bis drei Jahren mit dem Import von Zimmerpflanzen in Hydrokultur anfangen. Wenn alles gut geht, wollen Walter und ich beim Start dieser zwei neuen Geschäftszweige dabei sein. Alles klar?“, zwinkerte Gus Joachim zu.
„Hört sich irre an. Hydrokulturen sind übrigens in Deutschland gerade im Kommen. Wir haben vor ein paar Monaten zwei Gewächshäuser für eine Schweizer Firma freigemacht, die dort ihre Pflanzen zwischenlagern wollen. Vielleicht produzieren wir schon bald selbst welche“.
„Oh, das interessiert mich wirklich. Ich dachte schon, ich müsste nach Hamburg fahren, um mal eine Hydrokultur-Gärtnerei zu sehen“, mischte ich mich ein. „Glaubst Du, wir dürften uns das bei Euch mal ansehen?“.
„Ja klar, besucht mich doch einfach tagsüber bei der Arbeit. Mein Chef ist ein ganz Netter, der erlaubt das bestimmt. Ich schreib Dir mal die Adresse auf“. „Das ist toll, Danke!“
Gus konnte seinen Blick von den Riesenhänden und dem dazu gehörigen Körper nicht lassen, bedankte sich aber auch artig für die Einladung.
Viktor und Heiko diskutierten inzwischen die politische Bedeutung der Kunstausstellung ‚Projekt 74‘, die im Sommer in Köln stattgefunden hatte. Ich hörte gerade noch, als Viktor Heiko zu sich ins Atelier einlud. Da tippte mir schon unser spendabler Weihnachtsmann auf die Schulter und fragte: „Was macht Ihr heute Abend?“ – „ Ich muss ein Referat vorbereiten, das ich gleich im neuen Jahr halten muss. Über Weihnachten werde ich dazu wohl keine Zeit haben“. – „Ich dachte, Ihr hättet vielleicht Lust, mit in die Sauna zu kommen. Joachim, Roberto und Bjørn kommen auch mit. Heute ist ‚geschlossene Gesellschaft‘, das bedeutet nur Männer, die sich kennen, schwitzen zusammen. Es gibt freie Getränke und wenn wir Glück haben, massiert der Inhaber einige Gäste gratis. Ihr würdet sozusagen als Freunde von Freunden mitkommen. Neue Gesichter kommen auf diese Weise immer mal wieder in die Runde“.
Ich sah fragend hinüber zu Gus, der sich immer noch nicht von Joachim losreißen konnte. Mein Liebster war sofort begeistert. Die Aussicht zusammen mit Joachim zu schwitzen, ließen alle anderen Vorhaben unwichtig erscheinen.
Ronald zog sich in einem Container der Markt-Verwaltung um und hängte dort sein Weihnachtsmann-Kostüm auf. Anschließend machten wir uns zu sechst auf und wanderten in Richtung Findorff, wo sich die Sauna im Erdgeschoss eines unscheinbaren Eckhauses befand. Nur ein kleines Messingschild an der Außentür zeigte an, dass wir hier richtig waren.
Joachim klingelte und Sekunden später wurde uns geöffnet. Ein etwas mürrisch dreinschauender älterer Mann ließ uns ein. Als er Joachim und Ronald sah lächelte er kurz, uns andere begutachtete er skeptisch. „Lass mal gut sein Hans, das sind gute Freunde von uns, die sich was Gutes tun wollen. Mal raus aus dem Weihnachtsstress sozusagen“, zwinkerte Joachim dem Einlasser zu.
An einem kleinen Tresen mit ein paar Kerzen und kitschigem Weihnachtsschmuck bekamen wir jeder zwei Handtücher und einen Schlüssel für einen Garderobenschrank.
Ronald flüsterte uns zu: „Keinen Sex in der Sauna und hier im Barbereich! Hinter dem grauen Vorhang dort hinten und in den Ruhekabinen könnt Ihr machen, was Ihr wollt“.
Neben der Rezeption gab es zwei Türen, die eine zum „Barbereich“ war mit einem bunten Kunststoff-Streifenvorhang verhängt, die andere war offen und führte in den Garderobenbereich. Die „Bar“ war fast schmucklos, schwach beleuchtet und lediglich mit ein paar Quadern mit Sitzkissen und dazu passenden kleinen Tischen ausgestattet. An der gegenüberliegenden Wand standen ein einfaches Regal mit einigen Gläsern und Flaschen und davor ein schmaler Tisch, der als Tresen diente. Links daneben war von der Decke bis zum Fußboden der schwere, textile Vorhang aufgehängt, auf den Ronald gerade gezeigt hatte. In der Garderobe standen etwa vierzig verschließbare Schränke und zwei schwarze mit Leder bezogene, schmale Bänke. Man gelangte von hier aus sowohl zu den Toiletten wie auch in die Bar. Alles wirkte extrem sauber, und es roch nach Chlor und Desinfektionsmittel.
„Bar, Sauna und Ruhekabinen dürfen nicht mit Straßenschuhen und Klamotten betreten werden. Ihr müsst also alles hier einschließen“, informierte uns Ronald, während Joachim sich bereits auszog. Auch jetzt wieder hing mein Liebster mit seinem Blick an den Bewegungen dieses riesen bärtigen Kerls.
Auch Bjørn und Roberto schienen sich mehr für Joachim zu interessieren, als unbedingt sofort ihre Sachen ablegen zu wollen. Ronald fand routiniert seinen Schrank und hatte mit ein paar Handgriffen Schuhe, Socken, Jacke, Pullover, Hose und Lederslip abgestreift und fein säuberlich im Schrank verstaut; als wir anderen uns immer noch mehr oder weniger fasziniert umschauten.
Joachim war durch und durch muskulös gebaut. Sein dünn aber gleichmäßig behaarter Körper war in jeder Hinsicht eine Augenweide. Große dunkle Nippel glänzten auf einer festen, prägnanten und stark gewölbten Brust. Ein dunkler Haarstreifen lenkte den Blick von einem ebenfalls ungewöhnlich großen Bauchnabel zu einer dichten und bis an die Oberschenkel reichenden Schambehaarung in deren Mitte sich ein klassisch schöner, etwa zehn Zentimeter langer, ebenmäßiger Penis mit eben solchen Hoden zeigte. Eine sehr fleischige Vorhaut umkränzte eine leicht feucht schimmernde, gut durchblutete Eichel.
In meiner Hose zuckte und drückte es bereits heftig und ich ahnte, dass es bei meinem Schatz nicht anders sein würde. Auch bei Bjørn und Roberto waren deutliche Wölbungen sichtbar.
„Wir gehen schon mal vor. Man sieht sich dann später“, verkündete Ronald und gab Joachim einen freundschaftlichen Klapps auf seinen knackigen, harten Po.
Gus schien enttäuscht und beeilte sich jetzt seine Klamotten im Schrank zu verstauen, sich das Handtuch um die Hüfte zu binden und möglichst schnell hinter den beiden her zu kommen. Auch Bjørn schien es jetzt sehr eilig zu haben, wollte aber unbedingt auf seinen Roberto warten. Seine zwanzig Zentimeter konnte auch das doppelt gelegte und stramm angelegte Badetuch nicht verdecken.
Roberto drückte seinen Schwanz gegen die Bauchdecke und versuchte so seine momentane „Begeisterung“ zu kaschieren.
Mir gelang das nicht ganz so gut, aber ich hatte auch keine Bedenken so den anderen zu folgen.
Es war angenehm warm, und in der Bar saßen bereits vier oder fünf Männer, auch lediglich mit ihrem Badehandtuch bekleidet, auf den Sitzelementen und unterhielten sich leise. Als wir den Raum betraten, drehten sich automatisch alle kurz zu uns um und musterten uns von oben bis unten.
„Endlich mal neue Gesichter und hübsch anzusehen dazu“, flüsterte ein etwa fünfzigjähriger, recht korpulenter Mann aus dem Hintergrund für alle deutlich hörbar. „Halt Dich zurück Hermann. Die Jungs kriegen ja einen Schreck fürs Leben“, gluckste ein anderer leise, aber genauso vernehmbar.
Hinter dem grauen Vorhang war die Beleuchtung noch dürftiger und die Augen brauchten eine kurze Zeit um sich zu gewöhnen. Es gab ein paar kleine Lämpchen als Orientierungshilfe und das Licht aus den Duschen und dem kleinen Fenster der finnischen Trocken-Sauna, aus der immer wieder Männer kamen, die gleich darauf in der Dusche verschwanden. Am Ende des Ganges wurde es noch dunkler und man ahnte nur noch, dass sich links und rechts schmale Holztüren befanden, hinter denen sich einfache Kunststoffliegen befanden. Einige dieser Türen waren verschlossen andere standen offen. In jeder Kabine gab es eine kleine Lampe, die es einem unter anderem ermöglichte zu erkennen, ob der Raum belegt war oder nicht.
Dicht neben mir hörte ich jetzt die Stimme von Ronald flüstern. „Im normalen Betrieb ist hier alles taghell. Nur wenn WIR einmal im Monat hier sind, wird das Licht reduziert. Übrigens, ganz am Ende dort hinten ist noch ein Vorhang. Dahinter befindet sich eigentlich der Massageraum. Für UNS ist das der Raum, in dem die ganz Schüchternen erste anonyme Kontakte knüpfen können. Sehen kann man dort allerdings kaum noch was“, schmunzelte er und war auch schon wieder weg.
Gus, Bjørn und Roberto hatte ich inzwischen im Dunkeln verloren, daher entschloss ich mich erstmal ausgiebig zu duschen. Sechs Duschen waren mit Sichtwänden voneinander abgeteilt. Gegenüber gab es eine Schwalldusche, an der ein Schild mit der Aufschrift „Eiswasser“ angebracht war. Auch hier war alles penibel sauber und man konnte die Hygiene auch hier riechen.
Ich ließ das warme Wasser über meinen Körper fließen, seifte mich von oben bis unten ein und widmete besonders meinem Schwanz und meinem Anus ausgiebig Zeit. Ich drang tief mit den Fingern ein und reinigte so das aller Notwendigste. „ Das scheint mir hier absolut notwendig zu sein, “ sagte Roberto, der mit Bjørn plötzlich hinter mir stand. „ Das ist echt spannend hier“, meinte Bjørn und fügte hinzu: „ Für mich war Sauna bisher immer ENTspannung. Hier ist das pure HOCHspannung“. Er grinste und hängte sein Handtuch an einen Haken, um sich anschließend auch einzuseifen, beziehungsweise von Roberto einseifen zu lassen.
„ So möchte ich das auch mal haben“, kommentierte ein etwa 40jähriger gut aussehender schon fast grauhaariger Mann die Szene. „Tja, wem sagst Du das… mein Mann ist bereits im Dunkeln verschwunden, da muss ich mich notgedrungen selbst einseifen“, scherzte ich.
„Ach, seid Ihr alle mit einander irgendwie verbandelt? Das haben wir hier selten. Die meisten kommen allein und gehen dann ganz selten mal gemeinsam nach Hause“. Er klang etwas wehmütig. „Ja, die beiden hier und mein Freund und ich gehören zusammen. Ronald und Joachim haben uns quasi hergelockt“, erläuterte ich. „Joachim ist doch der Riese nicht wahr?“, fragte der Grauhaarige. „Der hat doch gar keinen Freund, soweit ich weiß.
Jedenfalls bestimmt nicht Ronald den ‚Schweiger‘…“. „Wir kennen die beiden noch gar nicht so lange, also darfst Du mich nicht fragen“, grinste ich. „Und Ihr drei hier kennt Euch schon länger?“. „Ja, allerdings…“, kam es lachend wie aus einem Mund von uns.
Der Grauhaarige wirkte erstaunt und vielleicht etwas verwirrt. Er war ganz darauf eingestellt, hier nur Singels zu treffen. „Na, hoffentlich geht das gut. Nicht, dass Eure Freundschaften nur wegen eines Saunabesuchs in die Brüche gehen“. Ich lachte und gab ihm zu verstehen, dass wir alle vier schon öfter mit solchen Situationen recht gut umgegangen sind und uns jedes Mal wieder für einander entschieden haben. „Das klingt unglaublich, aber wenn das für Euch in Ordnung ist… warum nicht“.
Roberto und Bjørn waren fertig, und ich trocknete mich auch ab. Im Dunkeln trennten wir uns, und ich machte mich auf die Suche nach meinem Schatz. Im „Massageraum“ ertastete ich ihn endlich. Als er meine Hand spürte, drückte er sie ganz fest und führte sie etwas nach vorn. Dort erkannte oder besser erfühlte ich den mächtigen Körper von Joachim, der sein Handtuch um den Hals gelegt hatte und mit beiden Händen seinen Schwanz bearbeitete. Als er merkte, dass auch ich vor ihm stand, breitete er seine gewaltigen Arme aus und drückte Gus und mich so fest an sich, dass ich für einen Moment Atemnot bekam. Sein Schwanz hatte sich zu einem harten, dicken und durchaus zu dem Rest des Körpers passenden Rohr entwickelt. Er presste es abwechselnd gegen unsere Brüste und unsere Gesichter. Gus nahm wieder meine Hand und drückte noch fester als vorher. Er wollte das schöne fleischige Teil vor uns mit seiner Zunge bearbeiten, das war klar. Inzwischen bemerkte ich, dass sich mehrere andere Männer um uns herum aufgebaut hatten und mehr oder weniger heftig wichsten. Einige griffen auch mal nach rechts oder links zu ihrem Nachbarn und stöhnten leise.
„Kommt, lasst uns nach nebenan gehen“, flüsterte Joachim in seinem angenehmen Bass und schob uns vor sich her auf den Gang und in eine Kabine.
Er schloss die Tür sofort hinter uns. „Hier muss man schnell sein, sonst stehen die Jungs gleich wieder hinter uns“, grinste er. „Legt Euch hin! Ich möchte Euch verwöhnen. Ich bin so froh, dass Ihr mitgekommen seid. Ich konnte mich vorhin auf dem Markt schon kaum zurückhalten. Aber man muss sich ja in der Öffentlichkeit trotz aller Gesetzesänderungen immer noch gewaltig vorsehen. Ich hätte Euch so gern in den Arm genommen und geküsst. Ihr seid so süß und geil. Ich hoffe bloß, Ihr findet mich nicht lästig. Manche Männer mögen meine direkte Art nicht“. „Ach Quatsch, mir kann’s gar nicht direkt genug sein und Walter geht’s genauso“, erwiderte Gus und nahm den immer noch malerischen und prallen Schwanz vor sich in den Mund. „Oh bitte, warte noch ein bisschen. Ich komme immer so schnell.“ Joachims kräftige Arme drückten uns beide wieder auf die Liege und legten sich über unsere beiden Brustkästen.
Er kniete sich am Fußende vor uns hin und begann seine Zunge abwechselnd über unsere Füße, Waden und Schienbeine gleiten. Gleichzeitig strich er seine groben Riesenfinger über unsere Nippel und steckte sie uns dann in den Mund. Seine Zunge wanderte vom Fußballen an der Innenseite von Wade und Oberschenkel bis zum Po und wieder zurück. Sofort hatte er meinen empfindlichsten Punkt zwischen Schaft und Poritze gefunden, und je mehr ich stöhnte, desto mehr Spucke lief zwischen meine Pobacken und ich geriet in eine Art Ekstase. Einen Moment zum Durchatmen hatte ich nur, wenn er sich mit Gus‘ Füßen beschäftigte oder sich kurz an seinen Nippeln festsaugte. Auch Gus steigerte sich in einen Rausch. Er atmete schnell und stöhnte so laut, dass ich befürchtete, andere Gäste könnten sich beschweren. Seine Hand umklammerte immer noch meine und sein Druck wurde mit jeder Zungenbewegung an seinen Füßen kräftiger.
Joachim nahm sich jetzt auch unsere steifen Schwänze vor und leckte auch dort erst die Umgebung, um dann abwechselnd unsere glutheißen Schwengel in seinem Rachen zu versenken. Dabei war sein Bart ein ganz besonderer Reiz. Er bemerkte sofort, wenn einer von uns kurz vorm Orgasmus war und schob mal dem einen mal dem anderen seine lange, große Zunge in den Mund, leckte zwischendurch die Ohren aus und ließ sie dann wieder ohne Unterbrechung zur Körpermitte gleiten.
Ich merkte, mein Schatz neben mir wollte aktiv werden. Kannte ich ihn richtig, wollte er seinen haarten Kolben in einem Arsch versenken, aber Joachim ließ das mit seinen starken Armen nicht zu. Gerade als mein Schwanz wieder tief in seinem Rachen steckte, konnte ich meine Fortpflanzungsflüssigkeit nicht mehr zurückhalten. Ich spritzte ohne extra Vorwarnung aber mit einem glücklichen „Ich komme!“. Joachim schluckte und grunzte dabei. Noch einmal umkreiste seine Zunge meine jetzt überempfindliche Eichel und wechselte dann gleich zu meinem Liebsten rüber. Der stöhnte und seufzte während er seinen Rücken hob und senkte und wenigstens mit seiner anderen Hand versuchte sich im Po unseres neuen Freundes festzukrallen. Dadurch wurde der jedoch noch mehr motiviert, meinen Liebsten allein durch den Druck seines Kopfes auf der Liege festzuhalten. Schließlich bewegte er seinen massigen Körper ganz zu Gus rüber und legte sich mit seinem ganzen Gewicht so auf ihn, so, dass beide Schwänze sich trafen und mein Schatz sich lediglich an den wunderschön großen Nippeln festbeißen konnte.
Ich sah die Schweißtropfen auf Joachims Gesicht in seinen Bart rinnen, als er immer wieder mit seinem Unterbauch auf meinen Liebsten klatschte, die Augen schloss und dann mit einem unterdrückten tiefen Schrei seiner Sahne freien Lauf ließ. Er richtete sich leicht auf und spritze so heftig, dass auch ich noch sein Sperma auf meinem Gesicht spürte.
Langsam sank er wieder zurück und begrub Gus quasi unter sich. Der drückte jetzt rhythmisch seinen heißen Kolben gegen Joachims Bauchdecke, verkrampfte leicht, drückte noch einmal heftig meine Hand und entspannte dann, als sein Sperma aus ihm ungehemmt herausschoss. Gus suchte jetzt Joachims Kopf und drang mit seiner Zunge fast gewaltsam in seinen Mund ein. Joachim entspannte völlig und ließ es geschehen, so wie Gus es wollte.
Da ich wusste, dass es für meinen Schatz nichts Schöneres gab, als dass man nach dem Abspritzen noch etwas mit seinem Schwanz spielte oder Sperma auf seinem Körper verstrich, streichelte ich ihn zwischen den Beinen und verteilte das reichlich vorhandene Sperma auf seinem Schwanz, seinem Sack und steckte ihm und Joachim abwechselnd meine Finger in den Mund. Dann nahm ich mein eigenes Rohr noch einmal in die Hand und versuchte ihn erneut zu Abspritzen zu bringen, was mir allerdings diesmal nicht gelang. Wir sanken jetzt alle drei auf die Liege und schauten zur Decke.
„Mann oh Mann, als Ronald mir erzählte, er hätte zwei neue, wahnsinnig geile Nachbarn, wollte ich ihm nicht glauben. Als ich Euch dann auf dem Markt sah, konnte ich mir nicht vorstellen, dass Ihr Euch jemals auf mich einlassen würdet. Selbst hier in der Sauna rechnete ich mir nur sehr geringe Chancen aus. Es gibt ja immer so viele tolle Typen hier, da hättet Ihr ja die freie Auswahl gehabt. Ihr habt ja an den Blicken der anderen gesehen, wie gerne die mit Euch mal rumgemuckelt hätten…“.
Er stützte sich auf seinen Ellenbogen und schaute uns liebevoll an. „War ich sehr grob?“, fragte er unsicher. „Grob? Nein, ganz bestimmt nicht. Du bist ein so lieber Typ. Ich hatte mir schon auf dem Markt gewünscht, dass Du mich mal kräftig packst und mit mir machst, was Du willst… Das ist eigentlich gar nicht meine Art, aber auf Deine Kraft war ich neugierig“, sagte Gus. „Ging mir genauso. Ich hatte aber das Gefühl, dass Du lieber allein mit Gus gewesen wärst. Ich hätte das ertragen, aber mir wäre ein wunderschönes Erlebnis entgangen“, fügte ich hinzu.
„Ich wollte von Anfang an mit Euch beiden, glaubte aber, das würde ein Traum bleiben“. Joachim streichelte uns beiden zärtlich die Brust. „Leider schaffe ich immer nur einmal zu spritzen, anschließend brauche ich immer mehrere Stunden, bis es wieder geht. Heute würde ich gern noch einmal Eure geilen Schwänze spüren. Es muss der Himmel sein, wenn Ihr beide mich abwechselnd ficken würdet. Na ja, aber ich darf ja jetzt vielleicht hoffen, dass das nicht das erste und letzte Mal für uns drei war“. „Nein, ganz bestimmt nicht. Du kannst uns jederzeit besuchen. Wann immer Du Lust hast. Komm einfach vorbei. „Ich hoffe ja, Ihr beide kommt mich vorher besuchen. Meine Adresse habt Ihr ja. Ich habe eine Betriebswohnung, bin also leicht zu finden“. Er zwinkerte uns zu.
„Jetzt sollten wir vielleicht erstmal duschen. Was meint Ihr Jungs?“ Gus lächelte und gab mir und Joachim noch einen Kuss.
Im Duschraum trafen wir Ronald und den Grauhaarigen. „Na, Ihr!?“ Beide grinsten uns frech an. „Endlich ist hier mal wieder ein bisschen Leben in der Bude“, lachten die beiden. „ Euer Stöhnen war ja bis zur Stadthalle zu hören. Aber das hat den ganzen Laden auf Trapp gebracht. Innerhalb von einer halben Stunde war hier das große Rudelbummsen. Solange ich herkomme, habe ich das noch nicht erlebt“. Der Grauhaarige war sichtlich begeistert. Mir war die Sache etwas peinlich. Gus und Joachim grinsten nur und Gus meinte: „ Da müssen die Jungs ja ganz schön ausgehungert gewesen sein…, und wir dachten, wir wären brav und leise gewesen“.
„Eure beiden Freunde waren aber auch nicht ganz unschuldig. Mein lieber Mann, der Blonde mit dem langen Teil hat ja eine Ausdauer. Erst nagelt er seinen Freund durch, dass dem die Sahne aus der Nase rausläuft und dann nimmt er sich einen nach dem anderen von uns anderen hier vor. Und jetzt sitzt er in der Sauna und fummelt schon wieder an seinem Freund rum… alle Achtung“. Der Grauhaarige schien Übertreibungen zu lieben, aber, dass Bjørn sich hier amüsierte, konnte ich mir durchaus vorstellen.
Joachim ging auf Ronald zu und hob ihn in die Luft: „ Und Du mein Freund bist der Größte. Dafür, dass Du mich mit diesen netten Jungs bekannt gemacht hast, hast Du bei mir etwas gut“. Ronald zappelte in der Luft und lachte sich schlapp. „Du weißt ja, was ich mir wünsche…“.
„Ich gehe eine Runde schwitzen“, mischte ich mich ein. Gus folgte mir.
In der Sauna saßen tatsächlich Bjørn und Roberto, schwitzten und küssten sich. „Ehy Leute, keinen schwulen Sex in der Öffentlichkeit“, feixte Gus und setzte sich neben die beiden. „Das ist doch kein Sex. Das ist eine Zuneigungsbekundung“, alberte Roberto und grinste. Sein Ständer leuchtete wie eine Weihnachtsbeleuchtung. So rot war er von der Wärme und den vermutlichen Erlebnissen von vorher. Bjørns zwanzig Zentimeter sahen auch etwas strapaziert aus, standen aber wie eine Eins.
Bjørn schwitzte tüchtig und war knallrot im Gesicht. Diese Sauna war ein Platz, der ihm richtig gut gefiel. „Das ist wirklich geil. Nur Männer, die alle dasselbe wollen. So etwas gibt’s bei uns nicht“.
Weit nach Mitternacht kamen wir endlich nach Hause und gingen sofort ins Bett.
Ich weiß, dass ich nichts weiß
Drei Tage vor Weihnachten kam Vatern. Er kam mit der Bahn und er kam nicht allein.
Vatern war für seine Verhältnisse ungewöhnlich sportlich gekleidet, hatte sich seine Haare kürzer schneiden lassen und zog einen modernen, neuen Rollkoffer. Neben ihm ging ein jüngerer Mann, Ende dreißig, im Anzug aber mit Rucksack. Er war schlank, blond, gut rasiert, trug eine Hornbrille und hatte ein markantes, von einer hübschen, großen Nase geprägtes, Gesicht. Beide waren in ein lebhaftes Gespräch vertieft und schienen sehr fröhlich zu sein. Vatern wirkte außergewöhnlich gelöst und entspannt.
Als Vatern sich angemeldet hatte, war von einer Begleitung keine Rede. Er bestand lediglich darauf, seine Unterkunft selber wählen zu wollen und, dass wir keinerlei Vorbereitungen treffen sollten. Er „käme schon klar“ hatte er uns lakonisch mitgeteilt.
Für Vatern äußerst ungewöhnlich war auch seine Art mich zu begrüßen. Er ließ seinen Rollkoffer stehen und kam mit ausgebreiteten Armen auf mich zu: „Na, mein Sohn? Das Studentenleben scheint Dir ja bestens zu bekommen. Du siehst gut aus. Wo ist denn Dein Mann?“ Er musste meine Verblüffung gesehen haben und lachte: „Tja, da wollen wir erstmal die Formalitäten klären… Also, das ist mein hoffnungsvoller Sprössling Walter und das ist Herr Carlsen, ebenso hoffnungsvoller und frisch gebackener Sozius in meiner Praxis“.
„Hei! Ich bin Jörgen. Schön Dich endlich kennenzulernen, Dein Vater spricht den ganzen Tag fast nur von Dir und Deinem Freund“. Ich hörte aus seinen Worten einen ganz leichten schwedischen Akzent heraus, war aber nicht nur deshalb im ersten Moment erstmal sprachlos. Vatern hatte, so lange ich zurückdenken konnte, noch nie ein so vertrauliches Verhältnis zu einem seiner Mitarbeiter gehabt und schon gar nicht mit ihnen über sein Privatleben gesprochen - abgesehen vielleicht von den letzten Monaten zusammen mit Karl.
Jörgen schien zu merken, dass er mir etwas mehr erklären musste: „ Also, ich kann gleich so gut hier und jetzt berichten, dass Dein Vater und ich uns nicht nur beruflich näher gekommen sind. Dein Vater hat mir auch aus meiner akuten Wohnungsnot geholfen, indem er mir Dein altes Zimmer als Bleibe angeboten hat. Ich hätte sonst jeden Tag zwischen Göttingen und C…. pendeln müssen. Na ja, das passte mir sehr gut, da wir uns auch sonst ausgezeichnet verstehen“.
Was war das? Vatern hatte sich, ganz gegen seine bisherige Absicht, einen Partner in die Kanzlei geholt…und… noch viel ungewöhnlicher: er hatte einen Fremden bei uns zuhause einziehen lassen. Ich musste das erstmal verdauen und gab mir die größte Mühe, nicht all zu blöd aus der Wäsche zu schauen. Gleichzeitig kam ich bei genauerer Betrachtung von Jörgen zu der Ansicht, dass es kaum einen würdigeren Nach-Bewohner für mein Zimmer geben konnte als ihn.
Vatern schaute mich etwas bekümmert an: „ Ging Dir das jetzt zu schnell? Also, das soll nicht bedeuten, dass Ihr nicht jederzeit nach Hause kommen könnt. Platz haben wir ja nun wirklich genug. Das einzige, was eventuell ein bisschen unfair war… Ich habe Deine Mutter vor vollendete Tatsache gestellt. Aber sie hat es sowieso nicht richtig begriffen. Abgesehen davon wird sie in Zukunft in einer Pflegeeinrichtung wohnen, in der sie sich sehr wohl fühlt. Sie wird auf absehbare Zeit wohl nicht mehr nach Hause zurückkehren. - „Das tut mir leid…“, war mein einziger Kommentar dazu. Zu Jörgen gewandt bemerkte ich fröhlich: „Na dann, willkommen im Hause Ek…. Wir werden uns schon vertragen“.
Die paar Schritte vom Bahnhof zu unserer Wohnung gingen wir zu Fuß. Ich berichtete Vatern von meinen ersten Monaten im Uni-Betrieb, all den tollen Leuten, die wir inzwischen kennengelernt hatten und Bjørns Begeisterung für seine Praktikumsstelle. Ich erzählte auch von Joachim und der Gärtnerei, die wir uns zwischen Weihnachten und Neujahr ansehen wollten.
„Erstaunlich, wie schnell Ihr beide immer die richtigen Kontakte findet. Ihr scheint Euch ja schon richtig eingelebt zu haben“. „Na ja, so erstaunlich ist das nun auch nicht. Wir haben ja schließlich von Dir gelernt“, mit einem kleinen Seitenblick zwinkerte ich dabei Jörgen zu. Der seinerseits kurz seinen Arm um Vaterns Schulter legte und bemerkte: „ Ja, Dein Vater ist ein ganz besonderer Mensch, der die Kunst, Freundschaften zu pflegen und Kontakte zu knüpfen perfekt beherrscht“. Vatern warf Jörgen einen Blick zu, den ich so liebevoll und herzlich bis dato bei ihm noch nie gesehen hatte.
„Ach, übrigens, dass ich es nicht vergesse: Ganz herzliche Grüße von Erik und Karl. Sie fühlen sich sau wohl in Oslo. Karl hat vor einem Monat seinen Job angefangen, spricht bereits leidlich Norwegisch und kann vom norwegischen Winter nicht genug bekommen. Erik bringt ihm gerade Skifahren bei“.
Zuhause hatte Gus ein spätes Frühstück vorbereitet und die Bude perfekt aufgeräumt. Seine Überraschung beim Anblick von Jörgen hielt sich in Grenzen. Er begrüßte ihn wie selbstverständlich, stellte sich selbst als mein Partner vor und bot ihm als Erstem einen Platz an unserem Küchentisch an. Als Vatern noch bewundernd durch Wohn- und Schlafzimmer wanderte, waren Gus und Jörgen bereits in ein sehr vertraut wirkendes Gespräch vertieft.
Vatern und Jörgen hatten sich für eine Nacht in einem kleinen Hotel nur ein paar Straßen weiter eingemietet. Sie eröffneten uns, dass sie die Weihnachtstage in einer Ferienwohnung in Kolding in Dänemark verbringen wollten. Noch eine Überraschung… auch von diesem Vorhaben wusste ich bis dahin nichts.
„Dein Vater emanzipiert sich“, bemerkte Gus, als wir abends wieder allein waren. „Er erstaunt mich immer wieder, aber der Jörgen scheint ein netter Kerl zu sein“. „Und ziemlich intelligent dazu… Er hat mit 26 sein 2. Staatsexamen gemacht und war mit 30 bereits Doktor jur.“ – „Hat er Dir erzählt, wo er eigentlich herkommt?“ „Ja, er ist in Malmö geboren und ist dann mit 15 nach Deutschland gekommen. Er hat in Göttingen studiert, wo er auch bis vor einem halben Jahr Anwalt war. Deinen Vater hat er in Hannover kennengelernt. Wie und wo genau hat er mir noch nicht erzählt… Das kriege ich aber noch raus“, grinste Gus. „Ehy, da weißt Du ja schon eine ganze Menge über unser neues Familienmitglied“, schmunzelte ich. „Ich weiß sogar noch mehr“. Gus zwinkerte mir vielsagend zu. „Er war schon einmal leiert. Sein erster Freund war auch wesentlich älter als er, konnte aber nicht akzeptieren, dass Jörgen so viel Zeit für Studium und Beruf geopfert hat und hat sich während eines Urlaubs auf Mallorca einen neuen Freund gesucht“. „Na ja, das kann ihm mit Vatern nicht passieren, den bringen keine zehn Pferde nach Mallorca, “ lachte ich.
„Ich finde, die beiden passen wunderbar zusammen und ich stelle mir vor, wie sie beide nackt in Eurer Badewanne sitzen und über juristischen Problemfällen brüten“, feixte Gus. Bei dem Gedanken mussten wir beide herzlich lachen.
Am Heiligabend kam ein Weihnachtsbrief von Erik und Karl. Auf sechs Seiten beschrieben sie die ersten Monate ihres gemeinsamen Lebens in Oslo. Karl berichtete von seinem Einzug in die, nach seiner Meinung, riesige Altbau-Wohnung in Majorstua, einem der vornehmsten Stadtteile. Erik hatte befürchtet, die Wohnung sei mit fast 120 Quadratmetern zu klein für sie beide, legte dabei allerdings norwegische Maßstäbe zu Grunde. Die beigelegten Fotos zeigten sehr gemütlich eingerichtete hohe Räume mit großen Fenstern. Warme Naturfarben und viele verschiedene Textilien dominierten den Einrichtungsstil. Ein Selbstportrait zeigte die beiden in inniger Umarmung, auf einem kleinen Balkon stehend, mit Aussicht auf alte Bäume mit goldgelbem Herbstlaub.
Erik richtete die besten Grüße von Egil aus, der unbedingt wissen wollte, wie es uns mit unserem Studium ging und sehr daran interessiert war, ob wir schon Neues zum Thema ‚Hydrokultur‘ berichten konnten.
Wenn alles geklappt hatte, müssten Karl und Erik jetzt auch einen ähnlichen Brief von uns in der Hand halten. Ich hatte darin einiges über die Bremer Uni, unsere neuen Freunde, die neue Wohnung und Bjørn und Roberto erzählt und angekündigt, dass wir in den Sommerferien nach Oslo kommen würden.
Wir hatten uns einen kleinen Weihnachtsbaum gekauft und wollten abends zusammen mit Roberto und Bjørn bei uns feiern. Gerade als wir damit rechneten, dass die beiden jeden Moment kommen müssten, klopfte es. Viktor und sein Vater standen vor der Tür und hatten jeder ein kleines Geschenk in der Hand. „Kommt rein! Roberto und Bjørn kommen auch gleich“. – „Oh nein, da wollen wir nicht stören sagte Viktors Vater“. „Sie stören nicht. Es ist Platz genug für alle und nichts ist schöner, als Weihnachten in großer Runde zu feiern“, hieß ich sie willkommen. „Zum Essen bräuchten wir aber noch zwei Stühle“, bemerkte ich. „Ja, wenn es Euch wirklich nichts ausmacht, holen wir unser Weihnachtsessen runter und essen zusammen mit Euch. Zwei Stühle kann ich von oben auch holen“, sagte Viktor. „Los! Beeil Dich!“, trieb Gus ihn an.
Herrn Bergmann war die Sache sichtlich peinlich, und er wollte eigentlich die ‚jungen Leute‘ lieber unter sich lassen. Gus widersprach heftig und nötigte ihn, in einem unserer Ledersessel Platz zu nehmen. Dann zündete er die Kerzen an und versorgte uns mit Glühwein, den ich allerdings auf norwegische Weise so zubereitet hatte, so wie ich ihn von Vatern kannte. Zu norwegischem Gløgg gehört schwarzer Johannisbeersaft, Ingwer, Koriander, Nelken, Mandeln, Anis, Honig, Rosinen und ein guter Schuss Rum.
Gerade als Viktor mit dem Essen und den Stühlen kam, klingelte es zwei Mal an der Haustür. Roberto und Bjørn hatten sich extra fein gemacht. Roberto sogar mit Fliege, Jackett und weißem Hemd. Bjørn hatte eine seidenglänzende, schwarze, enge Hose mit weitem Schlag, einen roten Pullover und ein grünes Hemd angezogen.
Fast drei Stunden saßen wir in der Küche, aßen, tranken und unterhielten uns. Herr Bergmann ließ sich von Bjørn über norwegische Landwirtschaft erzählen, Roberto und Gus zogen immer wieder Vergleiche zwischen Italien, Deutschland und Norwegen und kamen schließlich zu dem Schluss, dass der größte Unterschied die Weihnachtsmänner seien. Hielten sich aber mit Details zurück, bis Herr Bergmann sich verabschiedete, um kurz vor Mitternacht ins Bett zu gehen. Erst am frühen Morgen kamen wir endlich dazu, unsere Geschenke auszupacken.
Viktor hatte für uns ein surrealistisches Bild von fünf nackten Jünglingen beim Baden in gleißendem Sonnenlicht gemalt. Wir schenkten ihm einen Wollschal in Regenbogenfarben mit einem kleinen Spruchkärtchen: „Der ist nie recht dankbar gewesen, der aufhört, dankbar zu sein“.
Von Roberto und Bjørn bekamen wir das neueste Album von Lobo ‚Just a Singer‘. Auf der Rückseite der Platte hatten sie in der Titelliste den Song: ‚All For The Love Of A Girl‘ in ‚ALL For The Love Of A Boy’ geändert und zwei Herzchen mit ihrer Unterschrift daneben gemalt. Im Gegenzug bekamen sie von uns das Foto, das Karl in aller Schnelle noch für uns vergrößert und gerahmt hatte, bevor wir umgezogen waren. Auf die Rückseite des Rahmens hatte ich einen Spruch geschrieben:
„Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns ganz genau kennen, und trotzdem zu uns halten.“
Dazu gab es einen selbst gemachten Gutschein mit dem Text: „Lebenslang einlösbar und nicht verrechenbar. Unser Haus ist Euer Haus. G & W“
[Dieser Gutschein hängt bis heute in einem Goldrahmen gut sichtbar auf dem Flur des Hofes von Bjørn und Roberto in Norwegen. Sie haben später lediglich den Zusatz angebracht: „Auch auf diesem Hof gültig! R & B“]
Mein Schatz und ich hatten uns geeinigt, uns nichts zu schenken, um möglichst viel für unsere Reise im Sommer nach Norwegen zu sparen.
Als Viktor sich gegen 3 Uhr morgens auf den Heimweg machte, lud er uns alle noch zur Silvester-Feier zu sich nach Hause ein. Roberto und Bjørn wollten noch bleiben.
Berauscht von Glühwein und Wodka schliefen wir zu viert, nackt und eng umschlungen in unserem Doppelbett.
Am zweiten Weihnachtstag meldeten sich Vatern und Jörgen telefonisch bei Herrn Bergmann und ließen ausrichten, dass sie auch über Neujahr noch in Kolding bleiben wollten.
„Das nenne ich, das Leben genießen“, kommentierte Gus trocken.
Am Tag vor Silvester fuhren wir zur Gärtnerei von Joachim. Aber dazu später mehr.
Für den Nachmittag des Silvestertages 1974 hatten wir mit Roberto und Bjørn vereinbart, uns erst bei uns zu treffen und dann gemeinsam zu Viktor zu gehen. Sekt, Wein und ein paar Feuerwerkskörper hatten wir bereits gekauft. Da wir etwas unsicher waren, wen Viktor noch alles eingeladen hatte und welchen Stil seine Party wohl haben möge, gab es eine kleine Auseinandersetzung über die „Abendgarderobe“. Gus und Roberto meinten, man solle sich vorsichtshalber seriös anziehen. Bjørn und ich waren sicher, dass die Fete eher bunt und schrill werden würde.
„Ich glaube nicht, dass Viktor Professoren, Kollegen oder Frauen aus der Nachbarschaft einladen wird“, sagte ich augenzwinkernd. „Also, die Gefahr, dass wir unseren guten Ruf verlieren, ist eher gering“.
So wirkte es schließlich, als gehörten jeweils Gus und Roberto und Bjørn und ich zusammen.
Viktor begrüßte uns überschwänglich. Seine hauchdünne seidene rot-goldene Pluderhose und ein noch dünneres gelbes Hemd, das nur mit zwei Knöpfen gehalten wurde, deuteten darauf hin, dass ich in Bezug auf den Stil der Silvesterfete Recht hatte.
Ronald und Heiko waren bereits da und mindestens ebenso schrill gekleidet. Zusammen mit ihnen saßen in der gleichen Ecke der Grauhaarige aus der Sauna und zwei Jungs, die wir nicht kannten. Sie stellten sich als Klaus und Frank vor, waren Freunde von Heiko, und ich schätzte beide kaum älter als 19 Jahre. Klaus hatte lockige lange, mittelblonde, weiche Haare und einen ebensolchen Bartflaum. Frank hatte kurze, sehr gut und – wie Gus meinte – brav geschnittene, schwarze, glatte Haare. Er trug eine graue Anzughose und dazu ein bis zum Hals geschlossenes weißes Hemd. Er erinnerte mich sofort an einen Wiener Sängerknaben. Klaus hatte einen sehr weichen Händedruck und wirkte irgendwie scheu. Frank hielt meine Hand für eine erste Begegnung eigentlich viel zu fest, schaute mir gerade ins Gesicht und grinste für sein Alter sehr frech. Heiko erklärte: „ Klaus lernt Buchhändler und Frank hat gerade seine Bank-Kaufmann-Lehre erfolgreich hinter sich gebracht. Die beiden wollten mal raus aus Bremerhaven und da habe ich Viktor gefragt, ob er etwas dagegen hat, wenn ich sie mitbringe“.
„Na, hoffentlich hat Heiko Euch auch darauf vorbereitet, dass Viktors Feten meistens recht unkonventionell ablaufen und grundsätzlich keine Frauen dabei sind“, mischte sich der Grauhaarige ein, der sich jetzt endlich auch als Werner vorstellte.
„Heiko hat davon erzählt. Also, ich brauche keine Frauen… Wie ist das mit Dir Klaus?“ Frank wendete sich an Klaus und schaute ihn fragend an. – „Ich… na ja ich, … also Frauen sind zwar ganz nett, aber zum Feiern brauch ich sie auch nicht“. „Aber sagt mal, kennt Ihr Euch alle hier?“
Ich erklärte Klaus gerade, wer mit wem zusammenhing und, dass wir auch zusammen in der Sauna schwitzen, als es noch einmal klingelte. Joachim füllte grinsend den Türrahmen, hatte zwei Wein-Flaschen in der Hand und sah aus, als ob er zu einer Strandparty wollte. Ein lockeres knall buntes Hawaii-Hemd verdeckte nur notdürftig seine schwach behaarte Brust und eine beige farbene Trevira-Hose mit starkem Schlag strammte so sehr über seinen gewaltigen Oberschenkeln und dem knackigen Po, dass ich fürchtete, sie würden jeden Moment reißen.
Frank brach unvermittelt unser Gespräch ab und fixierte Joachims riesige Gestalt. Auch Klaus blickte zur Tür und begann nervös auf seinem Sitzkissen hin und her zu wippen.
„Keine Angst, der tut niemandem was… der sieht nur so aus“, sagte ich lachend.
„Mann Süßer, ist Dir nicht kalt?“, fragte Gus betont pragmatisch und grinste. „Nee, kein Problem. Pullover und Daunen-Jacke liegen im Auto“, feixte Joachim.
„Also, Ihr Lieben, jetzt sind wir vollzählig. Herzlich willkommen am letzten Tag des Jahres. Macht es Euch bequem. Die meisten von Euch kennen mein Haus und wissen, dass hier fast alles erlaubt ist. Ich möchte, dass Ihr richtig viel Spaß habt. Etwas zu essen und trinken gibt’s in der Küche. Musik lege ich gern selbst auf und Tanzen ist erwünscht… Wer mitsingen möchte, sollte mal versuchen, in allen Songs, in denen ‚Girls‘ vorkommt, das Wort durch ‚Boys‘ zu ersetzen. Dabei kommen wir dann richtig gut in Stimmung… . Ach so, und wem es zu heiß wird, darf gerne ablegen. Bekleidungsregeln gibt’s bei mir nicht, aber das wisst Ihr ja auch“, er lachte und machte eine einladende Bewegung, so als ob er uns alle in den Arm nehmen wollte.
Frank war der Erste, der die obersten Knöpfe seines Hemds öffnete und dabei fragte: „ Ist der immer so locker?“. „Ich kenne ihn nicht anders“, lachte Heiko und prostete uns anderen zu.
Viktor hatte unterdessen das letzte Beatles-Album ‚Let It Be‘ aufgelegt. Bei ‚Dig A Pony‘ konnte Klaus mitsingen und schüttelte rhythmisch seine Locken. Roberto kam zu uns und setzte sich breitbeinig Klaus gegenüber. Ich machte ihn mit Klaus und Frank bekannt. „Seid Ihr zusammen?“, fragte Roberto unbekümmert. „Wie zusammen? Also, befreundet meinst Du?“ – „Ja, so in der Art“, lachte unser Philosophie-Student. „Nee, wir kennen uns nur durch Heiko, weil wir ihm manchmal im Laden helfen“. „Ach so.“ Roberto gab sich mit der Antwort zufrieden.
„Jungs!“, rief Viktor. „Wer hat Lust, ein kleines Frage-Spiel zu spielen?“ – Einhelliges „Ja“ kam aus den verschiedenen Ecken des Raumes. „Dann kommt mal alle hier rüber!“
Wir setzten uns in einen Kreis und Viktor erklärte die Regeln: „Dort in dem braunen Topf liegen zehn Zettel mit unterschiedlichen Fragen, von denen derjenige, der mit diesen drei Würfeln die niedrigste Zahl würfelt, eine ziehen und beantworten muss. Weiß er die Antwort nicht, muss er entweder ein Pfand abgeben, oder er kann sich jemanden aus der Runde aussuchen, der für ihn antworten darf. Wissen beide die Antwort nicht, müssen beide ein Pfand abgeben und es wird wieder gewürfelt. Jede allein beantwortete Frage sind zwei Punkte, ansonsten einen für beide. Wer am Ende die meisten Punkte hat, darf einen Wunsch fürs neue Jahr äußern. Alles klar?“ Allgemeines Nicken.
In der ersten Runde traf es Gus. Die Frage lautete: „Wie heißt die Hauptstadt der Insel Madeira?“ Da er es nicht wusste, gab er seine Schuhe als Pfand ab. Als nächstes musste Frank die Frage beantworten, wer den Roman ‚Der alte Mann und das Meer‘ geschrieben hat. Die Antwort kam prompt: „Hemingway“. Werner sollte eine Hanse-Stadt Norwegens nennen. Er bat Bjørn für ihn zu antworten, der aber die richtige Antwort nicht wusste. Also gab Werner sein Schlüsselbund und Bjørn sein Hemd ab. Klaus sollte wissen, was ‚Hydrokulturen‘ sind. Ich blinzelte ihm zu und er wählte mich, um die Frage zu beantworten: „Pflanzen ohne Erde“. Wieder hatte Gus die geringste Augenzahl auf seinen Würfeln und sollte diesmal wissen, wann die Kartoffel nach Europa gekommen war. Doch der gab die Frage weiter an Bjørn, der auch diesmal die Antwort nicht wusste und seine Schuhe abgab. Gus entschied sich sein Hemd abzulegen. Gleich darauf zog Klaus dieselbe Frage und antwortete sofort: „um 1570“.
Ich würfelte dreimal die Eins und zog die Frage nach Madeiras Hauptstadt. „Funchal“, sagte ich ohne lange zu überlegen. Jetzt war Ronald dran. „Wie hieß der zweite Mann auf dem Mond?“ Er kam nicht auf den Namen und bat Viktor zu antworten. Trotz intensiven Nachdenkens kam auch er nicht auf den Namen. Da Ronald keine Schuhe und Strümpfe anhatte, gab auch er sein Hemd. Viktor entledigte sich elegant seines gelben Hemdes. Die nächste Frage traf Joachim: „Welcher ist der längste Fluss der Welt?“ Seine Antwort: „Amazonas“ stimmte leider nicht, und er zog daher als erster seine Hose aus und legte sie fein säuberlich zusammengefaltet neben sich. Roberto sollte wissen, welcher Maler ‚Guernica‘ gemalt hat. Er schaute mich an und ich schüttelte unmerklich mit dem Kopf. Dennoch wollte er, dass ich antworte. Ich musste passen. So wurden auch aus unseren beiden Hemden Pfänder.
Ich zog erneut die Frage nach der norwegischen Hansestadt und antwortete. „Bergen“. Frank sollte wissen, wer als der ‚Fünfte Beatle‘ bezeichnet wurde. „Brian Epstein“, kam es wieder wie aus der Pistole geschossen. Die Frage nach einem Roman von Thomas Mann war für Klaus natürlich ein Kinderspiel: „Buddenbrooks“, strahlte er.
Jetzt waren noch drei Fragen im Pott. Wieder zog Joachim den längsten Fluss der Welt und er bat diesmal Gus zu antworten. Er tippte auf den Mississippi, lag aber auch mit dieser Antwort falsch. Er schien sich allerdings diebisch zu freuen, jetzt auch seine Hose ablegen zu können. Frank zog die Frage nach dem zweiten Mann auf dem Mond und antwortete ohne zu überlegen „Buzz Aldrin“.
Die letzte verbliebene Frage nach ‚Guernica‘ konnte Heiko mühelos mit „Picasso“ beantworten.
Frank war der eindeutige Sieger unseres kleinen Spiels und sollte jetzt einen Wunsch äußern. Er wurde ernst und sagte ganz leise: „Ich würde gern zuhause ausziehen und eine eigene Wohnung haben“.
„Ehy, Du bist doch volljährig und kannst machen, was Du willst“, warf Gus ruhig und einfühlsam ein. „Du kennst meine Eltern nicht… Die akzeptieren das mit der Volljährigkeit nicht und würden mir jede Unterstützung streichen. Wenn die wüssten, dass ich zusammen mit Heiko hier bin, würde ich morgen zuhause rausfliegen. ‚Offiziell‘ bin ich bei einer Freundin in Bremen. Versteht Ihr jetzt?“
Wir waren alle erstmal sprachlos, bis Joachim sagte: „Da muss wohl mal jemand mit Deinen Eltern Tacheles reden. So geht es nun wirklich nicht“. „Was ist denn ihr Hauptproblem? Dass Du ausziehen willst oder dass Du Heiko kennst?“, fragte Gus. „Na ja, sie glauben, das eine hängt mit dem anderen zusammen. Sie denken, ich will bei Heiko einziehen…, will ich aber gar nicht. Ich will einfach nur frei sein“.
„Frank hätte längst bei mir einziehen können, aber ich habe in Bremerhaven meinen schwulen Ruf, und das würde dann die Sache für Frank noch schlimmer machen“, erklärte Heiko. „Seine Eltern sind so widerlich, dass sie jetzt schon dauernd irgendwelche Gerüchte über mich verbreiten, und ich langsam das Gefühl habe, mein Umsatz leidet bereits darunter“.
„Das stimmt“, mischte sich Klaus ein. Meine Eltern haben mir schon vor zwei Jahren verboten, Heiko im Laden zu helfen, weil er angeblich pervers sei. Ich mache es trotzdem, muss bloß immer etwas aufpassen, das mich keiner sieht, den meine Eltern kennen. Seit ich 18 bin interessiert mich das zwar nicht mehr so, aber ich will erst meine Lehre beenden, dann ziehe ich definitiv aus. Egal, was sie sagen oder machen“.
„Dann tut Euch doch zusammen“, warf Joachim ein. „Würde ich ja sofort, aber Frank will nicht“, sagte Klaus traurig. „Du hast mich ja noch nie gefragt…“. Frank war fast entrüstet. Gleichzeitig schaute er Klaus ganz liebevoll an. „Ja, OK, ich habe mich halt nie getraut. Ich krieg das immer nicht so richtig hin, anderen Leuten zu sagen, was ich wirklich will“.
„Leute! Schaut nicht so traurig. Jetzt feiern wir erstmal Silvester“, rief Viktor. „Macht Euch keine Sorgen. Wir sind genug vernünftige Leute, die Euch auf ihre Weise helfen können. Aber jetzt holt Euch was zu trinken und habt erstmal ein bisschen Spaß“. Er legte George McCrae‘s Album ‚Rock Your Baby‘ auf und machte die letzten elektrischen Lampen aus. Jetzt wurde der Raum nur noch von Kerzen erleuchtet.
Ein paar Sitzkissen und Sessel waren zusammengeschoben, so dass eine kleine Tanzfläche zur Verfügung stand. Roberto und Bjørn bewegten sich bereits geschmeidig und rhythmisch zu den Disco-Klängen. Bjørns bloßer Oberkörper bewegte sich so geschmeidig zu „I Can't Leave You Alone“, dass alle anderen fasziniert zuschauten. Roberto hatte sein Hemd auch abgelegt und bildete mit seinem dunklen, behaarten Körper einen wunderschönen Kontrast zu seinem Liebsten. Seine Bewegungen waren etwas weicher aber mindestens genauso elegant.
„So möchte ich auch mal tanzen können“, raunte mir Ronald zu. Viktor hatte inzwischen Heiko auf die Tanzfläche geholt und die beiden legten noch eine showreife Vorführung zu „You Got My Heart“ aufs Parkett. Heiko warf uns sein Hemd zu und Viktor streifte seine Hose ab, als ob es ein Teil seines Tanzes sei. „Komm, lass uns auch tanzen“, flüsterte mein Schatz von hinten in mein Ohr und berührte dabei leicht mit seinen Lippen meinen Nacken. Ronald sah uns genauso neidisch zu wie Joachim, der im Takt der Musik seinen Kopf bewegte. Klaus und Frank standen mit Werner in einer Ecke, hielten sich an ihren Gläsern fest und schienen noch unschlüssig, ob sie sich auch der Musik hingeben sollten.
Gus und ich waren beileibe nicht so begabte Tänzer wie Roberto und Bjørn oder Viktor und Heiko, aber Gus‘ schöner Körper war ästhetisch anzuschauen und jede seiner Bewegungen hatte etwas extrem Erotisches. Besonders sexy wurde es, als er mit Bjørn tanzte. Beide hatten den Tanz kurz unterbrochen, um ihre Hosen auszuziehen und wechselten von wilden kreisenden Bewegungen zu ruckartigen Annäherungen ihrer Hüften bis hin zu einem Verschmelzen ihrer beiden Körper zu einer über den Boden schwebenden Säule. Beide trugen einen ähnlichen knappen Slip und ihre Silhouette war wie aus einem Männermagazin. Joachim hielt es jetzt nicht mehr auf seinem Platz. Auch er hatte sein Hawaii-Hemd ausgezogen und näherte sich den beiden mit unaufdringlichen aber rhythmischen Bewegungen, umkreiste sie und fasste dann mich an meiner Hüfte. Er wirbelte mich herum und drückte mich dann ebenso eng an sich, wie es Gus mit Bjørn tat. Zu „I Get Lifted“ hob er mich leicht an und drückte mich mit meinem Po gegen seinen Schwanz. Ich spürte, dass der bereits begann hart zu werden.
Viktor schob gleich die nächste LP nach. „You're the First, the Last, My Everything” von Barry White, brachte jetzt wieder Roberto und Bjørn und meinen Schatz und mich zusammen. Joachim zog sich jetzt Ronald auf die Tanzfläche, der eigentlich gar nicht tanzen wollte, aber den starken Armen nichts entgegen zu setzen hatte. Er ließ sich förmlich fallen und Joachim trug ihn liebevoll, mehr als dass er mit ihm wirklich tanzte.
Als dann der Instrumentaltitel ‚ Love's Theme‘ vom Love Unlimited Orchestra auf dem Plattenteller lag, kamen endlich auch Frank und Klaus auf die Tanzfläche. Beide bewegten sich wie Profitänzer und stellten alle uns andere in den Schatten. Um ihnen zusehen zu können zogen wir anderen uns an den Rand zurück und überließen ihnen die ganze Fläche. Frank riss sich förmlich sein weißes Hemd vom Leib und nahm Klaus in einer Standart-Tanz-Pose in den Arm und gleitete mit ihm durch den Raum. Sie sahen sich verliebt an und drehten dann klassische Walzer-Drehungen, um dann mit einer Art ruckartiger Tango-Bewegung weiter zu machen.
Beide schwitzen und Klaus entledigte sich seines Hemds und seiner Hose, um seinen wunderschönen Körper zu Terry Jacks´ ‚Seasons In the Sun‘ in einem Solo zu wiegen und wie ein Balletttänzer zu verbiegen. Frank streifte ebenfalls seine Hose ab und folgte Klaus´ Bewegungen perfekt synchron.
„Ihr passt wunderbar zusammen“, bemerkte Joachim, als die beiden sich in die Kissen fallen ließen. Heiko lachte: „Das habe ich ja schon immer gesagt, aber die beiden sind sich wie zwei Kater aus dem Weg gegangen“. „Na, jetzt haben sie sich ja gefunden… Erinnert mich daran, dass ich ja auch einen lieben Schatz hier habe“. Damit nahm Gus mich in den Arm und küsste mich intensiv und leidenschaftlich. Er schob seine Zunge tief in meinen Rachen, zog sie gleich wieder raus, nur um diese Auf- und Ab-Bewegung mehrfach mit wachsender Begeisterung zu wiederholen.
Frank und Klaus schienen es uns nachmachen zu wollen und lagen inzwischen in der dunkelsten Ecke des Zimmers auf dem Fußboden und hatten die Umgebung um sich herum vergessen. Uns ging es ähnlich, obwohl wir es wesentlich bequemer auf zwei zusammengeschobenen Sitzkissen hatten.
Der Stimmung angemessen hatte Viktor jetzt ‚Hey Jude‘ aufgelegt und sich mit Heiko auf den Flur zurückgezogen. Bjørn und Roberto waren wieder auf der Tanzfläche… jetzt allerdings komplett nackt.
Ronald und Werner saßen auf der Fensterbank und steckten die Köpfe zusammen.
Joachim lag neben uns und wiegte sich zu Paul McCartney’s Schmusesong. Wir rückten näher zusammen und nahmen ihn zwischen uns. Manchmal küssten mein Schatz und ich über seine starke Brust hinweg, dann saugten wir uns an seinen Nippeln fest oder ließen unsere Zungen synchron bis zu seinem Schwanz und wieder zurück wandern.
Bjørn und Roberto tanzten weiter nach immer neuen Beatles-Songs. Hin und wieder waren ihre eisenharten und waagerecht abstehenden Schwänze deutlich im Kerzenlicht zu sehen. Sie tanzten ganz eng und schienen sich ununterbrochen zu küssen.
Heiko und Viktor waren wieder zurückgekommen und unterbrachen die Musik abrupt. „Jungs, es ist gleich Zwölf. Schnappt Euch ein Sektglas und lasst uns auf das neue Jahr anstoßen. Wer mit raus will, sollte sich etwas überziehen“, lachte er. „An der Garderobe hängen noch ein paar alte Jacken, für die, die im Dunkeln ihre Klamotten nicht finden“.
Frank schien gerade seinen Schwanz in Klaus versenkt zu haben. Jedenfalls stöhnten beide abwechselnd leise aber durchaus hörbar und nahmen ihre Umwelt überhaupt nicht wahr.
Wir anderen suchten hastig unsere Hosen und Pullover und fanden uns nach und nach – zum Teil barfuß – auf der kleinen Terrasse zum Garten ein. Ein kurzer Uhrenvergleich ergab, dass wir noch etwa drei Minuten auf das neue Jahr warten mussten. Dann brach das Spektakel aus Feuerwerk, Kanonenschlägen und Knallfröschen los, und wir prosteten uns zu und küssten uns. Mein Schatz hatte sich lediglich eine alte Jacke von Viktor übergeworfen und zitterte etwas als er mich stürmisch in den Arm nahm. Ich genoss es, seinen warmen Körper zu spüren und ließ meine Zunge sehr lange in seinem Mund kreisen. Joachim, Bjørn und vor allem Robert wollten uns beiden auf ähnliche Weise ein frohes neues Jahr wünschen.
Vom Balkon des Nachbarhauses rief jemand: „Prosit Neujahr!“ und nun tauchten auch unsere beiden verliebten Jungs auf… völlig nackt, nur mit einer Decke umgelegt. „Alles Gute Euch beiden!“, riefen wir ihnen lachend zu und hielten ihnen unsere Sektgläser entgegen. Die beiden wirkten verschlafen und schienen gar nicht zu realisieren was vorging. Frank legte seinem Klaus den Arm um die Schulter und sagte: „Danke, danke… das ist… das ist das phänomenalste Silvesterfest, das ich bisher erlebt habe“. Klaus strahlte ihn an und pflichtete ihm heftig nickend bei.
Da wir alle, bis auf Ronald und Werner, unpassend für einen Winterabend im Freien gekleidet waren, zogen wir uns schnell wieder ins Warme zurück.
Viktor legte den brandneuen Hit von der schwedischen Gruppe Abba auf: „Waterloo“. Anschließend folgte ein Hitparaden-Song nach dem anderen.
Bjørn und Roberto kuschelten unter einer Decke und unterhielten sich gleichzeitig mit Heiko. Klaus und Frank waren verschwunden, Werner und Ronald nahmen wieder ihren Platz auf der Fensterbank ein. Joachim, Gus und ich gingen hinaus auf den Flur, um unsere Jacken zurückzuhängen. Als wir an der Badezimmertür vorbeikamen, sahen wir, dass auch dort Kerzenlicht brannte und sogar Wasser ins Becken eingelassen war. „Hast Du schon mal hier bei Viktor gebadet?“, fragte ich Joachim. Der schüttelte mit dem Kopf: „Ich wusste gar nicht, dass er ein so tolles Bad hat. Ich bin ja erst einmal hier gewesen und da waren wir oben“, zwinkerte er mir zu.
„Komm, schau Dir das tolle Becken mal an!“ Auf der Umrandung hatte Viktor einige dicke Badehandtücher, zwei Sektflaschen, mehrere Gläser und Keks-Schalen verteilt.
Als wir eintraten, bemerkten wir, dass wir nicht allein waren. Frank und Klaus saßen auf dem Fußboden gleich neben der Tür und waren schon wieder völlig mit sich selbst beschäftigt.
Joachim wollte sich schon diskret zurückziehen, als Gus ihm ein Zeichen gab und seinen Zeigefinger an die Lippen hielt. Frank war gerade wieder dabei, seinen recht ansehnlichen Schwanz in den blassen und unbehaarten Anus von Klaus zu schieben. Der schien total rasiert zu sein, denn für völlige Haarlosigkeit am Schwanz und den Beinen war er eigentlich zu alt. Den beiden blass glänzenden Körpern zuzuschauen war nicht nur wunderschön, es machte mich auch geil. Gus und Joachim ging es unzweifelhaft genauso.
Frank leckte den Körper seines neuen/alten Freundes vom Kopf bis zu den Fußspitzen immer wieder ab und ließ sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht stören. Klaus warf uns hin und wieder einen unsicheren Blick zu, hatte aber meistens die Augen geschlossen und den Kopf leicht zurückgeworfen.
Gus stieg auf die Umrandung des Beckens und prüfte mit den Zehen die Wassertemperatur. „Oh, heute ist es noch etwas wärmer als letztes Mal“, flüsterte er, um die beiden Liebenden nicht zu stören. „Habt Ihr denn hier schon mal gebadet?“ „Ja, vor einigen Wochen haben wir zusammen mit Bjørn, Robert und Viktor einen ‚Badeabend‘ hier verbracht“. „Eure beiden Freunde sind schon zwei echt geile Kerle. Die lassen sich auch keine Gelegenheit entgehen“, schmunzelte Joachim.
Gus stieg vorsichtig ins Wasser und gab uns ein Zeichen, ihm zu folgen. Frank drehte sich für einen kurzen Moment um und saugte sich dann am Anus seines offenbar ziemlich passiven Partners fest. Dessen Stöhnen wurde lauter und hin und wieder von leisen Rufen begleitet: „Mehr, mehr… fick mich… mehr… ich will dich spüren… los, ich will wissen, wie das ist… bitte, bitte… mehr, mehr“. „Da erlebt gerade jemand sein erstes Mal, nehme ich an“, bemerkte Gus.
Frank richtete sich etwas auf und umfasste Klaus mit beiden Händen an den Hüften. Langsam führte er seinen etwa 15 Zentimeter langen steifen Penis zu einem rosafarbenen Loch, das wie poliert glänzte. Es war ganz still. Wir drei hatten die Arme um einander gelegt und spielten ein bisschen mit unseren Füßen. Plötzlich kam aus Richtung unserer beiden Liebenden ein lauter Schmerzensschrei. Er war so laut, dass Gus sich erhob und nach dem Rechten sehen wollte. Sekunden später standen auch Heiko und Viktor in der Tür: „ Was ist passiert?“ „Nichts!“, meinte Gus und setzte sich wieder hin.
Frank strich Klaus über die Haare und küsste ihn auf die Stirn, ohne seinen Schwanz herauszuziehen. Klaus sah wieder entspannt aus und lächelte. Frank stieß jetzt ganz vorsichtig und langsam zu, ohne den Kopf seines Liebsten loszulassen.
Mit einem heftigen Stöhnen zog Frank seinen Schwanz zurück und spritzte im großen Bogen auf Bauch, Brust und Gesicht von Klaus, nahm dann etwas Sperma mit seinen Fingern auf und schmierte es sich auf seine Rosette und Klaus‘ Schwanz, den er sich dann selbst sofort reinschob. Frank hob nur wenige Male seinen Po. Klaus stöhnte noch einmal laut und sackte dann selig lächelnd nach hinten.
Die Vorstellung hatte uns so angeregt, dass auch wir unsere steifen Schwänze in neue Positionen brachten. Joachim wollte so gerne von uns gefickt werden, also sollte er es haben. Gus flüsterte ihm ins Ohr: „ Erträgst Du zwei Schwänze gleichzeitig?“ Joachim schaute uns erstaunt mit großen Augen an. „Wie wollt Ihr das denn machen?“ „Das geht, und ist wahnsinnig geil“. „Probiert es! Wenn das klappt, seid Ihr die absolut Größten“.
Aus Erfahrung wussten wir, dass unsere beiden Schwänze nur gleichzeitig in ein Loch passten, wenn ich unten, unser Partner in der Mitte und Gus oben lag. Gus musste den Rhythmus vorgeben und ich musste mich ganz nach ihm richten. Joachim stütze seinen schweren, massigen Körper an der Umrandung des Beckens ab. Gus führte meinen steifen Schwanz zum Loch unseres Freundes, legte seinen ebenfalls in der Poritze zurecht, küsste erst mich und dann Joachim im Nacken, dann stießen wir beide gleichzeitig zu. Das warme Wasser erleichterte es Joachim unsere beiden Schwänze ohne jegliche Schmerzen aufzunehmen. Er war völlig entspannt, auch als wir unsere Frequenz erhöhten und Gus schon mehrfach seine Prostata erreicht hatte. Sein bärtiger Mund saugte sich an meinem Hals fest und seine Augen zeigten deutlich, dass er genoss.
Inzwischen saßen Frank und Klaus auf der Beckenumrandung und schauten unserem Treiben interessiert zu. Ihre beiden Schwänze standen schon wieder hart und senkrecht. „Das ist echt geil. Könntest Du das auch?“, fragte Klaus. „Weiß ich nicht, habe ich noch nie probiert. Ich habe bis heute noch nicht einmal richtig gefickt“.
Gus hatte die Bemerkung gehört und unterbrach kurz seine Bewegungen. „Dann komm doch rein und probier’s bei mir nochmal“, grinste er. „Aber natürlich nur, wenn Du Lust hast“. Frank ließ sich das nicht zweimal sagen und schwang seine Beine ins Becken. Klaus bekam einen etwas enttäuschten oder besser unsicheren Gesichtsausdruck. „Komm Schatz, erst ich dann Du…“. Er drehte sich zu Gus um und rammte ihm sein Teil so spontan und hart in den Arsch, dass mein Liebster für einen Augenblick das Gesicht verzerrte und automatisch seinen Druck auf Joachim erhöhte. Klaus hatte sich neben seinen Freund gestellt und rieb seinen blassen, fleischigen Schwanz. Frank zog ihn zu sich ran, gab ihm einen Kuss und bedeutete ihm bei meinem Liebsten weiterzumachen. Daraufhin wechselte er seinen Platz und stellte sich neben mich und drückte seinen Schwanz Joachim ins Gesicht. Der umschloss ihn sofort mit seinem Mund und grunzte tief und zufrieden.
Ich konnte wiedermal meinen Orgasmus nicht steuern und meine Sahne schoss, plötzlich und ohne, dass ich Joachim warnen konnte, in ihn hinein. Er war so mit dem Rohr von Frank beschäftigt, dass er kaum etwas gemerkt haben konnte. Gus hatte mein Pulsieren bemerkt und zog seinen Schwanz zurück. Mit beiden Händen drückte er jetzt Klaus‘ Hüfte gegen seinen Po und bewegte ihn selbst rhythmisch auf und ab. Klaus stöhnte wieder laut und entleerte sich noch einmal, diesmal in meinen Mann. Auch Frank pumpte noch einmal regelrecht sein Sperma raus. Es schien ihn sichtlich anzustrengen und als Joachim ihn mit seinen starken Armen daran hinderte, sich aus seinem Mund zurückzuziehen, machte er kurz eine abwehrende Bewegung, um sich dann glücklich lachend über Joachims massigen Körper fallen zu lassen und seinem Klaus einen Kuss zu geben. Jetzt schien er so liegen bleiben zu wollen und genoss, dass ich mit meinen Fingern sein behaartes Loch kraulte.
Klaus war erschöpft und weigerte sich, sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Mein Mann war ebenfalls gerade noch in der Lage, sich auf dem Rücken ins Wasser sinken zu lassen. Joachim machte dasselbe.
Als Heiko und Viktor ein paar Minuten später noch einmal nachsehen wollten, ob alles in Ordnung war, saßen fünf fröhlich grinsende Männer neben einander in seinem tollen Becken und schienen einfach nur das warme Wasser zu genießen.
Ronald und Werner verabschiedeten sich gegen 3:00 Uhr. Auch Bjørn und Roberto wollten kurz danach nach Hause. Frank und Klaus übernachteten in Viktors zweitem Schlafzimmer und Heiko bei ihm in seinem Wasserbett. Joachim wollte gerade ein Taxi bestellen, als Gus ihm anbot, er könne doch auch bei uns schlafen, und wir könnten ihn dann später mit unserer Ente nach Hause fahren. Er nahm die Einladung erst zögernd dann dankend an.
Für den Fall unerwarteten Besuchs hatten wir eine extra Matratze unter unserem Bett und Bettzeug lag immer fertig bezogen im Schrank. Dadurch hatten wir das Nachtlager für Joachim schnell hergerichtet und waren schon eine halbe Stunde später eingeschlafen.
(Dran bleiben, es geht im Kapitel 7 weiter)



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