Mit einander für einander (16)
- gert

- 3. Apr. 2020
- 47 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Nov. 2022

Arild erwartete sie in der Ankunftshalle von Oslo-Fornebu, wunderte sich allerdings, dass, obwohl er die beiden schon im Transitbereich gesichtet hatte, es so lange dauerte, bis sie die Zollkontrolle passiert hatten.
Ein blutjunger, bildhübscher Zöllner mit viel zu enger Uniformhose hatte die beiden gebeten, ihre Koffer zu öffnen, um eventuell zu viel gekauften Alkohol oder Zigaretten zu beschlagnahmen oder wenigstens mit Zoll zu belegen. Da beide nichts gekauft hatten, war dieses Vorhaben vergeblich. Allerdings interessierte er sich brennend für die beiden in Zeitungspapier eingewickelten Skulpturen. Er packte sie sorgfältig aus, betrachtete sie von allen Seiten, wurde knallrot und packte sie dann ganz vorsichtig und fast liebevoll wieder ein, lächelte und meinte, dass seien doch nun wirklich mal originelle Souvenirs aus Amsterdam. Dann wünschte er ihnen noch einen schönen Abend und eine gute Heimreise. Roberto bildete sich ein, er habe ihn besonders intensiv angeschaut. Bjørn bemerkte ironisch, er solle sich den Kontakt warm halten, denn man könne ja nie wissen, ob sie bei späteren Reisen nach Amsterdam, ihn nicht noch mal gebrauchen könnten. Beide lachten schallend, als ihnen Arild entgegen kam.
Auf der Heimfahrt erzählten sie von ihrer Begegnung mit Bjørns Vater und Arild berichtete, was sich auf dem Hof ereignet hatte. Die Arbeiten am Brygghus waren gut vorangekommen und er hoffte, bereits Ende März mit allen Räumen fertig zu sein. Im Kuhstall hatte es Nachwuchs gegeben und Kjell hatte im Haupthaus Großreinemachen veranstaltet. Arild meinte, es röche dort wie im Krankenhaus. Kurz bevor sie in die Hofeinfahrt einbogen, teilte Arild ihnen dann vollkommen beiläufig mit, dass er nach den Sommerferien Mai Linh heiraten werde. So Gott wolle, würden sie im August oder September Eltern.
„Ach herrje“, entfuhr es Bjørn. „Das ist ja nun mal eine richtige Überraschung. Da müssen wir ja noch am Brygghus anbauen“, lachte er. „Nein, ich werde wahrscheinlich ein Haus in Bjørklund kaufen. Wir haben es uns gestern angesehen und es gefällt uns sehr gut. Einar will uns bei der Finanzierung helfen. „Na dann – Hauptsache Du bleibst uns erhalten. Wir können Dich auf Bjørnstangen nicht entbehren. Über Dein Gehalt unterhalten wir uns später dann auch noch mal“.
Im Haus war tatsächlich alles blitzblank sauber und aufgeräumt. Küche und Wohnzimmer sahen aus, als ob sie für die Foto-Session eines Einrichtungshauses vorbereitet worden wären.
Kjell hatte eine Nachricht auf den Küchentisch gelegt, dass er auf Bekketangen sei und erst später am Abend zurückkäme. Das Abendbrot stünde aber im Kühlschrank.
Bjørn machte einen kurzen Kontrollgang zum Kuhstall, während Roberto Kaffee kochte. Anschließend warfen sie sich beide aufs Sofa, legten die Beine auf den Tisch und ließen ihre Reise nach Amsterdam noch einmal revuepassieren. Sie legten die beiden Teile von Tinus Blankoscheck vor sich hin, stellten die beiden Männer-Skulpturen daneben und betrachteten beides amüsiert und ein bisschen nachdenklich.
„Glaubst Du, wir haben das richtig gemacht?“. – „Was?“ – „Na das mit dem Scheck“. – „Was hätten wir tun sollen? 100 000 Gulden eintragen, zur nächsten Bank rennen und abheben? Abgesehen davon, dass wir dann sicher nähere Bekanntschaft mit dem süßen Zöllner auf Fornebu gemacht hätten, dürfte unsere Freundschaft mit Tinus dahin gewesen sein“. – „Aber wir hätten eben 100 000 Gulden mehr gehabt und vielleicht einen verdammt knackigen Arsch anschauen dürfen“, feixte Roberto. „Nee, mal im Ernst, ich glaube, Tinus ist in uns beide verliebt und schafft es einfach nicht, seine Zuneigung anders als durch Geld auszudrücken. Wir müssen ihm klar machen, dass wir ihn gern zum Freund haben, so wie alle unsere anderen Freunde auch, unabhängig von Geld und Geschenken… und vor allem auch unabhängig von seinem geilen Schwanz. Mein Anus spürt ihn übrigens immer noch. Das Teil werde ich mein Leben lang nicht vergessen“. – „Ja, schade, dass ich zu eng bin. Für mich war Jerry die extremste Erfahrung, die ich bisher gemacht habe. Aber am schönsten ist Dein Schwanz ganz tief in mir drin. Das wird auch immer so bleiben“. Bjørn küsste seinen Liebsten mit rollenden Augen, lang anhaltend und hielt ihn dabei fest umschlungen.
Sie sprangen beide die Treppe zu ihrem Schlafzimmer hinauf, rissen sich förmlich die Sachen vom Leib, verstreuten alles über dem Fußboden und schmissen sich auf ihr Bett.
Als Kjell gegen Mitternacht leise in sein Zimmer schlich, hörte er von oben abwechselnd Lachen, Stöhnen und hin und wieder einen kurzen Schrei. Er lächelte, zog sich aus, spielte noch ein wenig mit seinem kleinen, dicken Glied und schlief dann ein. Eine halbe Stunde später war alles ruhig auf Bjørnstangen.
Am nächsten Morgen waren Roberto und Bjørn bereits um sieben im Kuhstall, als Arild und Ruben mehr oder weniger schlaftrunken ein paar Minuten später auch auftauchten.
Arild hatte die Nacht bei seiner Verlobten verbracht und Ruben hatte im Gästezimmer übernachtet.
„God morgen, alle sammen!“, rief er fröhlich und erkundigte sich artig nach der Reise seiner beiden Chefs. Er entschuldigte sich, dass er sie am Abend vorher nicht begrüßt habe. Aber er sei so müde gewesen und habe bis jetzt durchgeschlafen. Was durchaus nicht ganz der Wahrheit entsprach, denn auch er hatte die Geräusche aus dem Schlafzimmer der beiden Hofbesitzer gehört und seiner Phantasie freien Lauf gelassen.
In der ersten März-Woche setzte Tauwetter ein. Die Sonne schien tagelang von einem fast wolkenlosen Himmel und die Schneeberge auf Bjørnstangen schmolzen schnell. Roberto und Bjørn arbeiteten mit bloßem Oberkörper in der warmen Frühlingssonne, hackten Holz und reparierten Winterschäden am Haus. Aus dem Brygghus hörte man Hämmern, Bohren und Sägen. Zwei Elektriker und zwei Klempner waren seit zwei Tagen damit beschäftigt, die letzten Einbauten in der Küche, den beiden Bädern und der Sauna fertigzustellen. Telefon war noch nicht installiert, aber Telekom hatte bereits angekündigt, in den nächsten Tagen einen Techniker zu schicken.
Eines Mittags kam das rote Postauto des Landzustellers in rasanter Fahrt auf den Hofplatz gefahren, so dass Schneematsch und Dreck in alle Richtungen spritzte. Diesmal hatte der Postmann ein Päckchen aus Holland dabei. Absender: Tinus van den Berg.
Bjørn und Roberto schauten sich an und grinsten. „Was hat er sich jetzt wohl wieder ausgedacht?“.
Der Inhalt war mehrfach verschnürt und sehr sorgfältig in weiches Seidenpapier verpackt. Obenauf lag ein Brief in einem neutralen Umschlag mit der Aufschrift: „Für die beiden liebsten Wikinger der Welt“. Auf vier DIN-A-4-Bögen hatte Tinus ihnen mit sauberer und fast künstlerischer Handschrift einen Brief geschrieben. Ich gebe hier nur die letzten Sätze wieder: „…Darum, meine Lieben, hoffe ich, dass Ihr für dieses Bild einen angemessenen Platz findet. Ich fühle mich Euch einfach auf diese Weise etwas näher. Glaubt mir, Ihr seid wertvoller, als alles, was ich besitze. Ich freu mich wahnsinnig auf unser Wiedersehen im April. Für jeden von Euch den liebsten Kuss und die wärmste Umarmung, die ich in der Lage bin zu geben. Euer Tinus“.
Nachdem sie vorsichtig die Verpackung beseitigt hatten, lag vor ihnen ‚der nackte Tinus‘. Das surrealistische Portrait, das Bjørns Vater vor Jahren von seinem Freund gemalt hatte.
Bjørn schüttelte gerührt den Kopf: „So einen lieben Brief habe ich noch nie bekommen. Alle, die Tinus hart, gefühllos und berechnend eingeschätzt haben, müssten das hier lesen. Sie würden sich den Rest ihres Lebens schämen. Ich kann leider nicht so schön antworten. Das musst Du machen“, dabei sah er seinen Schatz an, der bereits den Brief zum zweiten Mal las.
„Ich denke, wir werden Tinus mit ins Schlafzimmer nehmen und ihn neben Gus und Walter hängen. Was meinst Du?“, Björn sah Roberto fragend an. „Ja klar, es gibt keinen besseren Platz“.
Noch am selben Abend setzte sich Roberto an den Schreibtisch im Arbeitszimmer und schrieb ausführlich, ebenfalls auf mehreren Seiten, zurück. Sein Brief endete: „… Deshalb fällt es uns so schwer zu beschreiben, welchen Platz unsere wirklichen Freunde in unserem Herzen haben. Am einfachsten ist es für uns, sie als unsere Familie zu bezeichnen, zu der neben Vater, Mutter, Tanten und Onkel eben auch Walter, Gus, Erik, Karl und jetzt auch Du Tinus gehören. Wir hoffen, Du magst sie alle so wie uns. Das wäre das schönste Geschenk, das Du uns machen könntest. In diesem Sinne erwidern wir all Deine herzlichen Küsse und Umarmungen und bleiben, Deine beiden Wikinger R & B“
Gus und ich hörten die Einzelheiten über die spektakuläre Amsterdam-Reise, den „Familienzuwachs“ in Gestalt von Esben und Tinus und die Neuigkeiten von Bjørnstangen erst drei Wochen später, als Roberto und Bjørn uns in unserem „Haus im Wald“ besuchten.
Wir hatten uns inzwischen sowohl mit unseren neuen Kollegen als auch mit unseren Arbeitsaufgaben angefreundet. Gus war begeistert vom Betriebsklima bei ‚Green House‘ und von der Zusammenarbeit mit Egil und Erik. Er lernte jeden Tag mehr über den internationalen Blumenhandel und verbesserte seine Sprachkenntnisse in Rekordzeit.
Meine neuen Kollegen waren überwiegend Frauen, allerdings gab es auch zwei Männer, die mir beide auf ihre Art sehr sympathisch waren. Unsere Behörde war, ganz im Gegensatz zu Deutschland, kaum hierarchisch organisiert. Wir arbeiteten in einem Team, in dem jeder gleichberechtigt war. Obwohl ich mich mit den Gepflogenheiten der norwegischen Jugendhilfe, der Kinderbetreuung und dem Sozialsystem ganz generell kaum auskannte, wurde ich gleichberechtigt akzeptiert und alle bemühten sich, mir das Wichtigste geduldig und schnell beizubringen. Bereits am zweiten Tag nahm ich an Elterngesprächen teil und schrieb meine erste Fall-Bewertung.
In der letzten Märzwoche schneite es nochmal etwas. Dabei fiel mir ein, dass wir uns ja mit Jerry, Morten, Karl und Erik zu einer Fotosession im Schnee verabredet hatten. Das konnte wohlmöglich die letzte Chance in diesem Jahr sein, eine echte Winterkulisse zu bekommen. Daher rief ich Karl und Jerry an und schlug vor, am Samstag einen „heißen Tee“ bei uns zu trinken und mal wieder den „Fotoapparat auszuprobieren“. Beide sagten sofort zu. Leider stellte sich heraus, dass Erik und Gus am Samstag Kunden aus Nord-Norwegen in der Firma erwarteten und voraussichtlich nachmittags nicht dabei sein konnten.
Ich hatte gerade ein Blech mit warmen „Kanelboller“ [Zimtbrötchen] aus dem Backofen geholt, als ich ein Auto zu unserem Haus herauffahren hörte.
Karl, Jerry und Morten kamen gemeinsam. „Hei, og takk for sist!» Wir umarmten uns und die Drei mussten erstmal den herrlichen Duft der frisch gebackenen Brötchen inhalieren, bevor Karl sagte: „Ach übrigens, Magne will auch kommen. Ich hoffe, es ist Dir recht?“ – „Na klar. Hauptsache, Du hast genug Filme mitgebracht“. – „Müsste reichen. Morten hat einen Karton mit 50 Filmen von einem Fotografen in Oslo geschenkt bekommen“, lachte er. „Scheinwerfer, Selbstauslöser und Stativ habe ich auch dabei“.
Während Karl sich auf unserer Terrasse und auf der Sonnenseite des Hauses nach geeigneten Plätzen für unser Fotoshooting umschaute, standen wir anderen am Fenster mit einer Teetasse in der einen und einem Zimtbrötchen in der anderen Hand und sahen ihm zu.
Morten grinste und meinte: „Van Gogh hat mal gesagt: ‚ Das Gelingen ist manchmal das Endresultat einer ganzen Reihe missglückter Versuche‘.“ – „Das ist wie mit Beziehungen“, lachte Jerry und fügte hinzu: „Mit Dir ist es kein Versuch, also kann auch nichts missglücken“. Er küsste Morten in den Nacken.
„Ich schließe daraus, dass Dein Versuch mit Joachim missglückt ist?“, stellte ich fest. „Na ja, sagen wir mal so, wir leben uns mehr und mehr auseinander. Ich wohne fast die ganze Woche über bei Morten und wenn ich dann zwischendurch mal nach Hause komme, sitzt Asbjørn halb nackt bei uns in der Küche. Eigentlich mag ich ihn ganz gern, aber die ganze Heimlichtuerei ist lächerlich. Joachim und ich haben alles zwischen uns geklärt. Er findet Asbjørn sexy und mag seine ruhige Art. Die beiden gehen kaum weg und ihr Job ist ihr gemeinsames Hobby. Na ja, Morten und ich…“, dabei sah er seinen Liebsten lächelnd von der Seite an, „…wir sind gern unter Leuten, gehen zwischendurch unsere eigenen Wege, haben kein Problem auch mal einen anderen Schwanz anzufassen, finden jede Form von Kunst und Kreativität spannend, streiten uns nicht und nehmen uns halt, wie wir sind“. Diesmal nahm Morten Jerrys Hand, küsste sie und sagte: „Das hast Du schön gesagt. Allein dafür liebe ich Dich“.
Karl kam wieder rein und bereitete seine Hasselblatt- und eine Nikon-Kamera vor. „So, wer möchte denn nun ein Portrait von sich in klassisch schöner Winterlandschaft?“. Alle lachten und riefen: „Ich“.
„Ich würde vorschlagen, Ihr zieht Euch dafür um. Zur Umgebung würden Norweger-Pullover, Winterjacken, Wollmützen, Schals und Wollhandschuhe passen“. – „Haben wir alles da. Ich such mal was raus“.
Ich fand einen roten und einen blauen Norwegerpullover, einen knallroten Ski-Anzug, mehrere Schals und Handschuhe und eine alte Nickerbockerhose aus grauem Filzstoff. „Nehmt Euch, was Ihr braucht!“
„Gar nichts ginge natürlich auch“, feixte Morten. „Wenigstens ein Schal sollte schon sein…wegen der Erkältungsgefahr“, lachte Karl.
Während Morten und Jerry noch die unterschiedlichen Sachen ausprobierten, kam noch ein Auto den Berg zu unserem Haus hochgekrochen.
Magne sprang strahlend aus seinem beigen Volvo Amazon und rief: „Hallo! Jemand zuhause?“ – „Komm rein, sonst kriegst Du nichts mehr zum Anziehen ab“, rief ich zurück und grinste.
Er sah noch besser aus, als ich ihn in Erinnerung hatte. Sein blonder Bart war kurz getrimmt und auch die Haare waren kürzer als vor Weihnachten. Er trug einen groben, grau-blauen Wollpullover mit V-Ausschnitt und eine dazu passende schwere Baumwollhose. Es wirkte, als trüge er weder Oberhemd noch Unterwäsche.
Magne begrüßte alle mit einer Umarmung und gab Karl einen Kuss. Ich stutze und nahm mir vor, Karl dazu später zu fragen.
„So, Jungs, entscheidet Euch, sonst ist es dunkel, bevor ich das erste Bild im Kasten habe“.
Morten hatte sich für Gus‘ roten Ski-Anzug, bestehend aus Jacke und Hose, entschieden. Er legte seine eigenen Sachen akkurat zusammen, legte sie ordentlich aufs Sofa und zog zum Schluss auch seine Unterhose aus. Dabei bekamen alle einen äußerst ästhetischen, wohl geformten, etwa 15cm langen Schwanz und einen knackigen, strammen Po mit ungewöhnlich dunkler Ritze zu Gesicht. Magne zog anerkennend die Augenbrauen hoch.
Jerry fand die Nickerbocker „extremely sexy“ und zog dazu den roten Norweger-Pullover über. Auch er verzichtete auf Unterwäsche. Als Magne seinen Gigant-Schwanz sah, entfuhr ihm ein staunendes „Oh“.
Ich griff schon jetzt zur Kamera und machte ein paar spontane Fotos. Dann folgte ich dem Vorbild der anderen und zog den blauen Norwegerpullover ohne Unterhemd und dazu meine Jeans ohne Slip an.
Von jetzt an übernahm Karl die Regie. Er dirigierte erst Jerry dann Morten und dann wieder Jerry von einer Ecke der Terrasse in die andere, ließ sie sich einzeln und zusammen, mit ausgebreiteten Armen in einen Schneeberg legen und forderte sie dann auf, sich mit Schnee zu bewerfen und anschließend zu küssen und sich zu umarmen. Dann bat er Morten, den Reißverschluss der Jacke auch mal zu öffnen. Das schien Morten besonderen Spaß zu machen, und er zeigte bereitwillig seine großen Nippel, drehte sich um und zog die Hose so weit runter, dass zwei Drittel seines hübschen Arsches zu sehen war. Jerry legte seinen Arm um seinen neuen Freund und zeigte ebenfalls seinen glatten, etwas glänzenden Po.
Karl war begeistert und schoss Fotos aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln und animierte die beiden zu immer neuen Posen. Bis sie wieder im Schneeberg lagen, diesmal mit ganz runtergezogener Hose und allmählich steif werdenden Lustkolben. Dabei lachten und alberten die beiden so natürlich und fröhlich, dass Karl sich vor Begeisterung gar nicht wieder einkriegen konnte: „So muss das sein. Das ist meisterhaft. Ihr seid Naturtalente“, rief er immer wieder.
Magne war so angetan von dem, was er sah, dass er sich unwillkürlich immer wieder in den Schritt griff. Bei mir in der Hose wurde es sogar bereits feucht.
Draußen rief Karl: „Jetzt kannst Du ihn auch ruhig mal in den Mund nehmen“. Morten kniete sich in den Schnee und packte Jerrys Riesenteil, zeigte es bewusst in die Kamera und schob es sich dann Stück für Stück in den Mund.
Magne biss vor Begeisterung in einen Kanelboller und stöhnte: „Mann ist das ein geiler Kerl… Morten muss ein ganz schön großes Loch haben… so etwas schafft ein normaler Mann doch gar nicht“. – „Keine Angst, das geht besser als man denkt“, beruhigte ich ihn. – „Ach, bedeutet das, Du hast dieses Riesenteil schon mal genossen?“. – „Ja, und mit großem Genuss“. – „Und was sagt Dein Freund dazu?“. Ich lachte: „Der hat mir ja vorgemacht, wie es schmerzfrei geht“. – „Schmerzfrei kann nicht sein. Das geht doch gar nicht“. – „Na ja, stimmt schon… aber fast“.
„Ehy, Ihr beiden da drinnen. Jetzt seid Ihr dran“. Auch Magne und ich wurden von Karl über die Terrasse gescheucht. Von uns machte er allerdings mehr Einzelportraits. Auch wir machten eine Schneeballschlacht und fanden uns schließlich im Schneeberg wieder. Dabei bemerkte ich, dass Magne mich anders ansah als zu Beginn der Session. Er versuchte mir direkt in die Augen zu schauen und in seinem Blick lag etwas Forderndes. Als wir nebeneinander im Schnee lagen, fragte er: „Weiß Dein Freund eigentlich, was wir hier machen?“. – „Ja klar, hätte er nicht in der Firma zu tun, wäre er jetzt auch hier“. – „Dann dürften wir wohl nicht so hier liegen, was?“ – „Warum das denn nicht? Er würde dasselbe mit Dir oder den anderen machen. Da hat er keine Hemmungen“, grinste ich.
„Darf ich Dir dann einen Kuss geben, also so richtig, meine ich?“ – „Na los, das wird ein tolles Bild. Karl, gebe Dir bitte Mühe“, lachte ich und vergrub meine Zunge in Magnes Mund. Der machte ein so verdattertes Gesicht, das Karl in aufforderte: „Entspann Dich Magne, es gibt Schlimmeres, als von Walter geküsst zu werden“.
Jetzt war Magne nicht mehr zu bremsen. Ich spürte seinen eisenharten Kolben an meinem Oberschenkel und seine warme Zunge in meinem Mund, die immer fordernder wurde. Er öffnete den Gürtel seiner Hose und zerrte gleichzeitig an meiner Jeans.
„Na bitte, geht doch!“, rief Karl begeistert und drückte immer wieder auf den Auslöser. Magnes leicht gebogener Schwanz sprang wie eine Sprungfeder aus der Hose und als er auch meinen Schwengel aus der Hose befreit hatte, drückte er sofort seinen Arsch dagegen.
Karl sprang um uns herum klickte ohne Unterlass und rief immer wieder: „Mehr Jungs! Das ist geil!“
Mir wurde es zu feucht und zu kalt im Schnee, deshalb entzog ich mich Magne etwas und schlug vor: „Lass uns reingehen“. Doch Magne war kaum noch zu stoppen. Er wichste wie ein Besessener, rollte mit den Augen und stöhnte. Dann schoss ohne Vorwarnung eine riesen Ladung direkt vor ihm in den Schnee. Karl klickte unablässig. Als er dann aus dem halb schlappen Schwanz noch zusätzlich in den Schnee pisste, konnte Karl sich kaum noch zurückhalten. Noch während er klickte, hatte er seine Hose geöffnet und wichste seinen kinderfaustgroßen steifen, dicken Penis. Der Anblick seines enormen Hodens machte Magne vollends sprachlos.
Karl atmete tief durch, rieb sich seine kalten Hände, drückte noch ein paar Mal auf den Auslöser, schloss seinen Hosenstall wieder und kam dann auch ins Wohnzimmer, wo Magne immer noch wie paralysiert Jerry und Morten anstarrte, die sich auf dem Sofa mit sich selbst beschäftigten. Der Kontrast zwischen Jerrys schwarzer Haut und dem roten Ski-Anzug war faszinierend und brachte mich dazu Karls Rolle als Fotograf zu übernehmen. Er umfasste mich von hinten und dirigierte meine Kamera mit liebevollen Bewegungen in etwas andere Positionen als ich sie gewählt hatte. Dabei küsste er mir die Haare und flüsterte: „Du kannst auch nie genug kriegen, was?“ – „Du etwa?“
„Von so einem schönen Anblick bestimmt nicht“, grinste Karl.
Ich richtete die Kamera jetzt direkt auf Magne. „Lach mal! Du möchtest doch ein paar nette Portraits von dir, oder?“
Magne schien wie aus einem Traum zu erwachen und lächelte mit großen Augen direkt in die Kamera. Er hatte ein schönes Gesicht, das ich sehr gern auch mal ohne Bart gesehen hätte. Bei genauerem Hinsehen sah man weiche, sehr jugendliche Züge, die durch den Bart quasi versteckt wurden. „Hast Du mal darüber nachgedacht, Deinen Bart abzunehmen?“. – „Oh ja, schon oft. Aber ich finde mich dann zu weich und schuljungenmäßig“. – „Finde ich nicht. Dein Gesicht ist so wunderschön. Das solltest Du nicht verbergen“. Karl pflichtete mir bei: „Walter hat recht. Du solltest das mal versuchen“.
Aus Richtung Sofa kam jetzt ein Keuchen von Jerry, dem Morten mit rhythmischen Bewegungen seinen Schwanz in den Po drückte. Jerry hob und senkte seine Hüfte und rollte dabei mit seinen Augen so eindrucksvoll, dass Karl mir ein Zeichen gab, auch von diesem tollen Gesichtsausdruck noch ein Bild zu machen.
Morten stöhnte kurz auf und lies sich dann auf den Rücken seines Liebsten fallen. „Sorry, das musste jetzt sein. Dieser Mann macht mich einfach jeden Tag wieder verrückt“, presste er glücklich hervor.
„Er denkt dabei immer nur an sich…“, murmelte Jerry gespielt beleidigt, sprang dann auf, entledigte sich des Pullovers und verschwand mit seinem wippenden, immer noch harten Monsterschwanz im Bad.
„Er verschweigt, dass er sich heute morgen im Keller von ‚Kunstnernes Hus‘ schon einmal in mich entleert hat“.
„Aua, das muss wehtun…“, entfuhr es Magne. – „Alles halb so wild. Inzwischen bin ich dran gewöhnt. Beim ersten Mal habe ich so laut geschrien, dass unsere Nachbarin völlig aufgelöst bei uns vor der Tür stand und im Begriff war, die Polizei zu rufen. Es hat dann tatsächlich einen ganzen Tag gedauert, bis ich wieder einigermaßen sitzen konnte“. – „Das ging nicht nur Dir so“, lachte ich.
Als Jerry zurückkam, saßen wir anderen am Esstisch. Karl hatte Hemd und Jacke abgelegt, Morten war völlig nackt, Magne saß nur mit Hose bekleidet, etwas zusammengesunken am Tisch und nippte an seinem Tee und ich hielt es auch für angebracht, wenigstens meine Hose anzubehalten.
Magne richtete sich leicht auf und schaute mich an: „Erzählst Du Deinem Freund von dem, was heute nachmittag hier war?“ –„Ja klar. Er ist ja auch gespannt auf die Bilder“. – „Aber die von uns beiden zeigst Du ihm nicht, oder?“ – „Warum denn nicht? Er findet Dich doch auch sehr nett und vor allem liebt er Karls Fotos. Das dürfte ich ihm gar nicht vorenthalten“. – „Ich begreife zwar noch immer nicht, wie ihr beide das so ganz ohne Streit und Eifersucht schafft, aber ich bin wirklich beeindruckt. Hätte ich doch bloß auch mal einen so unkomplizierten Freund. Wenn ich einen Mann kennenlerne, geht das fast immer nach dem gleichen Muster ab. Große Versprechen, mehr oder weniger geiler Sex, Abspritzen, Umdrehen, Zigarette rauchen und weg. Das geht so seit ich 18 bin. So wie mit Euch habe ich das noch nie erlebt und erstrecht habe ich noch nie mit einem schwulen Mann so viel gesprochen. Ihr seid wirklich ganz besondere Jungs“.
„Tja, als ich Gus und Walter kennenlernte, habe ich genau dasselbe gedacht, fand die beiden viel zu jung für eine funktionierende Dauerbeziehung, habe dann aber jeden Tag von ihnen gelernt. Dass ich heute so gut mit Erik auskomme, hat auch was mit den beiden zu tun“.
„Meine Kollegen, viele Künstler und auch Leute in meiner Nachbarschaft sagen immer wieder, schwule Männer wären nicht in der Lage eine dauerhafte Beziehung eingehen zu können. Es hat mal einer zu mir gesagt, die männliche ‚Triebhaftigkeit‘ schlösse eine monogame Beziehung grundsätzlich aus. Ehen zwischen Mann und Frau seien letztendlich nur Zweckmäßigkeitsbündnisse, um Kindern ein behütetes Aufwachsen zu ermöglichen. Da Kinder in einer Männerpartnerschaft wegfallen, gäbe es auch keine Verpflichtung zusammen zu bleiben“, meinte Morten nachdenklich.
„So, oder so ähnlich habe ich das ganz oft während meiner Ausbildung auch gehört. Aber alle, die das so sehen, vergessen, dass eine Beziehung zwischen zwei Menschen nicht in erster Linie auf Erotik und Sex basiert, sondern auf gemeinsamen Ansichten, Interessen und Vorlieben…und… nicht zuletzt auf dem Wunsch nach Sicherheit und Geborgenheit.“, gab ich zu bedenken.
„Aber Sex bringt die Leute oft zusammen und eben auch wieder auseinander“, warf Jerry ein.
„Tja, hätte die christliche Kirche im Mittelalter Sex nicht so tabuisiert, hätten sich die Gesellschaften vermutlich anders entwickelt und wären bei der toleranteren und undogmatischen Sicht der Römer auf diese Dinge geblieben“, fügte ich hinzu.
Es war längst dunkel, als Karl, Jerry und Morten aufbrachen. Karl versprach die Fotos so schnell wie möglich zu entwickeln und uns allen Kopien zukommen zu lassen.
Da Magne noch nicht nach Hause wollte, lud ich ihn zum Abendbrot ein. Wir schmierten uns gerade jeder ein Brot, als auch Gus auftauchte. Er schien etwas abgekämpft, war aber guter Dinge und mit den Ergebnissen ihrer Kundengespräche sehr zufrieden. Ich merkte, der Job machte ihm Spaß und füllte ihn voll aus.
Gus freute sich Magne zu sehen und begrüßte ihn herzlich. „Na, habt Ihr ordentliche Portrait-Fotos zustande gebracht? Oder hat Karl wieder nur für norwegische Porno-Blätter fotografiert?“, fragte er lachend.
„Auf diese Blätter warten wir doch schon so lange. Bis die auf den Markt kommen, muss Karl seine Fotos nach Holland schicken. Dort können wir sie dann über Bjørns und Robertos neuen Freund beziehen“, scherzte ich.
„Ach ja, übrigens, wie war das eigentlich mit diesem ‚Timo‘ oder so?“, fragte Gus. – „‘Tinus‘ heißt er. So wie ich verstanden habe, ist er ein steinreicher Investment-Makler, der Roberto und Bjørn in sein Herz geschlossen hat. Sie haben ihn auf jeden Fall für Ende April nach Bjørnstangen eingeladen. Dann sollen wir unbedingt auch kommen. Björn hat mir nur ganz kurz von seinem Treffen mit seinem Vater am Telefon erzählt. Die Reise muss jedenfalls sehr aufregend gewesen sein. Die beiden kommen nächste Woche und erzählen dann mehr“.
Magne horchte auf: „Bjørnstangen? Da habe ich Dienstag einen Installations-Termin. Kennt Ihr den Besitzer?“
Gus und ich mussten herzlich lachen: „Ob wir die beiden kennen? Das sind neben Karl und Erik unsere aller besten Freunde und die liebsten dazu“.
„Mann, Ihr kennt aber auch Gott und die Welt“. – „Bjørn Sigurtsen gehört quasi zu meiner Familie, die hat den Nachbarhof ‚Bekketangen‘. Seinen Partner Roberto hat er durch uns kennengelernt“.
„Die Welt besteht aus lauter Zufällen“, lachte Magne.
„Ist doch prima, sonst hätten wir Dich ja auch nie getroffen“, entgegnete Gus fröhlich.
„Ich habe gehört, auf Bjørnstangen hat sich in den letzten Monaten sehr viel getan. Eure Freunde scheinen sehr fleißig zu sein. Früher hatte der Hof einen schlechten Ruf. Sein Besitzer soll ein Eigenbrötler gewesen sein, und während des Krieges sollen sich dort die Nazis der ganzen Gegend getroffen haben. Mein Vater hat immer gesagt, Bjørnstangen ist der braune und Bekketangen der rote Hof, und er würde seinen Fuß nie wieder freiwillig auf Bjørnstangen setzen“.
„Ich glaube das geht vielen aus der Generation Deines Vaters so. Die NS-Leute haben dort so eine Art Jugend-Elite erziehen wollen. Die, die dorthin gelockt wurden, haben ziemlich schlimme Erfahrungen gemacht. Ich denke, das ist das, woran Dein Vater denkt“.
„Er hat nie darüber gesprochen, aber vielleicht hast Du recht. Kennt Ihr denn jemanden, der in der Zeit dort war?“
„Ja, Anders, den Buchhändler aus der Fjellgata in Tønsberg. Der war zwar das genaue Gegenteil eines NS-Mannes, aber er weiß genau, was auf Bjørnstangen in den dunklen Jahren passiert ist“.
„Oh ja, Anders kennt mein Vater gut. Sie waren beide mal in der selben Partei“.
„Das ist das Schöne an diesem Land. Es dauert nie lange, bis man feststellt, dass man jemanden kennt, der jemanden kennt, der wiederum jemanden kennt…“, lachte Gus.
„Das stimmt, und doch ist es für einen schwulen Mann wahnsinnig schwer, mal eine nette Bekanntschaft zu machen. Kaum einer traut sich hier auf dem Lande allein, offen schwul zu leben. Entweder sind sie in festen Paarbeziehungen oder sie ziehen nach Oslo, Bergen oder Trondheim. Und die wenigen Paare, die hier leben igeln sich ein. Ihr seid die absolute Ausnahme. Ich werde mir im nächsten Jahr auch eine Wohnung in Oslo suchen. Ich halte es in diesem Mief einfach nicht mehr aus“.
„Also, Roberto und Bjørn igeln sich bestimmt nicht ein. Grüß sie schön von uns, wenn Du Dienstag dort bist“.
„Mach ich“.
Magne verließ uns erst spät am Abend. „Netter Typ“, fand Gus. – „Warte mal, bis die Bilder fertig sind. Da siehst Du ihn von einer sehr geilen Seite“. – „Na, da kann ich mir vorstellen, dass es hier ziemlich heiß hergegangen ist“. – „Na ja… Jerry und Morten hatten wohl den größten Spaß… und natürlich Karl als Fotograf“.
Der Frühling kam, wie fast immer in Norwegen, ganz plötzlich. Ein paar Tage nach unserer Foto-Session wurde es wesentlich wärmer und der Schnee verschwand quasi von Stunde zu Stunde schneller. Kaum waren die Büsche und Blumenbeete schneefrei, sah man auch schon die ersten Knospen sprießen. Anfang April blühten überall in unserem Garten die Frühlingsblumen, obwohl zum Teil noch einzelne große Schneeberge neben dem Haus oder an der Zufahrt lagen.
Gus und Erik arbeiteten Tag und Nacht mit einem neuen Konzept für den Schnittblumen-Handel in Norwegen. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt innerhalb von wenigen Jahren, das Land vom Norden bis zum Süden regelmäßig mit preiswerten Schnittblumen und Zimmerpflanzen zu versorgen. Das Ziel war eine Blumengeschäftskette, in der überwiegend Import-Ware verkauft werden sollte. Modelle dafür gab es bereits in Holland, Frankreich und Deutschland. Sie wollten das für Norweger sehr teure Produkt Schnittblume bezahlbar machen.
Ich hatte zusammen mit einem Kollegen die Betreuung mehrerer Familien übernommen, in denen Kinder, vor allem wegen Alkoholproblemen der Eltern, zu verwahrlosen drohten. Darüber hinaus kümmerte ich mich um zwei allein erziehende Väter, die mit ihren Aufgaben überfordert schienen.
So kam es vor, dass Gus und ich erst spät abends ein oder zwei Stunden für uns Zeit hatten und dann todmüde ins Bett fielen.
Wir verbrachten die freien Osterfeiertage, die in Norwegen bereits am Mittwochnachmittag vor Gründonnerstag beginnen, bei Bjørn und Roberto. Wir schliefen viel, machten Wanderungen, halfen bei den letzten Arbeiten am Brygghus und kochten zusammen mit Kjell ein üppiges Oster-Essen.
Nur drei Wochen später nahmen wir zwei Tage Urlaub, um Tinus kennenzulernen.
Der 27. war ein Sonntag, und Bjørn und Roberto waren schon früh nach Oslo gefahren, um Tinus vom Flughafen abzuholen. Wir hatten versprochen, Kjell und Ruben zu helfen, das neue Gästezimmer herzurichten und im Brygghus noch einmal sauber zu machen.
Es roch überall nach Farbe, hier und da fehlte noch eine Lampe und zwei Räume waren noch nicht eingerichtet. Da vorerst kein fester Mitarbeiter auf Bjørnstangen einziehen würde, wollten Roberto und Bjørn die ursprünglich für Arild vorgesehene Wohnung als Ferienwohnung vermieten. Für die Einrichtung hatten sie sich für eine Kombination aus modernen Buchen- und Kiefernholz-Möbeln, einigen alten Einzelstücken aus dem Haupthaus und von Bekketangen entschieden.
Im Schlafzimmer gab es ein modernes Doppelbett, einen Schreibtisch und zwei schlichte Sessel. Als Kleiderschrank diente der alte Eichen-Kleiderschrank von Onkel Kjartan aus dem 18. Jahrhundert. Schwere, mehrfarbig gestreifte Vorhänge umrahmten die Fenster. Freigelegte dunkle Deckenbalken und ein dunkel gebeizter Holzbohlen-Fußboden gaben dem ganzen Haus eine ganz besonders gemütliche Atmosphäre. Auch das Wohnzimmer war in ähnlichem Stil eingerichtet. Hier hatte das Pendant zu Vaterns Ohrensessel aus dem Haupthaus seinen neuen Platz gefunden. Ein weißer Kachelofen, auch Schwedenofen genannt, heizte hier zusätzlich zu einer Elektroheizung. Ein modernes, weinrotes, kleines Sofa und zwei dazu passende Sessel standen vor einem Bücherregal, in das bisher allerdings nur wenige Bücher eingeräumt waren. Dafür kam aber die Skulptur „Friese jongens“ hier besonders gut zur Geltung. Über Bilder an den Wänden hatten sich Roberto und Bjørn noch nicht einigen können. Dafür stand aber auf einem Extra-Tisch sowohl ein Fernseh- als auch ein Rundfunkapparat.
Ein kleines Arbeitszimmer war vorerst nur mit einem Schreibtisch und zwei Schränken ausgestattet. Die Küche war fast komplett aus Kiefernholz. Lediglich Fußboden und Arbeitsplatten waren aus dunkler Eiche. Es gab eine Geschirrspülmaschine, einen komfortablen Elektroherd und eine große Kühl-Gefrier-Kombination. Ein rustikaler Esstisch mit sechs Stühlen stand in der Mitte des Raumes.
Die Wände des Bades bestanden, wie damals oft in norwegischen Bädern, aus farbigen, in diesem Fall grau-grünen, Kunststoffplatten. Als Blickfang hatte Bjørn das Bild „Badende Männer, von Edvard Munch kopieren und auf die Größe einer Wandplatte vergrößern lassen. Die Platte daneben war auf der ganzen Fläche ein Spiegel. Die Badezimmermöbel waren dunkelgrün und die Armaturen messingfarben. Besonderheit in der Dusche: ein Duschkopf zur „Intimspülung“.
Die Wohnung lag im Erdgeschoss des Brygghus, genau wie die finnische Sauna und ein Wasch- und Duschraum. Im ersten Stock gab es vier Räume, von denen erst einer als Gästezimmer eingerichtet war. Sowohl im Flur des Erdgeschosses als auch in der ersten Etage hatte Roberto vorerst nur Rentierfelle und alte Jagdtrophäen von Kjartan aufgehängt. Er suchte noch nach alten Fotografien aus der Frühzeit von Bjørnstangen oder der Landwirtschaft aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts.
Während Ruben einige Lebensmittel in die Küche einräumte, bezogen wir das Doppelbett und verteilten Handtücher in der Wohnung.
„Vor drei Wochen war ein Techniker von Telekom hier, der behauptet hat, er kenne Euch“.
„Das war Magne… Ein netter Kerl“.
„Er hat mir eine Karte zum Rockkonzert in Tønsberg am nächsten Wochenende geschenkt. Seine Freundin ist krank und kann nicht mitkommen“.
„Ach… seine Freundin? Hast Du Dich da nicht verhört? Soweit ich weiß, hat er keine Freundin… und will auch keine“.
Da wir uns durch verschiedene Türen hindurch unterhielten, konnte ich Rubens Gesicht nicht sehen. Er sagte nichts mehr, fing aber fröhlich an zu pfeifen.
Gerade als Gus und ich uns auf die neue Bank vorm Brygghus gesetzt hatten, die Beine ausstreckten und unsere Gesichter der warmen Frühlingssonne entgegenstreckten, kam Bjørns Volvo die Einfahrt rauf gefahren.
Er parkte vorm Haupthaus und Roberto und ein schlanker, etwa 1,90 m großer, grauhaariger Mann mit Brille und Halbglatze stiegen aus. Ich raunte Gus zu: „Der sieht aber älter als 35 aus“. – „Täusch Dich nicht. Ich glaube, das ist so ein Typ, den man aus der Nähe sehen muss. Er hat jedenfalls eine tolle Figur und bewegt sich sehr elegant“.
Tinus trug einen beigefarbenen Blazer und eine sehr weit geschnittene dunkelblaue Hose, dazu ein hellblaues Hemd und ein burgunderfarbenes Halstuch. Er streckte sich, atmete tief ein und schaute sich neugierig um. Roberto stellte einen kleinen schwarzen Reisekoffer und eine Aktentasche in den Windfang, während Bjørn den Wagen in die Garage fuhr.
Tinus hatte uns offenbar noch nicht bemerkt. Er legte den Arm um Roberto, gab ihm einen flüchtigen Kuss und sagte lachend etwas, das wir nicht hören konnten.
„Der wirkt sympathischer als ich dachte“, bemerkte Gus. – „Roberto machte so Andeutungen, dass er wohl auch extrem gut ‚gebaut‘ sein soll. Wollte aber mit der Sprache nicht so richtig rausrücken“. – „Also, jedenfalls sieht man, dass es ihm finanziell nicht schlecht geht. Die Garderobe ist vom Feinsten. Frage ist nur, ob sie hierher passt“. – „Er kommt doch gerade von einer Tagung in Stavanger. Er wird sich schon noch was Passendes anziehen“, grinste ich.
Als die beiden auf uns zukamen, sprangen wir auf und gingen ihnen entgegen. „Hei, ich bin Gus und das ist mein bester Freund und Partner Walter. Wir gehören hier quasi zur Familie… deshalb, herzlich willkommen!“
Roberto schmunzelte und meinte das „quasi“ sei gehörig untertrieben. Wir beide seien de facto ein Teil der ‚Bjørnstangen-Familie‘. Tinus lächelte warmherzig und seine lebhaften grauen Augen blitzten. Je mehr ich ihn betrachtete, vermisste ich die beschriebene Härte und Kälte des erfolgreichen Geschäftsmannes. Ich halte mir bis heute zugute, Masken und Fassaden, hinter denen sich Menschen verstecken, durchschauen zu können. In diesem Fall sah ich in ein offenes, ehrliches, wenn auch von einer tief sitzenden Vorsicht, wenn nicht Skepsis, geprägtes Gesicht. Ich merkte, wie Tinus uns in Sekundenschnelle abcheckte und versuchte, sich ein Bild über uns zu machen.
Er war offenbar nicht ein Mensch, der seinem ersten „ Fünf-Sekunden-Eindruck“ vertraute.
„Ihr seht genauso sympathisch aus und wirkt so, wie Bjørn und Roberto Euch beschrieben haben“.
„Danke! Das Kompliment gebe ich gleich zurück…“, antwortete ich und schaute ihm direkt in die Augen, um zu sehen, ob er meinte, was er sagte. Ich war überzeugt, er tat es.
„Jungs, Ihr sollt hier nicht flirten“, feixte Roberto. „Komm erstmal rein und schau Dir Deine Kammer an, wo Du die nächsten Tage residieren wirst. Du bist der erste Gast in unserem umgebauten Brygghus. Wenn noch nicht alles klappt, wie es soll, sind natürlich nur die beiden hier oder unsere Leute schuld“, zwinkerte er lachend.
„Das sieht alles so toll aus… die wunderschöne Umgebung… das Wetter… das herzliche Willkommen und natürlich diese lieben, einmaligen Gastgeber… was soll denn da nicht funktionieren? Hauptsache ich habe ein Bett. Alles andere ist Nebensache“.
Als wir den Flur des Brygghus betraten, schaute sich Tinus staunend um. „Ich dachte, Ihr würdet hier noch arbeiten…, aber es wirkt alles so, als sei es schon lange fertig. Richtig gemütlich habt Ihr es hier. So habe ich mir ein norwegisches Heim immer vorgestellt. Man sagt bei uns in Holland, eine Wohnung atmet die Seele seiner Bewohner…“.
Im Bad musste Tinus laut lachen: „Ihr habt tatsächlich herausgefunden, wo es diese nützlichen Duschköpfe zu kaufen gibt… alle Achtung. Ich wusste ja Ihr seid pfiffig“.
„Na klar, die Dinger habe ich sofort in alle unsere Bäder einbauen lassen, obwohl die norwegischen Klempner sehr eigenartig geguckt haben“. Bjørn stand mit Tinus‘ Gepäck in der Küchentür und grinste. „Übrigens, ich werde nachher mal den Sauna-Ofen anmachen. Vielleicht hast Du ja Lust, heute abend mit uns zu schwitzen… schließlich bist Du ja so etwas wie ein Sauna-Fachmann“, scherzte Bjørn.
Tinus lachte und meinte schmunzelnd, er sei kein Fachmann, er sei ein Profiteur.
Ich hatte inzwischen Kaffee gekocht und wir setzten uns an den Küchentisch. Beide Fenster waren weit geöffnet und die Sonne schien warm auf den Eichentisch.
„Mit wieviel Leuten lebt Ihr denn hier auf dem Hof?“ – „Zur Zeit sind wir zu dritt. Arild unser wichtigster Mann, für den eigentlich die Wohnung hier gedacht war, wohnt jetzt bei seiner Verlobten und kommt nur tagsüber zum Arbeiten. Ruben, unser Praktikant übernachtet hin und wieder auf dem Hof und wir und Kjell, der Mann, der für den Haushalt zuständig ist, wohnen zusammen im Haupthaus“.
„Ich bewundere Euch, wie Ihr das alles schafft. Jetzt im Frühling ist ja sicher extra viel zu tun“.
„Hätte mein Schatz nicht in sehr kurzer Zeit sehr viel über Landwirtschaft, Technik und Tiere gelernt, wäre alles viel schwieriger und ohne unseren Arild dürften wir beide jetzt zum Beispiel gar nicht hier sitzen. Walters Onkel auf dem fast gleich großen Nachbarhof hat zusammen mit seinem Sohn viel mehr zu tun als wir und weniger Freizeit. Wir wollen unseren Betrieb schon im nächsten Jahr erweitern“.
„Was wollt Ihr denn noch machen?“ – „Tomaten züchten!“, lachte Bjørn.
„Oh, das wird teuer. Lohnt sich das?“. Tinus sah Bjørn skeptisch an.
„Solange es staatliche Subventionen für heimisch prodozierte Agrarprodukte gibt, lohnt es sich auf jeden Fall. Dazu kommt, dass die Leute bereit sind, für norwegisch produzierte Produkte mehr zu bezahlen“.
„Hast Du denn Platz für Gewächshäuser auf Deinem Grundstück?“ – „Ich würde am liebsten auf dem Grundstück eines Nachbarn bauen. Der ist vor ein paar Wochen gestorben und die Erben dürfen verkaufen, weil keiner Bezug zur Landwirtschaft hat und alle auf ihr Übernahmerecht verzichtet haben. Aber ich darf nicht kaufen, weil auf dem Hof ‚Wohnpflicht‘ herrscht. Das bedeutet, der, der den Hof bewirtschaften will, muss dort auch wohnen. Ich muss also warten, bis ein möglicher Käufer mir eventuell Land verpachtet“.
„Sollten Eure Pläne eines Tages konkreter werden, gib mir Bescheid. Ich kenne sowohl einen Fachmann für Treibhaus-Anbau von Gemüse als auch den Chef der größten Firma für Gewächshausbau in den Niederlanden.
„Danke, darauf komme ich gerne zurück“.
Gus und ich beobachteten Tinus während des Gesprächs und kamen, ohne mit einander gesprochen zu haben, zu dem gleichen Schluss: ein außerordentlich sympathischer Mann, etwas nervös, aber sich ständig zur Selbstdisziplin zwingend, pragmatisch, sehr aufmerksam, mit schönen Augen, die versuchten, alles um ihn herum gleichzeitig zu erfassen, und… ein Mann, der geliebt werden wollte.
Ich hatte in meinem kurzen Leben bisher viele Männer kennengelernt, denen ich ansehen konnte, wenn oder ob sie überhaupt Sex haben wollten. Bei Tinus war ich mir nicht sicher. Er blickte zwar besonders Roberto zwischendurch lange und intensiv an und versuchte sich ihm immer mal wieder körperlich zu nähern, aber schien sich dann selbst zurückzurufen. Obwohl Roberto Tinus Nähe überhaupt nichts auszumachen schien. Die Vorgeschichte zwischen den Dreien war mir bis dahin ja nur teilweise bekannt. Bjørn hatte nur Andeutungen gemacht und meinte, wir müssten uns ein eigenes Bild machen, und Tinus sei in jeder Hinsicht ungewöhnlich. Was er damit meinte, ahnten Gus und ich als wir uns zum abgesprochenen Saunagang trafen.
Arild und Ruben hatten sich für den Tag verabschiedet und Kjell hatte angekündigt, dass es erst in zwei Stunden Abendbrot geben werde.
Gus und ich zogen uns im zweiten neuen Gästezimmer des Brygghus um, nahmen unsere Handtücher, duschten als erste und kletterten dann auf die oberste Bank in der noch ganz neu und nach Kiefernholz riechenden Sauna. Ein paar Minuten später gesellte sich Bjørn, unbekümmert nackt, mit einem kleinen Handtuch über der Schulter und fröhlich pfeifend zu uns. Roberto und Tinus waren in ein offenbar ernstes Gespräch vertieft und zögerten einen kurzen Moment, bevor auch sie die Sauna-Tür öffneten und sich neben Bjørn auf die mittlere Bank setzten. Roberto war wie immer eine Augenweide und… auch wie immer… dessen durchaus bewusst. Er streckte und drehte sich, als ob er wollte, dass wir alle seinen makellosen Körper, seinen strammen, runden Po und seinen nicht mehr ganz schlaffen, ästhetischen Schwanz ausgiebig bewunderten. Ganz im Gegensatz zu Tinus, der in dreiviertellangen, karierten Shorts und einem zusätzlich um die Hüften geschlungenem Badetuch sich sofort setzte. Sein aufmerksamer Blick versuchte uns alle gleichzeitig zu erfassen, und er schien irgendwie auf eine Reaktion von uns zu warten.
Statt dessen erzählte Bjørn einen Witz: „ Eyh, Jungs, wie begrüßt man sich in der Sauna wenn man dort eintritt ? - Man macht es so wie der Hund, wenn Herrchen abends nach Hause kommt...“.
Wir lachten schallend… nur Tinus brachte lediglich ein schwaches Lächeln hervor und zog das Handtuch um seine Hüfte noch enger.
Roberto legte einen Arm auf seine Schulter und meinte: „Das hat er jetzt aber nicht bös gemeint“. – „Nein, nein… ich weiß schon“. Noch ein eher gequältes Lächeln.
Ich wurde aus diesem Mann nicht klug, und auch Gus schien sich seine Gedanken zu machen.
Die Berührung von Roberto schien Tinus zu genießen. Er griff nach Robertos Hand und drückte sie ganz fest, dabei schaute er erst zur Seite und suchte Blickkontakt mit Bjørn, um sich dann nach uns umzusehen. Ich war überzeugt, er war unsicher, wollte aber unbedingt die Kontrolle über sein Verhalten nicht verlieren.
„Entspann Dich, Tinus! In der Sauna sind wir alle gleich. Das ist eine norwegische Redensart“, sagte Bjørn und legte seine Hand auf den stoffbedeckten, feuchten Oberschenkel seines Gastes. Der zuckte deutlich zusammen, entspannte sich aber zusehends und hatte dann wieder sein bezauberndes, warmherziges Lächeln.
„Ach ja, Euer Land ist herrlich und Ihr seid alle vier prachtvoll. Ich wünschte, ich wäre hier groß geworden… mit der Unbekümmertheit und der unbeschreiblichen Offenheit. Ich weiß, dass ich eigentlich verklemmt bin und voller Komplexe stecke. Aber, Ihr wisst ja warum“, dabei sah er Bjørn und Roberto abwechselnd an. „Ich kann eben nicht so schnell über meinen Schatten springen. Entschuldigt bitte!“, jetzt drehte er sich wieder zu uns um.
„Ist doch alles in Ordnung. Du sollst Dich wohlfühlen, nur das tun, was Du möchtest und zu nichts gezwungen fühlen. Du bist doch im Urlaub“, antwortete Gus und beugte sich dabei etwas zu Tinus runter. Seine Füße hatten zwischendurch schon mehrfach Tinus Nacken berührt. Auch das führte jedes Mal zu einem leichten Zucken, aber nur, um sich anschließend regelrecht an Gus‘ Füße anzulehnen.
Bjørn schüttete einen Löffel Wasser auf den Ofen, und sofort rann der Schweiß bei uns allen von der Stirn bis zu den Füßen.
Gus spielte wie beiläufig mit seinem großen Zeh in Tinus Nackenhaaren. Als die Schweißtropfen Nacken und Rücken hinabliefen, versuchte er sie mit seinem Zeh aufzuhalten. Tinus stöhnte, ob wegen der Hitze und des Aufgusses oder aus anderen Gründen war nicht herauszufinden. Er drehte hin und wieder seinen Kopf und folgte den Bewegungen von Gus‘ großem Zeh.
Wieder lächelte er und löste das Badetuch, legte es ordentlich zusammen und setzte sich drauf. Die schicken Shorts waren jetzt an einigen Stellen vom Schweiß durchnässt und Gus und ich sahen zum ersten Mal den enormen und völlig unnatürlichen Schwanz, der sich deutlich abzeichnete.
Ich vermutete erst, es sei eine optische Täuschung, war mir dann aber, nach mehrfachem Hinsehen, sicher, das hier war ein Männerschwanz, der alles andere, was ich vorher gesehen hatte, winzig erscheinen ließ.
Gus hatte es ebenfalls gesehen. Da ich wusste, dass ihn große Schwänze faszinierten und er schon beim ihrem Anblick ein wohliges Gefühl in der Prostatagegend bekam, war es nicht verwunderlich, dass er sich unwillkürlich an seinen Po griff und sein Kolben in Sekundenschnelle kerzengerade in die Luft zeigte. Er intensivierte seine kraulenden Zeh-Bewegungen, schloss für einen Augenblick die Augen, wischte sich den Schweiß aus der Stirn und guckte mich beinahe ratlos an. Ich zuckte mit den Schultern und schaute ebenso ratlos zurück.
Obwohl uns kaum jemand – auch und gerade sexuell – näher standen als Bjørn und Roberto, wollten wir sie weder auf ihre Beziehung zu ihrem Gast ansprechen, noch wollten wir eine eventuell unpassende Bemerkung zu seinem Penis machen.
Tinus grunzte und flüsterte ganz leise: „Niemals hätte ich das für möglich gehalten… niemals“. Bjørn sah ihn fragend von der Seite an, sagte aber nichts.
„Alles ist möglich… mach Dir doch einfach nicht so viele Gedanken“, bemerkte Roberto lakonisch.
„Ich habe gestern vermutlich den Deal meines Lebens in Stavanger gemacht, alles bekommen, wofür ich ein Jahr gearbeitet und gekämpft habe. Und jetzt sitze ich hier mit vier der schönsten und sexiesten Männer Norwegens und weiß nicht, was ich machen soll. Ich kenne mich selbst nicht wieder… Ihr beide habt mir klar zu verstehen gegeben, dass Ihr mein Geld nicht wollt und seid trotzdem die liebsten Jungs, die ich kenne. Hinter mir sitzen die beiden Freunde, die Euch beiden am meisten bedeuten und sind auch so unbeschreiblich lieb zu mir, ohne etwas zu erwarten oder gar zu fordern. Wie kann das alles sein? Ich bin doch ein verklemmter und nicht besonders attraktiver Typ, der sich mit Euch überhaupt nicht messen kann… Warum macht Ihr das mit mir?“
„Mann Tinus, weil wir Dich mögen! Nicht Dein Geld. Na ja, und das mit Deinem tollen Schwanz hatten wir ja schon geklärt. Also, jetzt nimm die Dinge doch mal, wie sie sind. Gib uns eine Chance, dass wir alle gute Freunde werden“. Roberto gab seiner Äußerung einen ärgerlichen Unterton.
„Übrigens, das mit dem ‚attraktiv‘ sehe ich total anders…“, warf ich dazwischen. „ Aber das nur nebenbei“.
Tinus sah mich erstaunt an. „Wirklich?“ – „Wirklich!“
„So Jungs, mir wird’s zu heiß. Ich muss raus“. Gus sprang auf, warf sich sein Handtuch über die Schulter und lief direkt über den Flur nach draußen auf den Hofplatz. Sein Schwanz war noch leicht gespannt und wippte in seiner ganzen Länge auf und ab, als er sich an Tinus vorbeischob.
Ein paar Minuten später folgten Bjørn und Roberto seinem Beispiel. Ich kletterte eine Stufe nach unten und setzte mich neben Tinus.
„Entschuldige, ich bin hin und wieder sehr direkt. Gus sagt, ich sollte mich manchmal mehr zurückhalten“.
„Ich wünschte mir, die Leute, mit denen ich täglich zu tun habe, wären auch so offen wie Ihr. Die meisten sind fürchterliche Arschkriecher, die nicht sagen, was sie wirklich denken. Fast jeder hat nur seinen eigenen Vorteil im Sinn. Bis ich Roberto und Bjørn kennengelernt habe, war ich genauso. Menschen, die nicht so ‚funktionierten‘, wie ich es mir dachte, habe ich links liegen gelassen und Widerspruch mochte ich gar nicht. Seit ein paar Wochen läuft es in meiner Firma anders. Wir diskutieren mehr gemeinsam. Gute und erfolgreiche Ideen werden prämiert und alle Mitarbeiter sind gleichberechtigt. Ich vertraue einfach meinen Mitarbeitern mehr, und wir kommen viel besser mit einander aus. Deine beiden Freunde haben bei mir in ganz kurzer Zeit ganz viel bewegt“.
„Lebst Du allein?“, fragte ich, obwohl ich die Antwort kannte. „Ja, ich konnte mich nie länger als ein paar Stunden auf andere Menschen einstellen und habe grundsätzlich allen misstraut“.
„Wer weiß, wie ich geworden wäre, wenn ich nicht all meine Freunde gehabt hätte… und meinen Vater, der dafür gesorgt hat, dass ich ausprobieren konnte, was und wer am besten zu mir passt“.
„Da hast Du Glück gehabt. Mein Vater wollte immer nur, dass ich so werde wie er… ein harter, egoistischer, brutaler Frauenheld… Wenigstens als Frauenheld habe ich ihn enttäuscht“. Tinus lächelte.
Wir verließen gemeinsam die Sauna. Er ging direkt zum Duschen. Ich lief erst noch zum Abkühlen nackt eine Runde über den Hofplatz.
Tinus hatte die Tür zum Duschraum nicht abgeschlossen. Daher stand er in seiner ganzen Pracht direkt vor mir und trocknete sich ab, als ich schwer atmend herein kam.
„Oh, entschuldige“. – „Macht nichts, Du bist ja hier quasi zuhause“.
Der Anblick seines Monsterschwanzes verschlug mir für einen Moment die Sprache, obwohl ich geahnt hatte, was sich unter der Shorts verbarg. Ich muss ihn sehr verdutzt angeschaut haben, denn trotz einer gewissen Verlegenheit, lächelte er und sagte: „Nackte Männer bist Du doch gewohnt, oder?“ – „Ja klar… allerdings… also ich meine… ach, nichts…“. Ich wusste nicht, ob und wie ich seine anatomische Besonderheit kommentieren sollte.
„Ich kann nichts dafür, dass ich so gebaut bin, wie ich es bin. Ich würde mir wünschen, einen so edlen Schwanz wie Deinen zu haben. Aber es gibt eben Dinge, die man nicht kaufen kann“.
„Wieso? Das ist doch gut so. Ich habe das bloß nicht erwartet. Du bist irgendwie nicht der Typ für… also… für einen so großen Penis“. Tinus lachte: „Schon meine Hebamme soll gesagt haben, sie habe so etwas nicht erwartet… Wie auch immer sie das gemeint hat“. Sein Lachen war jetzt fröhlich und ansteckend.
Die drei anderen saßen im neuen Wohnzimmer. Im Kachelofen prasselte ein Feuer und Bjørn hatte Wasser und Bier auf den Tisch gestellt.
„Da seid Ihr ja. Kommt, setzt Euch!“
„Es dauert noch einen Augenblick, bis Kjell mit dem Abendbrot fertig ist. Wenn Du willst, zeigen wir Dir vorher noch das Haupthaus. Übrigens, einen Dresscode gibt es bei uns nicht. Jeder läuft hier bei uns rum, wie er sich am wohlsten fühlt“. – „Ich könnte also auch in Trainingshose zum Essen kommen?“ – „Natürlich, gern sogar. Am Alltag kommen wir hier alle nicht aus unseren Arbeitsklamotten raus. Und wenn Du magst, kannst Du auch nackt herum laufen. Es wird sich keiner daran stören“. – „Na, soweit bin ich noch nicht… aber gut zu wissen“, lachte Tinus.
Tinus zog sich ein dunkelrotes Sweatshirt mit dem Logo eines amerikanischen Golf-Ressorts und eine elegante, sehr raffiniert geschnittene, hellgraue Trainingshose über.
Im Haupthaus war Kjell gerade dabei dicke Lachsscheiben zusammen mit Speck und Gemüse auf ein Backblech zu legen, als wir in die Küche kamen und Bjørn Tinus vorstellte. Kjell strahlte Tinus an, wischte sich die rechte Hand hastig in einem Geschirrtuch ab und streckte sie dem Gast entgegen. Der hatte wieder seinen prüfenden, skeptischen Blick, schüttelte dann die Hand aber lange und herzlich. „Das sieht ja lecker aus“. – „Ganz simple norwegische Hausmannskost. Viel mehr kann ich nicht. Aber ich versuche mein Bestes, dass alle hier jeden Tag satt werden“. Kjell lächelte bescheiden.
„Kjell macht das alles großartig. Ohne ihn wären wir aufgeschmissen“, sagte Roberto.
Tinus staunte, fragte und staunte wieder. Manchmal blieb er vor einem Bild stehen, nahm seine Brille ab und betrachtete es von ganz nah. Er strich über einige Gegenstände leicht mit den Fingern wie ein Blinder, der Orientierung sucht. In Bjørns und Robertos Schlafzimmer sah er sofort sein Geschenk, hielt einen Augenblick inne und rieb sich mit dem Handrücken über die Augen, sagte aber nichts. Karls meisterhaftes Foto von Gus und mir schien ihn noch mehr zu interessieren.
„Wer hat dieses hervorragende Foto gemacht?“ – „Ein deutscher Freund, der mit seinem Partner zusammen in Oslo wohnt“. – „Ich sehe schon, ich muss unbedingt alle Eure Freunde kennenlernen. Da scheint einer interessanter zu sein als der andere“. – „Dort hinten an der Wand hänge die anderen. Die beiden etwas kräftigeren im großen Rahmen in der Mitte sind Karl und Erik. Karl ist der Fotograf“. Daneben sind Jerry und Joachim und Viktor und Hansi. Ganz rechts, das ist mein Vater“, erläuterte ich.
Tinus betrachtete die Bilder immer wieder von neuem, so als versuche er, jemanden zu erkennen. „Jeder für sich wirkt sehr sympathisch. Das scheinen alles interessante Persönlichkeiten zu sein. Ist der Schwarze ein Norweger oder ein Deutscher?“ – „Amerikaner“, lachte ich. „Er wohnt in Oslo, arbeitet bei der amerikanischen Botschaft, hat sich gerade von seinem Freund getrennt und lebt jetzt mit einem wahnsinnig netten Kunst-Direktor zusammen“.
„So einen Weltklasse-Fotografen wie den Karl könnte ich gebrauchen. Könntest Du uns nicht mal bekannt machen?“. – „Klar, wir können die beiden besuchen, wenn Du möchtest. Dann lernst Du vielleicht auch Jerry, den Amerikaner kennen“. – „Oh ja, das wäre toll“.
Bis tief in die Nacht saßen wir nach dem Essen in der Küche und jeder erzählte etwas aus seinem Leben. Mit jedem Glas Wein wurde Tinus gelöster und betonte immer wieder, dass er sich sau wohl fühle. Er wollte alles wissen über Roberto, Bjørn, Gus und mich. Jedes Detail schien ihn ehrlich zu interessieren. Er fragte danach, wie wir Konflikte lösen, welche Hobbys wir haben und welche beruflichen Ziele.
Kurz nach Mitternacht schlug Bjørn vor: „Lasst uns doch noch eben einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft machen. Es ist so herrlich mild draußen und richtig dunkel ist es auch nicht. Wir werden dann alle besser schlafen“.
Er hatte recht. Für Ende April war es ungewöhnlich warm draußen, und es duftete wunderbar nach frischem Grün aus dem nahen Kiefernwald.
„Ihr habt ein Paradies hier. Ich habe schon einiges von der Welt gesehen, aber solche ruhigen und friedlichen Plätze, die sofort die Seele berühren, gibt es nur ganz wenige“, schwärmte Tinus.
Eine Zeit lang gingen wir schweigend nebeneinander her und atmeten nur hin und wieder tief durch. Roberto hatte seinen Arm um Bjørn gelegt und drückte ihn ganz fest an sich. Tinus schaute sie immer wieder von der Seite an, bis er endlich fragte: „Darf ich Euch alle Vier mal in den Arm nehmen und Euch einen Kuss geben? Ich bin einfach so glücklich“.
„Na los! Mach doch!“. Roberto zog ihn mit seinem anderen Arm an sich heran, ohne seinen Liebsten loszulassen. Tinus bedeckte beide wie wild mit Küssen und strich ihnen immer wieder übers Haar. Dann schob er beide näher an uns heran, um dasselbe mit Gus und mir zu machen. Seine Berührungen waren wunderschön und Gus konnte einfach nicht widerstehen, ihm zwischen die Beine zu fassen und nach dem Monsterschwanz zu greifen.
Tinus schien erstaunt und verkrampfte für ein paar Sekunden. Nur um dann seinen Kopf an den von Gus zu schmiegen und ganz leise zufrieden zu stöhnen.
Das Brygghus lag hell erleuchtet vor uns und das Licht eines Fensters beleuchtete wie ein Scheinwerfer die rustikale Holzbank davor. Sie war eigentlich für fünf Männer zu kurz, aber wir versuchten uns trotzdem zusammen darauf zu setzen. Tinus in der Mitte, Bjørn auf dem Schoß von Roberto und ich auf dem Schoß von Gus. Roberto und Gus schoben sich ihre Arme hinter dem Rücken von Tinus entgegen und hielten sich fest.
„Wer hätte das gedacht… vier der schönsten Männer Norwegens nachts neben mir unter romantischem Sternenhimmel… noch vor ein paar Tagen hätte meine Phantasie nicht dafür ausgereicht… Jungs, kneift mich mal. Ich glaube ich träume“.
„Gus, kneif ihn mal!“, feixte Roberto. Gus lachte und schob seine Hand von hinten in Tinus‘ locker sitzende Trainingshose. Er wunderte sich über die sehr weiche Haut, die er spürte. Als er sich durch die Poritze bis zur Rosette vorgearbeitet hatte, kniff er mit Daumen und Zeigefinger leicht zu.
Tinus kicherte wie ein Teenager. „Ja, schon gut. Es ist kein Traum… Du hast sehr gefühlvolle Finger… Mach weiter, das ist sehr schön!“.
Gus hatte eine Hand in Tinus‘ Hose und die andere in meiner. Bei mir bohrte sich sein Zeigefinger bereits in meinen Anus und mein Kolben stand sofort. Wenn ich die enorme Wölbung in Tinus eleganter Hose richtig deutete, geschah dort dasselbe. Der gigantische Schwanz nahm an Volumen und Länge noch zu, richtete sich aber offenbar nicht auf.
„Kann uns jemand hier draußen sehen?“, fragte Tinus ganz leise. – „Nein, außer Kjell ist niemand mehr da… und der ist weit weg und schläft längst“.
„Ihr seid einfach toll“. Tinus stand auf und schob seine Hose in die Kniekehlen. Der Anblick seines glänzenden Riesen-Schwanzes war atemberaubend. Die rosa Eichel war feucht und zuckte leicht.
Bjørn sprang von Robertos Schoß, kniete sich vor Tinus auf den Boden und nahm die Eichel in den Mund. Tinus stöhnte sofort laut und vernehmlich. Ich stellte mich hinter Tinus und öffnete meine Jeans und holte meinen harten Schwengel raus. Der runde, stramme Po bot sich förmlich an, meinen Schwanz dort zu versenken.
Ja, ich war geil… so geil, dass mein Schwanz zu explodieren drohte, bevor ich seine Rosette überhaupt berührt hatte… mein übliches Manko. Doch diesmal wollte ich es einfach geschehen lassen und weitermachen, bis ich wirklich nicht mehr konnte.
Mein Sperma spritzte mit einer ungeheuren Kraft in mehreren Schüben gegen Tinus Loch und lief an seinem Oberschenkel hinunter zu seiner teuren Hose. Ich fing es mit meinen Fingern auf, schmierte seinen Anus innen und außen und stieß meinen immer noch glasharten Schwanz in Tinus Darm.
Er brüllte… ob vor Schmerzen oder vor Lust, war mir in diesem Moment egal. Mein Schwanz spürte merkwürdigerweise keinen Widerstand und ich stieß immer fester und fast von Sinnen immer wieder zu.
Tinus wand sich, rollte mit den Augen, verzerrte ein Gesicht und rief… nein er schrie: „Mehr, mehr, mehr… Ich will Euch alle…“.
Roberto hatte sich jetzt neben mich gestellt und schien verschiedene Stellungen ausprobieren zu wollen, um auch seinen Prachtschwanz in Tinus versenken zu können. Seine weichen Hände erforschten Tinus‘ Loch und meinen Schaft gleichzeitig, während ich meine Stoßfrequenz etwas reduzierte. Dann winkelte er ein Bein an, stützte sich auf der Bank ab und versuchte sein Teil gemeinsam mit meinem in das spermageschmierte Loch zu drücken. Er hielt sich an mir fest und probierte, sich meinem Rhythmus anzupassen. Nach wenigen Sekunden gelang das wunderbar. Er stöhnte und strahlte mich gleichzeitig glücklich an. Es war für uns beide die pure Lust.
Gus hatte inzwischen Bjørns Position eingenommen und blies den gigantischen Kolben mit so viel Speichel, dass es für einen Moment so aussah, als habe Tinus bereits abgespritzt. Bjørn nahm sich gleichzeitig Gus‘ harten, heißen und, nach meinem Eindruck, diesmal besonders gut durchbluteten Schwanz vor. Auch hier floss der Speichel in Strömen. Dann drehte sich Gus um und streckte Tinus seinen feucht glänzenden Po entgegen.
Immer wieder rief Tinus: „Bitte, mehr, bitter mehr…“. Sowohl mir als auch Roberto lief der Schweiß über Stirn und Nacken. Robertos herrlichen Schwanz ganz dicht an meinem zu spüren war Stimulation genug, meinen Penis quasi daran zu hindern, den natürlichen Rückzug anzutreten. Nach einem kurzen Moment des Erschlaffens, war er jetzt fast härter als vorher.
Plötzlich hörte ich von meinem Liebsten eine Art Quieken, das ich von ihm nicht kannte. Er hatte einen hochroten Kopf und schwitzte aus allen Poren. An seinem Hals und hinter den Ohren entdeckte ich blau-lila Adern, die scheinbar jeden Moment zu platzen drohten. Das erste Mal seit wir uns kannten, sah ich bei ihm ein schmerzverzerrtes Gesicht beim Sex. Gus hatte selbst Jerrys Schwanz nach wenigen Sekunden mit wohliger Hingabe genossen. In Tinus Fall dauerte es wesentlich länger. Das Riesenteil schob sich Zentimeter für Zentimeter vor und nach etwa fünf Minuten waren die gesamten, unterarmdicken 40cm bis zum Schaftansatz im Darm meines Schatzes verschwunden. Tinus bewegte sich nur wenig und auch Gus schien jeden weiteren Schmerz vermeiden zu wollen und lag ganz still.
Bjørn hatte sich hinter uns gestellt und betrachtete die beiden ihm so wohl bekannten Schwänze im großen, dunkelroten und sich leicht auswölbenden Loches seines Gastes. Mit seiner Hand hielt er unsere beiden Schwänze auf ihrem Platz, als sie rauszugleiten drohten.
Nach der kurzen Entspannung meines Liebsten, hörte ich ihn jetzt wieder seine mir unbekannten Laute von sich zu geben. Tinus hatte begonnen etwa im Rhythmus von Roberto und mir in Gus hineinzustoßen. Auch ihm lief der Schweiß jetzt über den Nacken in den Rücken. Und immer wieder rief er: „Weiter, weiter… stoßt doch zu!“
Jetzt endlich schien auch Gus zu entspannen. Er keuchte und stöhnte zwar mehr als wir alle zusammen, aber seine Gesichtszüge entspannten sich und es erschien ein erstes Lächeln. Er rieb seinen eigenen Schwanz an der Rückenlehne der Bank und Sekunden später lief dort sein Sperma in einem kleinen Rinnsal auf den Boden. Wie oft bei einem Orgasmus von Gus, geschah er ohne Vorwarnung. Er wollte auch deshalb den Kolben aus seinem Darm nicht rausdrücken, sondern drückte seinen Arsch eher noch fester gegen Tinus‘ Körpermitte.
Dann entlud sich Robertos Schwanz. Ich spürte das vertraute Pulsieren und merkte, wie die Energie meines Freundes neben mir nachließ. Bjørn gab seinem Mann einen Kuss und versuchte sofort, seine Position neben mir einzunehmen. Sein schöner, gerader Schwanz fand seinen Weg schnell und stimulierte meinen noch mehr, sich ein zweites Mal zu entleeren. Ich legte meinen Arm um Bjørn und flüsterte: „Schaffen wir es gleichzeitig?“. Er sah mich kurz an: „Ich komme… jetzt“. Ich krallte mich in seinem Oberarm fest und stieß noch einmal mit aller Kraft zu, um dann auch zu rufen: „Ja, ja… ich komme auch“.
Tinus drehte seinen Kopf kurz zu uns um, schien etwas enttäuscht, hob und senkte seinen Po noch einmal mit großer Kraft und stieß dann keuchend hervor: „Es ist wahnsinnig, was wir hier machen ist wahnsinnig… ich kommmme…“, damit fiel er nach vorne über auf Gus Rücken. Ganz langsam zog er seine 40 Zentimeter wieder zurück uns schließlich wurde das rote, weit geöffnete Loch meines Schatzes sichtbar, aus dem sofort auch die fast original weiße Sahne herauslief.
Tinus setzte sich erschöpft wieder auf die Bank, atmete tief durch, warf den Kopf in den Nacken und blickte in den Sternenhimmel. Bjørn setzte sich auf sein Knie, gab ihm einen Kuss und betrachtete versonnen seinen eigenen immer noch steifen Schwanz.
Gus setzte sich neben Tinus und winkte mich zu sich. Er strich mir über die Haare und nahm meinen Kopf in seine beiden Hände, um mir einen langen und sehr intensiven Kuss zu geben.
„Jungs, es war wieder mal atemberaubend mit Euch. Ich gehe duschen und dann ins Bett. In ein paar Stunden muss ich wieder fit sein… Wir sehen uns spätestens morgen früh zum Frühstück in der Küche“. Damit zog Roberto seine Hose hoch, gab jedem von uns noch einen Kuss und ging in Richtung Haupthaus.
Bjørn erhob sich, nahm jeden von uns noch einmal in den Arm und folgte seinem Liebsten.
„Ich würde gern die ganze Nacht hier sitzen bleiben. Es ist so wunderschön hier… aber mir wird leider kalt“, lächelte Tinus. – „Mir auch, obwohl wir uns ja gegenseitig wärmen könnten“, schmunzelte Gus.
„Kommt Ihr noch mit rein?“. Gus und ich sahen uns kurz an und nickten. – „Ich muss aber erstmal unter die Dusche“. –„ Ich auch!“, riefen wir fast gleichzeitig.
„Geht Ihr zuerst?“. – „Die Dusche ist groß genug für uns drei. Dann können wir Deinen schönen Körper noch ein bisschen betrachten“, zwinkerte ich Tinus zu.
„Ihr seid genau solche Schlingel wie Roberto und Bjørn. Meint Ihr das wirklich ernst? Bestenfalls mein Schwanz ist doch sehenswert. Alles andere ist Durchschnitt“. – „Durchschnitt? Von was?... Der Durchschnitt der zehn sexiesten Männer Hollands wäre doch sehenswert genug“, feixte Gus.
Tinus lachte ausgelassen, legte uns seine Arme auf die Schultern und schob uns ins Haus. Im Schlafzimmer legten wir unsere Sachen ordentlich auf einen Stuhl und gingen dann Arm in Arm in die Dusche.
Tinus Schwanz war immer noch mehr mit Blut gefüllt als normal und glänzte nach wie vor von Sperma und Speichel. Er seifte sich gründlich ein und reinigte besonders gewissenhaft seine gigantischen 40 Zentimeter. Allein dieser Anblick war für Gus‘ und meinen Schwanz genug, sich schon wieder zu erheben. Wir seiften uns gegenseitig ein und ich probierte zum ersten Mal den speziellen Duschkopf aus.
„Du musst ihn richtig einführen. Nur außen vor bringt nichts“, erläuterte Tinus. „Soll ich Dir das mal zeigen?“ – „Oh ja, bitte!“ – „Mir auch bitte!“
Mein Penis war in dieser Nacht unersättlich. Er stand sofort wieder steinhart, als ob es die Session auf der Bank gar nicht gegeben hätte. Tinus testete die Wassertemperatur und führte den Duschkopf behutsam ein. Es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl, das handwarme Wasser im Darm zu spüren und dann gleich wieder rauszudrücken. Tinus spülte die braune Soße sofort weg und wiederholte den Vorgang bei Gus. Der grunzte so zufrieden, als habe er meinen Schwanz im Po. Er war sauberer als ich und drückte das fast klare Wasser in einem hohen Bogen in die Dusche. Tinus nahm etwas Seife und seifte unsere Ärsche und Schwänze hingebungsvoll ein.
„Ihr könnt wohl immer und überall?“ – „Also, ich habe kaum Probleme, meiner steht sofort, wenn mich ein netter Mann reizt“, lachte ich. – „Aber Du hast doch eben erst zwei Mal hinter einander abgespritzt, oder?“. – „Ja, aber geil war ich zehn Minuten später schon wieder. Das ist für mich nicht ungewöhnlich“.
„Das kann aber ganz schön anstrengend sein“, lachte Tinus. - „Stimmt. Es ist wie eine Sucht. Damit es dazu nicht kommt, habe ich gelernt zu genießen. Nicht der Orgasmus ist das Ziel, sondern der gesteigerte Genuss. Dazu gehört das Fühlen, Schmecken, Riechen, Sehen und Hören. Wenn lediglich mein Schwanz stimuliert wird, ist für mich nach dem Abspritzen Schluss und ich habe nur diese paar Sekunden An- und Entspannung genossen. Aber wenn ich die erotische Bewegung eines schönen Männer-Körpers sehe, weiche Haut fühle, gefühlvolle Hände oder Füße auf meiner Haut spüre, frisches Sperma rieche oder meine Zunge Männerhaut schmeckt, dann kommt dieses atemberaubende Gefühl der Geilheit sofort zurück“.
„Da habe ich noch viel zu lernen…“, sagte Tinus leise und nachdenklich.
„Wenn man rausgefunden hat, welche Berührung einen am meisten erregt und man sich fallen lassen kann, ohne nur an seinen steifen Schwanz zu denken, genießt man gleich viel besser“, antwortete ich lächelnd.
„Lasst uns schlafen gehen. Morgen ist auch noch ein Tag“. Wir gaben Tinus jeder einen Kuss und verabschiedeten uns. „Schlaf gut!“ – „Ihr auch!“
Als wir gegen neun in die Küche zum Frühstück gingen, waren bereits alle da. Bjørn, Roberto, Arild und Ruben in ihren Arbeitsanzügen und Tinus mit Pullover und Cordhose. Es fand eine rege Unterhaltung statt und es schien als redeten alle durcheinander. Es ging um den zum Verkauf stehenden Hof, den Bjørn am Vortag bereits erwähnt hatte.
„Morgen ist ‚Visning‘ [öffentliche Besichtigung mit einem Makler] auf ‚Bergstad-Gård‘. Die Pferde sind schon verkauft und wurden gestern abgeholt“, berichtete Arild. „Der Hof kann niemals rentabel als normale Landwirtschaft geführt werden. Die Böden sind viel zu schlecht. Pferde oder Schweine könnte man eventuell dort züchten… Gärtnerei ginge auch… oder noch besser ein Campingplatz“. – „Wer kommt denn hierher zum Campen?“ – „Verrückte holländische oder deutsche Touristen“, lachte Ruben. „Pass auf! Hier sitzen Deutsche und Holländer am Tisch“, feixte Roberto. – „Oh, Entschuldigung, das mit dem ‚verrückt‘ nehme ich zurück“.
„Es ist wirklich ein Jammer, dass wir den Hof nicht kaufen können, weil dort ‚Wohnpflicht‘ ist. Die Felder grenzen an unsere und die Gebäude wären sicher gut zu verpachten. Das altmodische norwegische Landwirtschaftsgesetz hätte längst geändert werden müssen“, sagte Bjørn sichtlich verärgert.
„Dürfen Ausländer in Norwegen landwirtschaftliche Betriebe kaufen?“ – „Nein. Die norwegische Politik hat Angst, dass norwegischer Boden durch Ausländer für die ‚Lebensmittelproduktion in Krisenzeiten‘ entzogen wird“, antwortete Bjørn ironisch. „Norwegen soll in der Lage bleiben, sich mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen selbst zu versorgen“.
„Das ist in der Blumenbranche ähnlich. Wir dürfen ausländische Schnittblumen nur in den Monaten importieren, in denen es keine eigene norwegische Produktion gibt. Daher gibt’s ein so geringes und teures Schnittblumen-Angebot hier im Land“, fügte Gus hinzu.
„Ich gehe morgen trotzdem zur ‚Visning‘, vielleicht kommt ein Interessent, den ich kenne und mit dem ich eine Vereinbarung machen kann“. Bjørn schien immer noch Hoffnung zu haben, seine Idee verwirklichen zu können.
Tinus hatte sich alles kopfschüttelnd angehört und diskutierte jetzt mit Arild. Was die beiden besprachen, konnte ich nicht verstehen. Ich sah lediglich, dass Arild mehrmals nickte und schließlich sehr nachdenklich aussah.
Gegen Mittag fuhren Tinus, Bjørn und Roberto nach Oslo. Wir folgten ihnen in unserer Ente bis nach Asker, verabschiedeten uns herzlich von Tinus und verabredeten, uns so schnell wie möglich wieder zu treffen. Wir konnten nicht ahnen, dass das schon zwei Wochen später der Fall sein würde.
Karl, Morten und Jerry trafen unseren neuen Freund im Café von Kunstnernes Hus. Besonders Jerry war „hingerissen“ von Tinus, wie er uns später erzählte. Ein Treffen mit Erik kam leider nicht zustande, da er an diesem Tag allein in der Firma war.
Tinus war begeistert von der Stadt und ihrer Atmosphäre, die so vollkommen anders als die seiner Heimatstadt war. „Bei Euch ist alles so gemächlich und unaufgeregt… und dabei gar nicht langweilig“, kommentierte er.
Als sie abends wieder auf Bjørnstangen waren, fragte Tinus beiläufig: „Würde es Euch etwas ausmachen, wenn ich noch zwei Tage länger bliebe?“. – „Nein, überhaupt nicht. Du kannst bleiben, so lange Du möchtest“. – „Sagt das nicht so laut, sonst bleibe ich wirklich gleich ganz hier“, lachte er. „Ich müsste allerdings ein paar wichtige Telefongespräche führen, die auch etwas länger dauern können. Selbstverständlich zahle ich alles“. – „Kein Problem, oben im Arbeitszimmer hast Du Deine Ruhe. Du kannst telefonieren, solange Du möchtest. Wir werden es überleben“, feixte Bjørn.
Als Tinus nach etwa einer Stunde wieder in die Küche kam, wirkte er entspannt und fröhlich. „In der Firma läuft alles bestens. Die Leute arbeiten fast besser, als wenn ich da wäre“.
Arild, Ruben, Roberto, Kjell und Bjørn diskutierten lebhaft ihre Pläne für die nächsten Tage. Als Arild sich verabschiedete, um zu seiner Mai Linh zu fahren, hielt Tinus ihn an der Tür auf und redete im Windfang lebhaft auf ihn ein. Bjørn und Roberto sahen sich verwundert an, dachten sich aber nichts weiter dabei.
Am Nachmittag des nächsten Tages wollten Bjørn, Roberto und Arild zur Besichtigung von ‚Bergstad Gård‘ aufbrechen, als Tinus fragte, ob er mitkommen dürfe. Er durfte.
Die Gebäude von Bergstad Gård lagen etwa zwei Kilometer von Bjørnstangen entfernt in einer Art Parkanlage. Gepflegte Rasenflächen, Blumenbeete und ein für diese Gegend ungewöhnlich alter Baumbestand umgaben die vier Häuser in einem klassischen, norwegischen Blockhausstil mit Gras-Dach. Sie sahen sehr alt aus, waren aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts von einem reichen Osloer Kohlenhändler als Landsitz errichtet worden. Das Haupthaus hatte zwei Etagen, einen Haupteingang mit einem von Holzsäulen getragenen Vorbau und einer symmetrischen Fensterfront aus jeweils drei weißen Sprossenfenstern auf der einen und der anderen Seite.
Ein langgestreckter Pferdestall im gleichen Stil bildete quasi einen Riegel zur Straße. Gegenüber lag eine wuchtige Scheune mit der für norwegische Höfe so typischen, breiten Zufahrtsbrücke in die erste Etage. Ein Kleinod war der „Stabbur“ zwischen Pferdestall und Haupthaus. Ein kleiner Speicher auf kegelförmigen kurzen Säulen, mit unzähligen Schnitzereien aus der norwegischen Sagenwelt. Die spezielle Bauweise stammte aus einer Zeit, in der man Getreide und Lebensmittel glaubte, auf diese Weise vor unerwünschten Nagetieren schützen zu können.
An der Straße war ein großes Schild mit der Aufschrift „Visning“ aufgestellt und dirigierte eventuelle Besucher auf einen kleinen Parkplatz vor der eigentlichen Hofzufahrt, die aus einer Birkenallee bestand, die schnurgerade auf das Haupthaus zulief. Nur ein Auto war bereits dort abgestellt.
„Das ist ja ein Traum. So habe ich mir norwegische Höfe immer vorgestellt. Es ist wie in den Romanen von Knut Hamsun…“, schwärmte Tinus. „Ja, die Gebäude sind sehr malerisch, aber kosten auch viel Geld in der Unterhaltung. Hier ist in den letzten Jahren nichts mehr investiert worden. Die Flächen sind zu klein um rentabel zu wirtschaften. Das sieht die Landwirtschaftskammer aber nicht ein“, erklärte Bjørn. „Hmmm…“, Tinus schien zu überlegen. Noch während sie zu Fuß die Allee hochgingen, war er tief in Gedanken versunken.
Ein korpulenter älterer Herr begrüßte sie höflich aber distanziert und stellte sich als Anwalt der verkaufenden Erbengemeinschaft vor. Sein Blick wurde regelrecht skeptisch, als er hörte, dass Tinus sich mit den anderen auf Englisch unterhielt. „Sie wissen aber, dass wir an Ausländer nicht verkaufen dürfen?“ – „Ja, das ist uns bekannt. Der Herr ist lediglich zu Besuch und hat uns begleitet. Ich bin Bjørn Sigurtsen. Ich besitze den Hof ‚Bjørnstangen‘ gleich hier in der Nachbarschaft“.
Die Miene des Advokaten hellte sich etwas auf. „Sie wissen aber, dass sie im Falle eines Kaufes auch hier wohnen müssten?... Das ist halt das komplizierte norwegische Landwirtschaftsrecht“. Dazu zog er seine Stirn in bedauernde Sorgenfalten und vermittelte dein Eindruck, eines verschwörerischen Verständnisses für Bjørns eigentlich unlösbares Dilemma.
„Den notwendigen Investitionsbedarf für die Renovierung der Gebäude haben wir im Kaufpreis bereits berücksichtigt". Der Anwalt übergab Bjørn eine Mappe mit allen notwendigen Fakten und Zahlen.
Roberto flüsterte Tinus ins Ohr: „Das Interesse an dem Objekt scheint nicht groß zu sein“. – „So etwas wäre in Holland innerhalb von wenigen Stunden verkauft“, wisperte er zurück.
Arild begutachtete Wände, Fußböden und die elektrischen Installationen sehr genau, klopfte gelegentlich gegen Balken und nahm sogar einen Teppich hoch. Er öffnete Fenster und drehte Wasserhähne auf.
Bjørn sah Arild an und grinste: „Willst Du kaufen?“ – „Vielleicht“. – „Ich denke, Ihr habt Euch schon für ein Haus entschieden. Wäre das hier nicht eine Nummer zu groß für Euch beide?“ – „Mal sehen. Ich schau ja nur“.
Bjørn zog erstaunt die Augenbrauen hoch, sagte aber nichts weiter.
Auch beim Rundgang durch die anderen Gebäude prüfte Arild genau und ließ sich viel Zeit. Zwischendurch warfen sich Tinus und er merkwürdige Blicke zu, was weder Roberto noch Bjørn bemerkten.
Als sie sich nach über einer Stunde bei dem Anwalt bedankten und verabschiedeten, nahm Arild ihn für einen Augenblick beiseite und wechselte ein paar Worte mit ihm, die die anderen nicht verstanden.
Auf dem Nachhauseweg fragte nun auch Roberto: „Na Arild? Willst Du den Schuppen kaufen?“. – „Es wäre jedenfalls kein schlechter Kauf. Die Substanz ist ausgezeichnet, und könnte man am Preis noch etwas machen, wäre es quasi ein Schnäppchen“. – „Aber auch das Schnäppchen kostet Geld und muss sich später irgendwie rentieren“. – „ Das stimmt, aber Pferdezucht ginge allemal…“. – „Frage ist, ob man in Norwegen mit Pferden heute noch genug Geld verdient“.
Bevor Bjørn und Roberto in den Kuhstall gingen, sahen sie Tinus und Arild auf der Bank vorm Brygghus sitzen und die Köpfe zusammenstecken. „Da haben sich ja zwei gefunden“, schmunzelte Roberto. „Dass der bloß seiner Mai Linh nicht untreu wird“, feixte Bjørn.
Als sie eineinhalb Stunden später wieder vorbeikamen, waren beide verschwunden. Arild war offenbar bei Mai Linh und Tinus saß im Arbeitszimmer und telefonierte.
Beim Abendbrot fragte Tinus: „Kann man hier irgendwo ein Auto mieten?“. Bjørn und Roberto lachten: „Die Leute hier wissen kaum, wie man Autovermietung schreibt. Da müsstest Du schon nach Tønsberg. Aber wir haben ja gottseidank ein Auto hier auf dem Hof. Nimm das doch“. – „Ich müsste morgen eine kurze Tour nach Oslo, wegen meines Deals mit ‚Stat Oil‘. Es wären nur ein paar Stunden, aber wichtig“. – „Ja klar, nimm unseren Volvo. Wir brauchen ihn morgen nicht. Der Schlüssel hängt neben der Garderobe im Windfang. Fahr wann Du willst“.
Als Bjørn und Roberto am nächsten Morgen um acht zum Frühstück in die Küche kamen, war Tinus bereits aufgebrochen. Den Tag über hatten beide auf den Feldern zu tun. Sie wollten Zäune reparieren, damit die ‚Einjährigen‘ in den nächsten Tagen auf die Sommerweide gelassen werden konnten. Arild würde erst nachmittags kommen, da er noch Papiere für sein Haus besorgen musste und mit seinem Schwiegervater zur Bank wollte.
Ruben übernahm die Arbeiten im Kuhstall und hoffte darauf, dass ihn Arild abends ablösen würde, da er sich ja mit Magne verabredet hatte. Bereits um fünf schaute er nervös auf die Uhr. Als Arild dann endlich um halb sechs auftauchte, schnappte Ruben sich sofort sein Fahrrad und radelte winkend vom Hof. Als er auf die Straße einbog, sah er gerade noch Bjørns weißen Volvo, mit dem Tinus aus Oslo zurückkam.
„Na, hat alles geklappt?“, fragte Bjørn und gab Tinus einen flüchtigen Kuss. Der strahlte und meinte: „Hätte nicht besser laufen können“. – „Wo wollte denn Ruben so eilig hin?“. – „Zu seinem neuem Freund. Ich bin froh, dass er endlich jemanden gefunden hat, der zu ihm passt. Ist ja in unserer Gegend nicht so einfach“. – „Das mag ich ja so an ‚dieser Gegend‘… man muss sich um alles etwas mehr bemühen als in der Stadt, aber die Herausforderungen sind aber eigentlich auch viel spannender.“
Bjørn musste einen Augenblick überlegen, wie Tinus das gemeint hatte. Vielleicht war es einfach nur die romantische Vorstellung eines Städters – eines Holländers dazu – vom Landleben.
„Es ist eben bei uns mehr ein Miteinander und ein Füreinander. Wir wenigen Menschen hier müssen irgendwie mit einander auskommen und uns arrangieren. Dazu muss man sich kennen und manchmal mehr Kompromisse machen als in der Stadt, sonst wird man schnell sehr, sehr einsam“, sagte Bjørn ernst.
„Das ist genau das, was ich lernen muss… besser spät als nie“, lachte Tinus.
(Dran bleiben, es geht weiter im Kapitel 17)



Kommentare