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Zutrauen, Vertrauen, Lebensgemeinschaft (13)

  • Autorenbild: gert
    gert
  • 1. Apr. 2020
  • 27 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Nov. 2022


Von draußen hörten wir das Brummen und schabende Geräusch des großen Traktors, den Roberto mit einem Schneeschild ausgerüstet hatte. Vom Küchenfenster aus sahen wir immer wieder die Scheinwerfer im aufwirbelnden Schnee auftauchen und wieder verschwinden. Kjell hatte das Frühstück für Gus, Vatern und mich an einem Ende des Küchentischs aufgebaut. Am der anderen Seite arbeitete er mit einem Teig, den er für Zwiebelkuchen verwenden wollte. "Woher kannst Du eigentlich so gut kochen?", fragte Gus während er sich eine Scheibe Brot schmierte. "Mein Pflegevater war Koch und hat mir das Nötigste beigebracht. So konnte ich für uns beide das Essen vorbereiten, wenn er in Tønsberg gearbeitet hat und manchmal erst spät in der Nacht nach Hause kam. Den Rest hat mir Tante Rita beigebracht… vor allem alles, was mit Haushalt zu tun hat". "Alle Achtung, Du hilfst Roberto und Bjørn damit sehr viel". Kjell wurde leicht rot und bearbeitete den Teig mit noch mehr Kraft. Mehr sagen wollte er dazu offenbar nicht. Vatern schaute aus dem Fenster und meinte: "Wenn das so weiter geht, sind wir bis Silvester eingeschneit". Die Schneeberge neben dem Zufahrtsweg waren in den letzten Tagen an einigen Stellen bis auf über zwei Meter angewachsen und von weitem schien das Kuhstallgebäude bereits mit der einheitlich weißen Umgebung zu verschmelzen. Nur noch die Tür zur Milchkammer, zwei Fenster und Teile der roten Holzfassade zeigten an, dass in einigen Metern Entfernung noch ein Gebäude stand. Roberto hatte den Traktor abgestellt und war gerade auf dem Weg ins Haus, als wir vom Fenster aus auf dem Zufahrtsweg eine kleine, dunkle Gestalt ausmachten, die leicht vornübergebeugt langsam auf uns zukam. Ruben hatte sich zu Fuß auf den Weg gemacht, da Arild es offenbar bisher nicht geschafft hatte, den kleinen Trecker zum Laufen zu bringen. Ruben war völlig durchgeschwitzt und atmete schwer, als er sich, ohne die Schuhe auszuziehen oder Mütze, Handschuh und Jacke abzulegen, auf einen Küchenstuhl warf. "Drei Kilometer zu Fuß durch norwegischen Schnee sind anstrengender als zwanzig Kilometer durch die mexikanische Wüste", lachte er, schüttelte den Schnee von seiner Fellmütze und legte die Handschuhe auf den Tisch. "Ehy mein Freund, hier wird gekocht, die Garderobe ist auf dem Flur. Zieh Dich dort aus und häng Deine Klamotten zum Trocknen in den Arbeitsraum". Kjell tat so, als sei er ärgerlich, warf Ruben aber lächelnd ein Handtuch zu und sagte: "Bevor Du Dir den Tod holst, geh mal lieber heiß duschen". - "Ich habe aber keine Sachen zum Wechseln. Das muss so gehen". Ohne zu antworten verschwand Kjell in seinem Zimmer und kam gleich darauf mit einer Hose, Socken, Pullover und Unterwäsche wieder und legte sie vor Ruben hin. Mit einer Kopfbewegung nach oben und einem kurzen: "Ab! Unter die Dusche!", ließ er keinen weiteren Widerspruch zu. Als Ruben die Treppe hoch stieg, grinste Kjell und meinte nur: "Mexikaner!" Roberto lachte und feixte: "Wir Ausländer wissen halt nicht so viel wie Ihr Eingeborenen über Kälte, Eis und Schnee… Dafür könnt Ihr eben nicht so gut Kaffee kochen, wie wir". "Warte nur, ich zeige Dir gleich, wer hier den besseren Kaffee kocht…", rief Kjell mit einem Augenzwinkern und nahm eine Zwiebel und warf sie nach Roberto ohne ihn zu treffen. Der sprang seinerseits behände um den Küchentisch herum, bekam Kjell zu fassen und nahm ihn in den Schwitzkasten. "Hilfe! Das ist Misshandlung von Hausangestellten. Ich kündige…". Dabei lachte er sich halb schlapp und machte interessanterweise keine Anstalten, sich aus der Umklammerung zu lösen. "Was ist hier denn los? Ich dachte, Ihr habt ein schönes, gemütliches Frühstück für mich. Stattdessen vergreift sich mein lieber Partner an unseren Mitarbeitern, und in der Küche herrscht Chaos". Bjørn stand in der Küchentür, schlug sich den letzten Schnee von seinem Arbeitsanzug, öffnete die Knöpfe von der Brust bis zum Bauch und grinste bis über beide Ohren. "Ich gehe eben duschen und hoffe, anschließend ist die Prügelei hier vorbei und es steht wenigstens ein heißer Kaffee auf dem Tisch". "Ja klar… und natürlich von einem Einheimischen gekocht", kam es heiser und ächzend von Kjell, der sich immer noch in Robertos Würgegriff befand. "Übrigens, Ruben steht gerade unter der Dusche…", gab ich zu bedenken. " Macht nichts… wäre nicht das erste Mal, dass ich einen nackten Mann unter der Dusche sehe…", konterte Bjørn und sprang die Treppe rauf. "Aber vielleicht ist es ja der erste nackte Mexikaner…", versuchte Kjell Bjørn nachzurufen, wurde aber von Roberto mit einem noch festeren Schraubstockgriff daran gehindert. Bjørn schmiss seinen Arbeitsanzug, Hemd und Unterwäsche vor die Schlafzimmertür und ging ohne anzuklopfen, nackt ins Bad. Er dachte, wenn Ruben alleine sein wollte, hätte er ja abschließen können und schließlich war das Bad groß genug für zwei. Im Sommer würden sie sowohl im Stall wie im Brygghus ein neues Bad eingebaut haben, dann hatten sie hier oben die Dusche wieder für sich allein. "Entschuldige, ich hoffe, es stört Dich nicht, wenn ich mich schon mal rasiere". Bjørn sprach zu Ruben, der den Duschvorhang nur halb zugezogen hatte und wohlig grunzend das heiße Wasser über seinen Körper laufen ließ. "Nee, nee… kein Problem", rief er zurück und schaute um den Vorhang herum. Ob absichtlich oder ohne nachzudenken schob er den Vorhang etwas beiseite und stellte sich so, dass er Bjørn gut im Blick hatte. Der beobachte das Geschehen im Spiegel. Ruben hatte eine gelblich-braune Hautfarbe und außer einem dichten Wust von Schamhaaren, ganz wenigen schwarzen Haaren am Po und den Beinen, keine Körperbehaarung. "Sein winziger Schwanz sieht aus wie ein rosa Osterei in einem schwarzen Nest", dachte Bjørn, während er Strich für Strich seine Bartstoppeln abzog. "Toll, dass Du zu Fuß gekommen bist. Du hättest ruhig warten können, bis der Trecker wieder läuft". "Na ja, ich dachte an die Tiere und daran, dass Ihr vielleicht verschlafen könntet", antwortete Ruben. "So lange Kjell im Haus ist, werden wir nie verschlafen. Er hat uns heute Morgen bereits um 8:00 alle Vier unsanft aus dem Bett geschmissen…". Ruben stutzte und hielt mit dem Abtrocknen inne. "Wieso hat er Euch alle Vier geweckt, einer hätte doch gereicht?" - "Na ja, also… wir schliefen,… wir schliefen alle zusammen in unserem Zimmer", brachte Bjørn etwas unsicher raus. Wohl wissend, dass er die unbedachte Äußerung auch erklären musste. "Ach so", kam es lediglich ganz nüchtern von Ruben, der wieder anfing, sich gründlich abzutrocknen. Dabei zog er das Handtuch immer wieder zwischen den Beinen durch und schien jedes Haar seines dichten, schwarzen Büschels einzeln trocknen zu wollen. "Ihr kennt Euch schon lange, nicht wahr?", fragte Ruben. "Ich kenne Walter und Gus noch länger als Roberto", antwortete Bjørn, der sich fragte, ob es sinnvoll war Ruben die Vierecks-Beziehung näher zu erläutern. "So eine Freundschaft hätte ich auch gern. Bei uns in Mexiko nennen sich die Menschen schnell ‚Freunde', sind es aber in Wirklichkeit gar nicht… und… würden bei uns vier Männer in einem Bett schlafen, wären sie vermutlich sehr sehr arm oder besoffen", Ruben grinste. "Meinst Du, mehrere Männer sollten nicht zusammen in einem Bett liegen?". - "Ich weiß nicht… jedenfalls vielleicht nicht nackt… also, ich weiß wirklich nicht… ich bin doch katholisch… Obwohl, unser Priester hat mal gesagt, Männer sollten mehr ‚Nähe zulassen'… was er auch immer damit gemeint haben mag". "Tja, ich denke, Euer Priester hat recht. Ich habe, bevor ich Gus und Walter kennengelernt habe, auch immer geglaubt, Männer dürften sich nicht lieb haben und würden sich nur anfassen, wenn sie sich prügeln. Onkel Kjartan und meine Mutter waren sogar der Meinung, ein Mann, der einen anderen lieb hat, wäre krank. Gottseidank hat meine Mutter ihre Einstellung geändert". Bjørn schaute Ruben nachdenklich an. "Und was denkst Du?" "Zuhause in Mexiko hätte ich wahnsinnige Angst so zu leben wie Du und Roberto es tuen. Hier in Norwegen sind die meisten Menschen viel entspannter und haben mehr Respekt vor einander. Hier könnte ich… glaube ich… auch einen Mann lieb haben. Aber ich würde wahrscheinlich doch eine Frau vorziehen, aber alle Freundinnen, die ich in Mexiko hatte, wollten immer nur meinen Penis sehen und waren dann nicht mehr interessiert. Irgendwie war auch keine so nett, dass ich sie hätte lieb haben können. Bei einer Party in Ås habe ich mal ein Mädchen zusammen mit ihrem Bruder kennengelernt. Sie hat mich sogar geküsst, aber eigentlich fand ich ihn viel netter, und wir haben dann die ganze Nacht zusammen gesoffen, bis seine Schwester verschwunden war. Na ja… und auf dem Klo wollte er mir dann unbedingt seinen steifen Penis zeigen. Ich habe ihn sogar angefasst und fand das überhaupt nicht schlimm. Wahrscheinlich weil ich so besoffen war. In Mexiko hätte ich mich so geschämt, dass ich bestimmt eine Woche lang jeden Tag zur Beichte gegangen wäre, aber hier denke ich über so etwas gar nicht mehr nach". "Das ist gut, Ruben. Du musst nur das machen, wobei Du Dich wohl fühlst. Lass Dir niemals von anderen Leuten sagen, wen Du wie, wann oder wo zu lieben hast. Hör einfach auf Deinen Körper und Deine Gefühle und schalte Deinen Kopf nie aus. Das ist übrigens nicht von mir. Das hat Gus mir mal ganz am Anfang unserer Freundschaft gesagt. Er hat absolut recht". "Na ja, ich habe leider Probleme damit, anderen Menschen zu sagen, was ich gerne möchte. Entweder passt es gerade nicht, oder ich empfinde mich als aufdringlich… und manchmal habe ich einfach Schiss, eine Abfuhr zu bekommen". - "Damit muss man leben. Was macht denn eine solche Abfuhr schon aus? Nichts, wenn man an sich selbst glaubt". Bjørn wusch die Rasierseife aus dem Gesicht. "Mmmm…", Ruben schaute Bjørn lange an und trocknete immer noch seinen, jetzt gar nicht mehr so kleinen, Schwanz. " Mal angenommen, ich würde jetzt sagen, Ich möchte Deinen Penis mal anfassen. Dann würdest Du mich vermutlich rausschmeißen und mein Job wäre weg". - "Blödsinn, warum sollte ich das denn tun? Das ist doch eine völlig normale Frage… Da kann ich mit Ja und Nein drauf antworten, aber das ist alles". Rubens Gesichtsausdruck lag zwischen Ratlosigkeit und Erleichterung. "Ich dachte…also eigentlich… also man fragt so etwas doch nicht". - "Wer ist ‚man' und warum ‚eigentlich'?" Bjørn tupfte sich das Gesicht trocken und hielt es ganz dicht und etwas schräg an den Spiegel, um zu schauen, ob er alle Barthaare erwischt hatte. "Also, pass auf… hier bei uns im Haus sagen wir immer klar und deutlich, was wir wollen und was nicht. Hier gelten unsere Regeln. Was andere Leute glauben oder meinen ist zweitrangig. Wenn wir Erfolg haben wollen, müssen wir uns alle gut verstehen, dürfen keine Geheimnisse haben und müssen ehrlich mit einander sein". Ruben stand jetzt neben Bjørn am Waschbecken und schaute ebenfalls in den Spiegel. "Arild hat gesagt, ich solle Robert und Dich niemals nach Eurer Beziehung fragen. Das ginge mich nichts an und hätte mit unserer Arbeit nichts zu tun. Genauso wie mein Privatleben Euch und ihn nichts anginge. Seit ich bei Euch bin, zerbreche ich mir aber den Kopf, wie Ihr das schafft, dass Ihr Euch nie streitet, immer fröhlich seid und überhaupt keine Hemmungen habt. Ich habe… na ja, also ich habe gesehen… wie Ihr Euch geküsst habt… und als Ihr beide beim Tapezieren Euch mal gegenseitig die Hose ausgezogen habt und Roberto Deinen Penis in den Mund genommen hat, war ich nebenan und habe das auch mitgekriegt. Mein Vater hat immer gesagt, Sex sei eine ernste Sache und man mache damit keinen Spaß. Wieso ist das bei Euch anders?". "Wieso, kann ich Dir nicht sagen… vielleicht, ganz einfach, weil wir keine Kinder kriegen können und weil wir einfach Spaß mit einander haben wollen und uns so akzeptieren wie wir sind…und… weil keiner dem anderen ‚gehört'. Wir trauen uns und wir ‚ver'trauen uns". "Ist das bei Gus und Walter auch so?" "Ich glaube schon. Die beiden haben uns ja schließlich gezeigt, wie es geht". Bjørn drehte sich zu Ruben um, legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte: "Komm, lass uns in die Küche gehen und ein bisschen was essen". Er übersah bewusst, dass Rubens Schwanz inzwischen eine erstaunliche Veränderung durchgemacht hatte. Er stand kerzengerade wie ein 15 cm langer Bleistift. Er warf Ruben stattdessen ein Handtuch zu und forderte ihn auf: " Trockne noch eben Deine Haare". Als sie beide etwas angezogen hatten und zusammen die Treppe hinunter gingen, sah Ruben immer wieder Bjørn von der Seite an und strahlte. "Na, ich dachte, Ihr wolltet gar nicht mehr runter kommen". Roberto grinste und schaute seinen Liebsten von oben bis unten an. "Ehy, Du riechst gar nicht mehr nach Kuhstall". Roberto grinste und zwinkerte ihm zu. "Ich pflege mich halt und das dauert eben etwas länger. Ruben kann das bestätigen". Bjørn kniff ein Auge zu und sah lachend zu Ruben rüber. Draußen hörten wir ein Motorengeräusch. Der kleine Trecker kam angetuckert. Ein paar Minuten später hörten wir Arild im Windfang die Schuhe ausziehen. "Na Jungs? Habt Ihr mich vermisst? Ich glaube, noch einen Winter steht das Ding da draußen nicht mehr durch. Ich habe Filter und Dieselpumpe ausgebaut, gereinigt, Dichtungen ausgewechselt und alles wieder zusammengesetzt. Bjørn, Ihr solltet einen Motorwärmer spendieren. Sonst sehe ich schwarz". "Ich frage mich, wie Kjartan das alte Ding am Leben gehalten hat". Bjørn schüttelte den Kopf. "Er hat vermutlich jeden Morgen zum Herrgott gebetet", grinste er. "Um den Motorwärmer kümmere ich mich gleich übermorgen in Tønsberg", sagte Roberto. "Vielleicht hat ja jemand Lust mich zu begleiten". "Ja klar", riefen Gus und ich wie aus einem Munde. Es hatte aufgehört zu schneien, die Luft war klar und kalt. Der Himmel riss auf. Erst waren nur ein paar blaue Flecken zwischen den weißen Wolken zu sehen und dann plötzlich lag die ganze Winterlandschaft in gleißendem Sonnenlicht. "Kommt Jungs, wir schnappen uns die Skier und drehen eine Runde". Bjørn war schon auf dem Weg in den Flur und nahm seinen Ski-Anzug von der Garderobe. "Aber ich kann doch gar nicht richtig Skilaufen", rief Ruben. "Das musst Du lernen… Ich bring's Dir bei", rief Bjørn vom Flur. "Zieh Dich warm an. Skier und Schuhe habe ich für Dich in der Scheune". "Gus und ich haben keine Skier dabei", gab ich zu bedenken. "Ich habe ein Paar auf Bekketangen stehen, die müssten aber erstmal ordentlich präpariert werden, dafür ist heute zu wenig Zeit. Aber ich habe gesehen, Ihr habt zwei Sparks [norwegischer Tretschlitten] in der Scheune stehen. Dürfen wir die leihen?". - "Ja, natürlich! Ihr seid doch hier zuhause". Vatern wollte zu Fuß an die frische Luft. Arild meinte, er müsse noch etwas im Kuhstall reparieren und würde dann später auch das Melken übernehmen. Kjell hatte überhaupt keine Lust raus zu gehen und Roberto rief nur: "Ich bin dabei" und sprang mit großen Schritten in den Arbeitsraum, um seinen Ski-Dress und seine Stiefel zu holen. Ruben hatte wohl schon mal auf Skiern gestanden, aber bisher hatte niemand die Geduld gehabt, ihm das Fahren richtig beizubringen. Bjørn zeigte ihm geduldig, wie man von der O-Bein- in die X-Bein-Stellung kommt, das Gleichgewicht abwechselnd von einem auf das andere Bein wechselt und in der richtigen Körperhaltung nach vorne gleitet. Obwohl Ruben mehrfach in den Schnee fiel, hatte er sichtlich Spaß an der Lektion. Bjørn half ihm immer wieder auf die Beine und korrigierte seine Körperhaltung, indem er ihm die Schultern ausrichtete, ihm den Arm um den Bauch legte und seinen Rücken vor beugte. Da Ruben ein Problem hatte, sein Gewicht gleichmäßig zu verlagern, griff Bjørn ihm schließlich auch zwischen die Beine und zwang ihn so, die Oberschenkel zusammen zu drücken und die Füße etwas weiter nach außen zu stellen. Ruben genoss offensichtlich die Berührungen, lachte und strahlte Bjørn mit hochrotem Kopf an. Roberto drehte derweil eine Runde über den Hof, erklomm einen der Schneeberge und schoss von dort in den losen Pulverschnee auf der anderen Seite. Juchzend ließ er sich bewusst fallen und wiederholte dasselbe gleich noch einmal. Bjørn und Ruben glitten jetzt gemeinsam die ersten Meter über den Hof und Ruben wurde von Minute zu Minute sicherer. "Komm! Einmal bis zur Straße und wieder zurück". Als sie beide fast an der Einfahrt waren, verlor Ruben das Gleichgewicht und zog im Fallen Bjørn mit sich. Beide lagen wie auf den Rücken gefallene Maikäfer im Schnee und lachten sich tot. Bjørn war routiniert genug, ohne Probleme wieder auf die Beine zu kommen. Als Ruben sich dann allerdings an seiner Hand aufrichten wollte, riss er ihn wieder um. Jetzt lagen beide über einander. Beide alberten und lachten, doch plötzlich sah Ruben Bjørn in die Augen und drückte ihm einen Kuss auf die Backe. Bjørn war etwas verdutzt, lächelte aber, klickte seine Skier aus, um besser aufstehen zu können, legte seinen Arm um Ruben und hob ihn regelrecht hoch. "Entschuldigung!", flüsterte Ruben heiser und noch röter im Gesicht als vorher. "Danke!", antwortete Bjørn und gab ihm ebenfalls einen flüchtigen Kuss aufs Ohrläppchen. Ruben strahlte und war so glücklich, als er den Weg zurück zum Haus glitt und sogar mit einem kleinen Schwung aufrecht zum Stehen kam, dass Roberto spontan rief: "Mensch Du hast aber schnell gelernt. Na ja, bei dem Lehrer kein Wunder". Gus und ich hatten uns mit unseren Sparks auf den Weg nach Bekketangen gemacht. Dort saßen Carmen und Tante Rita mit ihren Stick- und Stricksachen im Wohnzimmer und schauten einen schwedischen Weihnachtsfilm im Fernsehen. Von Tore und Onkel Odd war nichts zu sehen. "God Jul! Kommt rein Männer! Wir haben gerade Kaffee gekocht und Kekse und Kuchen stehen schon auf dem Tisch. Erzählt mal, wie geht es auf Bjørnstangen?". Tante Rita wollte alles ganz genau wissen und so zog sich unser Besuch länger hin als gedacht. Es war längst dunkel und die Abendbrotszeit schon fast überschritten, als wir wieder auf Bjørnstangen ankamen. Arild war bereits nach Hause gefahren, Kjell hatte sich in sein Zimmer zurückgezogen, Vatern saß in seinem Ohrensessel und las und Ruben, Roberto und Bjørn spielten in der Küche Karten. Bjørn und Robert hatten beide identische grell gelbe Schlafanzüge an und Ruben hatte sich offenbar eine dunkle Trainingshose und ein rotes Sweetshirt geliehen. "Wollt Ihr etwas essen?", Bjørn war schon im Begriff alles Notwendige auf den Tisch zu stellen, als wir dankend ablehnten. Wir waren schlichtweg vollgestopft mit Kuchen und Keksen. "Unser erfolgreicher Ski-Schüler bleibt heute Nacht hier und erholt sich von den Strapazen des norwegischen Volkssports", lachte Bjørn und wies mit dem Kopf auf Ruben. Nach der ungewohnten Bewegung an der frischen Luft schliefen wir alle in dieser Nacht tief und fest. Bjørn hatte im Arbeitszimmer der ersten Etage das Schlafsofa für Ruben zurecht gemacht. Als ich am nächsten Morgen ins Bad ging, stand dort die Tür einen Spalt offen und ich konnte Ruben sehen, wie er nackt auf dem Rücken lag und recht laut schnarchte. Ich dachte unwillkürlich an meinen alten Schulfreund Dieter. Sein Schwanz war fast ebenso dünn, wie der, der da jetzt gerade von einem schwachen Lichtstrahl aus dem Flur angestrahlt wurde. Wie es Dieter wohl gehen mochte. Ich nahm mir vor, Vatern zu bitten, mal seine Adresse rauszufinden. Aus der Küche hörte ich leise Radiomusik. Kjell war vermutlich bereits dabei Frühstück zu machen. Vatern schien genau wie Gus noch zu schlafen. Bjørn und Roberto waren offenbar schon im Kuhstall, denn die Tür zu ihrem Schlafzimmer stand offen, das Bett war zerwühlt, aber von den beiden nichts zu sehen. Ruben war wach geworden und streckte sich gähnend im Bett. Er hatte mich gesehen und rief ein leises "Guten Morgen". "Willst Du erst ins Bad? Ich kann warten", sagte ich. "Ja, danke. Es geht auch schnell. Wenn Du willst, kannst Du schon duschen. Ich will mich nur rasieren". Seine süße kleine Morgenlatte wippte rauf und runter, als er an mir vorbei huschte. Er ließ die Tür offen stehen, während er sich vorm Spiegel das Gesicht einseifte. Sein dünner Bleistiftkolben hatte eigentlich eine klassisch schöne Form. Mir kamen wieder die Erinnerungen an Dieter und seine ersten sexuellen Erfahrungen mit einem Jungen in meinem Zimmer, seine ekstatische Hingabe und die enorme Spermamenge, die sein kleiner Stift ausgestoßen hatte. Bei diesen Gedanken hob sich mein Schwanz ganz allmählich und meine Eichel glänzte in dem schwachen Morgenlicht, das den Flur durchflutete. Ruben hatte das bemerkt und schaute immer wieder zur Seite. Die Bewegungen seines Rasierapparates wurden immer hastiger und unkontrollierter. Schließlich hielt er inne und schaute mich direkt an. "Du bist genauso schön wie Bjørn…". Ich sah ihn etwas erstaunt an. Er fügte hinzu: "Bei uns in Mexiko sagt ein Sprichwort ‚das Element des Fisches ist das Wasser, das des Menschen der Mensch'… Ich schau mir schöne Menschen einfach gerne an. "Das musst Du mir erklären". Ich konnte den Zusammenhang irgendwie nicht erkennen. "Ach, weißt Du, das ist gar nicht so einfach. Ich fühle mich in der Gesellschaft von Menschen wohl und liebe ihre Verschiedenartigkeit, sowohl Männer wie Frauen schaue ich mir an und teile sie in schöne und weniger schöne Menschen ein, hässliche gibt es für mich nicht. Leider interessieren sich nur wenige Menschen im gleichen Maße auch für mich. Aber daran habe ich mich gewöhnt". Er lächelte und wusch sein Gesicht ab. "So, jetzt kannst Du allein duschen. Ich bin fertig". "Ich dusche auch, wenn Du im Bad bist. Das macht mir nun wirklich nichts aus. Erzähl mir noch ein bisschen von Dir und Deiner Sicht auf die Menschen. Das hört sich interessant an". "Das ist lustig. Gestern habe ich mit Bjørn über ganz ähnliche Dinge hier im Bad gesprochen, und er hat gesagt, hier im Haus sollen immer alle direkt sagen, was sie wirklich wollen. Ich kann das aber nicht, weil ich so erzogen worden bin, dass ich niemanden mit meinen Problemen belasten und bestimmte Dinge nicht aussprechen soll. Bestenfalls dürfte ich hin und wieder im Beichtstuhl mit dem Pfarrer darüber reden. Deshalb schaue ich halt viel und mach mir meine Gedanken". "Mich belastest Du weder mit Deinen Problemen, noch wenn Du mich anschaust. Bjørn hat völlig recht. Wenigstens in diesem Hause sollten wir so frei sein, das zu tun, was uns Spaß macht". Ich drehte die Dusche auf und ließ das warme Wasser über meinen Körper rinnen. Mein Schwanz war zwar noch etwas länger als normal aber inzwischen wieder schlapp. "Sag mal, Ruben, magst Du den Bjørn gern?" - "Oh ja, sehr!" - "Und den Roberto?". - "Fast noch mehr!", strahlte Ruben. "Roberto ist ein ganz feiner und lieber Kerl. Aber irgendwie will er von anderen gar nicht gemocht werden. Der Wichtigste ist für ihn Bjørn". - "Ich glaube, das stimmt nicht. Roberto ist nur nicht so geduldig wie Bjørn. Er genießt es, wenn man ihn bewundert und ihn mag, aber er wartet nicht auf Komplimente". "Mmmmm… und Du? Magst Du die beiden auch?" - "Oh ja, Roberto und Bjørn gehören zu unseren aller besten Freunden". - "Ja, aber abgesehen von Gus. Wie findest Du persönlich die beiden". - "In jeder Hinsicht prachtvoll". - "Durften die beiden Dich schon mal anfassen…". Jetzt musste ich laut lachen und hatte gleichzeitig Angst, Ruben könnte das missverstehen. "'Anfassen' ist schön gesagt. Wir haben uns alle Vier mehr als nur angefasst…und das machen wir immer mal wieder… sehr, sehr gern, übrigens". Ich lachte immer noch. Für einen Moment sah Ruben so aus, als verstünde er nicht, was ich gesagt hatte. Dann wurde er ernst und nachdenklich. "Habt Ihr alle Vier gleichzeitig so richtig Sex mit einander gehabt?" - "Was meinst Du mit ‚richtig Sex'? Klar, Gus und ich haben wahnsinnigen Spaß am Sex, und das haben Bjørn und Roberto auch". - "Ich kann mir das nicht vorstellen. Für mich gibt es ‚richtigen Sex' nur mit Menschen, die man liebt". - "Wenn Du das so siehst, dann lieben wir die beiden… sehr sogar". - "Ich könnte nur einen Menschen lieben". - "Was ist den ‚Liebe' für Dich?" Ruben überlegte lange und setzte sich auf einen Stuhl neben das Waschbecken, während ich mich abtrocknete. "Liebe ist für mich das Gefühl, dass eine Eigenschaft, ein Verhalten oder eine Fähigkeit eines Menschen so wichtig und einzigartig für mich ist, dass ich ihm oder ihr mehr vertraue als allen anderen. Ich würde mich in seiner/ihrer Gesellschaft immer wohl fühlen und alles für ihn oder sie tun". - "Das hast Du schön gesagt, aber warum soll das nur für einen Menschen gelten?". - "Na ja, weil die oder der Geliebte sonst nicht mehr ‚einzigartig' … also eben nicht mehr so besonders wäre, dass ich mich an sie oder ihn für immer binden könnte". Jetzt war ich für einen Moment sprachlos. "Ich glaube trotzdem, dass es immer mehrere Menschen geben wird, die durch ihre Art für mich persönlich besonders und einzigartig sein werden. Aber… es stimmt schon, es gibt wahrscheinlich nur einen, mit dem man, neben den Gefühlen, noch so viele andere gemeinsamen Interessen hat, dass man sich an ihn für immer binden möchte". Ruben überlegte wieder. "Könnte das für Dich auch jemand anderes als Gus sein?". - "Nein". "Hast Du schon mal eine Freundin gehabt?" - "Nein". - " Hast Du denn nie mal den Wunsch gehabt, eine Frau anzufassen...? Ich würde gern mal einen Mann anfassen um zu sehen, wie das ist". "Nein, ich wollte nie eine Frau anfassen… sie lassen mich einfach kalt. Schon mit 13 wollte ich aber unbedingt wissen, wie sich das anfühlt einen anderen Jungen zu berühren. Ich hab's dann einfach gemacht… Es war ganz einfach und ich fand es sehr, sehr schön…". Ich dachte an meine ersten Sportstunden in der Schule, als ich beim Umziehen immer ganz nahe neben einem Klassenkameraden sein wollte, der mich immer so nett ansah und als einziger keine Hemmungen hatte, minutenlang nackt durch die Umkleidekabine zu laufen. "Bjørn hat schon ganz recht. Du musst einfach tun und sagen, was Du willst. Was kann denn schon passieren?". "Gestern wollte ich Bjørn fragen, ob ich ihm einen richtigen Kuss geben darf, weil er so geduldig und lieb mit mir war. Ich habe mich dann aber nicht getraut und ihm einfach ungefragt nur einen ganz flüchtigen auf die Backe gegeben. Er hat gar nicht richtig darauf reagiert". Ich lachte und sagte: "Weißt Du, für Bjørn ist es das Normalste von der Welt einen Kuss als Dankeschön zu bekommen… und… würdest Du ihn fragen, ob Du ihn mal nackt anfassen darfst, würde er hundertprozentig nichts dagegen haben…". - "Aber Roberto… schließlich ist es sein Freund. Ich trau mich einfach nicht". "Ach du große Güte, da redest Du Dir jetzt aber Probleme ein, die es wirklich nicht gibt. Roberto ist einer der offensten und tolerantesten Jungs, die ich kenne. Er würde Dich in den Arm nehmen und sich einfach freuen, dass Du seinen Bjørn auch so schön findest wie er. Er vertraut ihm so sehr, dass er keine Angst hätte, er könnte sich plötzlich ausschließlich für Dich interessieren. Also, da mach Dir mal keine Sorgen". "Wäre das mit Gus genauso?" Ruben sah mich mit großen Augen an. "Genauso!", lächelte ich. "Meine Freundinnen waren da alle anders. Kaum hatte ich auch nur mit einer anderen gesprochen, waren sie beleidigt und wollten nichts mehr mit mir zu tun haben". "Hast Du denn mal Sex mit einer Frau gehabt?" - "Na ja, bei einer war ich mal kurz davor, war dann aber so aufgeregt, dass ich ihr auf den Bauch gespritzt habe. Sie ist dann weg und hat nie wieder mit mir geredet. Die anderen haben sich immer nur meinen Penis angeguckt, gegrinst und sind abgehauen". "Auweia, das klingt ja so, als wüsstest Du gar nicht, was schöner Sex zwischen zwei Menschen bedeutet". - "Das hat Arild auch so ähnlich gesagt. Er sagt man müsse auf die Wünsche der Frauen eingehen und ihnen viele Komplimente machen. Er meinte ich solle mit zum Romjulsfest [traditionelle Tanzparty in norwegischen Landgemeinden zwischen Weihnachten und Neujahr] kommen, dann würde er mir zeigen, wie das geht". "Ja, vielleicht solltest Du das tatsächlich tun. Aber auf diesen Festen wird viel Alkohol getrunken und am nächsten Tag wissen manche nicht mehr, was sie getan haben". Ich grinste und legte ihm die Hand auf die Schulter. "Und das möchtest Du ja wahrscheinlich auch nicht, oder?" "Ich weiß gar nicht, was ich will… Ich bin ziemlich verwirrt. Seit ich in Norwegen bin, ist alles total anders geworden. Ich muss jeden Tag selbst entscheiden, was für mich gut ist. Ich rede mit anderen Menschen über die persönlichsten Dinge. Ich soll überall meine Meinung sagen. Ich habe als Mann in diesem Land keinerlei Vorteil gegenüber Frauen. Hier darf ich Männer küssen ohne gleich eine gescheuert zu bekommen. Ja, ich kann sogar Männer fragen, ob ich ihren Penis anfassen darf und die finden das nicht einmal merkwürdig". "Vorsicht, das ist auch in diesem Land nicht überall so. Es gibt Gegenden, in denen sehen einige Menschen das mit der Moral genauso konservativ wie bei Euch in Mexiko. Aber das werden gottseidank immer weniger. Na ja, und Deine Meinung sagen musst Du, weil jeder in dieser Demokratie mithelfen muss, dass die Moralisten nicht die Macht bekommen". "Ach, mir fällt das alles so schwer. Noch vor drei Jahren wusste ich kaum wo Norwegen liegt, heute studiere ich hier. Bis heute weiß ich nicht, wie man das mit dem Sex richtig macht und trotzdem sitze ich hier und unterhalte mich mit Dir darüber. Noch vor zwei Jahren wäre es für mich undenkbar gewesen, mich vor einem anderen Mann nackt auszuziehen. Heute dusche ich, während Bjørn mir zuschaut und freue mich nackt an Deinem schönen Körper". "Und? Was ist jetzt so schlimm daran? Ist es Dir peinlich, wenn Dein oder mein Schwanz mal zwischendurch steif wird?". "Nee, inzwischen nicht mehr. Obwohl… gestern… als ich mit Bjørn hier im Badezimmer war, konnte ich mich kaum zurückhalten, seinen irre harten und langen Penis einfach in die Hand zu nehmen. Ein paar Sekunden lang wollte ich ihn sogar in den Mund nehmen. Aber es ging dann doch irgendwie nicht". "Ich bin sicher Bjørn hätte das genossen. Warum ging es nicht?". "Vielleicht wäre es gegangen, wenn er den Anfang gemacht hätte. Bei mir ist da eine Sperre. Ich kann das einfach nicht". Ruben war aufgestanden und wollte in sein Zimmer gehen. Sein Schwanz ragte hell und hart aus einem dichten Büschel schwarzer, ungewöhnlich weicher Schamhaar hervor. Er war während unseres ganzen Gesprächs nicht einmal schlapp geworden. Ich stellte mich ihm in den Weg. "Komm mal her zu mir! Das kann doch so nicht weitergehen". Ohne große Umschweife und ohne zu fragen nahm ich ihn in den Arm. Als ob er nur darauf gewartet hätte, ließ er sich völlig entspannt einfach fallen und schien bereit zu sein, alles mit sich machen zu lassen. Hauptsache ich übernahm die Initiative. Er seufzte nur ganz leise und flüsterte: "Ja". Ich strich ihm über seine schwarzen, kurzen Haare und näherte mich mit meiner Zunge seinem Ohrläppchen. Dann ließ ich die Zungenspitze ganz sachte von seinem Hals, über den Oberarm zur Hüfte und weiter vom Oberschenkel zu den Zehen wandern. Er stöhnte ganz leise: "Oh Gott, oh Gott… das kann doch nicht sein… bitte, bitte nicht… das halte ich nicht aus". "Entspann Dich! Wir machen nichts Verbotenes. Lass mich einfach machen. Du brauchst nichts zu tun". Ruben sah erschrocken aus, wehrte sich aber nicht, sondern schloss die Augen und sein Stöhnen wirkte unterdrückt und eher als ob er Schmerzen hatte und nicht als ob er seine Lust genösse. Ich legte ihn sanft auf den warmen Fußboden und kniete mich über ihn, massierte leicht seine Schulterpartien und konzentrierte mich dann auf seinen extrem dünnen, aber glasharten Schwanz. Kaum hatte ich ihn problemlos in meinem Mund versenkt, spürte ich ein heftiges Pulsieren und sein warmes, salziges Sperma füllte in mehreren Schüben meine Mundhöhle. Ruben wandte sich unter mir wie ein Aal und wimmerte wie ein Kind. Immer wieder rief er laut: "Nein, nein… das darf nicht sein… Oh Gott, ist das herrlich…". Obwohl Ruben seinen Schwanz aus meinem Mund zurückziehen wollte, gab ich ihn nicht gleich frei. Ich lutschte seinen dünnen Stab wie einen Lolli, der fast aufgegessen ist. Er verdrehte die Augen, warf den Kopf zurück und fiel beinahe in eine Art Ohnmacht. Er lag einfach reglos da, entspannte sich zusehends und lächelte schließlich glücklich. Ruben wollte nicht aufstehen. Auch als ich mich erhob und über ihm heftig meinen eigenen Schwanz bearbeitete, griff er lediglich ein paar Mal zaghaft nach meinen Waden, tat aber ansonsten nichts. Selbst als meine Ladung sich auf seinen Bauch und Brustkasten entlud, reagierte er kaum, verwischte lediglich das Sperma ein wenig und leckte anschließend seine Finger ab. Darüber hinaus geschah nichts. "Ich glaube, wir müssen uns jetzt beeilen. Die anderen werden gleich auch wach und wollen ins Bad", sagte ich leise und ging noch einmal kurz unter die Dusche. Ruben hatte sich auf den Bauch gedreht, den Kopf in die Hände gestützt und verfolgte mich mit seinen Blicken. "Du sagst aber niemandem etwas davon, nicht wahr?" - "Wovon?" lächelte ich. "Du entscheidest, was Du über Dich anderen erzählen willst. Ich habe gar nicht das Recht über Dich mit anderen Leuten zu reden, wenn Du es nicht willst". Ich half ihm hoch, wischte notdürftig mit meinem Handtuch die letzten Spermaspuren weg, gab ihm einen flüchtigen Kuss auf die Stirn und ging in unser Schlafzimmer. Gus schlief noch tief und fest und auch in Vaterns Zimmer regte sich nichts. Die Radio-Musik aus der Küche war etwas lauter geworden und ich hörte Geschirr klappern. Kjell hatte alle Öfen angefeuert und der Frühstückstisch war gedeckt. Er begrüßte mich mit einem fröhlichen Guten Morgen und pfiff leise die Meldodie von "På Verdens Tak" [ populärer norwegischer Schlager nach ‚Top of the world'], der gerade im Radio lief. "Habt Ihr gut geschlafen?" - "Ja danke, bestens". - "Ist oben im Bad alles in Ordnung?" - "Ja, warum?" - "Ich dachte, von dort eben merkwürdige Geräusche gehört zu haben… aber das kann auch eine Dachlawine gewesen sein". Kjell blickte kurz gleichgültig zur Decke und schnitt dann weiter Brot auf. Draußen war es auch in dieser Nach wieder bitter kalt gewesen. Das Thermometer zeigte fast minus 20 Grad, auch jetzt als die Sonne aufging und direkt darauf schien, kletterte das Quecksilber nur wenig. "Dachlawinen bei diesen Temperaturen sind eher ungewöhnlich, aber es kommt vor…", bemerkte ich. "Hast Du Ruben schon gesehen?", fragte Kjell. "Nur kurz", antwortete ich nicht ganz wahrheitsgemäß. "Bjørn und Roberto brauchen eventuell Hilfe in der Scheune. Die Tür zum Silo ist eingefroren". - "Lass ihn mal erst frühstücken. Ich kann ja auch helfen". Ich zog mir gerade Stiefel und Jacke an, als Ruben die Treppe runter gesprungen kam und Kjell zurief: "Mach die Musik lauter! Ist doch ein herrlicher Morgen heute… die Welt ist so schön…". Er lachte und summte laut: "You Are The Sunshine Of My Life…". "Na, Dir geht's heute Morgen aber gut", lachte Kjell. "Ja, und wie…". Auch der zweite Weihnachtstag war ein strahlend sonniger Tag. Der Himmel war dunkelblau und der saubere, grell weiße Schnee glitzerte im Sonnenlicht. Das Ochsenblut-Rot der Holzfassaden bildete mit dem Blau des Himmels und dem Weiß des Schnees eine perfekt norwegische Kulisse in den Nationalfarben. Roberto und Bjørn arbeiteten zusammen mit Arild bei offenen Scheunentoren. Alle drei trugen Pelzmützen, dicke Termoanzüge und Arbeitshandschuhe. In Arilds rotem Bart hatten sich bereits Eiskristalle gebildet. Die Drei hatten die schwere eiserne Tür zum Futter-Silo komplett ausbauen müssen. "Wo ist denn mein kleiner mexikanischer Mithelfer? Schläft er noch?". Arild schwang einen großen Vorschlagshammer und schlug eine Eisenhalterung gerade. "Ruben kommt gleich. Er trinkt nur noch eine Tasse Kaffee". - "Na ja, ist ja auch Feiertag. Hätten die Tiere keinen Hunger, wäre ich auch nicht hier". Ich bewunderte Bjørn, Roberto und Arild für ihren Einsatz und, dass bisher kein böses Wort gefallen und kein Streit ausgebrochen war.. Sie schienen genau zu wissen, dass alles, was sie taten für ihre persönliche Zukunft war. Ruben kam immer noch pfeifend und singend zu uns durch den Schnee gestapft. Auch er hatte sich eine Mütze mit Ohrenschützern, zwei dicke Wollpullover, eine Thermohose, Schneestiefel und Wollhandschuhe angezogen. "Ich sehe, Ihr habt das Problem auch ohne mich gelöst", alberte er. "Ehy, Du Langschläfer… pass bloß auf, dass wir Dir nicht gleich ein ‚Problem' machen", konterte Bjørn und erhob lachend die Hand zu einem angedeuteten Schlag. "Woher die gute Stimmung heute Morgen? Ist der Weihnachtsmann nochmal zurückgekommen?". - "Nö, ich habe einfach nur wunderbar geträumt… und fühle mich wie neu geboren". "Na super, dann übertrag mal Deine gute Stimmung auf die Kühe, damit sie mehr Milch geben", lachte Arild. "Ja, fang schon mal im Stall an. Ich komme gleich nach", rief Bjørn. Wenn man einem Menschen seine Stimmung am Gang ansehen kann, war Ruben ein gutes Beispiel. Aufrecht, leicht von der einen auf die andere Seite wippend und im Zickzack lief er mehr, als dass er ging zum Stall. "Was ist denn in den gefahren?", fragte Arild. "Vielleicht hat er einfach mal ein bisschen Ruhe gebraucht und genießt Weihnachten einfach auf seine Art", antwortete ich, wohlwissend, dass es ganz andere Gründe gab. Als wir gegen Mittag alle zusammen am Esstisch saßen, machte Bjørn den Vorschlag, am nächsten Tag zum ‚Romjuls-Fest' zu fahren. Das sei immer ein großer Spaß und eine gute Gelegenheit Nachbarn und neue Leute zu treffen. Arild und Kjell war sofort begeistert, Vatern schien auch nicht abgeneigt, Roberto würde seinem Schatz sowieso überall hin folgen, Ruben sah etwas skeptisch aus, und Gus war einfach nur neugierig darauf, wie man hier auf dem Lande wohl feiern würde. Ich kannte diese Feste und wusste, dass die Stimmung immer sehr gut war, aber spätestens um Mitternacht der Alkohol der Chef der Veranstaltung war, und Tanzpaare sich dann auch schon mal die Nebenräume und dunklen Abstellkammern des Gemeindehauses als Platz zum ‚Ausruhen' aussuchten. Gegen 18:00 Uhr des nächsten Tages spannte Roberto Pekka vor seinen Schlitten, befestigte Karbid-Lampen an den Seiten und fuhr vor den Haupteingang des Hauses. Vatern, Kjell, Gus und ich hatten uns ‚festlich' herausgeputzt, nahmen uns jeder eine dicke Wolldecke und setzten uns auf die harten Schlittenbänke. Bjørn saß neben dem Kutscher. Arild und Ruben wollten zu Fuß kommen, da sie nicht weit vom Gemeindehaus wohnten. Die dreißigminütige Fahrt durch die sternenklare Winternacht war traumhaft schön aber auch ziemlich kalt. Trotz dicker Mäntel, Schals und Mützen war die kuschelige Nähe meines Liebsten sehr angenehm. Vorm Gemeindehaus standen mehrere Autos und die Leute kamen aus allen Himmelsrichtungen, in Abendanzug und langen Kleidern und mit Plastiktüten und Kühltaschen ausgerüstet. Darin befanden sich die ‚guten Sachen', sprich der Alkohol, der eigentlich bei solchen öffentlichen Festen verboten war auszuschenken. Auch Bjørn hatte eine Kühltasche gepackt, und ich hatte zwei Flaschen aus unserem "Karton Nr. 52" beigesteuert. Kjell hatte darüber hinaus noch kleine Brote für uns geschmiert, dazu gab es Fleischkloppse und hartgekochte Eier. Auf der Bühne spielte bereits eine lokale Schülerband. Der Sologitarrist hatte eine so enge blaue Schlaghose an, dass mir für einen Augenblick die Luft wegblieb. Er wirbelte seine schulterlangen Haare im Takt seiner Musik und bewegte gleichzeitig seine Hüfte so erotisch aufreizend, dass sich zu seinen Füßen eine mehr oder weniger ausschließlich weibliche Fangemeinde versammelt hatte und immer wieder "Zugabe" rief. Im Gegensatz zu seiner ‚modernen' Erscheinung war das Musikrepertoire seiner Band eher konservativ, was der Stimmung der Damen keinen Abbruch tat. Als auch Arild, Ruben, Tante Rita, Onkel Odd, Carmen und Tore eingetroffen waren, suchten wir uns alle einen Tisch im hinteren Teil des Saales und bauten dort die beachtlichen Schätze unseres "Mitgebrachten" auf. Am Nachbartisch saßen Bjørns und Robertos Nachbar Einar mit seiner Frau Astrid, seinem Sohn Petter und seiner vietnamesischen Pflegetochter Mai-Linh. Die Band spielte "Dancing Queen" von Abba und der Frontmann schob seine enorme Beule den weiblichen Fans recht provozierend entgegen und animierte sie mitzusingen. Mir war aufgefallen, dass Arild, schon bevor wir uns gesetzt hatten, immer wieder Blickkontakt mit Mai-Linh gesucht hatte. Jetzt erhob er sich, knöpfte brav seine Anzugsjacke zu und begab sich zu unserem Nachbartisch, um Einars Pflegetochter zum Tanz aufzufordern. Bjørn bat galant Tante Rita auf die Tanzfläche. Roberto, Ruben und Gus angelten sich je eines der johlenden Mädchen vor der Bühne. Vatern, Onkel Odd, Kjell und ich hielten uns vorerst zurück und probierten lieber Kjells selbstgemachten Johannisbeerlikör. Als dann der erste Schmusesong kam, starteten Roberto und Bjørn ein Experiment, das damals beinahe einen Skandal provozierte, bis heute in Erinnerung geblieben ist, aber letztlich ihre Sympathien bei den aller meisten Menschen in der Gemeinde verfestigt hat. Die Band spielte "Stand By Your Man", die beiden schauten sich kurz an und sprangen dann auf die Tanzfläche. Roberto umfasste Bjørn an der Hüfte, wirbelte ihn herum nur um ihn anschließend elegant aufzufangen und dann einen Slowfox aufs Paket zu legen, wie ihn die Gemeinde wohl kaum vorher von einem Paar gesehen hatte. Ich sah Bjørn an, dass er den Tanz gerne mit einem Kuss für Roberto abgeschlossen hätte, sich dann aber doch im letzten Moment zurückhielt. [Wenn die beide heute zusammen tanzen, gehört der Kuss zum festen Ritual] Es war für einen kurzen Augenblick ganz still geworden und dann brach zum Teil Jubel und lautes Stimmengewirr aus und schließlich gab es Applaus. Das Gesprächsthema des Abends war jetzt vorgegeben. Die Damen vor der Bühne steckten ihre Köpfe zusammen und schauten immer wieder kichernd zu uns herüber. Ruben flüsterte mir zu: "So möchte ich auch mal tanzen können". "Wenn Bjørn Dir schon das Skifahren beibringt, kannst Du von Roberto sicher auch das Tanzen lernen", sagte ich leise. In der allgemeinen Unruhe hatte ich nicht bemerkt, dass Arild und Mai-Linh nirgends zu sehen waren und auch bei den nächsten Songs nicht auf der Tanzfläche auftauchten. Einar und Astrid begannen sich bereits suchend umzusehen, als die beiden lachend aus der Küche kamen. So, als seien sie nie weg gewesen, lieferte Arild seine Tanzpartnerin am Tisch ihrer Pflegeeltern ab und setzte sich wieder zu uns. Allerdings interessierte er sich weder für die Diskussion um Bjørns und Robertos Tanz noch für Vaterns und Tante Ritas Erinnerungen an ihre Kindheit. Immer wieder warf er einen kurzen Blick zum Nachbartisch, lächelte, machte Faxen oder kryptische Fingerzeichen. Im Laufe des Abends kamen mehrere Menschen an unseren Tisch, um einfach nur zu sagen, dass Roberto und Bjørn gute Tänzer seien oder, leicht verschwörerisch blickend, mitzuteilen, dass sie die beiden ‚wahnsinnig' mutig gefunden hätten und ihnen alles Gute für die Zukunft wünschten. Kurz bevor wir nach Hause aufbrechen wollten, kam noch ein älterer Herr, den offenbar niemand zu kennen schien, legte Bjørn seine Hand auf die Schulter und sagte leise: "Ihr beide seid die Zukunft…". Er schnäuzte sich und fuhr fort: "Mir haben die Deutschen vor vierzig Jahren einen rosa Winkel angenäht und wollten mich wegen eines Kusses umbringen. Erst haben sie mich nach Grini [berüchtigtes deutsches Internierungslager in der Nähe von Oslo] gebracht. Von dort nach Deutschland zur Zwangsarbeit, dann ins KZ Ravensbrück und schließlich nach Neuengamme. Überlebt habe ich, weil ich im KZ Neuengamme mit einem SS-Mann ‚getanzt' habe. Ich befürchte, dass ich es nicht mehr erleben werde, dass zwei Männer oder zwei Frauen zusammen eine Familie genauso gründen können wie Mann und Frau, oder eben auf solchen Festen zusammen tanzen, ohne dass es Aufregung gibt. Ich wünsch Euch alles Gute". Roberto stellte Bjørn und sich kurz vor und sagte: "Da hast Du viel durchmachen müssen. Vielleicht magst Du uns ja mal auf Bjørnstangen besuchen. Ich arbeite gerade an einem Projekt für das deutsche Goethe-Institut in Oslo, das sich mit der Okkupation und den Nazis in Skandinavien beschäftigt… vielleicht interessiert es Dich. Der Mann sah Roberto nachdenklich an. "Bist Du Deutscher?" - "Nein, Italiener, aber ich habe in Deutschland studiert". - "Mmmm… ich kann zwar nicht verstehen, wie man auf die Idee kommen kann, in Deutschland zu studieren, aber das Projekt hört sich interessant an. Hätte ich den Deutschen gar nicht zugetraut, dass sie sich mit einem solchen Thema beschäftigen". "Ich erzähl Dir gern, worum es geht. Nur jetzt bin ich müde, habe ein bisschen zu viel getrunken und will nach Hause", seufzte Robert und lächelte. - "Ich bin Anders. Ich gebe Dir mal meine Karte, dann könnt Ihr mich anrufen, wenn es Euch passt. Viel Glück Euch beiden". Damit drehte sich Anders um und verschwand zwischen den Leuten, die nach draußen drängten. Bjørn schaute Roberto über die Schulter um die Visitenkarte lesen zu können. "Oh, er ist Buchhändler. Den Laden kenne ich". Vatern hatte das Gespräch verfolgt und meinte, er kenne die Buchhandlung auch. Dabei sah er sehr ernst aus und war auch während der gesamten Heimfahrt sehr einsilbig. Pekka brachte uns wieder heil und sicher nach Bjørnstangen. Er schien zu merken, dass Roberto müde war und brauchte kaum Hilfe, um den Weg in seinen Stall zu finden. Das ‚Romjulsfest' war in jeder Hinsicht denkwürdig. Die Bekanntschaft mit Anders begründete eine tiefe und gute Freundschaft zwischen ihm, Roberto und Bjørn. Arild und Mai-Linh haben sich seit dem Abend nicht mehr aus den Augen gelassen und ein Jahr später geheiratet. Robertos und Bjørns Tanz hat so viel Furore gemacht, dass sie bis heute bei jeder Tanzveranstaltung in der Gemeinde genötigt werden, mindestens einmal mit einander nach "Stand By Your Man" zu tanzen.

(Dran bleiben, es geht im Kapitel 14 weiter.)

 
 
 

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