Alltag muss nicht alltäglich sein (12)
- gert

- 29. März 2020
- 33 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Nov. 2022

Zehn Tage vor Weihnachten rief Roberto an und fragte, ob wir die Feiertage einschließlich Silvester auf Bjørnstangen verbringen wollten. Sie hätten ein Gästezimmer eingerichtet, Küche, Bad und Wohnzimmer seien auch fertig und „Julenissen“ [der norwegische Weihnachtsmann] sei bereits informiert, dass er ein paar Weihnachtsgeschenke mehr mitbringen müsse.
Wir überlegten nicht lange und sagten sofort zu.
Es schneite jetzt fast jeden Tag ein paar Stunden. Die Schneeberge neben unserem Weg waren innerhalb eines Monats auf beachtliche eineinhalb Meter angewachsen. Auf der Fläche lagen inzwischen vierzig bis fünfzig Zentimeter Schnee.
Einer unserer neuen Nachbarn riet uns, noch vor Weihnachten das erste Mal das Dach unseres Hauses vom Schnee zu räumen, denn es seien weitere heftige Schneefälle bis Neujahr gemeldet.
Obwohl es im Hause zu diesem Zweck zwei breite und sehr praktische Schneeschieber gab und durch das leichte Gefälle die Arbeit verhältnismäßig zügig zu bewältigen war, benötigten wir dazu fast drei Stunden und waren durch die ungewohnte Bewegung anschließend verschwitzt und so müde, dass wir nicht mal mehr zu Abend aßen, sondern sofort ins Bett gingen.
Am Tag vor Heiligabend gaben wir einen Schlüssel für unser Haus bei unserem Nachbarn ab und schrieben ihm die Telefonnummer von Bjørnstangen auf. Unsere Ente war inzwischen mit Spike-Reifen ausgestattet und Schneeketten hatten wir auch gekauft. Trotz weiter sinkender Temperaturen sprang sie immer sofort an. Allerdings waren die Innenraumtemperaturen nicht sehr behaglich. Das Auto war eben für wärmere Gefilde gebaut.
So fuhren wir in warm gefütterten Ski-Anzügen mit Handschuh und Mütze am ‚lille julaften‘ [Tag vor Heiligabend] nach Bjørnstangen. Einige andere Autofahrer und Leute am Straßenrand lächelten oder schüttelten den Kopf über uns. Wir erreichten unser Ziel allerdings ohne Probleme.
Bjørnstangen lag wunderschön eingebettet in die Winterlandschaft Süd-Norwegens. Wie eine kleine graue Insel lagen die Gebäude eingebettet zwischen dick verschneiten Tannen und Feldern. Die am frühen Nachmittag untergehende Sonne gab der Szene eine ganz besondere Atmosphäre. Auf dem Hof brannten überall kleine Lichter über den Türen der Häuser, und alle Räume schienen beleuchtet. Für einen Deutschen, der schon als Kind gelernt hatte, Strom zu sparen und das Licht hinter sich in einem Zimmer auszumachen, war das ein ungewohnter Anblick. In einem Land, in dem der aus Wasserkraft erzeugte Strom um ein Vielfaches billiger war als in Deutschland, und in dem man es sich in den dunklen Wintermonaten mit Licht besonders gemütlich zu machen pflegte, dachte man über Stromsparen überhaupt nicht nach.
Als wir auf den Hofplatz vorm Haupthaus einbogen, fiel aus der halb geöffneten, zweiflügeligen Haustür ein warmer, gelber Lichtschein auf die großen Schneeberge und einen von einem ‚Fjording‘ [eine alte norwegische Pferderasse, die in den Wäldern oft zum Holzrücken eingesetzt wurde] gezogenen Pferdeschlitten. Das Tier dampfte quasi in der Kälte und schien ungeduldig darauf zu warten bewegt zu werden.
Noch während wir unser Auto abstellten, kam Roberto aus der Tür, winkte uns zu, nur um das kräftige Pferd gleich darauf zu tätscheln und am Halfter zu einem etwas weiter entfernten Gebäude zu führen. So routiniert als habe er nie etwas anderes gemacht, befreite er das beigefarbene Pferd von seinem Zaumzeug, löste es vom Schlitten und brachte es in den Stall.
„Roberto hat sich aber schnell eingelebt“, kommentierte Gus.
Wir stellten unsere Taschen in den Flur, klopften den Schnee von unseren Stiefeln, zogen sie aus und setzten sie auf ein kleines Schuhregal gleich hinter der Tür. So war es hier im Lande üblich und so hatten wir es auch bei uns zu Hause eingeführt.
Als ich meine Schuhe zu den anderen stellte, stutzte ich einen Moment. Ich meinte, die gepflegten, blank geputzten Herrenschuhe neben meinen Schneestiefeln zu kennen, verwarf den Gedanken aber gleich wieder.
„Hallo! Jemand zuhause?“, rief ich auf Norwegisch und bekam sofort eine Antwort aus einem der Zimmer in der ersten Etage. „Ich bin hier oben. Kommt rauf und bringt Eure Sachen gleich mit!“ Bjørn schien beschäftigt.
„Mann oh Mann, da habt Ihr aber viel geschafft“. Gus schaute sich imponiert und bewundernd um. Von Onkel Kjartans muffigem, altmodischem 50iger-Jahre-Stil war nichts mehr zu sehen. Alles erstrahlte in frischen, warmen Farben. An den Wänden auf dem Flur hingen neben einer Serie fröhlicher norwegischer Troll-Karikaturen Schwarz-Weiß-Bilder von Karl. Roberto und Bjørn hatten mit viel Geschmack einzelne alte Haushaltsgeräte, historische Arbeitsgeräte aus der Landwirtschaft mit grob gewebten, typisch norwegischen Textilien kombiniert. Das Haus atmete jetzt eine solche warme und freundliche Gemütlichkeit aus, dass Gus und ich überwältigt waren.
Bjørn war gerade dabei im neuen Gästezimmer das Bett zu beziehen und begrüßte uns mit einer herzlichen Umarmung. „Willkommen auf Bjørnstangen! Ich bin leider nicht rechtzeitig fertig geworden, weil Roberto noch einen Gast vom Bahnhof abholen musste, und einer meiner Helfer sich zu allem Überfluss noch den Knöchel im Kuhstall verstaucht hat. Gottseidank hilft uns Kjell schon seit ein paar Tagen. So konnte ich wenigstens für Euch etwas Schönes kochen und Euer Zimmer vorbereiten“.
„Habt Ihr jetzt auch Pferde?“, fragte ich. „Ein Pferd hatte Kjartan schon immer. Das ist Pekka, ein zehn Jahre alter ‚Fjording‘, der zum Schluss von einem Nachbarn versorgt wurde, weil Kjartan damit überfordert war. Da Pekka jeden Tag arbeiten muss, um gesund zu bleiben, haben wir ihn vor den alten Schlitten gespannt. Roberto ist so begeistert von ihm, dass ich fürchte, er vernachlässigt mich bald“. Dass die Bemerkung nicht ernst gemeint war, sahen wir an Bjørns schelmischen Gesichtsausdruck. „Roberto fährt mit Pekka zum Einkaufen und holt eben auch mit ihm Leute vom Bahnhof ab. Im nächsten Jahr werden wir Pekka auch wieder im Wald einsetzen“. – „Finnischer Name für ein norwegisches Pferd, das gefällt mir“, grinste ich.
„Kompliment, Ihr wart in den paar Monaten wirklich fleißig. Das ist alles so toll geworden… ich bin ganz hin und weg“. Gus saß auf der Bettkante des nagelneuen Doppelbetts, wippte prüfend auf der Matratze und schaute sich immer wieder staunend um. „Komm mal her, mein Süßer, dafür hast Du jetzt schon mal einen dicken Kuss verdient“. Er griff mit einem Finger nach Bjørns Hosenträger, der eine altmodische graue Filzhose hielt, die so raffiniert geschnitten war, dass sie trotz ihrer Weite Po und Schwanz gut zur Geltung kommen ließ.
Bjørn verlor lachend das Gleichgewicht und fiel mit seinem ganzen Gewicht auf Gus, der damit nicht gerechnet hatte. Beide alberten ein bisschen auf dem Bett und Gus schob ein paar Mal seine Hand tief in den Hosenbund. „Vergewaltigung des Hof-Besitzers durch Gäste ist laut Hausordnung verboten“, feixte Bjørn. „Ach schade, da muss ich also warten, bis der Hausherr zustimmt?“, konterte Gus. „DIE HAUSHERREN!“, lachte Bjørn, befreite sich aus der Umklammerung, gab Gus und mir einen Kuss und sagte: „Die Betten könnt Ihr später testen. Jetzt will ich Euch erstmal das ganze Haus zeigen und Euch mit unserem Gast bekannt machen“. Bjørn schmunzelte.
In der ersten Etage befanden sich neben unserem Gästezimmer, das große Schlafzimmer der beiden Hofbesitzer, ein Arbeitszimmer, ein geräumiges Bad und noch ein kleineres Zimmer mit einem Einzelbett, einem Schreibtisch, einem riesigen Ohrensessel und einem traumhaften Blick über die Wälder und Felder des Hofes. In diesem Zimmer standen zwei Reisetaschen und ein eleganter, dunkler Anzug lag auf dem Bett. Die Treppe zum Boden war erneuert worden. „Dort oben arbeiten wir noch. Bis zum Sommer kommen dort noch zwei Zimmer dazu“.
Als wir die Treppe ins Erdgeschoss hinuntergingen, kam Roberto von draußen. Er klopfte sich den Schnee von Schuhen und Jacke, zog die Schuhe aus und stürmte auf uns zu: „Ach, ist das schön, dass Ihr gekommen seid. Ich freue mich so. Ich konnte Euch eben nicht begrüßen, weil ich mich um meinen neuen Freund kümmern musste. Er ist sozusagen eine Liebe auf den ersten Blick. Schon als Kind wollte ich in Italien ein Pferd haben. Jetzt habe ich ‚Pekka‘“.
Wir gingen gemeinsam in die Küche. Auch hier erinnerte nichts mehr an den Anblick von vor ein paar Monaten. Eine moderne Einbauküche harmonierte hervorragend mit den 12 alten, geschnitzten Küchenstühlen und dem dazugehörigen massiven Küchentisch. In einer Ecke prasselte ein Feuer in einem gusseisernen ‚Jøtul‘-Holzofen und am Herd stand Kjell, der offenbar dabei war Fleischklöße zu braten. Er wischte sich seine Hände in der Schürze ab und begrüßte uns mit Handschlag. „Das Essen dauert noch etwas… Männerwirtschaft halt“, grinste er. „Ohne Kjell wären wir aufgeschmissen“, sagte Robert und schlug ihm freundschaftlich auf die Schulter. „Unsere anderen zwei Helfer kommen auch gleich rein. Wir essen immer gemeinsam hier in der Küche“.
„So, nun lasst uns noch den letzten in unserer Runde begrüßen“. Bjørn öffnete die Tür zum Wohnzimmer. Ich hatte es geahnt, unter dem riesigen Portrait von Kong Håkon saß gemütlich in einem großen Ledersessel, mit Brille auf der Nase und in ‚Dagbladet‘ [norwegische Tageszeitung] vertieft, mein Vater. Ich tat so, als sei es das Normalste auf der Welt ihn hier und jetzt zu treffen. „Na, gute Reise gehabt?“, fragte ich verschmitzt. „Ja danke,… meinen Sohn kann aber auch nichts aus der Fassung bringen, was?“, scherzte Vatern und nahm mich in den Arm.
Gus war wesentlich verblüffter als ich. „Bist Du alleine gekommen?“ – „Ja, Jörgen ist bei seiner Verwandtschaft in Schweden“.
Kjell rief aus der Küche: „Essen!“
Ein kleiner schwarzhaariger, sehr junger und ein etwas älterer, großer, kräftiger, rothaariger Mann mit Vollbart saßen bereits am Tisch. Beide erhoben sich, begrüßten uns per Handschlag und stellten sich vor: „Ruben, fra Mexiko“, sagte der Kleine artig. „Arild fra Horten“, grinste der Rothaarige.
„Ruben studiert Landwirtschaft in Ås und hilft uns in seiner Freizeit. Arild ist eigentlich Automechaniker, arbeitet aber lieber an der frischen Luft“, erläuterte Bjørn.
Arild sah uns über den Tisch hinweg an und fragte: „Das komische orange Auto da draußen…“, dabei deutete er mit der Gabel Richtung Fenster, „gehört das Euch?“.
Gus lachte und antwortete: „Das ist ein französischer Citroen 2CV“. - „Mutig… da würde ich unseren Pekka und seinen Schlitten vorziehen. Jedenfalls wüsste ich, dass ich dann auch heil ankomme“. Arild schüttelte über so viel Risikobereitschaft den Kopf und packte sich eine große Portion Kartoffeln und Fleischklöße auf den Teller.
Roberto fragte, wer Wasser, Milch oder Saft trinken wolle und reichte die jeweiligen Karaffen rum.
Bjørn sagte: „Ihr müsst Euch nachher mal anschauen, was Arild und Rune gerade machen. Wenn sie nicht im Kuhstall sind, restaurieren sie ‚Brygghuset‘. Dort wollen wir später mal Fremdenzimmer vermieten“. ‚Brygghuset‘ war das verfallenste Gebäude auf dem Hof. Hier wurde noch vor dreißig Jahren Bier gebraut und in einem Steinofen Brot gebacken. Kjartan wurde am Ende alles zu viel und er ließ es verfallen. Wir könnten uns vorstellen, später dort auch ein Sommerrestaurant einzurichten“.
„Dein Großvater, der alte Schlingel, hat im Brygghuset noch Alkohol gebrannt und stand deswegen immer mit einem Bein im Gefängnis. Wenn unser Lensmann [Polizist und Verwaltungsbeamter in ländlichen Gebieten] ihn nicht gedeckt hätte, sehe die Geschichte Eures Hofes vermutlich ganz anders aus“. Vatern lächelte und setzte hinzu: „Die Destillationsanlage müsste dort noch irgendwo stehen“. – „Ja stimmt, wir haben ein paar Kolben und Tanks gefunden und sie vorsichtig beiseite gestellt“, rief Arild. „Vielleicht finden wir ja auch noch ein paar Flaschen mit Inhalt“, lachte er.
Nach dem Essen stapften wir alle gemeinsam durch den Schnee zum Brygghuset. Hier roch es nach Farbe und frischem Holz. Überall lagen Bretter und Balken herum. In einem Raum stand eine Kreissäge, in einem anderen waren die Wände schon isoliert und mit Kiefernbrettern verschalt.
„Ihr seid wirklich sehr fleißig. Als ich das erste Mal hier auf Bjørnstangen war, dachte ich, das würde Jahre dauernd, einen einigermaßen bewohnbaren Hof daraus zu machen“, sagte Gus sichtlich beeindruckt.
„Ohne die Hilfe meiner Nachbarn, von Onkel Odd, Tore, Kjell und natürlich von Arild und Ruben hätten wir hier kaum etwas zustande gebracht. Schließlich war ja viel Arbeit auf den Feldern und im Wald liegen geblieben. Auch die Tiere mussten weiter versorgt werden. Roberto ist in den letzten Monaten ein richtiger norwegischer Bauer geworden und spricht unsere Sprache schon fast wie ein ‚Eingeborener‘“. Bjørn schaute seinen Schatz liebevoll und sehr stolz von der Seite an. „Roberto hat übrigens inzwischen schon zwei Kälbern das Leben gerettet, nachdem er sich eine ganze Nacht um die Ohren geschlagen und nicht aufgegeben hat, bis der Tierarzt kam. Na ja, und sein Freund Pekka liebt ihn über alles“. Ganz leise setzte er hinzu: „So wie ich…“.
Vom Brygghus stapften wir durch den immer höher werdenden Schnee zum Kuh- und Pferdestall. Beide waren in einem Gebäude untergebracht und durch die Milchkammer getrennt. Die Ställe waren alt, niedrig, dunkel und baufällig. Obwohl alles einen sauberen und vor allem sehr ordentlichen Eindruck machte. Pekka stand in seiner Box und wieherte als er Roberto hörte. Neben ihm waren drei weitere leere Boxen. „Fühlt er sich hier nicht ein bisschen allein?“, fragte Gus. „Och, ich glaube nicht. Er wirkt jetzt wieder ganz zufrieden. Bei unserem Nachbarn hatte er nichts zu tun. Das gefiel ihm gar nicht. Er hat nicht richtig gefressen und war aggressiv gegen Menschen. Jetzt ist er lammfromm und frisst uns die Haare vom Kopf“, antwortete Robert. „Ich hoffe, er bekommt im Sommer einen Kumpel. Das wäre für ihn gut und für den Hof auch. Wir haben so viel Wald, wo wir mit den Maschinen nicht hinkommen. Dort sind diese Pferde Gold wert“.
Im Kuhstall standen 22 Stück Milchvieh, 6 Einjährige und 8 Kälber. In der Milchkammer stand ein stahlblitzender, nagelneuer Milchtank und das Melkgeschirr hing säuberlich aufgereiht und blank geputzt an der Wand. Auf einer Schiefertafel wurden die Tages-Melkergebnisse und besondere Futtergaben der Tiere notiert.
„Ich hoffe wir können im Sommer anfangen, einen neuen Kuhstall zu bauen. Ich habe einen Kreditantrag für den Neubau eines modernen Stalls mit Spaltenboden gestellt. Das wäre dann der erste hier im Bezirk. Meine Nachbarn einschließlich Onkel Odd halten mich für verrückt, aber ich möchte das unbedingt realisieren. Na ja, und dann habe ich noch eine Idee, die auf jeden Fall Onkel Odd zur Weißglut treibt. Ich möchte zwischen Brygghuset und Kuhstall ein großes Gewächshaus bauen und Tomaten züchten“. Bjørn grinste. „Onkel Odd meint, ich hätte in Deutschland komplett den Verstand verloren. Tante Rita ist voll auf meiner Seite und würde sogar mitarbeiten wollen. Tore schwankt noch“.
„Hmmm, meine Schwester war schon immer die Klügere von uns beiden. Wenn sie mitmacht, wird die Sache ein Erfolg. Bei ihren Verbindungen hier in der Gegend hat sie die Tomaten verkauft, bevor sie reif sind. Aber ich glaube, die Investition ist teurer als ein neuer Kuhstall. Hier in Norwegen brauchst Du sehr viel Technik dazu. Schon die Gewächshäuser sind teurer als auf dem Kontinent. Ganz zu schweigen von der Beleuchtungsanlage“. –„Es gibt Subventionen für die ersten drei Produktionsjahre. Bei unseren günstigen Strompreisen ist die Beleuchtung nicht teuer und die übrige Technik, zusammen mit dem Fachwissen, bekommen wir aus Holland“, entgegnete Bjørn.
„Wir testen Gewächshaus-Tomaten schon seit einigen Jahren in Ås. Das funktioniert ganz prima, “ mischte sich Ruben ein. „ Die Technik kommt allerdings aus Israel. Die Pflanzen stehen in Nährlösung und Steinwolle“. – „Also Hydrokultur“, bemerkte Gus. – „Das wären dann Paradiesäpfel aus Bjørns und Roberts Paradies“, lachte ich.
Als wir wieder draußen im Schnee standen, guckte Vatern in den sternenklaren Himmel, zog die kalte, saubere Winterluft ein und seufzte: „ Ich bleibe dabei, Ihr seid Glückskinder. Ich wünschte, ich hätte in Eurem Alter so viele Chancen gehabt und wäre so mutig gewesen wie Ihr. Als ich in Eurem Alter war, hatten wir mit den Folgen des Krieges zu tun und mussten sehen, wie wir bis zum nächsten Tag überlebten. Das war hier in Norwegen zwar etwas leichter als in Deutschland, aber der Gedanke, eines Tages hier Tomaten zu züchten, war so unwirklich wie das Märchen von ‚Gudbrand vom Berge‘ [klassisches Volksmärchen von P. Asbjørnsen und Jörgen Moe].
Vatern und ich blieben noch einen Augenblick still neben einander stehen, während die anderen wieder zum Haupthaus gingen. Er legte seinen Arm um mich: „ Ich bin so froh, dass Du Dich hier wohl fühlst und genau das tust, was ich schon vor langer Zeit hätte tun sollen. Jetzt ist es für einen Neuanfang für mich zu spät. Aber Du bist hier an Deinen Wurzeln, hast die richtigen Freunde und alle Möglichkeiten, Dein Leben so zu gestalten, wie Du es gerne möchtest. Ich hoffe, Du machst was draus“.
Aus dem Stall hörten wir das Schnauben von Pekka und das Rasseln der Ketten der Kühe. Ansonsten lag eine unglaubliche Stille über dem Hof und der Winterlandschaft.
Die Stille wurde plötzlich von Motorengeräusch gestört. Arild fuhr mit einem kleinen, zum Schneepflug umgerüsteten Trecker über den Hofplatz und den Zufahrtsweg bis zur Straße rauf und runter. Im Scheinwerferlicht wirbelten die Schneeflocken und nur hin und wieder sah man seinen roten Bart durch die Windschutzscheibe leuchten.
„Ein origineller Typ“, bemerkte ich und machte eine Kopfbewegung in Richtung Traktor. „Ich kenne seine Eltern“, sagte Vatern nachdenklich. „ Der Junge hat’s bisher nicht leicht gehabt in seinem Leben. Der Vater ist Alkoholiker, schlägt seine Frau und hat Arild als Kind nachweislich, mehrfach missbraucht. Die Mutter gehört zu einer ultra konservativen Sekte und hat sich immer alles geduldig mit angesehen. Bis zu dem Tag, an dem Arild von zuhause auszog. Da hat auch sie die Koffer gepackt und ist gegangen. Arild redet nicht mehr mit seinen Eltern. Er macht beide dafür verantwortlich, dass seine Jugend versaut war und er bis heute keine Freundin findet“. – „Ist er schwul?“ – „Nein, ich glaube nicht, aber Tante Rita sagt, er sitzt bei Festen immer in einer Ecke und redet mit niemandem. Seit er hier bei Roberto und Bjørn ist, scheint er aber wesentlich gelöster geworden zu sein und hat sich richtig gut mit Ruben angefreundet. Die beiden gehen zusammen durch Dick und Dünn und arbeiten von morgens bis abends wie die Pferde. Arild wohnt nicht weit von hier in einer winzigen ‚Hybel‘ [kleine Mietwohnung] und Ruben übernachtet bei ihm, wenn er nicht gerade in Ås ist“.
Jetzt stoppte der Trecker vorm Haupteingang und Ruben kletterte zu Arild ins Führerhaus, der hob die Schneeschaufel an, gab Gas, hupte einmal und verschwand. Wir sahen nur noch die Rücklichter schwach im Schneegestöber leuchten.
Im Haus war es herrlich warm und gemütlich. Im Wohnzimmer prasselte das Feuer in einem Keramikofen, die schweren, grob gewebten, naturfarbenen Vorhänge waren zugezogen. Auch Roberto und Bjørn hatten zahlreiche kleine Weihnachtswichtel und Tannenzweige im Wohnzimmer verteilt. Neben Vaterns großem Ledersessel und unter ‚König Håkon‘ stand eine kleine, hölzerne Weihnachtskrippe, deren Figuren aussahen, als seien sie von Kindern gebastelt worden.
Kjell hatte Kaffee und Kuchen auf den Tisch gestellt, saß mit angezogenen Knien vorm Fernseher und verfolgte gebannt einen amerikanischen Western aus den fünfziger Jahren in Originalsprache mit norwegischen Untertiteln. „Deshalb arbeitet er so gerne hier. Bei Odd und Rita wird kaum Fernsehen geguckt…“, flüsterte Vatern mir leise ins Ohr. – „Wohnt er denn hier?“, fragte ich. – „Nein, er wird sich nachher seine Skier schnappen und nach Bekketangen fahren. Er mietet ganz offiziell inzwischen ein Zimmer bei Rita und Odd“.
Roberto und Bjørn saßen am großen Küchentisch und steckten ihre Köpfe zusammen über einigen Papieren, die sie dort ausgebreitet hatten. „Na, neue Pläne?“, fragte Gus grinsend. „Nein, das sind alte Pläne“, lachte Bjørn. „Wir überlegen, wie wir oben die Räume nutzen wollen, wenn der Boden mal fertig ausgebaut ist. Dein Vater und Ihr sollt ja Eure eigenen Zimmer bekommen, damit Ihr Euch jederzeit bei uns zuhause fühlt, denn was wäre dieses Haus, wenn wir Euch nicht getroffen hätten? Ohne Euch säßen wir heute nicht hier, hätten uns nicht kennengelernt und würden vermutlich jeder unser Dasein tausende Kilometer voneinander entfernt fristen“.
Vatern, Gus und ich waren sprachlos. Wir nahmen die beide in den Arm und setzten uns schweigend mit an den Tisch. „Und dann brauchen wir noch eine kleine Wohnung für Arild. Der soll auch eine Heimat hier auf Bjørnstangen haben. Bis wir eines Tages an- oder neu bauen, wäre im Brygghus genug Platz dafür. Ich fürchte nur, wir kriegen das finanziell im nächsten Jahr nicht alles hin“. – „Na, dann müssen wir eben die ‚Reserven‘ in Deutschland angreifen“, mischte sich Vatern wie selbstverständlich ein. „Der Arild hat es verdient, ein richtiges Zuhause zu bekommen. Notfalls steure ich selbst etwas bei“.
„Mensch, das wäre ja super… was für ein tolles Weihnachtsgeschenk für Arild“. Roberto strahlte Vatern an. „Nicht nur für Arild, sondern ganz besonders für Euch“. Vatern lächelte und sah zufrieden aus.
Im Wohnzimmer war es ruhig geworden. Kjell hatte den Fernseher ausgeschaltet, sich seine Skier geschnappt und war nach Bekketangen aufgebrochen. Er nahm die Abkürzung über die Felder, daher hatte er nur wenige hundert Meter zu fahren. Vatern suchte sich zwei Bücher aus Kjartans altem Bestand aus und verabschiedete sich anschließend zur Nacht.
Bjørn ging noch einmal nach draußen, um Feuerholz zu holen und legte anschließend in allen Öfen nach. „Damit es morgen früh nicht so kalt ist“, zwinkerte er uns zu. „Wundert Euch nicht, aber wir fangen auch morgen früh schon um 6:00 Uhr an. Also es kann um die Zeit vielleicht etwas lauter werden, aber wir bemühen uns, Euch nicht zu wecken. Ich werde jetzt ins Bett gehen; es war wieder ein langer Tag. Roberto will noch ein bisschen zeichnen“.
„Das ist interessant. Da schaue ich noch etwas zu“, meinte Gus und setzte sich neben Roberto an den Küchentisch. „Ich werde auch nach oben gehen. Gute Nacht alle zusammen!“ – „Schlaft schön und treibt’s nicht zu doll“, rief uns Roberto hinterher. „Wenn wir zu laut werden, kommt Ihr beiden und bringt uns zur Ruhe“, feixte ich und folgte Bjørn nach oben.
Vor der Schlafzimmertür gab ich ihm einen Kuss auf die Backe und sagte noch einmal Gute Nacht. Ich brauchte nur wenige Minuten, um mich auszuziehen und stand gerade nackt vor der Badezimmertür, als auch Bjørn herauskam. „Ah, ein und derselbe Gedanke…“, lachte er. „Komm, es ist Platz für uns beide im Bad. Wir haben ja jetzt auch zwei Waschbecken“.
Während Bjørn sich die Zähne putzte, schaute ich ihn von der Seite an. Sein ohnehin schon wunderhübscher, muskulöser Körper war im letzten halben Jahr noch sehniger geworden. Inzwischen gab es an keiner Stelle mehr ein Gramm Fett zu viel und selbst jetzt im Winter war die Haut noch leicht gebräunt.
Ich war von dem Anblick so fasziniert, dass ich beinahe das Zähneputzen vergessen hätte. Bjørn spielte mit den Muskeln seiner Pobacken. Er spannte sie immer wieder an, um sie anschließend gleich wieder zu entspannen. Das animierte meinen bis dahin schlappen Lustkolben zu zucken und sich in Sekunden mit Blut zu füllen. Bjørn drehte sich zu mir um, um zu zeigen, dass es ihm ähnlich ging wie mir. Er lächelte mich mit seinem typisch, offenen und warmen Lächeln an und nahm mich spontan in den Arm. „Du siehst aber auch so verdammt gut aus…“, flüsterte ich und grinste.
„Danke ebenso“, lachte Bjørn, streckte sich nach dem Schlüssel in der Badezimmertür, drehte ihn um und kniete sich daraufhin auf den Boden. Mit einem festen Griff drehte er mich zu sich ran und leckte intensiv meine Poritze und meinen Schwanz. Er wusste ja genau, wo ich am empfindlichsten war. Ich stützte mich am Waschbecken ab und genoss. Immer wieder spürte ich seine Zunge an meiner Rosette. Ganz zärtlich und vorsichtig biss Bjørn in die Innenseite meines Pos.
Als er sich erhob, stand sein schöner, gerader und stahlharter Schwanz waagerecht von seinem durchtrainierten Körper ab. Ohne jede Vorankündigung drückte er ihn in mein Loch, kräftig und sehr selbstbewusst und doch behutsam und liebevoll. Er stieß rhythmisch zu, immer wieder und immer schneller. Ich atmete tief durch und reagierte auf jeden Stoß gegen meine Prostata mit einem heftigen Stöhnen. Bjørn wollte abspritzen. Er saugte sich in meinem Nacken fest, als er sich mit einem tiefen Grunzen in meinen Darm entleerte, um seinen Schwanz sofort rauszuziehen und meinen Kolben in seinem Schlund zu versenken. Genau in dem Moment als sein Sperma aus meinem Loch sich den Weg nach draußen suchte, konnte ich meine Sahne nicht mehr halten und spritze unter so lautem Stöhnen gegen seinen Gaumen, dass er mir seine Hand auf meinen Mund legen musste.
„Das musste jetzt einfach sein. Soll ich morgen Gus um Entschuldigung bitten?“ – „Wofür willst Du Dich entschuldigen? Dafür, dass wir beim Zähneputzen ein bisschen Spaß gehabt haben? Ach du große Güte, es gibt kaum jemanden, der dafür mehr Verständnis hätte als er. Übrigens, den Fleck im Nacken muss ich ihm sowieso erklären…“, grinste ich.
Bjørn wusch sich seinen Schwanz mit einem Waschlappen und tat dasselbe mit meinem gleich mit. Liebevoll wusch er gleichzeitig meinen Po, mein Loch und meine Beine. Jede seiner Berührungen waren wunderschön.
Er kam noch mit in unser Zimmer, gab mir einen langen und intensiven Kuss, wünschte mir eine gute Nacht, streichelte noch einmal kurz über den Knutschfleck und zog sich dann leise in sein Schlafzimmer zurück.
Gus kam erst spät ins Bett. Ich wurde kurz wach und merkte, dass er seinen feuchten, steifen Schwanz zwischen meine Oberschenkel schob, sich zurecht kuschelte, dann ganz still liegen blieb und sofort einschlief.
Wir erwachten am Heiligabend morgens gegen 9:00 vom Rauschen und Brummen des Schneepfluges. Arild fuhr seine Runden und der kleine Trecker war eingehüllt in eine Wolke von aufgewirbeltem Neuschnee. Von unserem Fenster aus sahen wir den Zufahrtsweg als einen etwas dunkleren Streifen in einer ansonsten weißen Landschaft ohne besondere Kontraste. Schemenhaft erkannte ich Bjørn, der mit Schneeschaufel und Besen die Treppe zum Haupteingang fegte.
Im Haus war es wohlig warm und aus der Küche und dem Wohnzimmer waren geschäftiges Treiben und Stimmen zu hören.
Gus stand lächelnd hinter mir am Fenster und flüsterte: „Dich kann man aber auch nicht fünf Minuten allein lassen“, dabei strich er zärtlich über meinen Nacken. „Unsere beiden Gastgeber sind aber auch einfach zu nett“. – „Das war aber nur der eine“, feixte ich. Gus drehte sich leicht mit dem Kopf zu mir, lachte schallend und deutete auf seinen Hals: „Und das war der andere…“. „Ach so… von der Planung bis zur praktischen Umsetzung habt Ihr beide also nicht lange gebraucht“. Die Duplizität der Ereignisse amüsierte mich. „Wie man’s nimmt. Wir hatten halt schon lange keine Gelegenheit mehr uns auszutauschen… und Roberto ist eben ein Mann, dessen Ideen man nicht widerstehen kann. Da erzähle ich Dir ja nichts Neues“. Gus schlug sich auf die Nackten Schenkel und lachte. Dann nahm er mich in den Arm, zog mit einer Hand die Vorhänge wieder zu und küsste mich mit unzähligen, flüchtigen Küssen vom Hals, über die Nippel bis zum Schwanz und wieder zurück. „Nur, dass Du nicht vergisst, dass ich auch noch da bin“. „Danke, ebenso“, stöhnte ich und rieb mein steifes Teil an dem Seinen.
Wir ließen uns beide eng umschlungen aufs Bett fallen und waren beide so gierig auf einander, dass wir wie rasend immer wieder mal den Schwanz des anderen im Mund und im Loch hatten. Wir alberten und hüpften wie die Kinder auf dem Bett. Mal warfen wir uns mit den Kissen und mal schmissen wir uns die Decken über den Kopf, quasi um den anderen gefügig zu machen. Ich legte den Zeigefinger an die Lippen und versuchte, Gus ein bisschen zu bremsen: „Ich glaube, wir müssen leiser sein, sonst schmeißen die beiden uns noch raus in den Schnee“. Ich faste meinen Schatz um die Hüften und platzierte ihn mit sanfter Gewalt auf meinem harten Lustkolben. Sein Loch war wie immer weit geöffnet und er genoss mein rhythmisches Stoßen. Immer wieder schaute er sich zu mir um und lächelte glücklich, während er seinen eigenen Schwanz wie wild bearbeitete. Er wollte unbedingt vor mir abspritzen, was ihm aber mal wieder nicht gelang, weil ich es eben nach wie vor nicht schaffte meinen Orgasmus zu kontrollieren. So füllte ich seinen Darm mit meiner Sahne und sank erschöpft auf seinen Rücken, noch während er, fast schon verkrampft, versuchte seinem knallroten und etwas überstrapaziert wirkenden Kolben etwas Saft zu entlocken. Dann drehte er sich zu mir um und sein wunderschön duftendes Sperma schoss auf meinen Brustkasten und in mein Gesicht.
Inzwischen waren die Geräusche aus dem Haus fast verstummt. Nur aus der Küche hörte man noch das Klappern von Tellern und irgendwo lief leise ein Radio.
Wir schnappten uns beide unsere Unterhosen und gingen gemeinsam ins Bad. Auch hier, wie auf Bekketangen, gab es für die Dusche kein Becken. Der Abfluss war im Fußboden eingelassen und nur ein Duschvorhang verhinderte, dass alles im Bad nass wurde. Wir seiften uns gegenseitig ein und genossen es, das warme Wasser über unsere Körper rinnen zu lassen.
Immer noch ausgelassen und albern vergaßen wir uns auf dem Rückweg in unsere Zimmer etwas überzuziehen und liefen so prompt auf dem Flur Vatern in die Arme. „Ich dachte schon, ‚Julenissen‘ sei heute schon mit großem Getöse durch den Schornstein gekommen. Aber dann wart das also nur Ihr beiden. Frohe Weihnachten!“ Vatern grinste und stieg die Treppe hinab: „Beeilt Euch, sonst gibt’s kein Frühstück mehr und der Kaffee wird kalt“.
Die Befürchtung war unbegründet, denn Kjell hatte die Kaffeemaschine noch einmal angestellt, als er uns auf der Treppe hörte und selbst gebackenes Brot, hausgemachte Marmelade, Wurst, Käse und gekochte Eier standen auf dem Küchentisch.
Gerade als wir uns gesetzt hatten, kamen auch Roberto und Bjørn rein. Beide hatten gesteppte Termoanzüge an und dicke wollene Pudelmützen auf dem Kopf. Sie traten den Schnee von den Stiefeln und schmissen ihre Mützen auf den Küchentisch. „Ehy, wir haben Gäste, Eure Mützen gehören an die Garderobe!“, herrschte Kjell die beiden Hausherren an. Die kuschten sofort, nahmen ihre Kopfbedeckungen und verschwanden wieder auf den Flur. Es war deutlich, wer in der Küche das sagen hatte.
Ein paar Sekunden später kamen beide zurück und hatten ihre Arbeitsanzüge von oben bis zum Bauch aufgeknöpft. Bei Roberto waren dadurch ein zu kurzes T-Shirt und ein Streifen seines behaarten Bauchs sichtbar. Bjørn hatte ein dickes kariertes Baumwollhemd an, das unten nicht zugeknöpft war und ein winziges Büschel seines Schamhaaransatzes freigab.
Sie nahmen sich beide eine Tasse Kaffee und setzten sich zu uns. „Na, habt Ihr gut geschlafen?“, fragte Bjørn und zwinkerte mir zu. „Roberto hat mir erzählt, dass es gestern bei Euch noch spät geworden ist…“. – „Stimmt. Ich hoffe, Dein Mann ist heute Morgen trotzdem aus dem Bett gekommen?“
„Na, Ihr beide habt jedenfalls heute Morgen kein Problem gehabt… So munter wie Ihr wart“, murmelte Vatern und schaute Gus und mich hintergründig lächelnd an.
„Unsere Gäste sollen sich bei uns wohl fühlen. Nichts ist schöner, als wenn Ihr fröhlich erwacht“, bemerkte Bjørn. „Das beste bei Euch ist, dass wir auch fröhlich zu Bett gehen“. Jetzt zwinkerte Gus Roberto zu.
Kjell konnte sich offensichtlich auf das Gesagte keinen Reim machen und wechselte das Thema: „Ich brauche noch ‚Råmelk‘ [die erste Milch nach dem Kalben] für das Dessert heute Abend… und Butter fehlt auch noch“. „Gib uns eine Stunde und Du bekommst alles, was Du brauchst“. Roberto schmunzelte verstohlen und flüsterte mir ins Ohr: „Im Sahneschlagen, Buttermachen und Abmelken sind wir ja Spezialisten“.
Später zeigten uns die beiden eine alte, hölzerne Butter-Trommel, mit der Kjartan noch bis vor ein paar Jahren seine Butter selbst gemacht hatte. Sie hatten sie gründlich gereinigt und wieder in Gebrauch genommen. Durch gleichmäßiges Drehen mit einer Kurbel wurde die eingefüllte Sahne langsam fest und schließlich Butter. Eine Prise Salz dazu und fertig war innerhalb von etwas mehr als einer Viertelstunde ein köstlicher Brotaufstrich.
Arild kam über den Hofplatz gestapft und zog eine Tanne hinter sich her. Mit dicken wollenden Arbeitshandschuhen, einer Pelzmütze mit Ohrenklappen, einer Lederjacke mit Pelzfutter, einer dicken Filzhose und halbhohen Winterstiefeln sah er aus, wie ein Polarforscher aus einem alten Film.
„Braucht Ihr mich noch? Ansonsten würde ich gerne nach Hause fahren, nachdem der Baum auf seinem Platz steht“. –„ Ja klar, ich melke heute Abend und morgen kommt Ruben. God Jul! Arild“. Bjørn klopfte ihm auf die Schulter und drehte weiter an seiner Buttertrommel.
Als wir mit der fertigen Butter in die Küche kamen, roch es wunderbar nach frisch gebackenem Kuchen und Ribbe. Im Wohnzimmer waren Robert und Vatern bereits dabei den Weihnachtsbaum zu schmücken.
Die starken Weihnachtstraditionen in den einzelnen Landesteilen Norwegens gelten gerade auch für das Festmenü. Kjell konnte zwar sehr gut kochen, aber wenn es um traditionelle Gerichte ging, verließ er sich doch besser auf Tante Rita. Sie hatte die Schweinerippen mit der dazugehörigen, knusprigen Schwarte bereits bei sich zuhause vorgebraten. So brauchte Kjell sich nur um die Beilagen und den Nachtisch kümmern. Dazu hatte er die Kuchen für den „Kaffee danach“ bereits fertig. Auf dem Küchentisch standen ein Delfiakake [Schokoladenkuchen ‚kalter Hund‘], eine große Dose mit Krumkaker [dünne, knusprige, zur Tüte gedrehte, harte Waffel] und zwei verschiedene Krydderkaker [Kräuterkuchen].
„ ‚Havregrynen‘ für den ‚Fjøsnisse‘ steht dort drüben. Die kannst Du nachher mit in den Stall nehmen“, sagte er zu Bjørn und zeigte auf eine Holzschüssel mit einer kleinen Portion Haferbrei darin. [Nach altem norwegischem Aberglauben wohnte auf jedem Hof ein kleiner, grau gekleideter, oft launischer Wichtelmann mit langem Bart, Knickerbocker und Zipfelmütze, der, wenn er gut behandelt wurde, auf die Tiere aufpasste und sie vor Krankheiten bewahrte und überhaupt schützend seine Hand über den Hof hielt. Die Bauern, die nicht an ihn glaubten oder ihn zum Beispiel zu Weihnachten vergaßen, hatten nur Probleme auf ihren Höfen. Missernten und Brände waren dann keine Seltenheit.]
Nach einem kurzen Lunch fuhren Gus und ich zu Tante Rita und Onkel Odd, um frohe Weihnachten zu wünschen und ein paar kleine Geschenke abzugeben. Auf dem Rückweg nahmen wir unseren Karton mit der ‚Schmuggelware‘ mit.
Roberto hatte zwar schon vor einigen Tagen im staatlichen Monopolladen, Wein, Bier und Aquavit gekauft, aber wir wollten auf jeden Fall auch ein paar Getränke zum Fest beisteuern.
Gus und Roberto halfen Bjørn am späten Nachmittag im Stall beim Melken und Ausmisten. Ich deckte den Tisch und wusch zusammen mit Vatern Töpfe, Pfannen und Geschirr ab. Kjell wollte zusammen mit uns den Weihnachtsabend verbringen. Es gab für den Fall, dass mal ein Helfer auf Bjørnstangen übernachten musste, ein winzig kleines Zimmer mit einem Bett, einem Stuhl und einem Schrank gleich hinter der Küche. Dorthin zog er sich zurück, um seine ‚fünf Minuten‘ zu nehmen und sich umzuziehen.
„Entschuldigung, aber ich muss noch eben unter die Dusche“. Kjell flitzte, barfuß und nur mit einem Händehandtuch notdürftig um die Hüfte gebunden, durch die Küche, schnappte sich einen Krumkake im Vorbeilaufen und verschwand nach oben ins Bad. Er hatte zwar keine durchtrainiert, schöne Figur aber er sah auch nicht fett aus. Körperbehaarung gab es so gut wie keine und seine kleinen Nippel stachen dunkel und fleischig von seiner hellen Haut ab. Dass er seinen kleinen, dicken Schwanz mit dem Handtuch kaum bedecken konnte, schien ihn nicht zu stören.
Als wir in der Küche fertig waren, gingen auch wir nach oben, um uns umzuziehen. Auf der Treppe kam uns Kjell entgegen. Er hatte sich rasiert, seine Haare gescheitelt und roch nach Rasierwasser. Gerade als wir alle noch auf der Treppe standen, kamen Roberto, Bjørn und Gus aus einem Arbeitszimmer gleich neben der Gäste-Toilette, wo sie ihre Arbeitskleidung abgelegt hatten. Gus, selbst nur in Unterhose, sah Kjell interessiert an. Der hielt dem Blick stand und grinste ihn frech an.
Bjørn rief lachend: „Jungs, beeilt Euch! Sonst glaubt ‚Julenissen‘ bei uns würde kein Weihnachten gefeiert und fährt wohlmöglich vorbei“.
Etwa eine halbe Stunde später trafen wir uns alle wieder im Wohnzimmer. Vatern, Bjørn und Roberto trugen Anzüge mit weißem Hemd und Krawatte. Gus und ich hatten eine dunkle Kombination angezogen und den Schlips weggelassen. Kjell hatte eine graue Bundfaltenhose und einen marineblauen Pullover.
Bevor wir zum Essen in die Küche gingen, stellten wir uns am Weihnachtsbaum auf, fassten uns an den Händen und wünschten uns frohe Weihnachten, „riktig god Jul alle sammen“.
Das Essen war vortrefflich und wir alle lobten Kjell, der das sichtlich genoss. Nach alter Tradition blieb das Essen auf dem Tisch noch eine Weile stehen, auch als wir schon ins Wohnzimmer gegangen waren, um einen Aperitif zu nehmen und die Geschenke auszupacken, die unterm Baum lagen.
Kjell und Roberto hatten die Kerzen am Baum und auf verschiedenen Leuchtern im Zimmer entzündet und das elektrische Licht gelöscht. Wir prosteten uns zu und wünschten uns zum wiederholten Mal „God Jul“. Vom Wohnzimmerfenster aus sah man über die schneebedeckten Felder rüber zu einigen Hügeln und dem Wald. Die Nacht war sternenklar und mondhell. Nur die Lichter von Bjørnstangen glitzerten im Schnee. Schöner konnte Weihnachtsstimmung kaum sein.
Nachdem wir alle unsere Geschenke ausgepackt hatten nahmen wir uns alle in den Arm und gaben uns mehr oder weniger flüchtige Küsse auf die Backe oder den Mund. Kjell schien das sehr angenehm zu finden und Gus behauptete später, er habe ihm sogar seine Zunge in den Mund geschoben.
Kaffee, Kuchen, Kekse und Likör standen auf dem Wohnzimmertisch und gegen Mitternacht saßen die einen mit ihren Tellern im Schoß und den Gläsern in der Hand auf dem Sofa, in einem Sessel oder auf dem Fußboden. Vatern war sichtlich müde und ging etwa eine halbe Stunde später ins Bett.
Wir anderen unterhielten uns über das zurückliegende Jahr, unsere Pläne und unsere Familien.
„Sag mal Kjell, könntest Du Dir vorstellen, ganz auf Bjørnstangen zu wohnen?“ Bjørn sah seinen Helfer fragend an. Der wurde leicht rot und schaute auf den Boden: „Ich weiß nicht… also… meine Kumpel machen manchmal so blöde Bemerkungen…Na ja, weil Ihr doch ‚homser‘ seid… und sie behaupten, ich sei das auch, weil ich für Euch arbeite… Also, eigentlich macht mir das nichts aus, aber mein Pflegevater sieht es auch nicht gern, dass ich so oft hier auf Bjørnstangen bin, aber richtig verbieten will er es mir auch nicht“.
„Aber Du bist doch ‚myndig‘ [volljährig] und kannst selbst entscheiden“. „Ja, das stimmt, aber ich mag meinen Pflegevater sehr und habe ja sonst niemanden mehr. Ich möchte ihm nicht wehtun. Vor ein paar Tagen haben wir uns deshalb sogar gestritten“. – „Dann sag ihm einen schönen Gruß von mir, und wir würden uns freuen, wenn er uns mal besuchen würde“, sagte Bjørn.
Kjells Pflegevater ist später der Einladung tatsächlich gefolgt und hat anschließend nie mehr ein schlechtes Wort über Bjørn und Roberto gesagt; allerdings sind sie bis zu seinem Tode auch keine Freunde geworden.
Kjell lebt bis heute auf Bjørnstangen und ist nach wie vor die gute Seele des Hauses. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob er schwul, bi oder hetero ist. Roberto hat oft sehr intime und persönliche Gespräche mit ihm geführt, um herauszufinden, wie er sexuell fühlt. Ein eindeutiges Commingout gab es bisher nicht.
Kjell bedankte sich noch einmal artig für das schöne Weihnachtsfest und sein Weihnachtsgeschenk. Bjørn und Roberto hatten ihm einen „Walkman“ geschenkt – eine Neuheit, die damals gerade als kleiner Kassettenrekorder auf den Markt gekommen war. Dann ging er eher nachdenklich in sein Zimmer.
„Er ist ein so lieber Kerl… als er sich damals entschloss uns zu helfen und überwiegend für uns zu arbeiten, hat Tante Rita mir die schlimmsten Strafen angedroht, sollten wir Kjell jemals schlecht behandeln“, Bjørn schmunzelte und fügte hinzu: „Ihr wisst ja, was Tante Rita sagt ist Gesetz“.
„Arilds und Kjells Lebenslauf haben sehr viel gemeinsam. Seine Mutter starb im Kindbett, sein Vater war Alkoholiker, so dass ‚Barnevernet‘ Kjell schon als ganz kleinen Jungen in eine Pflegefamilie gab. Die Pflegemutter starb früh an Krebs und der Pflegevater hat von früh bis spät geschuftet, damit die beiden über die Runden kamen“, sagte Roberto. Bei Tante Rita und Onkel Odd fand Kjell – genau wie ich – ein neues Zuhause, aber seinen Pflegevater liebt er trotzdem heiß und innig“.
„Er sieht doch eigentlich auch nicht schlecht aus. Merkwürdig, dass er weder eine Freundin noch einen Freund hat. Hemmungen hat er jedenfalls nicht. Als er vorhin hier halb nackt durch die Küche geflitzt ist und mir auf der Treppe einen richtig frechen Blick zugeworfen hat, hatte ich für einen Moment den Eindruck, dass er Spaß an Sex hat und auch nichts anbrennen lassen würde. Aber das war wohl ein Irrtum“, bemerkte Gus.
„Ich hatte selbst mal den Eindruck, dass er Roberto und mich heimlich beobachtet hat. Eines Abends stand er plötzlich in der Badezimmertür schaute uns völlig entgeistert und knallrot im Gesicht an und versuchte verzweifelt seinen Hosenstall zuzukriegen. Roberto und ich waren so intensiv mit einander beschäftigt, dass wir gar nicht richtig bemerkt hatten, was vor sich ging. Seit dem schaut er immer auf den Fußboden, wenn er uns mal nackt durchs Haus laufen sieht“. Bjørn stand auf und ging zum Fenster. „Aber egal, wir mögen ihn beide sehr und er kann so lange auf Bjørnstangen bleiben, wie er möchte“.
„In diesem Haus keinen Spaß am Sex zu haben ist fast unmöglich“, grinste Gus. „Ich durfte Euch beide ja nun schon häufig nackt sehen, musste mich gottseidank bisher nicht darauf beschränken heimlich zuzugucken. Auf den Fußboden zu schauen, wenn Ihr beide nackt an mir vorbeilauft, wäre mir schlechterdings unmöglich“. „Stimmt, geht mir genauso“, fügte ich hinzu und rieb mir grinsend über den Nacken.
Bjørn gab mir einen Kuss auf die Stirn. Roberto legte seinen Arm um Gus‘ Schultern und schaute übertrieben deutlich auf den kleinen, dunklen Fleck an seinem Hals.
„Es gibt Leute, die sagen, Eifersucht und Monogamie wären Schutzmechanismen, um die Fortpflanzung innerhalb der Familie zu schützen. Also im Prinzip das Streben nach Sicherheit. Ich würde das sogar unterschreiben, aber in unserem Fall den Begriff ‚Familie‘ anders definieren und Polygamie als etwas Wertvolles auffassen. Auf jemanden, der in unsere Beziehungen einbrechen wollte, könnte ich vielleicht sogar eifersüchtig sein“, sagte ich leise und mehr zu mir selbst.
„Es ist schon merkwürdig, wie man als schwuler Mann immer wieder die Verhaltensweise heterosexueller Männer versucht nachzuahmen. Die wenigsten von uns machen sich Gedanken, ob es für Schwule nicht auch andere Lebensmodelle geben könnte. Das Schlimmste ist aber, dass Hass, Intrigen, Besitzansprüche, Unterstellungen und Bevormundungen zwischen schwulen Männern genauso verbreitet sind wie zwischen heterosexuellen Menschen. Wie kann ein Mensch, der meint, ein alleiniges Besitzrecht an einem anderen zu haben, jemals in der Lage sein in Frieden mit seinen Mitmenschen leben?“.
„Süßer, das hast Du toll gesagt!“ Mein Schatz sah mich so verliebt an, dass ich ihm spontan einen warmen, langen und sehr tiefen Kuss gab.
Roberto rückte von der einen und Bjørn von der anderen Seite an uns heran und versuchten mal mich mal Gus ebenfalls intensiv zu küssen. Zwischendurch knabberte Bjørn an meinen Ohrläppchen und Roberto umkreiste mit seiner Zunge den blauen Fleck an Gus‘ Hals.
Als ich wieder ein bisschen Luft bekam, flüsterte ich: „ Ich hoffe, wir schaffen es uns auch noch fünfzig Jahren ‚treu‘ zu bleiben“.
„An mir soll’s nicht liegen…“, antwortete Bjørn und drückte seine Zunge noch tiefer in meinen Mund. „An mir sowieso nicht“, kam es von Gus, und Roberto flüsterte fast heiser: „Ich versprech’s“.
„Ihr Süßen, wollen wir nicht langsam ins Bett gehen? Wir müssen auch morgen wieder früh raus, selbst wenn Ruben das Melken übernimmt“, fragte Bjørn.
So löschten wir alle Kerzen und wanderten im Gänsemarsch die Treppe rauf. Ronald ärgerte Bjørn, indem er ihn abwechselnd an der Hose zog oder ihm kleine Kopfnüsse verpasste. „Bevor Ruben Dich melkt, mache ich das lieber…oder soll Walter das machen?“, alberte er leicht beschwingt von einer Mischung aus Wein, Likör und Aquavit. „Um mich zu melken, braucht es mindestens drei Männer“, gab er schlagfertig zurück.
Vor der offenen Schlafzimmertür der beiden breitete Bjørn seine Arme aus bekam Gus und mich zu fassen und zog uns, rückwärtslaufend, mit zum großen Doppelbett. Wir purzelten alle mehr oder weniger über einander und lachten uns schief.
Roberto ließ sich auf den Fußboden kugeln und riss sich hektisch Anzug, Oberhemd und Unterwäsche vom Leib. Er schmiss alles, ganz gegen seine Gewohnheit, völlig achtlos auf einen Haufen neben das Bett. Dann warf er sich auf mich und zog und zerrte an Jacke und Hose. Bjørn und Gus waren so eng mit einander verschlungen, dass weder an die eine noch die andere Hose rankam.
Auch meine Klamotten landeten Stück für Stück auf dem Kleiderberg. Gus hatte gerade Bjørns hellen, steifen Schwanz aus der edlen, dunklen Anzugshose geschält, als Roberto endlich auch Gus‘ Hose zu fassen kriegte und mit einem eleganten Schwung nach unten zog. Seine schwarzen Socken packte er mit seinen Zähnen und zog sie ebenfalls in Sekundenschnelle aus, nur um anschließen gleich erstmal jeden einzelnen Zeh abzulecken. Bjørn entledigte sich selbst von Anzugsjacke und Oberhemd.
Wir waren so aufgedreht wie schon lange nicht mehr. Roberto robbte zum Fenster, öffnete es und griff in den Schnee auf dem Fensterbrett, formte einen Schneeball und schlich sich von hinten an seinen Schatz, der seine Zunge immer noch tief in Gus‘ Schlund versenkt hatte. Langsam drückte er den schon tauenden Schnee in Bjørns Nacken und dann sein Rückgrat abwärts. Bjørn bäumte sich auf und schrie. Im gleichen Moment warf Robert den restlichen Eisklumpen durch das geöffnete Fenster wieder nach draußen, lachte sich halb tot und schmiss sich mit steil aufgerichtetem Penis neben die beiden.
„Ich enterbe Dich und werfe Dich mit Sack und Pack vor die Tür… so geht man nicht mit seinem Herrn und Meister um“, scherzte Bjørn in einem gespielt ärgerlichen Tonfall. „ Und wenn Du dann nackt alleine dort draußen bei 20° Minus im Schnee sitzt und um Gnade bettelst, werde ich rücksichtslos zusehen, wie Dein Schwanz langsam einfriert… Es sei denn, Du machst ab jetzt nur noch, was ich will“.
„OK, OK, ich ergebe mich… Walter beschützt mich“. Roberto gluckste vor Lachen und zog seinen Liebsten an sich, um ihn mindestens so heftig zu küssen, wie Gus es noch wenige Minuten vorher getan hatte.
Gus kniete sich aufs Bett und begann abwechselnd Bjørns und Robertos heiße Kolben zu blasen. Dabei streckte er mir seinen knackigen Po mit seinem weit geöffneten Loch entgegen. Wir hatten nicht geduscht, waren verschwitzt und bestimmt nicht sauber, dennoch genoss ich den männlichen Geruch, der von den drei Männern ausging. Der Geschmack von Gus‘ ungewaschener Poritze war mir nur zu gut bekannt. Auch Robertos und Bjørns Geruch war mir überhaupt nicht unangenehm.
Meine Zunge wanderte wild von einem zum anderen. Mal schob ich sie tief in Gus‘ Loch, mal umkreiste sie Robertos dunkle Eichel und dann beschäftigte sich wieder mit Bjørns Pobacken. Ich war wie in einem Rausch. Mein Schwanz war so prall und stramm, dass es bereits wehtat. Für einen kurzen Moment dachte ich bereits gespritzt zu haben ohne wirklich einen Orgasmus gespürt zu haben. Dann fühlte ich Bjørns Zunge an meiner Rosette und seine Finger, die einer nach dem anderen einen Weg in mein Inneres suchten.
Bjørn presste sein steifes Glied gegen meinen Anus und als eine kleine, kurze, schmerzhafte Schwelle überschritten war, stieß er rhythmisch zu. Als ich aus seinem Stöhnen schloss, er würde sich jeden Moment in mich entleeren, entzog er mir seinen Lustkolben und wendete sich Gus zu, der jetzt auf Roberto kniete.
Gus weitete sein Loch noch einmal selbst mit seinen Fingern und schließlich mit seiner Faust. Dann führte er erst den Schwanz des unter ihm Liegenden und dann des sich von hinten Nähernden zu seinem Loch. Er hielt beide Schwänze fest und drückte sie selbst hinein. Mit einer Mischung aus wohligem Grunzen und lustvollem Stöhnen bestimmte er den Stoßrhythmus beider Schwänze. Der Anblick und das Stöhnen waren so animierend, dass die Lusttropfen meines Schwanzes bereits ein kleines Rinnsal bildeten.
Ich wollte einfach meinen Schatz nicht allein meinen beiden Freunden überlassen, deshalb versuchte ich auch meinen steinharten Kolben in den Darm meines Liebsten zu drücken. Erst schienen wir uns gegenseitig im Weg zu sein, dann fand ich einen Winkel, um es zu versuchen. Die beiden nicht gerade dünnen Schwänze von Roberto und Bjørn schienen das Loch stramm auszufüllen. Und doch, nach mehrfachem Versuch und einem echten Schmerzensschrei von Gus, hatte ich es geschafft. Minutenlang war Gus‘ Gesicht schmerzverzerrt, dann entspannte er sich. Wir hatten Mühe, uns auf einander abzustimmen, aber schließlich fanden wir einen gemeinsamen Rhythmus. Gus verdrehte die Augen und stöhnte laut aber auch zufrieden.
Ich war natürlich wieder der Erste, der seinen Orgasmus nicht zurückhalten konnte. In mehreren Schüben entlud ich mich, während Roberto und Bjørn noch immer wild zustießen. Auch die beiden wirkten völlig entrückt, lächelten, seufzten und stöhnten fast gleichzeitig. Erst kam Roberto mit einer Art Jubelschrei, dann spritzte sein Liebster mit einem kleinen Quiekser.
Gus fiel erschöpft auf den Rücken und lächelte sehr zufrieden. Wir Drei nahmen jetzt abwechselnd seinen Kolben in die Hand und wichsten ihn so lange, bis er in einem so hohen Bogen spritzte, wie ich es bei ihm bisher noch nicht gesehen hatte. Sein Sperma verteilte sich auf uns alle. Bjørn strich mir liebevoll über die Stirn und wischte einen Tropfen weg.
Wir gaben uns jeder noch einen Kuss, legte unsere Arme um einander und schliefen momentan ein.
Im Halbschlaf hörte ich es an der Tür klopfen, wollte aber quasi nicht wach werden und mich vor allem nicht aus der Umarmung meines Schatzes lösen. Dann hörte ich Kjell rufen: „Aufstehen! Ihr müsst in den Stall zum Melken!“. Da er vermutlich glaubte, nicht gehört worden zu sein, stand er plötzlich im Zimmer: „ Oh, Entschuldigung, ich wollte nicht stören, aber Ruben ist noch nicht da und wir sind schon fast eine Stunde über der Zeit“.
„Ach du liebe Güte!” Bjørn war hellwach und sprang mit steifer Morgenlatte aus dem Bett. Kjell war knallrot geworden und blickte auf den Boden. Dann drehte er sich um und rannte die Treppe hinunter.
Robert und Gus schienen am tiefsten zu schlafen. Beide schnarchten weiter leise und gleichmäßig vor sich hin. Ich machte mir weniger Sorgen um die Kühe als um Kjell, zog mir eine der rumliegenden Unterhosen über und ging ins Bad.
Unter der Dusche floss das warme Wasser über Kopf, Brust und Schwanz und ich dachte nach. Waren wir zu weit gegangen? Konnte so eine Freundschaft halten? Wann würde meine Theorie von Trennung zwischen Sex und Liebe platzen? Konnte man das Gefühl, einen geliebten Menschen allein für sich haben zu wollen, wirklich überwinden? Was war eigentlich stärker, das Gefühl der Liebe oder die Gier nach Sex?
Diese Fragen tauchten später immer mal wieder auf. Bis heute bin ich aber der Ansicht: Wir sind nie ZU weit gegangen. Ja, die Freundschaft konnte halten und hält bis heute. Meine Theorie ist immer mal wieder ins Wanken gekommen aber nie wirklich widerlegt worden. Den Wunsch einen Menschen ganz allein nur für sich zu besitzen, kann nicht überwunden aber unterdrückt werden. Nur die Frage nach der Stärke der Gefühle kann ich bis heute für mich nicht beantworten.
Ich zog mir eine lange Unterhose und Jeans an und warf mir einen dicken Wollpullover über, denn das Außen-Thermometer zeigte 19° Minus. Dann sprang ich die Treppe hinunter und suchte Kjell.
Er stand vollkommen entspannt in der Küche und hatte gerade die Frühstückseier gekocht. „God Jul! Frohe Weihnachten! Hast Du gut geschlafen?”, rief er mir zu.
„Ja takk, like måte“. Ich sah ihn an und fragte: „Hat es Dich geschockt, dass wir alle zusammen in einem Bett geschlafen haben?“ – „Nein, gar nicht… da ist doch nichts dabei. Ich war als Kind mal ein paar Tage im Kinderheim. Dort haben wir das auch gemacht“. Damit war für ihn das Thema beendet und er wollte ganz offenbar auch nicht mehr darüber sprechen. Ich beließ es dabei und wechselte das Thema: „Ist Ruben inzwischen gekommen?“ – „Nein, Arild muss erst den Traktor reparieren. Der mag die Kälte nicht. Der Diesel ist zu dick geworden“. – „Oh, kommt das im Winter öfter vor?“. – „Nein, ganz selten. Bloß wenn man vergisst bei dieser Kälte, dem Diesel etwas Benzin beizumischen, dann klappt’s nicht. Wenn sie den Trecker nicht in Gang kriegen, muss Ruben zu Fuß laufen. Das wird bei der Kälte und dem hohen Schnee ganz schön anstrengend“.
„Und wer räumt den Schnee heute Morgen?“. „Notfalls muss Roberto den großen Trecker klar machen und wenigstens Zufahrt und Vorplatz räumen, sonst kommt heute Mittag der Milch-Tankwagen nicht durch. Das wäre eine echte Krise, denn dann bekämen die beiden für über tausend Liter Milch kein Geld“. „Na, dann werde ich ihn wohl mal wecken“, grinste ich.
Als ich nach oben kam, waren Roberto und Gus bereits unter der Dusche. Im Schlafzimmer schlug mir die eiskalte Winterluft entgegen, da sie die Fenster zum Lüften geöffnet hatten. Im zerwühlten Bett waren deutlich die Spuren unserer wilden, „heiligen“ Nacht zu sehen. Dort wo Gus gelegen hatte, breitete sich ein riesiger bräunlich gelber Fleck aus und auf dem Rest des Lakens waren überall kleinere, leicht kristallierte gelb-graue Flecken. Der Haufen mit unseren total zerknautschten Anzügen lag noch genau dort, wo wir die Sachen hingeschmissen hatten.
Ich sortierte Jacken und Hosen, strich die gröbsten Falten aus und legte Socken und Unterwäsche auf einen eigenen Haufen.
Als Roberto und Gus aus dem Bad kamen, erschien auch Vatern auf dem Flur. Er schmunzelte hintergründig, zog leicht die Augenbrauen hoch und sagte: „Frohe Weihnachten Ihr Lieben! Ich hoffe Ihr habt gut geschlafen… es hörte sich ja eine Zeit lang nicht so an“.
„Oh, ich hoffe, wir haben Dich nicht zu sehr gestört. Wir waren gestern Abend vielleicht ein bisschen zu albern“, sagte ich entschuldigend. „Wenn sich vier Männer gleichzeitig mal so richtig austoben…“, fügte Gus hinzu. „Wir haben da wohl ein bisschen übertrieben“. – „Macht Euch keine Gedanken, Jungs. Ich war nur ganz kurz zwischendurch mal wach, nachdem ich einen lauten Schrei gehört zu haben glaubte. Dann bin ich gleich wieder eingeschlafen“.
Roberto hatte sich inzwischen seinen Thermo-Anzug angezogen und bereits auf dem Weg nach unten. Ich rief ihm nach: „Wo liegt Eure Bettwäsche?“ – „Im Arbeitsraum ganz rechts steht der Wäscheschrank“, und schon hatte er die Haustür hinter sich zugeschlagen.
Während Gus sich anzog, zog ich die Betten ab, holte frische Bettwäsche und zog sie auf. Ich nahm die dreckige Wäsche mit nach unten und fragte Kjell nach der Waschmaschine. „Du kannst alles die Kellertreppe runterschmeißen. Ich muss morgen sowieso waschen“.
Dran bleiben! Das nächste Kapitel kommt bald. Wer es nicht abwarten kann, muss mir nur eine Nachricht über den Chat oder an: gugamster@hotmail.com schicken. Er bekommt dann von mir sofort einen Link, damit er die Fortsetzung meiner Geschichte quasi live verfolgen kann.
(Dran bleiben, es geht im Kapitel 13 weiter.)



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