Die Jungs - Teil 6
- gert

- 2. Juli 2020
- 36 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Aug. 2021

Die neue Generation
Die Tage in Amsterdam waren für beide Jungs eine ideale Abwechslung in ihrem Studienalltag. Der Prüfungsstress nahm immer weiter zu und die Zeit für Freizeitaktivitäten immer weiter ab.
Lichtblicke waren, wenn Hans und Maurizio zu Besuch kamen, oder sie mal einen Abend bei Viktor und Ronald verbringen konnten.
Oft waren die Wochenenden für Pinos Praktikum ausgebucht. Mal war er mit anderen Tierärzten auf Bauernhöfen unterwegs, mal wurden komplizierte Operationen auf einen Sonnabend in der Uni-Tierklinik verlegt, weil man mehr Zeit und freie Kapazitäten hatte.
Albert bereitete sich auf sein erstes Staatsexamen vor und war, weil ihm die deutsche Fachsprache große Probleme machte, hin und wieder recht nervös.
So kam es, dass Pino manchmal erst mit dem letzten Zug aus Hannover kam, nur um in aller Herrgottsfrühe wieder zurück zu fahren. Dennoch fiel zwischen den beiden Jungs nie ein böses Wort, und sie waren „richtig krank“, wie Pino sagte, wenn sie nicht zusammen einschlafen konnten.
Im Jahr 2006 waren die Jungs an einem Punkt angekommen, an dem sie beide überlegten, ob die Schinderei für das Studium überhaupt noch Sinn machte. Sie waren zwar beide mit hervorragenden Noten zum Abschluss-Examen zugelassen, aber sie mussten sich auch entscheiden, wie es beruflich für sie anschließend weitergehen sollte. Beide fühlten sich in Bremen zwar wohl, aber mit jedem Besuch in der alten Heimat und auf Bjørnstangen wuchs das Heimweh. Als dann im Frühjahr Roberto beim Holzschlagen einen schweren Unfall hatte und sich acht Wochen lang kaum bewegen konnte und Andreas im Sommer eine ernste Krebs-Diagnose bekam und durch die damit verbundene Chemo-Therapie kaum noch den Anforderungen auf Bergstad-Gård gewachsen war, war für die Jungs die Entscheidung klar. Egal, wie die Examen ausfallen würden, sie würden noch in diesem Jahr nach Norwegen zurückgehen.
Pino wusste nicht, ob er eine Approbation in Norwegen erhalten würde. Albert schlug Stellenangebote großer Wirtschaftsprüfungsunternehmen aus. Die Jungs hatten sich entschieden, Ihre Zukunft sollte auf Bjørnstangen und Bergstad sein.
Am Tage von Pinos mündlichem Staatsexamen standen die Umzugskartons bereits fertig gepackt im Wohnzimmer und warteten darauf, von einem LKW der Firma Grønnt Hus abgeholt zu werden.
Albert hatte seine Prüfung bereits drei Monate vorher mit Auszeichnung bestanden. An diesem Morgen begleitete er seinen Mann nach Hannover.
Im Eingangsbereich des nagelneuen Hauptgebäudes umarmten sie sich und krallten sich noch einmal in einander fest. Dann verschwand Pino für fast drei quälend lange Stunden auf einem der langen Korridore.
Albert setzte sich auf eine harte Betonbank im Außenbereich und bewegte sich nicht mehr vom Fleck. Mal zog er die Knie an, dann streckte er sich; schließlich nahm er sein neues Handy und rief ganz gegen seine Gewohnheit bei Bjørn an.
„Wie geht es Roberto?“
„Viel besser, danke. Aber rufst Du deshalb an?“.
„Und Andreas?“
„Er ist schwach, aber wir hoffen alle, dass er es schafft“.
„Ich… ich bin so verdammt nervös“.
„Wieso? Das passt doch gar nicht zu Dir. Was ist los?“
„Pino ist in der mündlichen Abschlussprüfung… und ich habe ein so sch… Gefühl. Er mag doch keine Prüfungen…“.
„Das spielt doch überhaupt keine Rolle… Er schafft das so oder so… schriftlich ist er doch schon durch. Hier bei uns ist er jetzt schon der Größte. Vergiss die Prüfung. Wir warten alle auf Euch und haben Euch ganz doll lieb“.
„Papa, der aller Größte bist und bleibst Du. Grüß Onkel Robert von uns. Er muss unbedingt schnell wieder auf die Beine kommen… sonst kommt der Tierarzt…“, lachte Albert.
Endlich sah er seinen Pino und Maurizio durch die Glastür auf sich zukommen. Sie redeten, lachten und wirkten so entspannt, als sei nichts Besonderes geschehen.
„Das war’s“, riefen beide wie aus einem Munde.
„Von jetzt ab können wir wieder normal leben…“, grinste Maurizio.
„Was ist schon normal?“, erwiderte Pino lachend.
„Wie ist es gelaufen?“
„Wie immer bei mir… Es kam viel und in mehreren Schüben, und hinterher hätte ich gleich schon wieder gekonnt“. Pino grinste und alberte mit Maurizio, puffte Albert in die Seite und fiel ihm dann um den Hals.
„Es sieht gut aus. Danke, dass Du auf mich gewartet hast. Ich könnte übrigens wirklich jetzt hier, sofort und auf der Stelle… aber dann sperren sie uns im letzten Moment noch ein. Ich will jetzt aber nach Hause… so schnell wie möglich. Unsere Kühe und besonders die Bullen sehnen sich sicher schon nach uns…“.
„Nicht nur die… Schönen Gruß von Papa. Ich glaube Onkel Robert kommt erst wieder richtig auf die Beine, wenn er eine kompetente Tierarzt-Behandlung bekommen hat. Also lass uns keine Zeit verlieren…“, feixte Albert.
„Ihr beide seid mir schon so zwei… Wollt Ihr denn gar nicht feiern? Wenn Ihr hier schon alles stehen und liegen lasst und Hals über Kopf zu Eurem Hof wollt, feiert wenigstens dort schön. Grüßt Magne und Ruben von uns. Die Tage bei den beiden sind jedes Mal ein so tolles Erlebnis, dass wir bestimmt auch in diesem Jahr noch einmal kommen werden“.
„Ok, dann feiern wir gemeinsam. Wir freuen uns. Bis bald also!“. Pino und Albert sprangen Hand in Hand wie Kinder die kurze Strecke bis zur Straßenbahn-Haltestelle, erwischten gerade noch eine Bahn und winkten einem etwas verdutzen Maurizio so lange zu, bis sie ihn nicht mehr sehen konnten.
Drei Tage später saßen sie bereits in einem direkten Flieger von Bremen nach Sandefjord-Torp, wo bereits Bjørn und Kjell auf sie warteten.
„Oh, ist das herrlich, endlich wieder nach Hause zu kommen“. Pino war völlig aus dem Häuschen und drauf und dran, den Zollbeamten, der etwas missmutig die ankommenden Passagiere beobachtete, in den Arm zu nehmen und ihm einen Kuss zu geben. Albert konnte ihn gerade noch mit dem Hinweis davon abhalten: „Denk an Deine Reputation als zukünftiger Tierarzt“. Sie lachten und fielen statt dessen lieber Bjørn und Kjell um den Hals.
„Wie geht es Onkel Roberto?“.
„Eigentlich ganz gut. Er humpelt nervös zwischen Kuhstall und Wohnhaus hin und her und wartet auf Euch“, feixte Bjørn.
„Schön, dass Ihr wieder da seid. Jetzt kommt wieder Leben in die Bude“. Kjell schlug ihnen beiden freundschaftlich auf die Schulter und nahm ihnen die üblichen „Tax-Free-Beutel“ und einen Koffer ab.
Auf Bjørnstangen saß Roberto tatsächlich vor Brygghuset auf der Bank, stützte sich auf eine Krücke, die er nach seinem komplizierten doppelten Beinbruch vom Krankenhaus bekommen hatte und wartete auf „seine Jungs“.
Als der inzwischen alte Volvo endlich die Auffahrt herauf kam, erhob er sich mit einem leichten Stöhnen, machte sich gerade und humpelte ihnen entgegen.
„Es sieht so aus, als müssten wir Dich aus der Nutztierhaltung rausnehmen“, frotzelte Pino liebevoll und umarmte Roberto herzlich. Der verlor seine Krücke zwar, aber Albert gab ihm einen Kuss, hakte ihn unter und ging mit ihm zum Haupthaus.
In der Küche war alles wie immer. Kjell hatte Brot gebacken und ein großer Topf norwegisches Labskaus (eine Art Gemüse-Eintopf, nicht zu verwechseln mit Bremer Labskaus) stand auf dem Herd.
An der Tradition, dass Magne und Ruben zum Essen in die Küche kamen, hatte sich auch nichts geändert. Diesmal brachten sie allerdings noch jemanden mit.
Ein strohblonder etwa 18-19jähriger junger Mann, mit stahlblauen Augen, leichten Sommersprossen in einem glatten, fast kindlichen Gesicht ohne nennenswerten Bartwuchs und einem kräftigen aber noch nicht fetten Körperbau, stand etwas scheu hinter ihnen, als sie Albert und Pino überschwänglich begrüßten.
„Die beiden verlorenen Söhne sind endlich wieder heimgekehrt. Jetzt ist bald alles wieder, wie es war. Ach… ist das schön“.
Ruben und Magne umarmten die beiden herzlich und betrachteten sie von oben bis unten.
„So sehen also Erfolgsmenschen aus“, lachte Magne.
„Ich denke, das trifft mehr auf Euch zu. Ihr habt ja hier alles erfolgreich am Laufen gehalten“.
„Na ja, wir haben seit einem Jahr auch eine sehr tatkräftige Mithilfe. Das hier ist Gorm, der den langen Weg von Tromsø zu uns gemacht hat, um hier etwas über Landwirtschaft im „Süden“ zu lernen“. Magne zwinkerte dem Blonden zu.
Gorm gab Pino und Albert artig die Hand und meinte im typisch nord-norwegischen Dialekt, dass er schon so viel von ihnen gehört habe und jetzt wirklich gespannt gewesen sei, sie endlich kennenzulernen.
„Tja, und uns hat man den „Familienzuwachs“ einfach verschwiegen. Wie bist Du denn gerade auf unsere ‚Männerwirtschaft‘ gestoßen?“
„Ich habe Magne vor zwei Jahren im Internet kennengelernt, und als ich dann einen landwirtschaftlichen Betrieb im Süden gesucht habe, der möglichst vielseitig arbeitet, meinte Magne, ich würde zu Euch passen“.
„Na, und fühlst Du Dich bei uns wohl?“.
„Oh ja…seehhhr“. Gorm strahlte von einem Ohr zu anderen.
Magne lächelt und erläuterte: „Olav und Håvard sind daran wohl auch nicht ganz unschuldig. Die haben Gorm quasi adoptiert“.
„Ach so…?“
Gorm lachte und erklärte: „Håvard macht ganz tolle Video-Filme, zeichnet genauso gerne wie ich und seine Harley ist ein Traum“.
„Ja, das stimmt. Håvard und Olav haben sich nicht nur zu prima Freunden entwickelt; sie haben sich auch als Naturfilmer inzwischen einen Namen bis Oslo gemacht. Morten wird im Winter einen Film von ihnen im Kunstners Hus zeigen“, mischte sich Bjørn ein.
„Waren nicht Onkel Walter und Gus auch gute Freunde von Olav und Håvard?“, fragte Albert.
„Ja, sind sie immer noch“.
Gorm sah sich etwas ratlos in der Runde um. Er kannte Gus und mich noch nicht, da er bei unserem letzten Besuch gerade zuhause in Tromsø gewesen war.
Nach dem Essen machten alle einen Rundgang über den Hof. Bjørn konnte es nicht abwarten, den beiden Jungs seine neuesten Maschinen und den Umbau des Kuhstalls zu zeigen. Magne hatte im Laufe der letzten zwei Jahre mehr und mehr mit Computer-Technik ausgestattet. Sowohl im Gewächshaus als auch im neuen Kuhstall standen ein PC der neuesten Generation. Lüftung, Düngung und Wasserversorgung konnten jetzt genau wie Milchmengen und Kraftfuttergaben digital gesteuert und registriert werden. Auch die Buchhaltung lief jetzt komplett über einen Rechner. Bjørnstangen hatte sogar seinen eigenen kleinen Server, an den auch Bergstad-Gård angeschlossen war. Bjørns Büro sähe aus wie die Schaltzentrale eines Großkonzerns, frotzelte Albert, war aber sehr beeindruckt von dem technischen Fortschritt, der auf dem Hof Einzug gehalten hatte. Magne war stolz, dass er die gesamte Technik selbst aufgebaut hatte und über Bjørnstangen bereits ein Artikel in der Landwirtschafts-Zeitung erschienen war, in dem er namentlich genannt und sein Einsatz besonders gewürdigt worden war. Regelmäßig kamen Studentengruppen von der Landwirtschafts-Hochschule in Ås, um sich die technischen Neuerungen auf Bjørnstangen anzusehen.
„Irgendein Spinner hat aber auch in einem Leserbrief in der Zeitung geschrieben, er wisse von undurchsichtigen Geldquellen für Bjørnstangen und die wirtschaftlichen Erfolge seien nicht den technischen Neuerungen zu verdanken, sondern ein homosexueller Ausländer befriedige hier seine Privatinteressen“.
„So ein Blödsinn… kann man rausfinden, wer das war?“.
„Ja, ich bin dran. Ruben kennt den verantwortlichen Redakteur. Vielleicht lässt sich da was machen. Olav meint, da habe jemand von Tinus Beteiligung an Bergstad-Gård Wind bekommen und vermische da jetzt was. Der Golf-Club hat sich schon im Internet gemeldet und wollte wissen, ob Bjørn eine Stellungnahme abgeben möchte“.
Bjørn schüttelte den Kopf und meinte: „Es gibt keinen Grund, auf einen solchen Quatsch auch noch öffentlich zu reagieren. Wenn ich weiß, wer das geschrieben hat, setze ich mich mit dem Betreffenden auseinander“.
Albert schmunzelte: „Hier ist ja mehr los als in der deutschen Politik. Dort hatten wir immer den Eindruck, es ginge nur um Geld, Korruption und undurchsichtige Wirtschaftsgeschäfte“.
„Vielleicht ist das eine Zeiterscheinung. Na ja, wir warten mal ab… Nachher müssen wir jedenfalls unbedingt auch nach Bergstad. Das Klubhaus ist komplett renoviert und Tinus hat noch andere Pläne. Allerdings hat Andreas wegen seiner Erkrankung gekündigt und möchte mit Sverre nach Uppsala ziehen. Wir werden also Ersatz für die beiden finden müssen. Im Augenblick teilen Olav, Håvard und ich uns die Arbeit und Joachim aus Oslo war auch für ein paar Tage schon da. Aber auf die Dauer kann das so nicht weitergehen“.
„Da kommen wir ja gerade richtig“, lachte Albert.
„In Deutschland gibt es einen Song der heißt ‚Neue Männer braucht das Land‘“, feixte Pino.
Als Albert und Pino abends im Bett lagen fragte Albert:
„Schatz, glaubst Du, dass wir alles richtig gemacht haben?“
„Warum fragst Du?“
„Na ja, wir haben über fünf Jahre studiert und beschäftigen uns jetzt mit Personalproblemen und technischen Fragen eines mittelgroßen Bauernhofs in der norwegischen Provinz. Wir könnten beide eine berufliche Karriere machen, viel Geld verdienen, schöne, attraktive Männer für uns arbeiten lassen und zwei Mal im Jahr an einem Pool eines schwulen Luxushotels auf Gran Canaria liegen“.
„Ach ja… und das willst Du?“
„Nee… aber Du vielleicht?“
„Spinner… Du bist doch nur hier wirklich glücklich… mit Deinem Wald, Deinen Feldern, Deinen Maschinen und Deinen Menschen… und nur dort, wo Du glücklich bist, bin ich es auch“.
Albert lächelte, nahm Pino in den Arm – so wie sie es schon als Kinder getan hatten -, küsste seinen ganzen Körper und flüsterte dann etwas außer Atem:
„Die Reihenfolge stimmt nicht ganz… erst kommst Du, dann die Menschen, die ich hier liebe und dann unser Hof… und dann alles andere“.
Daraufhin drehte er sich um, nahm Pinos harte Latte in den Mund, umkreiste mit seiner Zunge seine pralle Eichel und ließ sie rhythmisch in seinem Rachen rauf und runter gleiten. Pino stöhnte und verdrehte die Augen, aber gleichzeitig suchten seine Lippen den ihm so vertrauten, harten und von markanten, blauen Adern durchzogenen Schwanz seines Liebsten. Er passte sich dem Rhythmus Alberts an und fast im selben Augenblick, in dem er das Pulsieren spürte und das köstliche Sperma seines Mannes schmeckte, entlud sich auch seine Samenblase mit kräftigen, nicht enden wollenden Schüben. Albert schluckte, grunzte hoch zufrieden, behielt etwas von der köstlichen Sahne im Mund, drehte sich wieder um und drückte sie mit einem liebevollen Kuss seinem Schatz zwischen die Lippen. Sie schliefen fast umgehend ein… eng an einander gepresst… so, wie sie es gewohnt waren.
In den folgenden Tagen galt es für die beiden, sich mit den Veränderungen und technischen Neuerungen auf Bjørnstangen und Bergstad vertraut zu machen. Sie sprachen mit Olav, der nicht nur die Küche des Klubhauses in Gang hielt, sondern fremde Golfspieler einwies, Bälle einsammelte und Reparaturen am Haupthaus ausführte.
Gorm, den sie beide sofort in jeder Hinsicht in ihr Herz geschlossen hatten, zeigte ihnen ein Problem, das er mit der Qualitätsanalyse der Milch hatte, bei der seit zwei Tagen der Bakterienanteil zu hoch war und bewies, was er bei Ruben alles gelernt hatte. Sein technisches Verständnis in Verbindung mit seinem freundlichen, ruhigen und zurückhaltenden Wesen gefiel besonders Albert sehr.
„Wir müssen Papa dazu bringen, dass er Gorm ein Angebot macht zu bleiben“.
„Du hast recht. Er passt ausgezeichnet zu uns und dem Hof. Obwohl ich Bedenken hätte, Dich länger als fünf Minuten mit ihm im Stall allein zu lassen“. Pino warf seinem Liebsten einen angedeuteten Kuss zu und verschwand in der neuen Milchkammer.
Pino zog sich einen Schutzanzug und Plastikhandschuhe an, um Proben der Milch zu entnehmen, die für eine Feinanalyse mit dem Milchwagen in die Molkerei gebracht werden sollten. Dann sah er sich die Melkmaschine und die Milchbehälter an. Anschließend ließ er Milchkühe einzeln über den Melkgraben laufen, um die Euter auf Entzündungen zu untersuchen. Gorm stand neben ihm und schaute ihm über die Schulter.
„Schau mal, Du musst den Euter auch mal in die Hand nehmen… und wenn Du dann solche Rötungen siehst, sagst Du mir Bescheid, und ich nehme mit einer leeren Spritze eine Probe aus der Zitze. Damit kann man dann eine Entzündung genau nachweisen. Ein Tier kann die ganze Milch verderben“.
Gorm sah ihn mit seinen faszinierenden stahlblauen Augen bewundernd an.
„Dann brauchen wir ja jetzt gar nicht mehr den Tierarzt rufen. Der ist ohnehin schon alt und mag nicht wegen jeder Kleinigkeit rauskommen“.
„Offiziell darf ich noch nicht praktizieren. Ich muss auf meine Approbation warten“.
„Auf was?“
„Meine Zulassung“, lachte Pino.
„Und was ist dann anders?“.
„Ich darf dann alle Papiere unterschreiben…“, grinste Pino. „Na ja, Spritzen geben darf ich dann auch noch… den Bullen spielen und die ‚Damen‘ besamen… und nachts die komplizierten Geburten überwachen… alles so Sachen, die kaum Spaß machen“.
„Dem Bullen den Samen abziehen macht mehr Spaß, oder?“
„Definitiv!“, lachte Pino. „Ich sehe, wir verstehen uns“.
„Stimmt es, dass Albert und Du Euch schon mit elf Jahren kennengelernt habt?“
„Ja, das stimmt“.
„Und wie war das? Hast Du damals schon gewusst… also ich meine…, dass Du Männer lieber magst als Frauen?“
„Nein, ich glaube nicht. Ich hatte nur so eine Ahnung. Aber als ich Albert gesehen habe, wusste ich, dass ich ihn sehr mag… Meine Katze hat sich damals allerdings noch vor mir für Albert entschieden“, lachte Pino.
„Kein Wunder, dass Du Tierarzt geworden bist…“.
„Ehy, werde nicht frech!“ Pino schlug Gorm freundschaftlich auf die Schulter und ließ die Hand für ein paar Sekunden in seinem Nacken liegen.
„Was willst Du denn machen, wenn Du bei uns fertig bist?“
„Weiß ich noch nicht. Auf unserem Hof in Tromsø hat mein Bruder das ‚Odelsrett‘ (norwegisches Erbrecht) und Zukunft hat Landwirtschaft bei uns im Norden sowieso nicht“.
„Aber Landwirtschaft mach Dir doch Spaß. Hast Du noch andere Möglichkeiten?“
Gorm lachte schallend: „Andere Möglichkeiten? Ich? … Mir bleibt nur noch Pornodarsteller. Ich habe in der Schule nicht besonders gut aufgepasst und meine Noten waren schlecht. Da bleibt dann nicht mehr viel“.
„Quatsch, Du machst einen hervorragenden Job, bist klug und lernst schnell. Wenn’s in der Schule nicht so gut lief, dann klappt’s halt jetzt. Hast Du nicht Lust bei uns zu bleiben?... Also, ich meine, bevor Du Pornodarsteller wirst…“. Pino zwinkerte ihm zu und untersuchte den nächsten Euter.
„Meinst Du das ernst?“
„Was?“
„Das mit dem Hierbleiben“.
„Ja, klar… Ich denke, Bjørn und Roberto wären mehr als einverstanden und hätten genug Arbeit für Dich. Natürlich würdest Du nicht so viel Geld wie ein Pornodarsteller verdienen, aber der Job hier ist vielseitiger… Männer gibt’s genug auf Bjørnstangen und Bergstad, neue Leute kannst Du auch kennenlernen und fünf Wochen Urlaub eröffnen doch auch noch eine ganze Menge Möglichkeiten…oder?“.
„Das mit dem Pornodarsteller war doch nur Spaß…“.
„War mir schon klar… obwohl… Du siehst ja nicht schlecht aus. Stelle mir gerade vor… Ach was, lassen wir das…“.
„Was stellst Du Dir vor?“
„Nichts… Schluss damit. Halt mal!“
Pino drückte Gorm eine leere Spritze in die Hand und machte eine Eintragung auf einer Tafel, die zu jeder Kuh gehörte. Er ärgerte sich, dass er sich mit seiner anzüglichen Bemerkung nicht hatte zurückhalten können. Schließ wusste er, dass Gorm das mit dem Pornodarsteller nur so dahin gesagt hatte. Obwohl er auch ein paar Zweifel hatte, ob nicht etwas Wahres dahinter stecken konnte. Es wuchs ja inzwischen eine Jugend auf, die durch Internet und eine veränderte Jugendkultur eine freiere Einstellung zur Nacktheit hatte und sich vor allem ungezwungener auch mal nackt in der Öffentlichkeit zeigte. Besonders während des Studiums in Deutschland war ihm aufgefallen, wie verklemmt dort die ältere Generation war.
„Guckst Du Pornofilme?“
„Selten… warum?“
„Nur so… Håvard hat eine große Sammlung… und Ruben auch“.
„Hoffentlich sind das gute… das meiste ist doch nur Schund“.
„Das sagt Håvard auch. Deshalb dreht er selbst welche und verkauft sie im Internet“.
„Ach… das hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Hauptsache er bekommt damit keinen Ärger“.
„Ich glaube nicht… er hält sich an die Gesetze… Er meint, ich hätte Talent…“.
Pino zog die Augenbrauen hoch und blickte Gorm an. Sollte der Junge tatsächlich schon mal einen Pornofilm gedreht haben… und wenn ja, mit wem… Håvard, Olav und Ruben passten irgendwie nicht zu ihm. Jedenfalls konnte Pino sich das nicht vorstellen.
„Warum schaust Du mich so an? Traust Du mir das nicht zu?“
„Doch, doch… wenn Du Dich gerne zeigst, ist das vollkommen in Ordnung für mich. Ich stelle mir das bloß anstrengend vor. Die Filmeinstellungen passen ja nicht immer beim ersten Dreh. Da muss ja oft was wiederholt werden. Das wäre mir zu viel Stress“.
„Also mir macht das Spaß… ist doch nur Sex“.
„Und das macht Dir gar nichts aus, wenn fremde Männer Deinen nackten Körper anschauen und sich dabei einen runterholen?“
„Nö, ich kenne die nicht und die kennen mich nicht… ist doch Ok“.
Pino dachte für einen Moment, ob wohl Jugendliche in Italien auch so unkompliziert mit diesem Thema umgehen würden. Sicher hatte sich dort auch einiges durch das Internet verändert, aber er war sich sicher, dass man hier in Norwegen schon viel weiter war.
„Kennst Du denn wenigstens die Jungs, mit denen Du da vor der Kamera stehst?“.
„Wir treffen uns meistens ein paar Mal vorher bei Olav und Håvard und lernen uns ein bisschen kennen“.
„Sind die denn auch hier aus der Gegend?“
„Einer kommt aus Horten, die anderen sind meistens Schweden“.
„Wie viele Filme hast Du denn schon gemacht?“
„Erst einen, bei den anderen habe ich nur zugeschaut…“.
Pino nahm sich vor, der Sache mal auf den Grund zu gehen und mit Magne und Ruben darüber zu sprechen, die schienen ja mehr zu wissen und irgendwie an der Sache auch beteiligt zu sein. Er mochte Gorm gern und wollte nicht, dass er in etwas Illegales rein geriet. Håvard und Olav kannte er kaum, aber es ergab sich bestimmt eine Gelegenheit mal mit Olav zu sprechen. Pino war etwas besorgt darüber, dass diese Filme angeblich verkauft wurden.
Als er abends die Geschichte Albert erzählte, machte der ein nachdenkliches Gesicht. Auch er fand Gorm sympathisch.
„Ich dachte Håvard wollte sich einen Namen als Naturfilmer machen. Wenn das mit den Pornos rauskommt, nehmen die Leute seine seriösen Filme nicht mehr ernst“.
Als Gus und ich von der Geschichte erfuhren, erinnerte ich mich als erstes an Håvards künstlerische Begabung und seine gefühlvollen Zeichnungen und dann fiel mir ein, dass mir seine professionelle Studio-Einrichtung aufgefallen war, die mich an die von Karl erinnert hatte. Ich konnte mir allerdings nicht vorstellen, dass Olav oder Håvard in etwas Kriminelles verwickelt waren.
Nach dem Abendbrot ging Albert mit Bjørn ins Arbeitszimmer und Pino begleitete Magne bei seinem Kontrollgang durchs Gewächshaus.
„Papa, sag mal, wusstest Du, dass Håvard Video-Filme dreht?“
„Ja, ich habe davon gehört. Es sollen ganz tolle Naturfilme sein. Morten will sie bekannt machen und in Oslo zeigen“.
„Die Filme meine ich nicht. Olav und Håvard sollen auch Pornos drehen und verkaufen“.
„Ach… woher weißt Du das denn?“
„Gorm hat es mir erzählt. Er hat wohl selbst bei einem Film mitgemacht“.
„Oh, das fehlt mir noch… mit so etwas möchte ich nicht auch noch in Verbindung gebracht werden. Es gibt genug Neider, die nur darauf warten, uns etwas anhängen zu können, weil sie uns unseren Erfolg nicht gönnen. Überschriften wie: ‚Pornodarsteller arbeitet auf Männerhof‘ oder ‚Werden auf Vestfolds modernstem Hof Pornos gedreht?‘ möchte ich möglichst verhindern“.
„Na ja, so weit ist es ja noch nicht. Gorm ist ein netter Kerl, der sehr gut arbeitet und sich sicher nichts dabei denkt… Irgendwie gönne ich ihm den Spaß auch. Aber mich macht nachdenklich, dass da Geld im Spiel ist“.
„Ich sehe Olav und Håvard morgen auf Bergstad-Gård, dann werde ich mal vorsichtig versuchen mehr zu erfahren“.
„Magne und Ruben wissen auch etwas darüber. Vielleicht solltest Du erstmal mit den beiden reden“.
„Ok, mache ich“.
Am nächsten Mittag kam Bjørn etwas später als üblich von Bergstad-Gård. Er war den ganzen Vormittag zusammen mit Gorm über den Golfplatz gefahren und hatte Schäden repariert. Auf einer kleinen Anhöhe, von der aus man einen wunderschönen Blick hinüber nach Bjørnstangen hatte, machten sie eine Pause, aßen jeder einen Apfel und knabberten ein paar Kekse.
„Sag mal Gorm, bist Du gern hier bei uns im ‚Süden‘?“
„Oh ja, sehr gern!“
„Möchtest Du bei uns bleiben?“
„Das wäre ein Traum. Albert hat mich gestern auch schon gefragt…“.
„Ich weiß… Er hat mir auch erzählt, dass Du Dich mit Håvard und Olav angefreundet hast…“.
Gorm sah ihn etwas überrascht an und grinste dann.
„Dann hat er Dir sicher auch erzählt, dass Håvard einen Pornofilm mit mir gedreht hat?“
„Ja, hat er“. Bjørn war erleichtert, dass Gorm das Thema selbst erwähnte.
„Ist das schlimm?“.
„Nein, eigentlich gar nicht. Roberto und ich sind die letzten, die das verurteilen würden. Für uns spielt Sex nach wie vor eine große Rolle und einen guten Porno schauen wir uns auch an… aber…“,
Gorm strahlte ihn an und seine klaren, blauen Augen leuchteten.
„Oh, gottseidank… ich dachte schon, ich hätte mir dadurch bei Euch alles versaut“.
„Nein, ganz bestimmt nicht. Nur, Du weißt ja, dass es Leute gibt, die das ganz anders sehen und Du weißt inzwischen wahrscheinlich auch, dass ich Probleme mit einigen Nachbarn habe, die neidisch auf unseren Erfolg sind. Einige von ihnen sind ultra konservative Christen, denen unser Lebensstil von Anfang an ein Dorn im Auge war. Sie konnten aber nie etwas anderes moralisch gegen uns vorbringen, als dass Schwulsein in ihren Augen zu tiefst verwerflich sei und Gott uns eines Tages dafür strafen werde. Mit dieser Ansicht konnten wir alle gut leben, denn es gab genug andere, die uns als normale Landwirte mit guten Ideen und verträgliche Mitmenschen sahen. Wenn jetzt aber Gerüchte aufkommen, dass bei uns einer arbeitet, der mit illegalen ‚Männer-Pornos‘ Geld verdient, dann muss ich mich gegen etwas wehren, gegen das ich mich nicht wehren will… verstehst Du das?“
Gorm sah nachdenklich aus, lächelte aber immer noch.
„Oh ja, das verstehe ich sehr gut. Meine Eltern sind auch fanatische Christen, die die ganze Welt nur nach ihren Regeln beurteilen. Das ist ein Grund, warum ich zuhause weg wollte. Ich mag Olav und Håvard so gern, weil sie niemandem ihre Gedanken und Meinungen aufzwingen wollen. Sie sind einfach nette, kreative und freie Menschen. Håvard hat mir kein Geld dafür bezahlt oder versprochen, dass ich einmal vor seiner Kamera mit einem netten schwedischen Jungen ein bisschen Spaß gehabt habe. Ich finde auch, der Film ist gar kein klassischer Porno. Håvard erzählt einfach die Liebesgeschichte von zwei Jungs…quasi ohne ‚schwarze Balken‘. Ich glaube auch nicht, dass er damit Geld verdienen will. Wer den Film sehen will zahlt nur einen ganz geringen Betrag, viel weniger als für einen Porno aus einem Sex-Shop in Amsterdam“.
„Ich hatte auch gar nichts anderes erwartet. Ich mag Olav und Håvard genauso gern wie Du. Wir müssen bloß verhindern, dass Missverständnisse entstehen und Gerüchte gestreut werden. Das geht ja heute durch das Internet viel schneller als noch vor ein paar Jahren“.
„Håvard produziert seine ‚Männer-Filme‘ unter einem Pseudonym und macht keine Werbung dafür“.
„Ok, und was haben Magne und Ruben damit zu tun?“
„Eigentlich nichts… außer, dass sie sich den Film runtergeladen haben und Magne Håvard berät, wie er sich im Internet verhalten muss und wie man ganz generell mit einem Rechner umgeht“.
Bjørn fiel ein Stein vom Herzen. So, wie Gorm die Sache schilderte, konnte er damit leben. Natürlich würden Roberto und er sich den Film anschauen, und so auch die ganz ‚private‘ Seite ihres neuen Mitarbeiters kennenlernen. Insgeheim war er extrem neugierig, Gorm ohne Arbeitsklamotten zu sehen.
Nachdem Pino und Albert Bjørns Bericht über das Gespräch mit Gorm gehört hatten, waren sie froh, dass Gorm dem Hof aller Voraussicht nach erhalten bleiben würde. Albert wollte auch einen Vorschlag machen, wie Gorm in ein paar Jahren vielleicht auf Bergstad eingesetzt werden könnte.
Es dauerte noch fast zwei Wochen, bis sich Bjørn, Roberto, Albert, Pino und Gorm zum „Filmegucken“ bei Magne im Brygghus trafen.
„Wann hat man schon mal den Hauptdarsteller eines Films bei sich zuhause zu Gast“, feixte Roberto und legte seinen Arm um Gorms Schulter. „Und Dir ist das gar nicht peinlich, dass Deine Kollegen jetzt an Deinem intimen Privatleben teilhaben?“.
„Nö, überhaupt nicht. Ich bin, wie ich bin und Håvard hat alles so dargestellt, wie ich es gut finde. Peinlich kann einem doch eigentlich nur etwas sein, wenn man sich selbst nicht mag oder etwas für nicht richtig hält, was man tut oder getan hat“.
Albert schmunzelte und dachte, dass er es selbst nicht schöner hätte sagen können.
Der Film hatte den Titel: „Vieles bleibt ungesagt“.
Zwei Motorräder rasen direkt auf den Zuschauer zu. Die beiden Fahrer sind durch ihre Lederkluft nicht deutlich zu erkennen. Sie bremsen mit einer heftigen Staubwolke an einem Aussichtspunkt und schauen gemeinsam in einen Sonnenuntergang. Als sie ihre Helme ablegen und sich umdrehen, erkennt man Gorm. Der andere sieht ihm äußerst ähnlich und könnte auf den ersten Blick sein Bruder sein, genauso strohblond, blaue Augen und eine ähnliche Figur.
Ein paar Kameraeinstellungen, die die intensiven Blicke der beiden, einige flüchtige Berührungen und Details der Motorradkluft einfangen. Dann wieder der schöne Blick über eine Landschaft in Süd-Norwegen. Die beiden Biker besteigen wieder ihre Motorräder und fahren erneut in einer Staubwolke verschwindend in den Sonnenuntergang. Die nächste Einstellung zeigt die beiden als sie vor einer typischen Telemark-Hütte stehen und offenbar diskutieren. Gorm knüpft seinen Lederdress auf und man sieht, dass er darunter nichts trägt. Der andere macht eine Kopfbewegung in Richtung Hütte und springt von seinem Bike, breitet seine Arme aus und fängt Gorm auf, der auf ihn zugelaufen kommt. Beide Männer küssen sich heftig und reißen gegenseitig an der Lederkluft…
Als man Gorms recht dicken, hellen und fleischigen Schwanz das erste Mal in Großaufnahme sieht, erkennt man, dass sich bereits kleine Lusttropfen zeigen. Die Kamera fängt das ein und lässt sie in Zeitlupe und vergrößert zu Boden fallen. Ein Effekt, den Albert sofort kommentierte: „Toll gemacht!“.
Stück für Stück entledigen sich die beiden Protagonisten ihrer Lederkluft. Ihre schönen Körper bewegen sich mit steifen Schwänzen als Silhouette im Gegenlicht auf einander zu und entfernen sich wieder voneinander. Mal sieht man Gorm in Großaufnahme und mal seinen Partner. Bei beiden fängt die Kamera das glitzernde Sonnenlicht in ihren feinen Haaren ein, mal gleiten Schweißtropfen und schließlich Spermatropfen über ihre helle Haut. Immer wieder macht die Kamera einen Panoramaschwenk, nur um anschließend wieder die Körper ganz nah zu zeigen.
Am Ende schwingen sich beide Jungs nackt auf ihre Maschinen, geben Gas und verschwinden wieder in einer Staubwolke.
„Schön“, seufzte Pino.
„Das ist kein Porno, das ist Kunst“, meinte Albert.
„Da steckt viel Arbeit drin“, kommentierte Magne.
„Du siehst fantastisch aus. Wäre ich ein paar Jahre jünger und blond, hätte ich auch gern mit Dir gedreht“, Ruben grinste und zwinkerte Gorm zu. Der lachte und erwiderte: „Größe, Alter und Haarfarbe spielen doch keine Rolle… Begabung zählt… hat Håvard gesagt“.
„Ich bewundere Dich, wie routiniert Du Dich vor der Kamera bewegst. Ich wäre vermutlich viel verkrampfter… Also, ich finde solche Filme toll“. Roberto klopfte Gorm anerkennend auf die Schulter.
„Ich sehe Roberto schon im nächsten Film als verklemmten alten Mann, der einen blonden Landarbeiter verführt“, frotzelte Bjørn.
„Pass bloß auf, nur mein Bein war gebrochen, mein Schwanz nicht… und von wegen verklemmt… ich habe gesagt, ich wäre ‚verkrampft‘… das ist etwas anderes“, grinste Roberto.
Albert und Pino hatten es sich zur Gewohnheit gemacht, abends im Bett noch einmal die Ereignisse des Tages Revue passieren zu lassen. Håvards Film ging ihnen nicht aus dem Kopf.
„Würdest Du bei einem solchen Film mitmachen?“ Pino lag auf der Seite, hatte seinen Kopf aufgestützt und schaute seinen Liebsten fragend an.
„Ich weiß nicht… mit Dir als Partner vielleicht… mit Fremden wohl eher nicht“.
„Also, ich hätte Bedenken, dass den Streifen doch mal jemand zu sehen kriegt, der Dich kennt…und…, dass sich wildfremde Männer an Deinem schönen Schwanz und Deinem göttlichen Arsch aufgeilen könnten, wäre für mich ziemlich unerträglich“.
„Ob Håvard das wohl macht, weil er sich an den Jungs aufgeilt, oder weil er so voller Kreativität steckt?“
„Keine Ahnung. Das musst Du mal Walter oder Gus fragen, die sind doch mit den beiden gut befreundet“.
Albert merkte, dass er in den folgenden Wochen Gorm mit anderen Augen sehen würde. Er hatte einfach Lust, den schönen Körper und den interessanten Schwanz in natura zu sehen. Ob er mit Gorm allein auf Bergstad in der Werkstatt war oder draußen die Weidezäune reparierte, ertappte er sich dabei, sich vorzustelle, wie Gorm ohne Unterwäsche in seiner zerschlissenen Latzhose aussehen würde. Pino gab zu, ähnliche Gedanken zu haben, wenn er mit Gorm beim Melken war.
Eines Tages schlug Ruben vor, Håvard könne doch mal einen Film über die ‚Männerwirtschaft‘ auf Bjørnstangen machen. „Das schlag Dir mal aus dem Kopf!“ Bjørn war von der Idee überhaupt nicht begeistert.
„Muss doch nichts Anstößiges sein… mehr so als Dokumentarfilm“.
„Da würden wir bloß schlafende Hunde wecken. Die Zeit für einen solchen Film ist noch nicht reif“.
Albert sah das anders: „Es ist doch das Unbekannte, das die Leute spekulieren lässt, was hier bei uns vorgeht. Gute Bilder in Verbindung mit sachlichen Informationen könnten vielleicht das eine oder andere Missverständnis beseitigen. Es kommt aber sehr darauf an, wer einen solchen Film in Auftrag gibt“.
Bjørn und Roberto brauchten noch drei Jahre, bis sie einem Kamerateam eines privaten Fernsehsenders - bei dem Håvard inzwischen fester Mitarbeiter war - erlaubten, eine Dokumentation über Bjørnstangen und Bergstad zu drehen.
Seit Albert und Pino wieder zuhause waren, überließ Bjørn Albert mehr und mehr die betriebswirtschaftlichen Entscheidungen, die Buchhaltung und die Personalfragen. Pino und Ruben kümmerten sich um die Milchproduktion und die Tiere. Magne hatte weiterhin die gesamte Verantwortung für die Technik, sein Steckenpferd, die Tomaten-Produktion und seit Neuestem kümmerte er sich um die Vermietung der zwei Gästezimmer.
Mit Bjørns Zustimmung hatte er eine Internetseite für Bergstad-Gård erstellt und bot neben einem Link zum Golf-Club auch einen zu Bjørnstangen an. Das Interesse, besonders von deutschen Usern, war so enorm, dass Roberto sich eines Tages beschwerte und meinte, wenn das mit den deutschen Gästen so weiterginge, wäre es mit der idyllischen Ruhe auf Bjørnstangen bald ganz dahin. Er wollte von Albert wissen, wie groß der wirtschaftliche Nutzen der Gäste für Bjørnstangen und Bergstad war.
Albert rechnete aus, dass es sinnvoller wäre, das Gästezimmer-Angebot auf Bergstad-Gård zu erweitern und die Zimmer in Brygghuset nur noch für Freunde zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig schlug er vor, auf Bergstad ein kleines Sommer-Café einzurichten.
Roberto gefiel die Idee sehr gut. Bjørn scheute sich, eine Investitionsentscheidung ohne Rücksprache mit Tinus zu treffen, obwohl die Verantwortlichen vom Golf-Club sofort begeistert waren.
„Dann müssen die (der Golf-Club) aber auch mehr Verantwortung übernehmen und sich an den Kosten beteiligen. Ich bin nicht sicher, ob wir während der Sommermonate mit den Touristen so viel Geld verdienen können, um den langen Winter zu überstehen“.
„Das geht nur, wenn wir auch ein Konzept für den Winter entwickeln. Es gibt ja ein paar Ski-Loipen in der Gegend. Vielleicht sind die für ältere deutsche Touristen interessant – landschaftlich reizvoll und doch nicht so anstrengend“, gab Albert zu bedenken.
„Wir sollten das Klubhaus mehr für Familienfeiern und kleinere Seminare anbieten. Wenn dann noch die Küche sich auf regionale Produkte beschränken würde, wäre das ein extra Highlight“, warf Pino ein.
„Jungs, das kostet alles viel Geld. Überzeugt Tinus von Euren Ideen… vielleicht spielt er mit“.
Tinus war einverstanden. Er war sogar so begeistert, dass er eine hundertprozentige Kostenübernahme garantierte. Er kündigte Albert an, er werde noch im Februar nach Bergstad kommen und helfen, die Formalitäten zu erledigen.
Diesmal kam er nicht allein. Zu Alberts und Pinos großer Überraschung brachte er jemanden mit, den sie beide kannten. Der schüchterne Rothaarige von der ‚Hochzeitsgesellschaft‘ in der Boerderij kam ihnen strahlend entgegen, als sie Tinus vom Flughafen abholten.
Albert meinte sich zu erinnern, dass er Gerrit hieß, war sich aber nicht sicher. Er reichte ihm die Hand und fragte: „Gerrit?“
„Ehy, Du hast ein gutes Gedächtnis. Du bist doch Albert nicht wahr?“
„Stimmt, freut mich, dass wir uns mal wiedersehen“.
Gerrit begrüßte auch Pino wie einen alten Freund und grinste: „Na, noch alles im Lot? Noch nicht bereut geheiratet zu haben?“.
„Nein, ganz und gar nicht“, kam es lachend wie aus einem Munde von Albert und Pino.
Es stellte sich heraus, dass Gerrit zum ersten Mal in Norwegen war. Er wohnte seit ein paar Monaten bei Tinus und sie schienen sich ausgezeichnet zu verstehen. Das hing vermutlich nicht nur mit seiner guten Figur zusammen sondern offenbar auch mit der Tatsache, dass Gerrit Koch im Amstel-Hotel (Amsterdamer 5-Sterne-Luxushotel) war. Männer, die gut kochen konnten, eroberten Tinus‘ Herz fast immer im Flug.
„Ich wollte Gerrit unbedingt mal unser kleines Paradies zeigen…, und … insgeheim hoffe ich, dass er ein paar gute Ideen für die Küche im Klubhaus hat. Vielleicht kocht er uns ja sogar was Feines…“.
Gerrit grinste und frotzelte: „Wenn Ihr ganz lieb zu mir seid… vielleicht“.
„Liebsein fällt den beiden Jungs nicht schwer. Ich hab‘ da ja so manchmal meine Probleme, wie Du weißt“, lachte Tinus.
Olav und Tante Rita hatten für die Gäste alles vorbereitet und so traf sich abends im Wohnzimmer von Bergstad-Gård eine gemütliche Runde vorm prasselnden Kamin, um Pläne für die Zukunft des Hofes zu schmieden.
Roberto, der ein Faible für Rothaarige hatte, konnte den ganzen Abend seinen Blick von Gerrit nicht abwenden. Er war ihm zwar in der Boerderij schon aufgefallen; er hatte aber nie damit gerechnet, ihn noch einmal wiederzutreffen. Allerdings war auch Olav hingerissen von dem neuen Gast auf Bergstad. Als Pino sah, wie Olav Gerrit anhimmelte flüsterte er Albert ins Ohr:
„Na das wird noch was… ich bin gespannt, wie die drei sich einigen. Sollte mich nicht wundern, wenn wir gerade den Hauptdarsteller des nächsten ‚Håvard-Films‘ begrüßt haben“.
Bjørn amüsierte sich über seinen Mann und war froh, dass er sowohl mental als auch körperlich völlig wiederhergestellt war.
Albert hatte jede Menge Papiere und Berechnungen mitgebracht und er hatte ein bisschen gezeichnet. Ihm entging aber auch nicht, dass sich mehr Augenpaare für den rothaarigen Sterne-Koch als für seine Zeichnungen interessierten.
Trotzdem schaffte es Tinus, dass sie konzentriert die Pläne und Finanzierungen diskutierten und schließlich zu dem Ergebnis kamen, das Klubhaus auszubauen, das Gästezimmer-Angebot auf sieben zu erhöhen, ein Cafe neu zu bauen, das Haupthaus um einen Anbau zu erweitern, in dem eine kleine Tierarztpraxis für Pino eingerichtet werden sollte und etwas abseits des Golfplatzes würde ein Parkplatz für Wohnmobile entstehen. In Absprache mit dem Golfclub sollte der ‚Klubraum‘ in ein Speisezimmer umgewandelt und ein Seminar-Raum angebaut werden.
Die Investitionen würden dieses Mal höher sein als bei der Gründung des Golf-Platzes. Die wirtschaftliche Leitung des Projekts sollte Albert übernehmen. Olav würde in Zukunft den täglichen Betrieb leiten und bekam den Auftrag, zusammen mit Albert und Magne einen zusätzlichen Mitarbeiter zu suchen, der sich im Sommer überwiegend um den Golfplatz und im Winter um die Häuser kümmern sollte. Für das Cafe und die Küche des Klubhauses sollte in spätestens einem halben Jahr ein Mitarbeiter eingestellt werden. Gerrit wollte dabei behilflich sein und sich auch unter Kollegen in Holland umhören, ob es jemanden gab, der sich einen solchen Job in Norwegen vorstellen könnte.
Um das persönliche wirtschaftliche Risiko von Tinus und Bjørn zu verringern, einigten sie sich darauf, eine A/S (vergleichbar mit einer deutschen GmbH) zu gründen. Bjørn wurde der Geschäftsführer und Albert der Buchhalter. Weitere Gesellschafter waren vorerst Tinus, Roberto, Pino, Magne und Olav.
„Jungs, wer kümmert sich darum, die Zeitung zu informieren? Ich möchte nicht, dass sich die Presse wieder in wilden Spekulationen ergeht“.
„Ich mache das. Wir können ja einen fertigen Text liefern. Jetzt können wir ja auch ohne weiteres zugeben, dass Tinus Kapital in die A/S eingebracht hat. Durch das Zusammenarbeits-Abkommen mit der EU, können sich Ausländer seit 1994 an norwegischen Firmen finanziell beteiligen. Damit bauen wir allen Gerüchten vor“.
„Du machst das bestimmt richtig“. Bjørn war wieder einmal unsagbar stolz auf seinen Pflegesohn.
Tinus spontane Idee, für Pino eine Tierarztpraxis einzurichten, kam für Pino völlig überraschend. Er hatte zwar vor ein paar Wochen seine norwegische Approbation erhalten, wollte aber eigentlich eine eigene Praxis noch etwas rausschieben. Der alte Tierarzt der Gemeinde praktizierte noch und Pino sah keine Notwendigkeit, sich um die Stelle zu bewerben. Ablehnen wollte er das Angebot allerdings auch nicht, da ihm die Arbeit Spaß machte und er sich gut vorstellen konnte, von hier aus die Höfe der Umgebung zu versorgen.
Zwei Wochen später brachte die Lokalzeitung einen Artikel auf der ersten Seite:
„ Auf Bergstad Gård tut sich was – Mehr Touristen erwartet – Der erfolgreiche Landwirt und Unternehmer Bjørn Sigurdsen hat große Pläne für die Belebung unserer Region. Der beliebte Golfplatz Bergstad soll in Zukunft auch für Nicht-Golfer ein interessantes Ziel sein. Eine neue Restauration, ein Sommer-Café und mehrere neue Gästezimmer sollen sowohl durchreisende Touristen als auch Familienfeiern aus der Umgebung anlocken… Ein niederländischer Norwegen-Freund und bekannter Investor wird in einer neu gegründeten A/S Kapital für das Projekt zur Verfügung stellen…“.
Die ersten Arbeiten starteten bereits im Frühjahr. Die Neubauvorhaben begannen ein halbes Jahr später, sofort nachdem alle Genehmigungen erteilt waren.
Magne hatte je eine Stellenanzeige für einen ‚Hausmeister‘ und einen ‚Küchenchef‘ formuliert und in der Zeitung und im Internet veröffentlicht. Als Hausmeister bewarben sich innerhalb einer Woche über fünfzig Leute, für den Job des Gastronomie-Chefs interessierten sich nur zwei.
Bjørn und Roberto legten großen Wert darauf, dass ihre ‚Betriebsphilosophie‘ beibehalten werde und für beide Stellungen ein Mann eingestellt werden sollte. Albert gab zu bedenken, dass es in Norwegen ein Gleichberechtigungs-Gesetz gab, das jede Benachteiligung von Frauen verbot.
„Ich glaube aber, dass wir auch deshalb bisher so viel Erfolg gehabt haben, weil unser ‚Betriebsklima‘ so gut war und wir uns so gut verstanden haben. Das sollten wir versuchen zu erhalten“.
Gerrit hatte sich gemeldet und sich erkundigt, ob schon eine Entscheidung für den Gastronomiechef getroffen worden sei. Er habe gerade mit einem jungen dänisch-niederländischen Kollegen gesprochen, der schon seit einem halben Jahr eine Stelle in Norwegen suche, aber noch nichts Passendes gefunden habe. Albert bat Gerrit, die Unterlagen so schnell wie möglich zu schicken.
Die Bewerbungsschreiben lagen alle bei Bjørn im Arbeitszimmer und wurden jetzt immer abends nach dem Abendbrot diskutiert. Schließlich wurden vier Männer und zwei Frauen zu einem Gespräch für den Hausmeister-Posten nach Bergstad-Gård eingeladen. Die beiden Bewerbungen als Gastronomie-Chef kamen am Ende nicht in Frage, weil der eine erst am Ende des Jahres hätte beginnen können und der andere unrealistische Gehaltsforderungen stellte.
Der erste Bewerber kam zu Fuß nach Bergstad. Ein hagerer, mittelgroßer Mann mit Halbglatze, laut seinen Unterlagen war er 53 Jahre alt und arbeitete als Platz- und Hallenwart für einen Sportverein in Sarpsborg. Er war mit dem Bus bis zur nächst gelegenen Haltestelle gefahren und den Rest gelaufen. Als Albert ihn fragte, ob er sich vorstellen könne auf Bergstad zu wohnen, zögerte er und meinte dann, im Prinzip schon, aber nur wenn seine kranke Mutter, die er versorgen müsse, mit ihm zusammen wohnen könne.
Der zweite Bewerber rief zehn Minuten vor dem verabredeten Termin an und bat den Termin zu verschieben, da ihm gerade „etwas Wichtiges“ dazwischen gekommen sei.
Der bzw. die dritte war eine junge Dame, die sich nicht an den Gedanken gewöhnen konnte nur mit Männern unter einem Dach zu leben und dann auch noch den ganzen Tag lang zusammen mit ihnen zu arbeiten.
Der vierte war ein junger Mann, der sich die Stelle eher als Kontrollaufgabe vorgestellt hatte und sich von den Arbeitsaufgaben überfordert sah.
Die zweite Frau auf der Liste war Alber sofort sympathisch, hatte eine freundliche Ausstrahlung und erwies sich als passionierte Golfspielerin. Als Albert sie nach ihrem bisherigen Arbeitgeber fragte, stellte sich allerdings heraus, dass sie gekündigt hatte, weil es immer wieder Auseinandersetzungen mit männlichen Kollegen gegeben hatte, von denen sie sich belästigt fühlte. Als sie hörte, dass auf Bergstad nur Männer arbeiten, bedankte sie sich und fuhr fast Hals über Kopf davon.
Der letzte männliche Bewerber kam in einem beigen Volvo Amazon, war 33 Jahre alt, hatte lockige, dunkle Haare mit wenigen grauen Strähnen, trug eine modische, enge Jeans und ein kariertes Baumwollhemd ohne Unterhemd. Er kam fast eine Viertelstunde zu früh und stand noch an seinem Wagen, als Albert ihn auf dem Weg vom Klubhaus zum Haupthaus begrüßte.
Aus seinen Unterlagen wusste Albert, dass er Schwede war und in Oslo auf ‚Kongsgård‘ (dem Bauernhof des Königs auf der Insel Bygdøy) arbeitete. Er hatte geschrieben, dass er aus ‚persönlichen‘ Gründen in die Nähe von Tønsberg ziehen wolle und gerne etwas selbständiger arbeiten würde. Er hatte zwei Zeugnisse, die beide voll des Lobes über seine Zuverlässigkeit und handwerklichen Fähigkeiten waren.
„Hei! Ich bin Johan. Entschuldige, wenn ich etwas früh bin. Ich habe die Fahrzeit von Oslo nicht richtig einschätzen können“.
„Hei! Ich bin Albert und für alles verantwortlich was hier auf dem Hof mit Wirtschaftlichkeit zu tun hat. Hast Du schon eine Erwartung, was hier auf Dich zukommen würde?“
„Offenbar sehr vielseitige Arbeit…“, lachte Johan. „Das ist ja wirklich ein sehr malerischer Hof“.
„Sieht aus wie ein Bauernhof, ist aber eigentlich schon lange keiner mehr. Die letzten Pferde habe wir vor zehn Jahren abgeschafft. Jetzt wird hier Golf gespielt und bald werden hoffentlich noch ein paar Touristen kommen, die vielleicht hier essen, übernachten oder sich einfach nur erholen wollen. Wie Du siehst, bauen wir zum Teil um und renovieren die alten Gebäude. Du müsstest das später alles in Ordnung halten und für so manchen Gast auch Kummerkasten sein können. Traust Du Dir das zu?“
„Darf ich mich ein bisschen umschauen, bevor ich antworte“.
„Ja klar, gern. Komm! Ich zeige Dir alles. Bist Du Dir im Klaren, dass Du hier auf dem Hof wohnen müsstest?“.
„Nichts lieber als das. Ich brauche nicht viel mehr als ein Zimmer, Küche und Bad. Aber ich möchte unbedingt aus der ‚Tigerstadt‘ raus“.
„Warum willst Du denn gerade hier nach Vestfold? Näher an die alte Heimat? Oder eine Freundin?“
„Weder noch… Ich komme aus Stockholm, da spielen die paar Kilometer keine Rolle. Freundin habe ich auch keine. Dafür aber einen Freund in Tønsberg, den ich häufiger mal besuche“.
Albert schmunzelte und meinte: „Hauptsache Du verlässt uns dann nicht in ein paar Monaten, um lieber in Tønsberg zu wohnen. Sind ja doch noch ein paar Kilometer dorthin.“
„Nein, nein keine Angst… ich habe mir das schon gut überlegt. Ich mache mein berufliches Leben nicht von persönlichen Gefühlen abhängig“.
Albert erklärte Johan die Funktion der einzelnen Gebäude und erzählte ihm ein bisschen über die Verbindung zwischen Bjørnstangen und Bergstad.
„Ich habe mit einem Magne gechattet, der arbeitet wohl auf Bjørnstangen, wie ich es verstanden habe“.
„Ja, Magne ist Gesellschafter der „Bergstad A/S“ und verantwortlich für die gesamte Technik. Mit ihm würdest Du quasi täglich zusammenarbeiten“.
„Stimmt es, dass bei Euch nur Männer arbeiten?“
„Ja, wieso? Stört Dich das?“
„Nein, ganz und gar nicht. Wir arbeiten auf Kongsgård im Augenblick auch nur mit Männern. Ich fühle mich damit sehr wohl“.
„Wenn Du noch Zeit hast, stelle ich Dir ein paar Deiner eventuellen Kollegen vor“.
Er hielt Johan die Tür zum Haupthaus auf und ging mit ihm in die Küche. Dort saß Olav und malte ein paar provisorische Schilder für die Baustellenabsicherung.
„Hei! Ich bin Johan“.
„Und ich bin Olav, der Mann, der hier auf Bergstad versucht, die Fäden zusammen zu halten“.
„Ihr beide müsstet hier jeden Tag zusammen arbeiten… Also, wenn Ihr Euch nicht versteht, haben wir alle ein Problem“, grinste Albert.
„An mir soll’s nicht liegen“, lächelte Olav und schüttelte Johan lange und kräftig die Hand.
„Man sagt mir nach, ich sei ein verträglicher Typ…“, lachte Johan.
In diesem Moment hörten sie ein Auto auf den Hof fahren.
„Ah, da kommen meine Pflegeväter,… die Chefs sozusagen“.
Johan schaute Albert fragend an.
„Keine Angst, die beißen nur, wenn Du sie lässt… kleiner Spaß“, Albert grinste.
„Das sind Bjørn und Roberto, die Besitzer von Bjørnstangen. Bjørn ist ‚Styreformann‘ (Vorsitzender) unserer A/S und hat das letzte Wort darüber, wer hier arbeitet“.
Albert stellte Johan vor:
„Johan könnte sich vorstellen, bei uns zu arbeiten, braucht nur ein Zimmer, Küche und Bad und hat überhaupt noch nicht über Geld gesprochen“.
„Na, das sind doch die besten Voraussetzungen“, lachte Bjørn.
„Wenn Du dann auch noch mit unserer ‚Männerwirtschaft‘ klar kommst und nicht gerade zwei linke Hände hast, können wir es doch mal mit einander versuchen“. Dabei warf er Johan einen Blick zu, wie es Albert schon lange nicht mehr bei seinem ‚Papa‘ gesehen hatte. Er strahlte förmlich und schien innerhalb weniger Sekunden einen Draht zu Johan gefunden zu haben. Auch für Roberto schien es keinerlei Zweifel zu geben. Er fragte sofort:
„Wann kannst Du anfangen? Herzlich willkommen in unserem verrückten Verein!“
Johan wirkte überrascht und glücklich zugleich. Er hatte offenbar mit einer so schnellen Entscheidung nicht gerechnet. Vor allem aber schien er von Bjørn und Roberto hingerissen zu sein. Er hing förmlich an ihren Lippen und wartete darauf, dass sie noch etwas zu ihm sagten.
Stattdessen klopfte ihm Olav auf die Schulter und sagte: „Komm, ich zeig Dir mal Deine Wohnung“.
„Eh...eh… also… ja dann… wenn ich hier bei Euch anfangen darf… entschuldigt, aber ich bin noch etwas verwirrt. Ich habe ehrlich gesagt gar nicht damit gerechnet, den Job so schnell zu bekommen. Ich habe zum Monatsende auf Kongsgård gekündigt, könnte also in zwei Wochen anfangen“.
„Bestens, wir freuen uns… So, jetzt schau, ob Dir die Wohnung gefällt. Wir möchten, dass Du Dich hier draußen wohl fühlst… unzufriedene Hausmeister würden uns die Gäste vertreiben und anschließend unterhalten wir uns übers Geld“, scherzte Bjørn.
„Ja, danke… danke… wohlfühlen werde ich mich bestimmt… das weiß ich jetzt schon“. Johann sah immer noch verwirrt aber sehr glücklich aus. Immer wieder schaute er sich nach Bjørn und Roberto um, wurde aber von Olav mit sanfter Gewalt durch die Tür geschoben.
„Ausgesprochen netter Kerl… ich hoffe, wir haben mit unserer Wahl auch diesmal wieder Glück gehabt. Wie ist er eigentlich auf diese Stelle aufmerksam geworden?“
„Wenn ich das richtig verstanden habe, hat er mit Magne im Internet gechattet“.
„Oh Mann, was wären wir ohne Magne und sein Internet?“, feixte Bjørn.
Johan überwältigt von seinem ‚Bewerbungsgespräch‘, seinen Chefs, der für seine Begriffe unglaublichen Betriebswohnung und nicht zuletzt dem Gehaltsangebot, das um ein Vielfaches höher lag als auf Kongsgård, wo für ein winziges Zimmer noch 2500 Kronen vom Gehalt abgezogen wurden und er nicht einmal ordentlich seinen Freund empfangen konnte. Er war so aufgedreht, dass er am Steuer seines Amazon erstmal ein paar Mal tief durchatmen musste, bevor er Richtung Tønsberg davon fuhr.
Als Albert abends Pino von dem Bewerbungsgespräch mit Johan erzählte, schmunzelte der und meinte trocken:
„Haben wir in Italien doch schon immer gesagt, ‚nur gemeinsame Interessen halten die Familie zusammen…“.
„Da ist was dran… Du hättest mal Papas Blick sehen sollen, als er Johan die Hand gab. Wären die beiden alleine gewesen, hätte ich für nichts garantieren mögen“, grinste Albert.
„Hoffen wir mal, dass das gut geht und Johan sich nicht überrumpelt fühlt. Auch nicht jeder schwule Mann kommt mit der liberalen Haltung von Bjørn und Roberto sofort klar“.
„Fandst Du denn Johann auch nett?“
„Ja, er machte sofort einen sympathischen Eindruck auf mich“.
„Nur ‚sympathisch‘ oder noch mehr?“
„Süßer, Du wirst mir doch nicht eifersüchtig auf Deine alten Tage?“
„Von wegen ‚alte Tage‘, pass bloß auf! Ich zeige Dir gleich mal, was ein ‚alter Mann‘ noch alles kann… und dann kannst Du meinetwegen Johan in zwei Wochen einarbeiten“.
„Pah, Spinner! Das machen andere“. Albert schlang seine Arme um seinen Mann und sie „wiegten sich stöhnend und keuchend in den Schlaf“, wie es Maurizio einmal ausgedrückt hatte.
Eine Woche später rief Johan Albert an und fragte, ob er noch einmal nach Bergstad kommen dürfe, um ein paar Dinge in der Wohnung auszumessen.
„Du kannst kommen, wann Du möchtest. Es ist immer jemand da“.
Olav, Håvard, Gorm, Magne, Albert und ein paar Handwerker saßen gerade beim Mittagessen, als Johans Amazon auf den Hof fuhr.
Er kam nicht allein. Ein schlanker, grauhaariger, braun gebrannter, etwa 60igjähriger Mann mit gepflegtem Vollbart begleitete ihn.
„Ah, unser Hausmeister…“, lachte Olav. „Komm rein, Ihr könnt mitessen!“
„Danke, danke… wir haben schon gegessen. Ich wollte nur eben ein paar Sachen ausmessen, damit ich weiß, was ich an Möbeln brauche“.
Magne winkte Johan zu und rief: „Hei! Wir kennen uns. Ich bin Magne“.
„Oh, Hei Magne! Das ist mein Freund Øystein stellte er seinen Begleiter der Runde vor.
„Hei Østein!“, kam es vielstimmig zurück.
„Übrigens, wenn Du noch Möbel brauchst, kannst Du Dich gern bei uns auf Bjørnstangen oder hier auf dem Boden des Haupthauses umsehen. Da steht noch so viel… teilweise sogar ganz neue Sachen“, rief Albert.
„Mensch, danke! Das wäre toll. Ich hab’s gerade nicht so dicke. Das würde mir wirklich helfen“.
„Ich nehme Dich nachher mit nach Bjørnstangen. Sag, was Du brauchst. Wir finden schon was Passendes“.
Auf dem Weg nach Bjørnstangen sagte Øystein: „Das ist aber ein netter Haufen… ich glaube, Du hast richtig Glück gehabt. Woher kennst Du denn den Magne?“
„Aus dem Internet…“.
„Ach so…“.
Es stellte sich heraus, dass Johan so gut wie keine eigenen Möbel besaß. Auf Kongsgård hatte er möbliert gewohnt und davor bei seinen Eltern. Überhaupt ging es ihm wirtschaftlich nicht besonders gut. Sein altes, aber sehr gepflegtes Auto, war der einzige Luxus, den er sich leistete.
Während er mit Albert durch die Scheune ging und die verstaubten Sachen durchging, die sich im Laufe der Jahre dort angesammelt hatten, versuchte Albert sehr rücksichtsvoll und behutsam herauszufinden, was die Ursache für Johans wirtschaftliche Notlage war. Er trank und rauchte nicht, war sparsam mit dem Essen, war noch nie über Schwedens und Norwegens Grenzen hinweg verreist und dennoch hatte er Schulden.
„Weißt Du, mir hat vor zehn Jahren mal ein Freund geraten, ich solle von meinem Ersparten Aktien kaufen, dann wäre ich in ein paar Jahren ein gemachter Mann. Das war ein Fehler, weil ich von solchen Sachen damals und auch heute keine Ahnung hatte. Erst lief alles super gut, dann kamen die ersten Verluste und mein Freund riet mir, ich solle noch mehr investieren… Das mache man immer so in schlechten Zeiten, um, wenn es wieder besser liefe, die hohen Gewinne einzustreichen. Daraufhin habe ich mir Geld geliehen und es ihm gegeben, damit er mehr Aktien für mich kaufen sollte. Hat er auch gemacht… bloß die sind heute nichts mehr wert und mein Freund ist weg“.
„Oh, sch… das ist tragisch. Von wem hast Du das Geld geliehen?“.
„Von meiner Bank in Schweden“.
„Gottseidank nicht auch von einem Freund… Darf ich Dich fragen, wie hoch die Summe war?“
„Ja klar… 100 000 Kronen… fast 50 000 habe ich inzwischen abbezahlt“.
„Und… hast Du die Papiere noch?“.
„Ja, aber ich habe mich nie wieder darum gekümmert, weil die Leute in der Bank gesagt haben, sie seien völlig wertlos. Na ja… und Øystein meint auch, ich solle die Sache vergessen, weil mich das zu sehr belastet“.
„Hat Øystein Ahnung von Aktien-Geschäften?“.
„Ja, ich denke schon. Er arbeitet in einer Bank in Tønsberg“.
„Würdest Du mir die Papiere trotzdem mal zeigen? Ich habe in Deutschland Betriebswirtschaft studiert und mich gerade mit dem Thema Wertpapiere viel beschäftigt… und… einer unserer Gesellschafter in der Bergstad A/S – der beste Freund von Roberto und Bjørn – ist holländischer Finanz-Investor. Er würde sicher mit einem Blick sehen, ob es noch eine Chance gibt oder nicht“.
Johan schaute Albert so entgeistert an, dass dieser laut lachte und meinte: „Schau doch nicht so. Es kann doch nicht mehr schlimmer werden. Wir wollen einen zufriedenen und glücklichen Hausmeister, sonst können wir unsere Ideen für Bergstad-Gård begraben“.
Johan lächelte: „Ich glaube, ich schaue immer so bescheuert, wenn ich etwas nicht begreife… aber denkst Du wirklich, da sei noch was zu holen… wertlos ist doch wertlos, oder?“
„Nicht immer.“
Für einen kurzen Moment sah es so aus, als wolle Johan Albert um den Hals fallen. Er hielt sich aber zurück und strahlte ihn nur an: „Ich bringe Dir alles bis spätestens morgen abend… Danke, danke und nochmals danke… auch wenn nichts dabei rauskommt… Ihr seid alle so wahnsinnig nett… Ich fühle mich schon jetzt, als ob wir uns jahrelang kennen“.
„Nichts zu danken, alles purer Eigennutz“, feixte Albert.
Als sie wieder nach draußen in die Sonne traten, saßen Øystein und Pino auf der Bank vor Brygghuset und unterhielten sich sehr angeregt. Johan hatte sich ein großes, breites Bett, einen alten Kleiderschrank, vier Stühle, einen Tisch und eine alte Vitrine aus dem vorigen Jahrhundert ausgesucht. Albert hatte ihm versprochen, die Sachen in den nächsten Tagen nach Bergstad zu fahren.
Johan wusste nicht warum, aber über das Gespräch mit Albert wollte er vorerst mit niemandem sprechen, auch nicht mit Øystein. Der war zwar für ihn ein lieber Freund und sehr sexy – für ihn hatten ohnehin nur Männer über 40 eine erotische Anziehungskraft -, aber er hatte manchmal auch das Gefühl, von ihm nicht ernst genommen zu werden und hin und wieder den Verdacht, einfach nur Lustobjekt zu sein. Øystein liebte es zu dominieren und zu bestimmen. Besonders beim Sex war er ihm oft zu anstrengend. Aber er mochte ihn… oder besser, Øystein war eine sehr liebe Gewohnheit für ihn geworden.
Sie hatten nie darüber gesprochen, aber Johan wollte Øystein nicht dadurch verletzen, dass er sein eigenes Selbstbewusstsein besonders hervorkehrte und war deshalb auch froh, dass sie nicht täglich zusammen wohnten. Im London-Pub in Oslo hatte Johan durchaus auch schon mal andere ältere Kerle getroffen, mit denen er Spaß gehabt hatte. Es gab halt Dinge, über die sprach er nicht mit jedem. Auch über sein Verhältnis zu Magne wollte sich Johan gegenüber Øystein nicht weiter äußern. Es ging ihn nichts an, dass er Magne schon viele intime Einzelheiten von sich berichtet hatte und er auch schon Vieles von Magne und Ruben wusste.
Für Johan waren sein neuer Job und vor allem die neuen Leute, die er kennengelernt hatte ein Traum. Er befürchtete jeden Tag, er würde erwachen und sich im Kreise seiner langweiligen Kollegen auf Kongsgård wiederfinden.
Zu Albert und Pino hatte er vom ersten Augenblick an Vertrauen gefasst. Alberts Pflegevater Bjørn faszinierte ihn als Mann. Er hatte eine Ausstrahlung, der er sich nicht entziehen konnte, auch dessen Partner Roberto, war ein Typ, für den er alles getan hätte. Dass diese beiden tollen, attraktiven Männer seine Chefs waren, ließ ihn mehrere Tage lang nicht richtig schlafen. Aber auch über das wollte und konnte er mit Øystein nicht sprechen.
Am Abend des folgenden Tages kam Johan allein nach Bjørnstangen.
Albert erwartete ihn in ihrer Wohnung im Brygghuset. Pino hatte Spaghetti a la Bolognese gekocht und rechnete damit, dass sowohl Bjørn, Roberto und eben auch ihr Gast mitessen würden.
Nach einem flüchtigen Blick auf die Papiere, meinte Albert: „Ich hoffe, Du bist einverstanden, wenn ich sie schon vorab Bjørn zeige, bevor ich sie in der nächsten Woche mit Tinus, unserem holländischen Freund, durchgehe. Mit Tinus solltest Du Dich sowieso gut stellen. Er hat die größte Wohnung auf Bergstad und ohne ihn gäbe es den Hof in seiner heutigen Form vermutlich gar nicht“.
Johan lachte: „Natürlich, ich habe doch nichts zu verlieren… bloß… stell mich den beiden nicht als Pleitegeier dar. Ich komme schon irgendwie über die Runden. Allein der Job bei Euch hilft mehr als jeder Aktiengewinn“.
Das Abendbrot verlief ausgesprochen fröhlich, weil Pino und Roberto Anekdoten aus ihrer Jugend in Italien erzählten und sich gegenseitig mit ihren vermeintlichen „Mafia-Erfahrungen“ auf die Schippe nahmen.
„Du warst doch damals viel zu klein… und konntest doch gar nicht hören, was die ‚bösen‘ Onkel alles so beredet haben“.
„Im Gegensatz zu Euch auf Sizilien gab es bei uns in Ligurien keine ‚bösen‘ Onkel… die ‚Tanten‘ waren viel schlimmer… und denen konnte ich alles von den Lippen ablesen“.
Während sie sich immer und immer wieder die alten Geschichten erzählten, die jeder, bis auf Johan, fast auswendig kannte, konnte der schon wieder seinen Blick nicht von Bjørn und Roberto lassen. Jedes Mal wenn Bjørn ihm zulächelte, wurde Johan rot. Das entging weder Albert und Pino noch Roberto.
Bei ihrem üblichen Tagesrückblick stellte Albert fest: „Sollte mich nicht wundern, wenn Papa und Roberto bald die meiste Zeit des Tages auf Bergstad sind, um die Arbeit unseres neuen Hausmeisters zu kontrollieren…“.
„Nur gut, dass Du Johan eingestellt hast. Da kann keiner sagen, es hätten andere als fachliche Qualifikationen eine Rolle gespielt“. Pino gab seinem Mann einen Kuss.
Albert grinste: „Und Du kannst froh sein, dass ich für Johan viel zu jung bin. Ich finde ihn nämlich auch ziemlich sexy“.
„Ach so, daher Dein Interesse für wertlose Wertpapiere… Da kann ich natürlich nicht mithalten, aber vielleicht interessiert Dich ja das hier…“, und schon schob er ihm seinen wie immer eisenharten Schwanz in die Poritze.
„Und wie!“
(Dran bleiben, die Geschichte geht im Teil 7 weiter.)
(Kommentare, Fragen und Anregungen unter gugamster@hotmail.com oder hier im Chat)



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