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Die Jungs - Teil 1 (Vorwort)

  • Autorenbild: gert
    gert
  • 27. Juni 2020
  • 19 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 22. Aug. 2021


Vorwort


Wer meine Erzählung „30 Jahre normal anders“ gelesen hat, hat auch Albert und Pino kennengelernt. Zwei Jungs, die sich mit 11 Jahren kennengelernt haben und bis heute unzertrennlich sind.


Albert ist der norwegische Pflegesohn unserer beiden besten Freunde Bjørn und Roberto und auf einem Bauernhof aufgewachsen, Pino der italienische Sohn von Antonia und Luca, Olivenbauern und Gärtner aus Ligurien.

Ihre Geschichte beginnt in den 1990iger Jahren und hat mich so fasziniert, dass ich sie gern ausführlicher erzählen möchte. Sie ist rührend, romantisch, kitschig, unwahrscheinlich und doch wahr.


Die beiden Jungs legen Wert auf die Feststellung, dass sie beide eine glückliche und unbeschwerte Kindheit und Jugend in Norwegen genossen haben. Ihre eigene Homosexualität und die von Roberto und Bjørn war für sie in Norwegen nie eine Belastung. Skandale und homophobe Anfeindungen blieben ihnen bis heute erspart.


Was ich von ihnen weiß, habe ich entweder selbst erlebt oder von ihnen selbst erfahren. Ihre Geschichte zu erzählen ist kein Vertrauensbruch sondern geschieht mit ihrem Einverständnis. Zum Schutz ihrer Privatsphäre habe ich einige Namen und Orte der Handlung so verändert, dass Übereinstimmungen mit der Wirklichkeit rein zufällig wären.

Pinos und Alberts Geschichte ist natürlich auch ein wenig die Fortschreibung meiner eigenen Geschichte. Die Menschen, die mir bis heute wichtig sind, haben die beiden Jungs weiter begleitet und geprägt, so wie sie mich und Gus geprägt haben.


Seitdem sich die beiden Jungs kennen, spielt die Sexualität in ihrer Beziehung eine große Rolle. Da ich aber jeden Anschein pädophiler Interessen vermeiden möchte, beschränke ich mich auf Andeutungen, wenn es um intime Details vor ihrem 16. Lebensjahr geht.


In einem ligurischen Olivenhain


An einem heißen August-Tag 1990 streifte der kleine Bjørn-Albert durch einen etwas verwilderten Olivenhain hinter dem Ferienhaus seiner beiden Pflegeväter in einem kleinen Bergdorf in Ligurien. Sie wollten den Jungen vor allem auf andere Gedanken bringen, nachdem seine beiden Eltern bei einer tragischen Schiffskatastrophe im April des selben Jahres im Skagerrak ums Leben gekommen waren.


Sein Vater Arild und seine Mutter Mai Linh hatten bei der Taufe des Kleinen entschieden, dass ihre beiden guten Freunde und Nachbarn Bjørn und Roberto Patenonkel des kleinen Bjørn-Albert sein sollten. Darüber hinaus gab es den Wunsch in Arilds Testament, dass Bjørn möglichst die Pflegschaft des Kleinen übernehmen solle, falls ihm und seiner Frau etwas zustieße.


Der kleine Albert – ich nenne ihn von jetzt ab der Einfachheit halber so – hatte den Verlust der Eltern erstaunlich gut verkraftet. Das Verhältnis zu seinen Eltern war nicht besonders eng, da er sich schon seit er laufen konnte mehr zu seinem Patenonkel Bjørn und dessen Hof Bjørnstangen hingezogen fühlte. Sein Vater Arild und seine Mutter Mai Linh hatten sowohl psychische als auch Alkohol-Probleme und Schwierigkeiten, eine emotionale Bindung zu ihrem Sohn aufzubauen. Albert litt zuhause keine Not, aber die dringend notwenige Zuneigung und Aufmerksamkeit erfuhr er fast nur bei seinen Patenonkeln.

Immer wieder bückte sich der kleine Albert nach Blumen und Pflanzen, die unter den alten, knorrigen Bäumen wuchsen, oder versuchte vergeblich Eidechsen zu fangen. Die Natur und das Klima hier in Ligurien waren so ganz anders als bei ihm daheim in Norwegen. Aber ihm gefielen die Wärme und die paar Menschen, die er schon getroffen hatte, die die Sprache seines Pflegevaters Roberto sprachen, fast immer lächelten und besonders freundlich zu ihm waren.


Vor allem die Frauen schienen ihn zu mögen, denn sie strichen ihm dauernd über den Kopf und einige versuchten ihn zu küssen, was er erfolgreich und charmant abzuwehren wusste.

Eine Bewegung im Gras hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Ein kleines graues Kätzchen bewegte sich geschmeidig auf ihn zu und maunzte. Sie schien keine Angst zu haben und schmiegte sich gleich an seine Beine. Gerade als er sie streicheln wollte, sah er zwischen den Bäumen eine Gestalt auf sich zukommen. Etwas kleiner und schlanker als er, hatte der Junge ein großes, grünes Blatt zwischen den Lippen und erzeugte damit einen scharfen, pfeifenden Ton. Als er Albert sah, lachte er und gestikulierte heftig. Dann entdeckte er die Katze, nahm sie auf den Arm, streichelte sie liebevoll und legte kurz seinen Kopf auf ihr Fell. Dabei ließ er Albert nicht aus den Augen. Der überlegte kurz und kam zu dem Schluss, dass dieser Junge entweder kein Italienisch sprach oder ein ähnliches Problem wie eine seiner Klassenkameradinnen hatte – er konnte nicht hören.


Albert hatte oft gesehen, wenn sein Lehrer mit Gestik und Mimik dem Mädchen etwas erklärte. Da er unbedingt mehr von diesem Jungen wissen wollte, probierte er es auch mit Zeichensprache und Lächeln. Er deutete erst auf die Katze und dann auf den Jungen. Der nickte sofort und strahlte. „Ich bin Albert“, sagte er laut und betonte dabei jeden Buchstaben. Der so Angesprochene nahm einen Stock und malte „PINO“ in den Sand, während sich das Kätzchen losstrampelte und davon sprang, weil sie vermutlich Angst vor dem Stock hatte.


Pino schien mit den Lippen das Wort ‚Albert‘ formen zu wollen, was ihm aber nicht richtig gelang. Dabei lachte er immer wieder und blickte seinen neuen Freund von oben bis unten an. Schließlich riss er die Hände in die Luft, verdrehte die Augen und zeigte zu einem kleinen braunen Haus mit einem roten Dach in der Ferne.


Albert begriff sofort, dass Pino nach Hause musste und schaute bewusst traurig zu Boden. Pino stupste ihn an der Schulter an und zeichnete eine Uhr in den Sand. Den Zeiger legte er auf drei und deutete mit dem Zeigefinger auf den Boden. Das war eindeutig, er wollte um drei wieder hier sein. Albert nickte eifrig, winkte und lief zurück zu seinen ‚Onkeln‘ [so nannte er seine Pflegeväter Außenstehenden gegenüber], die im Garten ihres Freundes zu Mittag essen wollten.


Er berichtete in groben Zügen, was er erlebt hatte und erfuhr, dass sein neuer Freund tatsächlich Pino hieß und der Sohn von Antonia und Luca war.


Albert hatte zuhause in Norwegen nur einen guten Freund, der hieß Ole und war der Sohn des Lensmannes. Die beiden saßen in der Schule zusammen und gingen einmal in der Woche zusammen zum Judo. Albert mochte Ole gern, aber ihre Interessen waren so unterschiedlich, dass Albert fast immer allein durch den Wald streifte oder in der Scheune spielte.


Pino schien sich nicht nur für Tiere und Pflanzen zu interessieren, sondern gab ihm das Gefühl, auch auf ihn eingehen zu wollen. Obwohl Pino nicht hören und dadurch auch kaum sprechen konnte, versuchte er doch Albert zu verstehen. Schon nach wenigen Minuten ihrer ersten Begegnung fühlte er sich Pino verbunden. Es war nicht die Tatsache, dass er sich so merkwürdig ausdrückte sondern die Art, wie er ihn ansah. Der Blick ging ihm nicht mehr aus dem Kopf.


Während des Mittagessens stellte Albert sich vor, wie Pino mit anderen Kindern spielte und fragte sich, ob er in der Schule wohl auch einen Lehrer hatte, der seine Zeichen verstand. Im Gegensatz zu seinem Freund Ole, interessierte ihn zu seiner eigenen Überraschung auch Pinos Körper. Beim Baden war ihm Ole eigentlich immer gleichgültig gewesen. Auch die Mädchen seiner Klasse ließen ihn kalt. Ole hatte zwar schon öfter damit geprahlt, dass er den Mädchen beim Umziehen zugesehen habe und Albert vorgeschlagen, mal zum Nacktbaden mitzukommen. Aber der hatte dazu keine Lust. Jetzt war das plötzlich anders. Er wollte unbedingt Pino zum Baden im Swimmingpool im Garten ihrer Gastgeber einladen. Er stellte sich vor, nackt mit ihm im Wasser zu toben…und… er wollte sich so anziehen wie er.


Der Freund seiner ‚Väter‘ hieß Andrea und hatte eine lustige kurze Hose an, die ihm gut gefiel und die der von Pino sehr ähnlich war. So eine Hose wollte er auch haben… ausgefranst, eng, weich und etwas dreckig. Er dachte, damit seinem neuen Freund etwas näher sein zu können.


Als er seinen Wunsch beim Mittagessen vortrug, hatte Andreas Mama sofort eine Lösung. Albert wusste, dass die italienischen Frauen seinem Charme nicht widerstehen konnten, und nahm es fast wie selbstverständlich hin, dass die dickliche, nette Frau sofort ihre Kommoden durchwühlte, eine alte lange Kinderhose fand und mit einer großen Schere einfach die Hosenbeine abschnitt. Genauso wollte er es haben. Die Hose passte wie angegossen, war eng, weich und leicht angeschmutzt.


Bjørn und Roberto hatten bemerkt, dass ihr Pflegesohn sich nach der Begegnung mit Pino verändert hatte. Um Albert eine Freude zu machen, schlugen sie ihm vor, seinen neuen Freund zum Mittagessen einzuladen, ohne dabei zu berücksichtigen, dass solche Einladungen für den Eingeladenen in Italien eine Verpflichtung darstellten und man ihn dadurch durchaus auch in Verlegenheit bringen konnte. So kam es, dass Pinos Eltern unbedingt erst den Anlass für die Einladung ihres Sohnes wissen wollten, bevor sie ihre Zustimmung gaben. Daher brauchte Albert die Hilfe seines Patenonkels Roberto, der in der Lage war, italienisch wortreich, die Eltern Antonia und Luca davon zu überzeugen, dass Albert seinem Freund lediglich eine Freude machen wolle, und er selbst der Ansicht sei, dass Kinder ihre Nachbarn möglichst ungezwungen kennenlernen sollten.


Als dann Albert allerdings auf die Idee kam, Pino ein Feuerwehrauto aus seiner Spielzeugautosammlung zu schenken, gab es wesentlich größere Probleme mit den italienischen Konventionen, denn Geschenke machte man nun wirklich nicht spontan und ohne Anlass. Jedes Geschenk verlangte nach einem Gegengeschenk und das wäre Antonia und Luca schwer gefallen.


Bjørn und Roberto hatten mit Albert darüber gesprochen, aber der hatte klargestellt: „Pino soll mein Freund sein“. Und als Bjørn ihm vorhielt, er könne sich eine Freundschaft aber nicht durch Geschenke erkaufen, setzte ihm Albert klipp und klar auseinander, dass Pino keine Spielzeugautos besäße und sich immer schon ein Feuerwehrauto gewünscht habe. Daher läge es auf der Hand, dass er ihm seins schenken würde.


Bjørn merkte, dass er bestimmte Eigenschaften seines Pflegesohns noch nicht kannte oder mindestens falsch eingeschätzt hatte. Beharrlichkeit und Großzügigkeit gehörten mit Sicherheit dazu.


Als Albert Pino das Feuerwehrauto überreichte, kam nicht sofort die erwartete Reaktion. Pino wagte kaum das Auto zu berühren, obwohl er durchaus begriff, dass Albert es ihm schenken wollte. Er sah eher traurig und ängstlich aus. Mehrfach schaute er sich um, ob seine Mutter oder sein Vater in der Nähe seien. Als er sicher war, dass sie allein waren, huschte ein Lächeln über sein Gesicht und die Fingerspitzen seiner kleinen Hände begannen ganz langsam das Spielzeug abzutasten. Dann nahm er es so behutsam in die Hand, als sei es besonders zerbrechlich. Er betrachtete es von allen Seiten, überlegte einen Augenblick, schaute sich noch einmal um, näherte seinen Kopf dem von Albert und gab ihm plötzlich einen flüchtigen Kuss auf die Backe.


Dann lächelte er wieder, umklammerte das Geschenk ganz fest und forderte Albert mit einer Kopfbewegung auf mitzukommen. Sie gingen in den hinteren Teil des sehr einfachen Hauses. Dort befand sich Pinos kleines Zimmer. Ein schlichtes Eisengestell mit einer Matratze, einem Kissen und einer dünnen Decke war sein Bett. Am Kopfende hing das Bild der heiligen Maria und auf einem Stuhl neben dem Bett saß ein ziemlich mitgenommener Teddy. Außer einem schmalen Kiefernschrank waren keine weiteren Möbel in dem Zimmer. Pino stellte das Feuerwehrauto neben sein Kopfkissen aufs Bett.


Wieder bemerkte Albert den durchdringenden Blick seines Freundes, der ihn langsam von Kopf bis Fuß zu scannen schien. Pinos Kuss hatte ihn nervös gemacht. Außer seiner Mutter, seinen Onkeln, seiner Nenntante Rita und den italienischen Frauen hatte ihn noch nie ein quasi Fremder geküsst. Ein Mädchen seiner Klasse hatte es mal versucht. Das hatte er aber erfolgreich abgewehrt und ihr klar gemacht, dass er das nicht wolle. Jetzt gestand er sich ein, dass Pino ihn gern öfter küssen dürfe.


Am nächsten Tag trafen sie sich wie verabredet zum Baden im Swimmingpool von Andrea.

Pino wollte in einer zerschlissenen Unterhose ins Becken springen. Andrea bedeutete ihm, dass er und Albert keine Badehose benötigten, da es im weitläufigen Garten keine Zuschauer gäbe. Pino verstand nicht sofort. Als aber Albert seine Hose auszog und nackt vor ihm stand, grinste er und legte ebenfalls seine Unterhose ab.


Beide Jungs machten einen Kopfsprung ins Wasser, tauchten, balgten sich und spritzten wie wild mit dem Wasser um sich. Pino johlte vor Freunde, sprang seinem Freund in den Nacken, verschwand mit ihm unter Wasser, nur um gleich wieder prustend und lachend aufzutauchen. Albert packte ihn, hielt ihn im Schwitzkasten und griff ihm gleichzeitig zwischen die Beine, so wie er es beim Judo gelernt hatte. Albert genoss diesen Griff und wiederholte ihn mehrfach, ohne dass Pino sich wehrte.


Später als Albert abends im Bett lag, dachte er wieder an diesen Griff und merkte das erste Mal in seinem Leben bewusst, dass sich sein ‚Pimmel‘ veränderte, wenn er an Pino dachte. Er beschloss mit Bjørn darüber zu reden. Der Gedanke, am nächsten Tag nach Norwegen zurückreisen zu müssen versetzte ihn in Panik. Er musste Pino vorher unbedingt noch einmal sehen, und vor allem wollte er ihm einen Brief schreiben.


Auch Pino konnte in dieser Nacht nicht schlafen. Ihm war heiß in seinem kleinen Zimmer und ihm wurde regelrecht schlecht bei dem Gedanken, dass sein neuer Freund am nächsten Tag schon wieder abreisen würde. Er fühlte sich als der ewige Verlierer. Niemand verstand ihn richtig. Selbst Papa und Mama wollten oder konnten nicht begreifen, was ihn bewegte. Ganz zu schweigen von den Mitschülern und Lehrern seiner Förderschule. Die einen waren dumm oder so behindert, dass sie ihn nicht verstehen konnten, die anderen überlastet und mehr an den Kindern interessiert, mit denen es leichter war zu sprechen.

Endlich hatte er jemanden getroffen, der ihn so nahm, wie er war, jemanden, der ihn wirklich mochte und verstand. Obwohl Albert aus einem anderen Land kam und noch nie vorher Gebärdensprache praktiziert hatte, sprachen sie mit einander wie normale Kinder. Aber was ihn im Augenblick völlig aus der Fassung brachte, waren die Berührungen von Albert. Er hatte so etwas Schönes noch nie erlebt. Die Küsse und Umarmungen seiner Eltern ließ er über sich ergehen, fühlte aber nicht viel dabei. Seine Tanten und die anderen Frauen der Verwandtschaft versuchte er von sich fern zu halten. Die anderen Kinder der Förderschule, auf die er seit Jahren ging, konnten und wollten sich nur selten prügeln, und merkwürdigerweise waren sie an einem Körperkontakt mit ihm kaum interessiert, obwohl viele von ihnen sich gerne von Erwachsenen in den Arm nehmen ließen. Die anderen Kinder des Dorfes wollten überhaupt nichts mit ihm zu tun haben und waren manchmal sogar sehr gemein und böse.


Der Nachmittag mit Albert in Andreas Swimmingpool war wie ein Abstecher ins Paradies. Plötzlich war die Welt für Pino bunt, fröhlich und unsagbar schön. Er hatte sich eingebildet alles zu hören, was Albert ihm zugerufen hatte. Obwohl sein Freund kaum Rücksicht genommen und ihn manchmal so hart angefasst hatte, dass es wehtat, empfand er diese Momente als zärtlicher und liebevoller als alles, was er bisher erfahren hatte.


Durch das offene Fenster sprang seine Katze aufs Bett und rollte sich schnurrend neben dem Feuerwehrauto und dem Kopfkissen ein. Seine Mutter wollte nicht, dass seine Katze in seinem Bett schlief. Eigentlich ließ sie sich von niemandem außer von ihm anfassen. Ihm war allerdings aufgefallen, dass sie direkt auf Albert zugelaufen war und sich an seinen Beinen gerieben hatte. Sie mochte ihn offenbar genau wie er. Einen Namen hatte er für sie nicht – es war ja irgendwie auch nicht notwendig. Wenn er sie rufen wollte, blies er auf einem Blatt und sie kam sofort. Jetzt legte er seinen Kopf gegen ihr weiches Fell und bildete sich ein, es sei Albert.


Als Pino gegen Mitternacht immer noch nicht schlafen konnte, nahm er sich seinen Zeichenblock und ein paar Buntstifte aus dem Schrank und begann zu zeichnen und zu schreiben.


„Lieber A…“ – daneben ein Herz – „ Warum musst Du wegfahren? Kannst Du nicht bleiben? Unser Baden war sehr schön“ – daneben zwei nackte kleine Jungs mit breitem Grinsen und ausgestreckten Armen in blauem Wasser und darüber eine große gelbe Sonne -. „Ich bin sehr traurig, weil ich so allein bin und sonst keiner so lieb ist wie Du. Dein P…“ – daneben wieder ein Herz.


Ein paar hundert Meter entfernt im Ferienhaus der Carolis lag Albert ebenfalls wach und starrte auf seinen Penis. Er überlegte, was er Pino schreiben sollte. Kurz streifte ihn der Gedanke, sich einfach zu verstecken, damit sie so lange nach ihm suchen müssten, bis sie den Flug nach Oslo verpasst hätten. Er verwarf die Idee schnell wieder, weil er Bjørn und Roberto nicht traurig machen wollte. Die beiden waren die wichtigsten Menschen in seinem Leben… bisher… jetzt war Pino dazu gekommen. Er wollte auch nicht immer in Italien bleiben, denn er liebte sein Zuhause auf Bjørnstangen, mit den Kühen, dem Hengst Pekka, Kjell, der immer so tolle Frühstücksbrote machte und den ganzen spannenden Maschinen, deren Funktion er in- und auswendig kannte. Er wusste, er würde auch den Wald, die Seen und nicht zuletzt den Schnee vermissen… also, für ihn stand fest, Pino musste nach Bjørnstangen kommen. Er war sicher, es würde ihm dort auch gefallen.


Albert suchte sich ein Blatt Papier, nahm ein paar Buntstifte und begann ebenfalls zu malen und auf Italienisch (was er nicht fehlerfrei beherrschte), zugegeben etwas missverständlich zu schreiben:


„Mio carissimo Pino!... Du musst unbedingt zu uns nach Norwegen kommen… bitte! Wir haben einen großen Bauernhof und viele Tiere. Du darfst auch in meinem Bett schlafen. Es gibt jeden Morgen Nutella-Brote und Milch. Alle Leute sind sehr nett. Ich mag Dich sehr gern… Dein A“.


Darunter zeichnete er sich, Bjørn, Roberto, Tante Rita, Onkel Odd, die beiden Angestellten Ruben und Magne, ein Pferd und einen Traktor vor einem großen Haus mit vielen Fenstern und einer großen Sonne darüber. Er beschriftete alles mit jeweils einem norwegischen Wort. Schließlich sollte Pino so schnell wie möglich seine Sprache lernen.


Er faltete das Blatt mehrfach zusammen und schrieb „per Pino“ drauf. Dann fiel er in einen unruhigen Schlaf.


Albert hatte schon bald nachdem seine Eltern gestorben waren beschlossen, Onkel Bjørn in Zukunft ‚Papa‘ zu nennen. Er fand, das sei vollkommen in Ordnung, denn schließlich hatte Bjørn ihn fast öfter ins Bett gebracht, mit ihm die Zähne geputzt und ihm Geschichten vorgelesen als sein richtiger Vater Arild das getan hatte. Es gab für ihn sowieso keinen Zweifel, dass ein richtiger Vater nur so sein konnte wie Onkel Bjørn.


Daher sprang er, nachdem er wach geworden war, ins Nachbarzimmer, wo seine beiden Pflegeväter noch eng umschlungen schliefen und rief: „Papa! Können wir nicht noch ein bisschen bleiben?“.


Bjørn und Roberto schliefen fast immer nackt. Für Albert war das ein ganz normaler Anblick. Er hatte längst mitbekommen, dass seine beiden Pflegeväter öfter mal gegenseitig mit ihren ‚Pimmeln‘ spielten, bis sie ganz lang und hart wurden. Es wunderte ihn auch nicht mehr, dass beide bei diesen Spielen immer ganz laut stöhnten. ‚Papa‘ Bjørn hatte mal gesagt, er solle über das, was er gesehen habe, möglichst nicht in der Schule reden. Das ginge niemanden etwas an. Daran hielt Albert sich, aber er war halt ein sehr neugieriger Junge und liebte es Leute heimlich zu beobachten.


Bjørn grunzte und rekelte sich, während er erst das eine und dann das andere Auge öffnete. „Na, mein Schatz? Was treibt Dich denn schon so früh aus dem Bett?“

„Ich möchte noch hier bleiben“.


„Das geht doch nicht. Ich habe Dir doch erklärt, dass wir ganz wenig Zeit haben, weil Roberto und ich noch so viel auf Bjørnstangen zu tun haben… und ich dachte, Du wolltest uns dabei helfen“.


Albert strahlte: „Ja will ich ja auch… aber das können wir doch auch nächste Woche machen… und überhaupt… kann Pino nicht mitkommen?“.

„Du weißt, dass das nicht geht. Pino wohnt hier, geht hier zur Schule, hat hier seine Freunde und seine Eltern haben ihn so lieb, wie wir Dich lieb haben“.


Bjørns ultimativer Ton machte Albert traurig und es erfasste ihn eine Art Aussichtslosigkeit. Er wollte eigentlich nicht weinen. Er weinte überhaupt nicht besonders viel. Aber jetzt rollten die Tränen über seine Backen und er war verzweifelt. Er hatte sich doch auf seinen Papa immer verlassen können. Er hatte ihn so lieb, weil er seine Sorgen immer verstand. Jetzt schien er ihn allerdings nicht verstehen zu wollen.


Onkel Robert brummte: „Könnt Ihr nicht woanders diskutieren? Ich möchte noch schlafen“.

Daraufhin begann Albert erst richtig zu schluchzen. Selbst der sonst so verständnisvolle Onkel Robert wollte ihm nicht helfen.


Bjørn richtete sich auf, hob Albert hoch, strich ihm über den Kopf und setzte ihn neben sich aufs Bett. „Na, na… wir sind doch nicht zum letzten Mal hier. Ich verspreche Dir, wir besuchen Deinen Pino bald wieder. Aber heute nachmittag müssen wir erstmal nach Hause fliegen… So, und jetzt lassen wir Robert noch ein bisschen schlafen und gehen zusammen nach draußen… einverstanden?“


„Ja“, schluchzte der Kleine und wischte sich mit dem Ellenbogen die Tränen aus dem Gesicht.


Bjørn schlug das dünne Laken, unter dem er geschlafen hatte, um seine Körpermitte, konnte dadurch aber nicht verhindern, dass seine steife und gerade Morgenlatte sichtbar wurde.


„Denkst Du gerade an Onkel Roberto?“


„Nein, wieso?“


„Aber Du hast ihn doch lieb, oder?“


„Ja, selbstverständlich“.


„Ich habe Pino auch lieb“.


„Wie kommst Du jetzt darauf?“


„Weil Dein Pullermann ganz lang und hart ist. Meiner wird auch länger und fester, wenn ich an Pino denke“.


Bjørn erschrak und wollte die Bemerkung flapsig abtun. Dann besann er sich.

„Manchmal wird Dein Schwänzchen auch ganz ohne Grund hart und lang. Gerade morgens passiert das ganz oft“.


„Das war nicht heute morgen. Das war heute nacht, als ich Pino einen Brief geschrieben habe“.


„Ach so“.


Bjørn war ziemlich ratlos. Er hatte jetzt keine Lust Sexualaufklärung zu betreiben. Ganz abgesehen davon, dass er überzeugt war, seinem Pflegesohn nicht viel Neues erzählen zu können.


„Das ist völlig normal. Mach Dir darüber keine Gedanken. Es ist ganz toll, wenn Du so fest an Deinen Pino denkst. Das mit dem Brief ist eine gute Idee. Vielleicht schreibt er Dir ja zurück“.


„Glaubst Du, dass sein Pullermann auch hart wird?“


„Kann schon sein. Das ist bei allen Jungs so“.


„Ich werde ihn fragen“.


Bjørn wurde sehr ernst und schaute Albert ins Gesicht. Ihm war klar, dass wenn er jetzt etwas Falsches sagte, er das Vertrauen seines Pflegesohnes verspielen könnte.

„Schatz, so etwas fragt man erst, wenn man sich schon länger kennt. Warte doch erstmal, ob Du Antwort auf Deinen Brief bekommst“.


„Ja Ok, mache ich… aber dann frage ich ihn“

.

Pino hatte auch noch ein paar Stunden geschlafen. Den Brief an Albert hatte er unter sein Kopfkissen gelegt. Nachdem er aufgewacht war, taste er gleich danach und steckte ihn vorsorglich schon mal in seine Hose. Er hatte das Gefühl ihn vor seiner Mutter verbergen zu müssen.


Seine Eltern waren schon in der ‚Campagna‘ – einer kleinen, aber sehr guten Gärtnerei, in der sie Ranunkeln und Anemonen im Frühling und Chrysanthemen im Herbst produzierten. Daher trank er nur ein Glas Wasser, aß eine ‚Brioche‘, die Antonia ihm auf den Küchentisch gestellt hatte und lief ins Dorf, um einen Briefumschlag zu kaufen.


Auf der ‚Braia‘ spielte eine Gruppe von Jungs Fußball. Er kannte sie vom Sehen. Einer von ihnen ging auch auf seine Förderschule. Pino hielt ihn für dumm, denn er machte alles, was die Großen von ihm wollten. Die Jungs ließen Pino nie mitspielen, aber der Idiot war immer dabei.


Als er den Platz überquerte, riefen die Jungs ihm etwas zu und schnitten Grimassen, wobei sie sich übertrieben albern die Ohren zuhielten. Der Idiot stellte sich auf eine Kiste und schrieb mit einem Stück Kreide an eine Hauswand: „Pino è un frocio!“ (Pino ist eine Schwuchtel.)


Er wusste, dass das ein Schimpfwort war, das die Erwachsenen oft grinsend hinter vorgehaltener Hand benutzten. Er konnte es von ihren Lippen ablesen.


Er wollte die Jungs ignorieren. Es war ihm egal, was sie über ihn dachten und ihm hinterher riefen. Diesmal stellte der Idiot sich ihm allerdings in den Weg und versuchte ihm frech grinsend ein Bein zu stellen. Pino sah es zu spät, stolperte und schlug hin. Die Jungs umringten ihn und lachten ihn aus, bis der Idiot seinen Hosenstall öffnete und ihn anpisste. Die anderen grölten und riefen: „Pino è un frocio! … Pino è un frocio!...“. Er hielt die Hände schützend über den Kopf und wollte aufstehen. Doch die größeren traten ihn, sodass er immer wieder hinfiel. Der Größte von ihnen zog seine Hose runter und wichste vor allen anderen seinen kleinen, schon recht beachtlichen Schwanz. Dabei rief er: „Pino è un frocio!“. Die anderen ließen von Pino ab und bestaunten ihren Anführer.


In diesem Moment tauchte Albert auf der Braia auf. Er sollte Brötchen für Roberto und Bjørn holen und war auf dem Weg zum Laden, als er das Johlen der Jungs gehört hatte und nachsehen wollte, was los sei.


Als er Pinos schmerzverzerrtes Gesicht auf dem Asphalt zwischen den Beinen der Jungs liegen sah, rannte er völlig außer sich direkt auf die Gruppe zu, schnappte sich rasend den wesentlich älteren Anführer und legte ihn mit dem Judo-Griff aufs Kreuz, den er am besten konnte. Der Kerl schrie Gotts erbärmlich auf und blieb reglos auf dem Boden liegen. Die Umstehenden erstarrten vor Schreck und gingen ehrfurchtsvoll, ganz langsam Schritt für Schritt zurück.


Albert hatte sich bei dem Wurf das Knie aufgeschlagen, ansonsten war er mit sich zufrieden. Obwohl sein Judo-Lehrer ihn ausgeschimpft hätte, da man sich ohne Warnung niemals mit einem Judo-Griff wehren sollte. Er betrachtete die Situation aber als Notwehr und kümmerte sich jetzt erstmal um Pino, der ihn glücklich lächelnd ansah und noch im Liegen die Gebärde „Was machst Du hier?“ machte. Albert grinste, deutete auf ihn und hob beide Daumen. Was bedeuten sollte „Ich helfe Dir“.


Pino verstand sofort, rappelte sich auf und umarmte Albert. Der lachte und hielt sich die Nase zu. Pino stank nach Urin.


Ihr Widersacher kam langsam wieder zu sich, rieb sich den Kopf und sah Albert wütend an. Der schrie ihn in perfektem Italienisch an: „Du Arschloch lässt in Zukunft Pino in Ruhe, sonst schlage ich Dich tot!“. Der am Boden Liegende hob entschuldigend die Hände, schob seinen Schwanz in die Hose, stand auf und versuchte einen respektablen Abgang, den nur noch wenige seiner Kumpel mitbekamen, da sie bereits geflohen waren.


„Mio Dio!“ rief Silvana, die Ladenbesitzerin, als die beiden Jungs in den ‚Negozio‘ kamen. „Was ist denn mit Euch passiert?“


„Die Jungs haben Pino verprügelt… Ich musste einen von ihnen ‚umlegen‘…“. Albert wusste nicht, wie er es sonst auf Italienisch ausdrücken sollte. „Poveri!“ (Ihr Armen!) Silvana war ernsthaft besorgt, wollte die Sache aber nicht weiter kommentieren.


Albert nahm die bestellte Tüte mit Brötchen, bezahlte und sie verließen den Laden. Vor lauter Aufregung hatte Pino vergessen, einen Briefumschlag zu kaufen. Er folgte wie gebannt Alberts Bewegungen und kaum hatten sie den Laden verlassen, suchte er nach seiner Hand. Albert streckte sie ihm hinter seinem Rücken entgegen, und sie krallten sich förmlich in einander fest. Als sie das Ferienhaus der Carolis erreichten, ließen sie immer noch nicht los.


Roberto entdeckte die beiden als erster. Er war gerade dabei, den Frühstückstisch auf der Terrasse zu decken, als die beiden durch den Garten geschlendert kamen.

„Na, wie seht Ihr denn aus? Habt Ihr Euch geprügelt?“.


Albert erzählte die Geschichte aus seiner Sicht. Es sprudelte kurzatmig und undeutlich aus ihm heraus, sodass Roberto ein paar Mal nachfragen musste.


„Hmmm… Sei froh, dass der Kerl sich nicht das Genick gebrochen hat. Du weißt, wie gefährlich Judo sein kann. Du hättest Hilfe holen können… Aber trotzdem bin ich stolz auf Dich mein Großer. Sag Pino, dass er unter die Dusche gehen soll, und dann kann er ein paar neue Sachen von Dir anziehen. Ich erkläre das nachher seinen Eltern, Ok?“.


„Ja, danke!“


Pino brauchte keine Übersetzung. Er hatte merkwürdigerweise alles sofort verstanden.

Die beiden Jungs verschwanden im Badezimmer.


Bjørn machte ein besorgtes Gesicht, als Roberto ihm von der Episode berichtete. „Der arme Junge wird es immer schwer haben, solange er durch seine Gehörlosigkeit ein Außenseiter hier im Dorf ist. Aber unser kleiner Raufbold kann auch nicht einfach draufhauen ohne nachzudenken. Das hätte übel ausgehen können, und wir sind schließlich verantwortlich“.


„Aber wir können froh sein, dass er sich wehrt… und…, dass er sich für seinen Freund einsetzt, müssen wir auf jeden Fall fördern. Das ist ein feiner Zug“.


„Ja, ich glaube, da geht etwas zwischen den beiden vor, was wir bisher unterschätzt haben und, was ich in dem Alter gar nicht für möglich gehalten habe. Ich glaube, ich muss nachher mit Andrea reden, dass er ein bisschen auf Pino achtet. Vielleicht kann er auch etwas mehr über Pinos Gehörlosigkeit herausbekommen“.


„Ja, das wäre gut, denn Antonia und Luca haben uns ja nur erzählt, dass ein Arzt gesagt habe, die Sache sei operabel, aber es koste sehr viel Geld“.


„Das ist eine Schande. In Norwegen wäre das überhaupt kein Thema“.

Die beiden Jungs hatten sich ausgezogen, und Albert hatte eine kurze Hose, eine Unterhose und ein T-Shirt für Pino rausgesucht.


Sie standen sich jetzt beide in der Dusche gegenüber und Albert tastete behutsam die blauen Flecke und Schürfwunden auf Pinos muskulösem aber zartem und kleinem Körper ab. Dabei hielt er die ganze Zeit immer noch Pinos Hand ganz fest.


Als sie fertig geduscht hatten, trocknete Albert seinen Freund ganz vorsichtig und zärtlich ab. Hin und wieder verzog Pino schmerzhaft das Gesicht, aber mit halb geschlossenen Augen genoss er jede Berührung.


Albert fragte sich, warum die Kerle so brutal gewesen waren und warum sie Pino „frocio“ genannt hatten. Warum der Typ, den er auf den Boden gelegt hatte, seinen steifen Pimmel aus der Hose gezogen hatte, war ihm auch völlig unklar. Das hatte er Roberto noch nicht erzählt, wollte es aber demnächst klären.


„Tut es noch weh?“, fragte Roberto als die beiden zurück auf die Terrasse kamen. Wobei ihm sofort klar war, dass Pino die Frage nicht verstand. Der schüttelte jedoch heftig den Kopf, zeigte auf Albert und strahlte.


Roberto und Bjørn schauten sich vielsagend an und zogen fast gleichzeitig die Augenbrauen hoch.


Nach dem Frühstück ging Roberto zusammen mit Pino in den Olivenhain, um Antonia und Luca zu suchen. Als er sie sah, begrüßten sie sich herzlich und Roberto berichtete in kurzen Worten, was geschehen war und, dass Albert ihm versichert habe, Pino habe keinerlei Schuld an der Auseinandersetzung gehabt. Die Sachen könne Pino behalten. Er verabschiedete sich mit Handschlag und versprach so bald wie möglich wieder zu kommen.


Als Andrea kam, um Bjørn, Roberto und Albert zum Flughafen nach Nizza zu fahren, begann das Drama.


Die beiden Jungs saßen neben dem Auto im Gras und hatten ihre Hände wieder in einander verkrallt. Der eine weinte still und leise, während er sich immer wieder mit dem Ellenbogen über das Gesicht wischte und der andere schluchzte laut und vernehmlich und wollte nicht angesprochen werden.


„Albert! Wir müssen los. Sag jetzt Tschüss! Wir kommen bestimmt bald wieder“.


Albert rührte sich nicht, sondern krallte sich nur immer fester an Pinos Hand.


Bjørn ahnte, dass gutes Zureden alleine nicht half. Er hockte sich neben die beiden und strich ihnen über den Kopf. „Passt auf, Ich mache Euch den Vorschlag, dass Pino uns bald mal auf Bjørnstangen besuchen kommt. Ich schenke ihm die Reise…einverstanden?“. Dabei gab er Albert sein Taschentuch.


Albert schnäuzte sich und lächelte seinen ‚Papa‘ an: „Ehrlich?“


„Habe ich Dich schon mal angelogen?“


Albert schaute Pino an, gestikulierte heftig, wühlte in seiner Hosentasche, holte seinen zerknüllten Brief heraus, den er in der Nacht geschrieben und gezeichnet hatte und steckte ihn Pino zu. Der erschrak plötzlich und lief fast panisch zum Haus und ins Bad. Dort lag gottseidank noch seine dreckige Hose. Er fand seinen Brief, strich ihn glatt, faltete ihn neu und raste damit wieder zurück zum Auto. Er tippte Albert auf die Schulter, legte seinen Zeigefinger an den Mund und schob ihm den Zettel zu.


Als sie davon fuhren, hing Albert im Rückfenster, heulte und winkte wie verrückt, auch noch als Pino längst nicht mehr zu sehen war.


(Dran bleiben, die Geschichte geht im Teil 2 weiter.)


(Kommentare, Fragen und Anregungen unter gugamster@hotmail.com oder hier im Chat)

 
 
 

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